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Benfica knackt Zenit 7. März 2012

Posted by Max in : Champions League , add a comment

Es war vor dem Auftakt der Achtelfinal-Rückspiele in der Champions League am gestrigen Dienstag das Spiel mit der vielversprechenderen Ausgangslage, auch wenn Benfica Lissabon und Zenit St. Petersburg natürlich auf dem Papier weit hinter dem Glanz der Begegnung zwischen Arsenal und Milan liegen. In London gab es zwar dann das größere Spektakel – auch wenn Arsenals Aufholjagd am Ende unbelohnt blieb – aber auch das Duell in Portugal konnte sich durchaus sehen lassen. Am Ende siegte Benfica verdient mit 2:0 und steht erstmals seit sechs Jahren wieder im Viertelfinale der Königsklasse.

Vor drei Wochen im Hinspiel hatte sich Zenit im eigenen Stadion noch knapp mit 3:2 durchsetzen können und brachte damit eigentlich die bessere Ausgangslage mit. Die Taktik der Zenit-Mannschaft von Luciano Spalletti schien sich deshalb auch im “Stadion des Lichts” zu Lissabon einzig und allein darauf zu beschränken, denn knappen Vorsprung zu verwalten. Dabei konnte Zenit nun auch wieder auf seine Nummer 1 Vyacheslav Malafeev bauen, der im Hinspiel noch verletzt fehlte. Der Torwart war auch früh gefordert, denn Benfica brauchte nur ungefähr zehn Minuten, um sich auf die extrem defensiven Russen einzustellen. Besonders über die rechte Angriffsseite mit dem agilen Maxi Pereira gab es jede Menge Druck der Hausherren, zweimal musste Malafeev in höchster Not entschärfen. Kurz vor der Halbzeitpause erzielte dann Pereira nach einer starken Einzelaktion des Belgiers Axel Witsel, der sich durch die Zenit-Abwehrreihen presste, das Führungstor.

Bis zur Halbzeitpause hatte Zenit genau eine Torchance. Es sollte bis zum Abpfiff dabei bleiben. Allein dieser Umstand zeigt schon, dass Spalletti für diesen Abend offenbar keinen “Plan B” vorbereitet hatte, denn ein Auswärtstor hätte die Sache schon wieder für Zenit gedreht. Aber die offensiven Semak, Bystrov und Denisov hingen über die vollen 90 Minuten in der Luft. Warum sich Zenit in so einem wichtigen Spiel – man hatte ja nach dem Rückstand nun eigentlich nichts mehr zu verlieren – trotzdem überhaupt nicht in die Offensive traute, ist ein großes Rätsel. Spalletti vermutete eine “mentale Barriere” bei seinen Akteuren. Es wäre der größte Erfolg des Vereins in der Champions League gewesen.

Das Spiel bezog seine Spannung deshalb im zweiten Durchgang hauptsächlich aus der Tatsache, wann Benfica endlich die endgültige Entscheidung herbeiführen würde. Es dauerte bis zur Nachspielzeit, denn mit dem Schlusspfiff erzielte der eingewechselte Nelson Oliveira das erlösende 2:0. Zuvor hatte Benfica zahlreiche gute Chancen ausgelassen. Und wie die sonderbaren Gesetze des Fussballs nun einmal sind, hätte Zenit deshalb ein gelungener Konter ausgereicht, um selbst den Schritt in die Runde der letzten Acht zu machen. Aber die Russen blieben bis zum Ende viel zu harmlos.

Die Fans von Benfica feierten nachher euphorisch den Sieg. Enttäuschend war die Leistung von Zenit, die in der Fremde einfach keinen Bein auf den Boden bekommen. Die Champions League auf diesem Niveau ist für den UEFA-Pokal-Sieger von 2008 wohl noch eine Nummer zu hoch. Dennoch hätten ich zumindest eine kleine Reaktion in der zweiten Halbzeit erwartet – da kam aber nichts.

Während Zenit sich nun also auf seine Titelverteidigung in der Russischen Premier Liga konzentrieren kann, äußerte Benficas Coach Jorge Jesus schon seinen Wunsch für das Viertelfinale:

Wenn möglich, würden wir uns einen englischen Gegner wünschen, also vermutlich Chelsea. Nicht so gerne würde ich gegen Real Madrid spielen, sie haben viele Portugiesen in ihrem Team, viele davon haben früher für Benfica gespielt. (Quelle: uefa.com)

In jedem Fall wird Benfica wohl, Überraschungen in den verbleibenden sechs Spielen dieser Runde ausgenommen, der Wunsch-Gegner für die anderen Mannschaften sein.

