Werder Bremen

Werder leckt

Posted by Moritz on März 04, 2013
Bundesliga / 3 Comments

 []Gegen Freiburg kann man diese Saison verlieren. Gegen Bayern sowieso. Gegen Augsburg wird es schon grenzwertig. Und so befindet sich Werder Bremen auf direktem Weg in unruhiges Fahrwasser. Zumal die drei eigentlich schon abgeschriebenen Vereine in Torschlusspanik doch noch einmal Punkten.

Diese Saison hebt sich eigentlich nicht großartig von denen der Vorjahre ab. Leider muss man sagen, denn Bremen ist schon eine Weile nicht mehr eines der großen Lichter der Liga. Die Jahre eines Micoud sind schon lange gezählt und ebenso wird an der Weser unter der Woche nur noch Pay-TV geschaut, ansattt mittden drin zu sein.

Nichts neues im Norden irgendwie. Und doch ist es ein wenig anders. Es ist das erste Mal, dass Werder ohne Allofs in der unteren Hälfte schwächelt. Seit wenigen Wochen ist sein Nachfolger im Amt und wird gleich mit der Frage zur Zukunft seines Trainers konfrontiert. Trotz aller Managementerfahrung ist das, keine einfache Aufgabe für den Einstieg.

Kurzfristige Eingriffsmöglichkeiten hat er sowieso keine. Darf so jemand wie Thomas Schaaf von einem Rookie im Verein überhaupt in Frage gestellt werden? In dieser Situation ist ein klares Nein, die einzige Möglichkeit. Zumal die Unruhe, die eine Diskussion um dieses lebende Denkmal, die letzte verbliebene Machtperson des Duos mit Allofs, auslösen würde, der aktuellen Aufgabe alles andere als zuträglich wäre und wohl eine mittlere Sinnkrise auslöst. Jegliche Aktionen aus dem Giftschrank sind so per se absurd. Trotz regelmäßig in die Richtung gehender Gedanken, wären das ob der Überraschung ein Paukenschlag.

Trotzdem soll seit geraumer Zeit ein forcierter Umbruch stattfinden, möchte man alles hinterfragen. Ein Fortschritt ist dabei nur bedingt sichtbar. Die Spieler sind zwar immer mal andere, aber die Probleme ähneln sich im Prinzip seit Jahren und Schaaf ist immer öfter in noch unredseligerer Laune anzutreffen.

Hauptverursacher dafür ist zumindest in den jüngsten Spielen das Defensivverhalten. Ob lange und hohe Bälle wie am Samstag, die die Abwehr überfliegen oder frühe Attacken der Freiburger. Viele Möglichkeiten lassen die Grün-Weißen zur Zeit alt aussehen und sorgen gleichzeitig dafür, dass Bemühungen nach vorne erschwert werden, möchte man nicht allzu viele Räume lassen und ins Messer laufen.

Statt Schwachstellen gezielt zu beseitigen ähnelt das Konzept trotz Umdenken weiter dem der Vergangenheit. Unbequeme Spieler sollten in der Bremer Gemütlichkeit zu sich finden und neu erstrahlen. Doch irgendwie stabilisieren sich Elia, Arnautovic und Co. bestenfalls nur und arrangieren sich mit den mittelprächtigen Gegebenheiten. Irgendwo auf dem Weg hat sich das Erfolgsrezept überlebt.

Einer der wenigen Leistungsträger, Sokratis, kassierte auf denkbar unnötige Weise seine 5. Gelbe Karte und fehlt im nächsten Spiel, ging gegen Augsburg mit Gelb-Rot vom Platz [danke, MS], um kurz darauf unverblümt festzustellen, dass sich Werder nun im Abstiegskampf befinde. Angesichts des Vorsprungs von noch sieben Punkten ist die Aussage wohl etwas verfrüht. Angesichts des durchmischten Restprogramms kann der eine oder andere Punkt noch einkalkuliert werden, so dass es wohl trotz einiger Lecks wieder einmal für einen Zieleinlauf im sicheren Hafen reicht.