Ein Hanse-Duo für Deutschland 27. Februar 2009

Posted by Max in : Europa League , add a comment

Das deutsche Teilnehmerfeld im UEFA-Pokal schrumpft sich weiter gesund – nach den Rückspielen im Sechzehntelfinale (bald fangen wir schon ab der 1. Runde an, mit Brüchen zu arbeiten, etwas das Einhunderachtundzwanzigstelfinale) befindet sich nur noch die Hälfte der angetretenen Vereine mit deutscher Staatsbürgerschaft im Rennen um den Titel. Ausgerechnet zwei Mannschaften aus dem ehrwürdigen Hanse-Verbund halten das schwarz-rot-goldene Fähnchen in den Wind.

Dabei ist das Weiterkommen des SV Werder Bremen die größte Überraschung, aber zugleich auch eine sehr angenehme. Nach den Ergebnissen der letzten Wochen hätte wohl niemand dem Team von Thomas Schaaf zugetraut, sich gegen dieses abgewichste italienische Team durchzusetzen, die vor knapp zwei Monaten mit der heißbegehrten “Dubai Football Challenge” ihre Titelsammlung erweitern konnten. Jetzt sollte mit dem UEFA-Pokal die Kollektion im Atelier von Herrn Berlusconi komplett werden. Zunächst lief auch alles normal, ganz Milan-like eben: Werder macht das Spiel, erarbeitet sich eine Torchance nach der anderen, und wird doch um den verdienten Lohn gebracht. Ein Foulelfmeter, verwandelt von Pirlo, und ein Treffer von Pato beschehrten Milan eine scheinbar komfortable 2:0-Führung zur Halbzeit. Doch am Ende sollte sich der späte Ausgleich im Hinspiel für Werder noch auszahlen, ein Doppelschlag von Pizzaro brachte das Remis und dank der Auswärtstorregel das Aus für den AC. Auch wenn man dieses Spiel wegen fehlender TV-Bilder nicht bestaunen konnte, es spricht für Werder und gegen die These, das Schaaf aus seiner Mannschaft nichts mehr herausholen könnte. Vielleicht war genau das die Initialzündung, die das Team gebraucht hat. Während Werder jetzt im Achtelfinale gegen den französischen Abstiegskandidaten AS St. Etienne eine lösbare Aufgabe vor der Brust hat, darf sich der AC Mailand auf seine nicht vorhandenen Titelchancen in der Serie A konzentrieren.

Leider nicht gereicht hat es für den VfB Stuttgart gegen den russischen Titelverteidiger Zenit St. Petersburg. Die Ausgangsposition mit der 1:2-Niederlage vor Wochenfrist verlangte einen Kraftakt von den Schwaben, der aber dennoch im möglichen Bereich schien. Aber auch ohne ihren Spielmacher Tymoschuck war Zenit einfach zu stark. Sie setzten genau ihre Stärke ein, mit der sie in der letzten Saison bereits Bayern, Bayer und eine Reihe anderer Gegner zum Wahnsinn getrieben haben: Die Konter mit Pogrebnyak in vorderster Front sind einfach tödlich. Lange sah es garnicht so schlecht aus für Stuttgart, sie kontrollierten das Spiel scheinbar, doch sie erspielten sich keine echten Tormöglichkeiten. Eine Unachtsamkeit vor der Halbzeitpause brachte die Vorentscheidung. Auch nach dem Seitenwechsel konnten Babbels Team die Bemühungen nicht abgesprochen werden, aber Zenit ist ein taktisch exzellent aufgestellter Gegner. Der Ausgleich durch Gebhart war ein sehr kurzes Strohfeuer, ein weiterer Konter brachte die Entscheidung zu Gunsten von Zenit. Trotzdem Respekt an den VfB Stuttgart: Im Herbst haben sie den Umständen in der Bundesliga getrotzt und ihre Gruppe souverän überstanden. Zenit war eine Nummer zu groß, aber sie haben sich sehr achtbar aus der Affäre gezogen.

Ohne Probleme absolvierte der Hamburger SV sein Heimspiel gegen NEC Nijmegen. Der überforderte Gegner kassierte früh den Siegtreffer durch Olic, präsentierte sich teilweise desaströs in der Abwehrarbeit. Erst als der HSV deutlich Tempo rausgenommen hat, kamen die Gäste etwas besser zurecht. Sowas kann man von Wolfsburg leider nicht behaupten. Die Niedersachsen konnten den Eindruck, dass die Hinspielniederlage im Prinzenpark nur ein Ausrutscher war, nicht bestätigen. Mit dem 3:1-Erfolg war Paris St. Germain auch beim VfL jederzeit Herr der Lage.