Wie man Bemen kennt, wird auf diese Art und Weises wohl solange weiter gemacht, bis Schaaf seinen Platz von selbst räumt. Bisher hat er alle Kritik stets ausgessenen, doch vielleicht hat ihn der Abschied von Allofs in diese Richtung nachdenklicher gemacht, als er nach außen äußert. Aber selbst das wäre bei seiner hanseatischen Art irgendwie eine Überraschung.

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Lebenslang Grün-Weiß?

Posted by Max on November 13, 2012
Bundesliga / 3 Comments

Das Motto der Bremer Meisterhymne von 2004 wird derzeit an der Weser von keinem Geringeren als Manager Klaus Allofs, seit 1999 eine Institution im Gleichschritt mit Trainer Thomas Schaaf,  in Frage gestellt. Auch wenn der Transfer von Allofs zur Stunde noch nicht feststeht, verdichten sich derzeit die Anzeichen. Die eindeutig uneindeutigen Aussagen des Hauptprotagonisten sind entweder ein eigenartiger Schachzug des von Lemke angepissten Managers, oder Ehrlichkeit einer ernsthaften Wechselabsicht. Fakt ist: Ein Wechsel von Allofs in die Autostadt würde eine massive Bewegung in die Bundesliga bringen. Da wäre zum einen die erwartete Rekord-Ablöse für einen Funktionär, andererseits aber auch das Aufbrechen der in Bremen als Naturgesetz geltenden Machtstrukturen im Verein.

Werder Bremen hat sich in den 1990er-Jahren schon einmal in einer solchen Situation befunden. Damals war es Trainer Otto Rehhagel, der mit seinem Wechsel zum FC Bayern nach 14 Dienstjahren im Westerstadion dafür sorgte, dass der Verein auf eine jahrelange Schlingertour geschickt wurde. Vier Jahre dauerte es, ehe mit Thomas Schaaf, der interessanterweise Felix Magath ablöste, die nächste Langfristlösung gefunden wurde. Fast zeitgleich kam Klaus Allofs dazu, die Beiden bildeten seit dieser Zeit ein harmonisches Duo, das Werder zu zahlreichen Europapokalteilnahmen brachte, mehrere Pokalsiege sowie eine Meisterschaft holte. Zuletzt ist der Glanz aber etwas verflogen. Weniger durch eine bröckelnde Beziehung Schaaf/Allofs, eher scheint das Verhältnis zwischen Manager und Vereinsführung, in persona Willi Lemke, zerrüttet. Schon beim letzten Vertragspoker vor etwa einem Jahr waren deutliche Misstöne zwischen Lemke und Allofs zu vernehmen, letztendlich blieb der Manager aber doch. Und sucht er jetzt doch eine neue Herausforderung?

Auf den ersten Blick scheint die vermeintliche Wahl des VfL Wolfsburg mehr als logisch: Allofs steht wie kein anderer Macher in der Bundesliga für Kontinuität, Solidität und letztendlich auch für Erfolge. So eine erfahrene Führungskraft zu gewinnen, ist aus unternehmerischer Sicht jede Anstrengung wert. Dennoch gibt es Zweifel: Bei allen Vorteilen und der überzeugenden Arbeit Allofs der letzten Jahre, er kennt quasi kein anderes Geschäft als in Bremen. Wolfsburg bewegt sich in einer anderen Dimension. In Bremen musste Allofs jeden Cent zweimal umdrehen, hatte bei Transfers – insbesondere bis ca. 2008 – häufig ein glückliches Händchen. In Wolfsburg nun könnte er aus einem deutlich größeren Geldtopf schöpfen – doch kann er das auch? Kann er nach 13 Jahren Werder-Denke plötzlich in eine andere Welt eindringen, in höhere Gehalts- und Transfersphären? Letztendlich muss er dann auch beim Geldgeber VW Rechenschaft ablegen. Und die Herren im altehrwürdigen Backsteingebäude arbeiten nach den knallharten Gesetzen der Wirtschaft – in Bremen geht es da beim Rapport wohl doch etwas beschaulicher zu.

Ehrlich gesagt: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Allofs in Wolfsburg funktionieren würde. Es gibt einfach Vereine, die sind aufgrund ihrer Konstellation einfach nicht darauf ausgelegt, über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren Kontinuität zu verkörpern. Wolfsburg gehört für mich dazu. Wie auch immer, “Lebenslang Grün-Weiß” bliebe Allofs mit Blick auf die Vereinsfarben des VfL übrigens auch bei einem Wechsel an die Aller.