Besonders spektakulär verlief aber eine andere Begegnung: Das Duell zwischen Galatasaray Istanbul und Girondins Bordeaux entpuppte sich als Fussball-Fest mit insgesamt sieben Treffern. Aus deutscher Sicht auch ein sehr wichtiges Spiel, sollte sich doch aus diesem Feld der nächste Gegner des Hamburger SV im Achtelfinale rekrutieren. Das Hinspiel endete 0:0, sodass zunächst nicht von einer solchen Torflut auszugehen war. Schon in der ersten Minute eröffneten die Gäste durch Bellion den Torreigen. Galatasaray schien früh die nächste Runde zu verspielen, ein weiterer Rückschlag nach dem verlorenen Derby zuletzt und der damit verbundenen Entlassung von Trainer Michael Skibbe. Ein Doppelschlag vor der Halbzeitpause zeigte dann aber eindrucksvoll, wozu türkische Teams vor heimischen Publikum in der Lage sind: Ist der Gegner klar überlegen, bäumt sich Galatasaray auf und dreht die Partie. Nach dem 3:1 durch Turan in der 65. Minute schien die Sache endgültig durch. Aber auch die Girondins hatte noch einen Knaller auf Lager – Chamakh und Cavenaghi brachten ihre Mannschaft eine Viertelstunde vor dem Ende binnen einer Minute wieder auf Kurs. Bis zum Showdown in der Nachspielzeit. Ein Eckball wird von den Franzosen nur halbherzig abgewehrt, Sabri Sarioglou zieht aus 20 Metern zum Nachschuss ab und verwandelt das Stadion in einen Hexenkessel – 4:3! Der HSV ist gut beraten, schon im Heimspiel am 12. März für klare Verhältnisse zu sorgen.

Spannend gestaltete sich auch das Match zwischen dem FC Valencia und Dynamo Kiew. Mit einer anscheinend guten Ausgangslage – das Hinspiel in Kiew endete 1:1 – war der FC Valencia auf dem Papier Favorit. Die in den letzten Jahren so biederen Ukrainer zeigten aber vom Anpfiff an, dass sie in dieser Saison im Europapokal deutlich verbessert spielen. Nach einer knappen halben Stunde besorgte Kravtes die Führung für die Gäste. In einem guten Spiel kämpfte sich Valencia ganz galaesk wieder zurück in das Spiel, mit dem Pausenpfiff besorgte Marchena den Ausgleich. Die Vorteile lagen jetzt bei den Hausherren, sie machten das Spiel und erzielten durch Del Horno kurz nach Wiederbeginn auch die Führung. Nichts und niemand schien sie auf ihrem Weg in das Achtelfinale aufzuhalten. Oder doch? Mit einem fatalen Stellungsfehler leitete der FC seinen eigenen Untergang ein. Ein einfacher Pass in die Spitze hebelt eine gesamte spanische Abwehrreihe aus, Doppelschütze Karvets stellt den 2:2-Endstand mit einem flachen, strammen Schuss in die Tormitte her. Dynamo mauert sich langsam zu einer guten Nummer, die Leistungen in der Champions League im Herbst waren nicht überragend, aber Remis gegen Arsenal und Fenerbahce sowie ein Auswärtssieg in Porto waren gute Resultate. Erst die einsetztende lange Winterpause warf sie zurück auf den dritten Platz in der Gruppe. Jetzt startet auch die Spielrunde in der Ukraine wieder, und Dynamo ist frisch. In der nächsten Runde trifft man auf Metalist Kharkov – ein weiteres ukrainisches Team! Somit sehen wir auf jeden Fall eine Mannschaft aus dem osteuropäischen Land im Viertelfinale.

Soweit der Blick auf die Rückspiele im UEFA-Pokal. Die beliebten Drei-Tage-Rhytmen gehen weiter, nächste Woche DFB-Pokal, und dann geht es auch im Europacup weiter.

Die Traum vom Achtelfinale lebt 19. Februar 2009

Posted by Moritz in : Europa League , add a comment

Am Ende steht die Erkenntnis, dass sich drei der vier Vertreter der Bundesliga Im Uefa-Pokal zum Rückspiel noch einmal strecken müssen, um eine Chance auf den Einzug in die nächste Runde des Wettbewerbs zu haben. Einzig der Hamburger SV konnte bei seinem Auftritt in Nijmegen restlos überzeugen.

Den Auftakt am gestrigen Abend machte jedoch der VfB Stuttgart im winterlichen Petersburg und lieferte eine ganz andere Pokalleistung ab als noch im DFB-Pokal, auch wenn es am Ende nicht einmal zu einem Unentschieden reichte. Auf einem Quasi-Rasen, der den Eindruck machte, er sei mit einer Schneefräse so eben vor Anpfiff aus dem Winterschlaf gerissen worden, wirkten die Schwaben wie angefroren, als nach gerade einmal zwei Minuten die Torglocke läutete und Zenit die Abwehr regelrecht überrannte. In diesem Moment wurden die Erinnerungen an Bayer und Bayern wieder wach, die gegen den inzwischen ehemaligen russischen Meister ebenfalls nur Spalier standen. Doch anstatt das Spiel danach dominant zu beherrschen, entwickelte sich in der Folge eine, soweit es der Rasen und die polaren Temperaturen zuließen, gefällige Partie, die allerdings nach dem Ausgleich von Mario Gomez, keine zwingenden Chancen mehr bereithielt. Vielmehr gelang es seiner Elf ebensolche Angriffe wie zu Beginn gut zu unterbinden und selbst den Weg nach vorn zu suchen, ehe der Baldmünchner Tymoschtschuk fast aus dem Nichts seine Fähigkeiten als sehenswerter Torschütze unter Beweis stellte und auch andernorts der Spieler auf Seiten von St. Petersburg war, der es den Gästen schwer machte erneut nachzulegen. Etwas das trotz größter Chancen auch die Heimmannschaft verpasste, so dass im Rückspiel erneut eine enge Partie zu erwarten ist, vor allem da sich Tymoschtschuk eine Gelbsperre einhandelte und mit ihm ein integraler Bestandteil der russischen Mannschaft fehlen wird. Womöglich bietet sich somit für die Stuttgarter Elf ein guter Ansatzpunkt im Rückspiel die nicht unverdiente Niederlage wett zu machen.

Eine mindestens ebenso schwierige Aufgabe wird der VfL Wolfsburg im Rückspiel vor sich haben, der sich selbstverschuldet um eine gute Ausgangsposition gebracht hat. Im Spiel gegen die Pariser, bei denen Trainer Le Guen erneut die Chance nutzte seinen jungen Ersatzspielern Einsatzzeit zu spendieren. Auch wenn das Hauptaugenmerk der Wölfe auf der Defensive lag, spielten sie mit doch die Zuschauer im Prinzenpark erlebten nicht viele Höhepunkte, da sich die Teams trotz der nicht gerade gemütlichen Partie soweit im Griff hatten wie es nötig war, um kein Tor zu kassieren. So schien vor den Augen seiner Majestät Sarkozy alles auf ein torloses Unentschieden der besseren Art hinauszulaufen. Doch die Zuschauer hatten die Rechnung noch ohne Benaglio gemacht, der die 25000 kurz vor Ende der Partie noch in Jubellaune versetzen sollte. Zwei Tore nach dem gleichen Prinzip entschieden das Spiel zu Gunsten der Franzosen: Jeweils ein nach einem Standard hoch in den Strafraum gespielter Ball, war für den Schweizer Schlussmann unerreichbar, so das der junge Horeau nur noch zweimal nicken musste um das Schicksal der Gäste zu besiegeln. Durch die insgesamt unnötige Niederlage hat sich die Mannschaft selbst die größte Hürde für das Rückspiel aufgebaut, die es nun zu meistern gilt. Vor allem da der PSG nun mit dem Hinspiel im Gepäck auf eine Reaktion warten kann und falls Paul Le Guen doch einmal das Bedürfnis verspürt mit mehr als einer guten zweiten Elf anzutreten seine Leistungsträger noch auf der Bank hat. Ein bisschen gewagter wird Magath nächste Woche schon aufs Feld schicken müssen, um nicht gleich im zweiten Europapokalspiel des Jahres wieder die Segel streichen zu müssen.