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Abschied aus der Spitze

Posted by Moritz on Juli 21, 2011
Bundesliga / No Comments

Es gibt Sachverhalte, die sind für die beginnende Saison schon geklärt. Nach dem Gesetz der Serie und des Geldes wird nach einem Jahr Pause Bayern München zum 23. Mal deutscher Meister. Spannung im Titelkampf bietet hier vielleicht noch der widerspenstige DFB-Pokal. Trotzdem gibt es Dinge, die der Spielzeit trotzdem noch ihre Spannung verleihen. Wer wird Schritt halten können mit dem Klassenprimus?

Werder Bremen gehörte lange Zeit zu den ärgsten Wetteiferern der Münchener. Der Verein definierte sich über Schaafsche Kontinuität und seine Raute. Im deutschen Fußball stellte man so das größte Spektakel, das taktische Non-Plus-Ultra dar. Doch irgendwann kam der Bruch, überholte die Entwicklung das auf einen Spielmacher ausgelegte Spielprinzip.

Auf ihnen lag im Bremen des vergangenen Jahrzehnts stets der Fokus. Sei es Micoud oder Diego, sie kamen und gingen. Und stets wurde ein weiterer Prototyp des gleichen Spielers gesucht, anstatt den alternativ schwierigeren Schritt zu gehen und das System weiter zu entwickeln. In einem zugegebenermaßen teilweise überhitzten Markt wurde für Versuche die Kontinuität zu erhalten immer wieder viel Geld in die Hand genommen.

Konnte man sich auf Grund der unaufgeregten Art früher rühmen, immer eine passende Antwort zu verpflichten, sei in jüngerer Vergangenheit vor allem an den fabulösen Carlos Alberto erinnert. Später kam der wechselhafte Marko Marin. Auch Wesley war wahrlich kein Schnäppchen. Lediglich Mesut Özil entwickelte sich hier zu einem Volltreffer. Auf dem Weg zu Real kompensierte er mit seinem Können die Schwächen seiner Nebenleute und konnte den Verein kurzzeitig noch einmal auf eine höhere Stufe heben. Doch danach war er auch schon wieder in höhere Gefilde entschwunden.

Der Schmelztiegel des Bremer Handelns war immer der Weg nach vorne. Die immer eklatanter klaffende Baustelle in der Defensive wurde geflissentlich übersehen. Während andere Vereine bereits am neuen in der Spieleröffnung und dem offensiv begabten Verteidigertypus bastelten, beruhigte man sich in Bremen mit Mertesacker einen etwas hüftsteifen Nationalverteidiger der Stunde in seinen Reihen zu wissen. Statt nach Verstärkung für das Flügelspiel Ausschau zu halten, sorgte man sich eher um die Tore und rannte in ein immer eindimensionaleres Spiel mit dem Kopf durch die Mitte.

Eigentlich standen die Vorzeichen nach der enttäuschenden letzten Saison positiv für eine Erneuerung. Das Saisonergebnis machte vergessene Hausaufgaben überdeutlich. Mit Frings ging ein Dino der Bremer in den Ruhestand. Inzwischen sieht alles eher wieder danach aus, als ob ein nachhaltiger Richtungswechsel ausbleibt.

Schon früh im Sommer wurde viel Geld für eine Hoffnung namens Ekici ausgegeben, die den gleichen Spielertypus verkörpert wie seine Vorgänger. Alle Hoffnungen scheint man in den Jungen zu legen. Besser als Özil soll er sein. Sein Erbe lastet nun allein auf seinen Schultern. Das klingt selbst in der ruhigen Hansestadt nach sehr viel Druck.

In der Folge fehlte dann das Geld, den Umbruch, der noch keiner ist, weiter zu führen. Wichtige Transfers wurden in der Hoffnung auf Transfereinnahmen aus Verkäufen verzögert. Der Wunsch nach einem größerem Budget prallten am Vorstand ab. Invesitionen in spielerische Breite fielen dem zum Opfer. Die längerfristig quasi komplett verletzte Innenverteidigung konnte bisher noch nicht halbwegs kompensiert werden.