Lange Zeit sah es auch in Bremen so aus als müsste Werder alle Chancen auf eine nächste Runde fahren lassen, da die Diagnose lange Zeit wie gewohnt ausfiel: Gut gespielt, aber nichts gewonnen. Gleich zu Beginn begannen sie gegen den AC Mailand im zum Spiel des Jahres übertrieben hochgejubelten Spiel druckvoll um im gleichen Moment die altbekannte Ernüchterung und -Kenntnis hervorzurufen, dass es wohl ein gutes Spiel von Werder wird, nur der Ertrag, wieder einmal, in keinem Verhältnis zum Aufwand stehen wird. Tziolis schloss die Angriffe aber nicht genau genug ab, um den Milanesi, deren neuste englische Liebe Beckham zunächst auf der Bank Platz nehmen musste, eine kalte Dusche zu verabreichen. Vielmehr fanden diese besser ins Spiel und lenkten das Spiel wie es italienische Teams am liebsten mögen, nämlich mit Bedacht bis Werder sie einlud mit dem Toreschießen zu beginnen. Eine katastrophale Fehlpassberfreiungsversuchflanke fand nach einer guten halben Stunde ihren Weg von Fritz direkt in die Füße von Flamini, der nach einem kurzen Sprint Inzaghi suchte und fand, während die Defensivkollegen von Wiese alt aussahen. In Halbzeit Zwei merkte man Werder spürbar an, dass sie unbedingt ein Tor erzielen wollten – allein die Mittel fehlten, da Milan trotz zeitweiliger Bedrängnis selbst im Faststandby potentiell gefährlich wirkt. Werder packte die Schrotflinte aus und vor allem Tziolis schoss aus allen Lagen und in alle Richtungen auf das Tor, allerdings, wie sollte es anders sein, Dida besonders zu prüfen. Vielmehr schockte Inzaghi die Bremer mit einem Lattenknaller. In der Schlussphase, als sich der Fortgang der Krise immer stärker winkte, konnte Diego doch noch das heiß ersehnte Tor zum Ausgleich machen. Letztendlich bestehen somit noch kleine Chancen, dass Werder in Mailand bestehen wird, viel schwerer aber dürfte wiegen, dass nach dem Spiel die Situation wieder genau wir vorher ist, auf dem aktuellen Selbstfindungsprozess dürfte die Mannschaft kaum einen Deut vorangekommen sein, da sie für das Gegentor selbst verantwortlich zeigte und gegen einen nach dem Tor unwilligen Gegner halbwegs ordentlich mithalten konnte.

Mehr als mithalten, wenn nicht sogar dominant, war hingegen der Hamburger SV bei seinem Gastspiel hinter der niederländischen Grenze in Nijmegen. Gegen der Tabellenneunten der Eredivisie ließen die Hanseaten nichts anbrennen und hatte seinen Gegner weitgehend im Griff, bis Trochowski und Silva kurz vor der Pause, den Grundstein für den Erfolg legten und die Gastgeber mit einem Doppelschlag zum Auffrischen entließ. Einen Aufreger gab es in der Folge nur noch als der Schiedsrichter Ceferin nach einer Verwarnung eines Heimspielers mit einer blutenden Wunde am Kopf einige Minuten behandelt werden musste, weil er mit einem Gegenstand aus dem Publikum beworfen worden war. Martin Jols Mannschaft lies in der Folge weiter nichts anbrennen und erhöhte das Ergebnis sogar noch auf ein beruhigendes 3-0, mit dem man in der Hansestadt beruhigt ins Rückspiel gehen kann, da der Kontrahent fast im gesamten Verlauf der Partie kaum den Eindruck hinterließ in Ansätzen ebenbürtig zu sein.

Während die Hanseaten somit fast schon sicher weiter sein dürften, bleibt Bremen, Stuttgart und Wolfsburg erst einmal nur die Möglichkeit sich in Hoffnungen und Träumen zu bewegen, da die Ausgangssituationen durchaus nicht die einfachsten sind. Für ein Weiterkommen der drei würde ich nach den Spielen nicht unbedingt meine Hand ins Feuer legen wollen, Andererseits ist in allen Begegnungen noch die Möglichkeit gegeben den Spieß umzudrehen. Spannende Rückspiele dürften angesichts der Konstellationen durchaus garantiert sein. In diesem Sinne wünsche ich noch einen angenehmen Donnerstagnachmittag

Beckhamania 18. Februar 2009

Posted by Max in : Europa League , add a comment

Nach drei Spieltagen in der Bundesliga beginnt nun Mitte Februar auch endlich wieder der Europapokal. Zwei der noch verbliebenen deutschen Vertreter im UEFA-Pokal haben ein denkbar schweres Los zugesprochen bekommen, während dem Hamburger SV und VfL Wolfsburg machbare Aufgaben bevorstehen.

Berichtet wurde über Bremen im Ausnahmezustand. David Beckham ist in der Stadt und das ist für eine Stadt, die einen Verein mit relativ wenig Konfliktpotential hat, eine Möglichkeit, richtig auszuflippen. Der exzentrische Engländer galt ja nach dem Ende seiner Zeit in Madrid bereits als sportliches Auslaufmodell, machte vorrangig nur noch abseits des Rasens von sich reden. Von seiner Zeit bei L.A. Galaxy wurden auch keine Heldentaten übermittelt, umso überraschender seine Rückkehr nach Europa, in das Seniorenheim AC Mailand. Doch hier konnte Beckham sich in den ersten Wochen gut einfügen, schaffte sogar den Sprung zurück in die Nationalmannschaft. Jetzt will er dauerhaft bleiben, Galaxy stellt sich quer – Ende der Geschichte offen. Bei diesem Hype um Beckham wird oft ignoriert, dass sein Einsatz momentan gar etwas auf der Kippe steht, ebenso wie der von Pato. Außerdem muss Milan-Coach Carlo Ancelotti Kaka ersetzen, und auch Stürmer Andrej Shevchenko ist angeschlagen. Von einer B-Mannschaft kann natürlich trotzdem keine Rede sein. Und mittlerweile haben die Italiener sogar eine Möglichkeit gefunden, sich die verpatzte Vorsaison und die damit verbundene Teilnahme am UEFA-Pokal schönzureden: Schließlich ist diese Trophäe die einzige, die noch in der Titelsammlung fehlt.