All das sind keine guten Vorzeichen für die startende Saison. Noch sitzt das Führungsduo Schaaf und Allofs fest im Sattel. Doch die Zweifel wachsen, dass beide es noch einmal schaffen, den Verein konstant in die Beletage der deutschen Bundesliga zu führen.

Falls es auch in diesem Jahr erneut nicht laufen sollte, wird die Kritik, die bereits im letzten Jahr über das übliche, gemächliche Bremer Maß hinausging, sich wohl weiter verschärfen. Personelle Konsequenzen, die beide nicht selbst befürworten, dürfte dies trotzdem nicht haben. Viel wahrscheinlicher erscheint es, dass man mit Schaaf den Weg ins Niemandsland antritt. Doch ob das auch seinen Ansprüchen genügt und er mit dieser Perspektive anfreunden kann? Hier ist alle möglich. Auch das einfach – nichts – passiert. Eine weitere offene Frage, die der Saison ihre Würze gibt.

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Zur Lage der Liga – unten

Posted by Max on April 13, 2011
Bundesliga / No Comments

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass sich das Trainerkarussell der Bundesliga nicht ein Stück weiterbewegt. Heute ist es Holger Stanislawski, der seinen Abschied zum Saisonenende verkündet hat. Ob er den 34. Spieltag wirklich noch als Coach erlebt, dürfte nach dem Erlebten der letzten Wochen nicht als 100%ig sicher gelten. Sollte er ab Sommer zudem – wie spekuliert wird – tatsächlich neuer Übungsleiter in Hoffenheim, wäre das ein ziemlich krasser Imagewechsel der St. Pauli-Legende. Derzeit aber steht er noch in Hamburg in der Verantwortung und muss zusehen, mit seinen Kiez-Kickern nach sieben Pleiten in Folge den Umschwung im Abstiegskampf zu schaffen. Und damit auf zu Teil Zwei der Tabellenanalyse – der Blick nach unten.

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Die fast Geretteten

Nach meinen Berechnungen reichen diese Saison 36 Punkte für den direkten Klassenerhalt, ein Zähler weniger berechtigt immerhin zur Teilnahme an der Relegation. Vier Vereine haben dieses Ziel schon fast erreicht und brauchen aus den letzten fünf Spielen nur noch ein oder zwei Punkte, um auf der sicheren Seite zu sein. Zum einen die TSG Hoffenheim. Mit Spannung hatte ich die Auswirkungen des Trainerwechsels im Kraichgau erwartet – doch Marco Pezzaiouli konnte den Vertrauensvorschuss nicht zurückgeben, zeigte sich farblos, das Team tritt seit der Winterpause endgültig auf der Stelle. Ein kompliziertes Restprogramm wird dafür sorgen, dass es mit Punktgewinnen gegen Frankfurt und Wolfsburg nur knapp über die 40-Punkte-Grenze geht. Auswärtsniederlagen in Leverkusen und Nürnberg scheinen vorprogrammiert, zudem empfängt die TSG noch hochmotiverte Stuttgarter. Letztendlich bleibt es beim tristen zehnten Rang – jenseits von Gut und Böse.

Bei Werder Bremen machen sie drei Kreuze, wenn die Saison endlich vorbei ist. Mittlerweile hat sich das Schaaf-Team selbst in etwas ruhigeres Fahrwasser gebracht. Zudem geht es gegen St. Pauli, Wolfsburg und Kaiserslautern. Direkte Konkurrenten also, und Spiele, wo Werder jeweils zumindest mit einem Remis leben kann. Auch der designierte Meister Dortmund wird an der Weser kein leichtes Spiel haben. Lediglich die wiedererstarkten Schalker dürften am nächsten Spieltag eine andere Kragenweite haben und drei Punkte aus dem Weserstadion mitnehmen. Dennoch brennt für Werder nichts mehr entscheidend an.

Der 1. FC Kaiserslautern scheint aus dem Gröbsten heraus, muss aber wachsam bleiben. Die nächsten Spiele gegen Nürnberg, Schalke und St. Pauli bringen nochmal Unsicherheit, ein Auswärtssieg in Wolfsburg am 33. Spieltag jedoch wird den Klassenerhalt endgültig klar machen. Da wird das Remis eine Woche später gegen Werder Bremen nur noch die Kür sein.

Mit seiner Heimstärke haben die Spieler vom 1. FC Köln das Fundament gelegt für die ordentliche Ausgangsposition. Mit einem weiteren Erfolg vor eigenem Publikum am Samstag gegen Konkurrent Stuttgart wird der letzte Schritt gemacht. Da darf man sich dann auch im Derby gegen Leverkusen wieder mal eine Heimpleite leisten, in Wolfsburg und Frankfurt werden wie üblich die Punkte gelassen. Ein Punktgewinn gegen Schalke beendet die Saison. Die Kölner haben so viele Big-Point-Spiele gegen direkte Konkurrenten, da kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Die akut Gefährdeten

Geändert hat sich bei Eintracht Frankfurt einiges, seit Christoph Daum das Zepter schwingt. Die Ergebnisse jedoch fehlen noch, und so wird es ein zähes Ringen um den Ligaverbleib bis zum Ende. Das Restprogramm ist extrem schwer. Ein Unentschieden am Samstag in Hoffenheim, ein Heim-Erfolg gegen Köln: Reicht alles gerade so, denn Niederlagen gegen Bayern, Mainz und Dortmund müssen zwingend einkalkuliert werden. Nur über die zwei genannten Spiele wird der Weg zum Ziel führen.

Apropos drei Kreuze: Für den VfB Stuttgart dürften die Haken hinter die Spielzeit eher dutzendweise gesetzt werden. Es wird richtig eng, und der Ligaerhalt sollte schon vor dem letzten Spieltag feststehen – denn dann geht es nach München. Am Samstag in Köln wird man an der Heimstärke des Gastgebers verzweifeln, auch der HSV eine Woche später wird die Schwaben vor Probleme stellen. Vielleicht wackelt sogar nochmal der Stuhl von Bruno Labbadia? In Hoffenheim und Hannover heißt es dann alles oder nichts. Und die Stuttgarter werden den Kopf gerade so noch aus der Schlinge ziehen.

Da wird es am Ende der Spielzeit auch dem VfL Wolfsburg nicht mehr viel nützen, dass Magath die Wölfe wieder besser in die Spur bekommt. Zu lange hat es gedauert, bis der Meistercoach die Defizite der vergangenen Monate aufgearbeitet hat. Mit einem Erfolg am kommenden Wochenende im direkten Vergleich setzt man sich erstmal von St. Pauli ab, eine Woche später folgt ein weiterer Heimerfolg gegen Köln. Die beiden folgenden Heimspiele sind das größte Plus des Champions von 2009. Zum Abschluss jedoch wird man die gute Ausgangslage wieder verdaddeln, nur ein Punkt aus dem Spiel gegen Werder, Pleiten in den Duellen mit Lautern und Hoffenheim. Für den VfL führt der Weg in die Bundesliga 2011/2012 nur über die Relegation.

Bleibt in dieser Kategorie noch der FC St. Pauli. Die Nackenschläge der letzten Wochen sind eigentlich kaum noch zu fassen. Seit dem umjubelten Derbysieg reihen sich die Niederlagen fröhlich aneinander, dazu folgt wohl noch ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit, der Vater des Erfolgs verlässt zudem bald das Schiff. Schlechte Aussichten, St. Pauli wird stark angeschlagen absteigen. Die Fortsetzung der Pleitenserie gegen Wolfsburg, Bremen, Bayern und Mainz wird nur durch ein letztes Aufbäumen in Kaiserslautern unterbrochen. Im besten Fall.

Borussia Mönchengladbach

Blickt man heute auf die Tabelle, sieht die Lage für die Gladbacher eigentlich wieder hoffnungsvoll aus. Doch immer wieder folgten auf vermeintliche Aufholjagden bittere Rückschläge. Das ständige Herankämpfen kostet zu viel Kraft. Am Freitag ist ein Punkt in Mainz möglich, doch dann folgen Dortmund und Hannover, was das Ende aller Hoffnungen bedeuten wird. Ein Sieg gegen Freiburg noch, HSV-Pleite zum Abschied. Auf ein neues in Liga Zwei.