Stolperstein spielen möchte Werder Bremen. Dabei sind die Hanseaten gerade selber mächtig am Straucheln, haben eigentlich andere Sorgen als ein Weiterkommen im Europapokal. Schon in der Vorrunde der Champions League präsentierte sich Werder ungewohnt blutleer, ein einziger Sieg stand am Ende in der Bilanz, das aber ausgerechnet gegen den AC-Stadtrivalen Inter. Die sportlichen Probleme der Bremer sind nicht so leicht auszumachen: Die Abwehr steht in der Innenverteidigung einigermaßen stabil, viele Gegentore fallen aber über die Außenbahnen – eine Schwachstelle momentan. Das der gewohnte Offensivschwung fehlt, ist auch kein zwingendes Argument, denn am Samstag erarbeitete man sich mehr als zwanzig Torchancen – nur genutzt wurde lediglich eine davon zum Treffer. Mithelfen kann jetzt wieder Diego, der nach seinem Gollum-Griff vor der Winterpause zuletzt in der Liga gesperrt war. Vielleicht kann der kleine Frauenheld ja der Effektivität auf die Sprünge helfen. Mit Blick auf die schwache Chancenverwertung am Wochenende und Kenntnis der Standard-Milan-Taktik bahnt sich ein Rangers-Revival an: Viele Torchancen für Werder, und am Ende kommt der Gegner durch Glückstore zum Erfolg. Man möge das bitte verhindern.

Die eben geschilderte schwache Chanceverwertung war im Herbst des letzten Jahres auch ein Problem von Zenit St. Petersburg. Der Titelverteidiger hatte in der Champions League genug Chancen, die schwierige Gruppe mit Real und Juventus zu überstehen, doch statt im Achtelfinale den Titel in der Königsklasse anzugreifen, bleibt dem Team von Dick Advocaat nur die Möglichkeit des erneuten Triumphes im UEFA-Pokal. Dabei darf man sich auf ein erstes Bild von Anatoliy Tymoshchuck freuen, der ab Sommer den FC Bayern im Mittelfeld verstärkt. Außerdem mit dabei: Sczabolsz Huszti, vor kurzer Zeit noch in Hannover aktiv, und Pavel Pogrebnyak. Verzichten müssen die Russen beim Projekt TItelverteidigung aber auf Andrej Arshavin, der seine Brötchen jetzt bei Arsenal in London verdient. Zenit befindet sich noch mitten in der Winterpause, absolvierte sein letztes Pflichtspiel Mitte Dezember. Fraglich, ob das zu einem Vorteil für Stuttgart werden kann – in der letzten Saison war gerade diese zusätzliche Pause und die damit verbundene Frische ein Plus für St. Petersburg im Kampf um den Titel. Und mit deutschen Mannschaften haben sie gute Erfahrungen gemacht, Bayer und Bayern können ein Lied davon singen.

Die beiden Ligakonkurrenten des VfB leisteten sich jeweils derbe Pleiten in Russland, doch das wollen die Schwaben jetzt anders machen. Nach der Winterpause musste den Zuschauern Angst und Bange werden, so wie man sich vom FC Bayern vermöbeln ließ. Mittlerweile ist die Mannschaft gefestigt, holte sieben Punkte zum Rückrundenstart. Das die Probleme der Vorrunde aber nicht mit einem Luftzug weggeblasen sind, verriet der letzte Spieltag, als erst in letzter Minute das 3:3 in Hannover gerettet wurde. Dennoch, mit einer konzentrierten Leistung und harter Arbeit ist zumindest eine gute Ausgangsposition nach dem Hinspiel drin.