Und am Ende kommt es wohl ganz anders.

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Werder auf der Suche

Posted by Moritz on November 03, 2010
Bundesliga, Champions League / No Comments

Weit entfernt scheint man vom Spaß derzeit an der Weser entfernt zu sein. Dabei ist es vor allem das was ich mit Werder Bremen seit ihrer Meistersaison verbunden hatte. Mit Spaß, Selbstvertrauen und Spielfreude eroberten sie seitdem Fußballplätze in ganz Europa. Dazu kommt ein Trainer, der diesen Verein schon so lange trainiert, wie die Karriere manches anderen bei weitem übersteigt und letztendlich schon das Sinnbild für Kontinuität im deutschen Fußball darstellt.

Nur scheint dieses Bild wieder einmal zu wanken. Das alleine muss erst einmal nichts bedeuten. Beispiele für Krisen gibt es beliebig viele. In Bremen kann man davon sicher auch einige Lieder singen. Doch stehts hatten die vergangenen gemein, dass der Verein von der Weser daraus gestärkt hervor ging und es zu Saison doch, wie auch immer, geschafft hatte, sich wieder (fast) ganz oben zu platzieren.

Oft waren daran verletzte Spieler Schuld, die essenzielle Aufgaben in der Mannschaft übernahmen und nur schwer ersetzt werden konnten oder auch keine Kontinuität auf dem Platz zu Stande kommen ließen. Danach sieht es auch heuer wieder aus, muss eine Stammkraft nach der anderen doch immer wieder dem Platz abstinent bleiben.

Doch dieses Mal scheint die Krise nicht alleine darauf zurück zu führen. Vielmehr kann man in der laufenden Saison wohl schon fast von strukturellen Problemen sprechen. Zeitnah zum Abgang von Özil meinte Max damals in der Saisonvorschau, dass Werder zweifellos an Qualität verliere, dies aber mit Geschlossenheit durchaus kompensieren könne. Mit den jüngsten Lazarettaufenthalten geriet diese Geschlossenheit nachhaltig durcheinander. Ständig muss an der Aufstellung gedreht und gewendet werden, um die Positionen mehr oder weniger adäquat zu besetzen.

Auslöser dafür dürfte auch das Mannschaftsgefüge sein. Mehrfach wird immer betont, dass in der Mannschaft alle mitziehen und die Stimmung untereinander bestens sei.  Dies dürfte auch kaum ein Wunder sein, da die wirklichen Leistungsträger ganz nach dem Schaaf’schen Vorbild schon eine gefühlte Ewigkeit im Verein sind. Vermochten man in der Vergangenheit Abgänge wie den von Özil zu kompensieren, indem einfach der nächste große Spieler aus dem Ärmel geschüttelt wurde oder sich in der Mannschaft schon ein sich aufschwingender Ersatz bereit stand, passierte in diese Richtung zuletzt eigentlich nichts. Vielmehr scheiterten alle vielversprechenden Spieler und geistern als Talent durch den Kader.

Einige der vorhanden Spieler befinden sich hingegen schon wieder in einem Alter, in dem mit einer solchen Leistungssteigerung nicht mehr zu rechnen ist – eher im Gegenteil. Dies soll ihren Wert für die Mannschaft nicht mindern, denn als Stützen einer Mannschaft sind sie unentbehrlich. Allerdings vermögen sie so auch keine neuen Impulse zu setzen und liefern so zur aktuellen Stagnation ihren gewissen Anteil.

Während man früher noch gewisse Leistungskapazitäten besessen hat, die man zu dem ein oder anderen Wunder abrufen konnte, spielt der aktuelle Kader wohl schon am obersten Limit bzw. kann dieses im Moment sogar mit bestem Willen nicht einmal erreichen.  Das Problem wird man kurzfristig sicher nicht abstellen können. Punktuelle Verstärkungen dürften hier nicht ganz ausreichend sein, um eine entsprechende Kontinuität wieder herzustellen. Eine tiefer greifende Umgestaltung dürfte nötig werden, wenn man an die alten Tage wieder anknüpfen möchte.

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