Auch der VfL Wolfsburg wird auswärts antreten, begibt sich auf die Reise in das Stadion von Paris St. Germain. Die französische Hauptstadt hat mit seiner Mannschaft einige schwere Jahre hinter sich. Mehrmals stand der Verein vor der sportlichen Bankrotterklärung, absolvierte schwere Spielzeiten, die immer nur knapp über dem bösen Abstiegsstrich geendet haben. Auch der derzeitige Coach, Paul Le Guen, hatte es anfangs schwer, dem ehemaligen Verein von Christian Wörns (Hui!) auf die Beine zu verhelfen. Mit Wandervogel Claude Makelele als Rückkehrer im Mittelfeld und Ludovic Giuly als Star im Sturm und einigen anderen, talentierten Spielern schaffte es PSG am Wochenende mit einem 2:1-Erfolg gegen AS St. Etienne bis auf den zweiten Platz in der Ligue 1. Der Abstand zu Serienmeister Lyon beträgt nur noch vier Punkte. Bei diesem sportlichen Höhenflug mag auch die gute Position im UEFA-Pokal nicht verwundern, der zweite Blick aber verrät Sonderliches: Der Trainer brachte im Europapokal noch nie seine Stammformation, aber auch die zweite Reihe konnte sich durchsetzten – zweifellos ein Argument für hohe Qualität im Kader. Ob und wie er heute gegen Wolfsburg rotieren wird, ist noch unbekannt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Le Guen jetzt Blut geleckt hat und nicht seine komplette Formation austauscht.

Zumindest auf zwei Positionen muss Felix Magath seine Mannschaft verändern: Torjäger Grafité fällt aus (und wird sich freuen, dass sein Name heute endlich wieder einmal richtig ausgesprochen wird). Außenverteidiger Pekarik darf nicht spielen, weil er schon mit seinem vorherigen Verein MSK Zilinia in diesem Wettbewerb aktiv war. Deshalb wird wohl Edin Dzeko als einzige Spitze auflaufen, momentan gut in Form und hoffentlich auch in Paris mit einem Treffer. Chancen auf einen Startplatz darf sich ja auch Sebastian Schindzielorz machen: Der Mittelfeldmann war mir früher jahrelang als solider Bundesligaspieler bekannt, ehe sein Weg aus dem Blickfeld Profi-Fussball ihn in die zweite Wolfsburger Mannschaft führte. Am Samstag feierte er sein Bundesliga-Comeback und zeigte eine gute Leistung. Mit dreißig Jahren ist er eigentlich auch noch nicht zu alt für dieses Geschäft. Und so darf er wohl mithelfen, wenn Wolfsburg die neue Auswärtsstärke (erster Auswärtssieg am Samstag in dieser Saison) weiter ausbauen darf.

Der HSV hat es mit dem angeblich leichtesten Los zu tun: NEC Nijmegen hat sich international bisher keinen großen Namen gemacht. Dennoch spielen die Niederländer eine gute Saison in der Ehrendivision, auch wenn sie zuletzt drei Spiele nicht gewinnen konnten. Ich rechne aber fest mit einem Erfolg des Hamburger SV. Bei den anderen Spielen bin ich mir nicht so sicher, hoffe aber zumindest auf ein Stuttgarter Achtungszeichen und auf die Wolfsburger Pokalstärke.

Ein Tor für jeden 2. Oktober 2008

Posted by Moritz in : Champions League , add a comment

So lautet das nüchterne Ergebnis, sowohl für Werder, als auch für die Bayern nach ihren Auftritten in der Königsklasse gegen den jeweiligen Meister aus Italien bzw. Frankreich. Beide mussten zunächst einen Rückstand hinnehmen, bevor sie nach der Pause jeweils das Endergebnis herstellen konnten.

Doch vorher gelang es den Werderanern nicht vollkommen ihr von Max diagnostiziertes Europapokalphlegma abzulegen. Denn bis zum Gegentor, dass Inter in alter mourinho’scher und italienischer Manier dazu verleitete sämtliche aktive Beihilfe an einem attraktiven Spiel einzustellen, fehlte es Werder an Stabilität in der Abwehr und im Spielaufbau, so dass die Führung der Mailänder zu diesem Zeitpunkt vollauf verdient war. Doch anstatt nachzusetzen und einen klaren Erfolg einzufahren, der nach dem frühen Tor möglich gewesen wäre, mauerten sich die Spieler konzentriert ein und überließen den Bremern das Spielgerät bis auf einige Konter zur Aufbewahrung. Ein ums andere Mal schoben sich die Bremer den Ball vor der intelligent stehenden Abwehr zu, ohne voran zu kommen, denn anders als in der Bundesliga, fehlten ihnen sowohl der Raum als auch eine zündende Idee, die diesen ausfüllen konnte. Ein Spiel, das sich bis in die zweite Hälfte fortsetzte und Pizarro mit seiner zweiten großen Torchance die inzwischen schon 150 Minuten währende internationale Torlosigkeit der torgefährlichsten Mannschaft der Bundesliga beendete. Ein Umstand, der Inter aus dem Stand-By erwachen ließ und die Bremer wieder bedenklich in die Defensive drängte. Auch wenn kurz vor dem Ende Pizarro erneut die große Chance hatte, Mourinhos Team für seine Passivität vorzuführen, blieb es für Werder beim erst zweiten Punkt. Für sie bleiben die Auftritte während der Woche irgendwie eine pyschologische Problemzone, in der sie noch nicht in der Lage sind befreit aufzuspielen, sondern zu viel Respekt vor dem Gegner und auch der Atmosphäre im Gepäck haben. Mit dem Ergebnis können sie an diesem Abend aber zufrieden sein, da sowohl ein Sieg als auch eine Niederlage nur hauchdünn entfernt waren.

Mit psychologischen Problemen ganz anderer Art hat es Klinsmann in seinem Langzeitprojekt zu tun. In der spannenden Beobachtung, wie sich neue Strukturen und Hierarchien in einem Team neu bilden, dürfte er beim “phänomenalen” Aufeinandertreffen mit Olympique Lyon zunächst beobachten, wie seine erneut neu zusammengestellte Mannschaft nach den bitteren letzten Ergebnissen loslegte wie die Feuerwehr, um dann zusehen zu müssen wie Lyon das vorführte, wonach sich die Bayern in der letzten Zeit wohl mehr als gesehnt haben, enge Räume, schnelles Spiel nach vorne und ein Tor, dass aus dem nichts kam und dem ansonsten auf der verhassten Position im defensiven Mittelfeld spielenden Demichelis eine Menge Kritik einbrachte. Vor allem der Kaiser wetterte einmal wieder um sein Leben, dass es einem um die unter Klinsmann umso wichtigere interne Harmonie schon fast Angst und Bange wurde. Für Demichelis spielte der junge Breno in der Abwehr und war dort nicht unbedingt ein Stabilitätsfaktor, doch sein argentinischer Chef wurde gebraucht, um einen Bankplatz für van Bommel zu rechtfertigen. Erst in der zweiten Halbzeit zeigte sich ein koordiniertes Gegenhalten des Rekordmeisters und offenbarte gleich eine neue zukunftsträchtige Verbindung im sozialen Netz der Mannschaft, als Klose auf den mit allen Räumen des Seins gesegneten Zé Roberto den Ball auf den Kopf flankte und dieser den Ball, da ihn Klinsmann Tag für Tag im Kopfballspiel ein Stückchen besser gemacht hatte, versenkte. Viel mehr passierte dann auch nicht mehr, nur Klinsmann redete sich nach der “beeindruckenden” Leistung die Partie schön. So langsam dürfte den Verantwortlichen klar werden, wen sie sich in ihr schönes rotes Boot geholt haben. Mit dem gerechten Remis gegen den französischen Dauermeister verspielten sie jedoch die Chance als klarer Tabellenführer die Chance mit dem nächsten Dreier das Achtelfinale praktisch in trockene Tücher zu bringen. Es dürften also noch einige turbulente Wochen anstehen.

Nebenbei wurde auch bekannt, dass beim letztjährigen Halbfinale gegen Zenit St. Petersburg Schiebereien und Mauscheleien im Spiel gewesen sein sollen, die die russische Seite im Finale als Sieger hervorgehen sehen wollten. Millionen sollen dafür geboten worden sein. Zurückblickend wohl verschwendetes Geld, da die Bayern gegen den noch amtierenden russischen Meister so schon gnadenlos unterlegen waren. Dieser zeigte auch gegen Bernd Schusters glorreiches Real, dass man in der Zukunft auf die junge russische Garde zählen muss. Den ein ums andere Mal wirbelten sie in einem anschaulichen Spiel deren Defensive durcheinander – allein der Ball wollte nur einmal die Linie überschreiten, so dass sich die Madrilenen mit zwei glücklichen Toren, in deren Entstehung stets der Ex-Hamburger van der Vaart mit einem Fuß beteiligt war, durchsetzen konnten, wobei eines sogar ein Selbsttor war. An einem anderen Tag und unter besseren Vorzeichen für Dick Advocaats Mannen hätten sie durchaus ein kleines Debakel im Petrowski-Stadion geben können. Angesichts der unerwarteten Schwäche von Juventus gegen Borisov könnten sie durchaus noch zu einem ernsthaften Konkurrenten für zumindest einen der beiden etablierten Vereine werden.

Auch in der Bremer Gruppe liegt mit Famagusta im Moment ein “Neuling” noch gut im Rennen. Sollte sich Bremen gegen Panathinaikos allerdings keinen erneuten Lapsus einfangen, werden sie sich aber auch durchsetzen können, mehr Punkte als in den vergangenen Jahren haben sie ja schon. In diesem Sinne wünsche ich noch einen angenehmen Pokalabend und guten Start in das verlängerte Wochenende.