jump to navigation

Chong Tese 24. August 2010

Posted by Max in : Bundesliga , 1 comment so far

Chong Tese ist sein Name. So steht es zumindest auf seinem Trikot, und so wird der Mann wohl auch ausgesprochen. Offensichtlich wurde hier von seinem neuen Verein, dem VfL Bochum, nur eine neue Version der Transkription seines Namens ausgepackt, denn bei Wikipedia taucht die Schreibweise wie auf seinem Trikot überhaupt nicht auf. Immerhin kann man froh sein, dass Bochum nicht erstklassig spielt, denn das ZDF hätte bestimmt noch eine schöne neue Form der Aussprache für ihn gefunden.

Von den Wirren um die korrekte Schreibweise von Teses Namen nun aber zum sportlichen. Chong Tese wird in seiner Heimat als “Wayne Rooney Asiens” verkauft. Nun halte ich wenig davon, Spielern das Prädikat anderer Fussballer aufzudrücken. Wie oft etwa hatte Frankreich schon den “neuen Zidane”? Immerhin steht ein Quervergleich mit Rooney aber auch für eine gewisse Qualität, für einen bestimmten Stürmertyp. Nach den ersten neunzig Minuten des Nordkoreaners in der 2. Bundesliga kann man folgendes Fazit ziehen: Qualität ja, aber ein Rooney-Doppelgänger ist er eher nicht.

Gleich zwei Treffer waren es zum Ligadebüt für Tese. Die ersten sechzig Minuten legte er einen bemerkenswerten Elan an den Tag, war in der Offensive auf allen Positionen zu finden, rannte ohne Ende. In Erinnerung bleiben zwei schöne Tore, wobei besonders sein Hechtkopfball überzeugte, wie man es eigentlich nur aus den FIFA-Spielen von EA Sports kennt. Nach etwa einer Stunde war die Luft zwar raus, aber nachhaltig in Erinnerung bleibt er für mich nach diesem Spiel auf jeden Fall. In den nächsten Wochen darf Tese dann bestätigen, ob es sich hier um ein kurzes Strohfeuer zum Anfang handelt, oder er wirklich die Möglichkeiten besitzt, zu dem Zweitligaspieler der Saison aufzusteigen.

Nur die Hintergrundgeschichte von Tese wirkt auf mich etwas strange. In Japan geboren als Sohn einer südkoreanischen (!) Auswandererfamilie besuchte er eine Schule, und später eine Universität, die Nordkorea nahe stehen. Offensichtlich hat er noch nie in Nordkorea gelebt, spielt aber seit dem Sommer 2007 für dieses Land. Bei der Weltmeisterschaft ging sein Bild um die Welt, als er bei der Nationalhymne weinte. Das wirkte auf mich im Vorfeld doch etwas befremdlich, sowohl seine Wahl für Nordkorea zu spielen, als auch der Emotionsausbruch vor einem WM-Spiel. Eines aber muss man ihm lassen: In seinen ersten Wochen in Deutschland hat er die Sprache sehr gut gelernt – das konnte man gestern im TV-Interview hervorragend miterleben – und spricht somit fast besser Deutsch als viele Spieler, die bereits seit Jahren hier spielen.

BL-Analyse (I): Im Keller 23. Dezember 2009

Posted by Moritz in : Bundesliga , add a comment

Die Hinrunde ist bereits wieder einmal Geschichte, die Spieler widmen sich mehr oder weniger freudig den besinnlichen Stunden des Jahres. Gleichzeitig gibt uns das die Gelegenheit die Tradition unserer Analyse der Bundesligavereine während der Winterpause wieder aufzunehmen. Bereits zum vierten Mal durchleuchten wir die 18 Vereine und ihr Auftreten in den vergangenen 17 Spielen – nicht zu letzt, um auch eine Prognose für die zweite Hälfte der Saison abzugeben. Dafür zäumen wir die Tabelle von unten auf und beginnen mit den Kellerkindern, die ein eher tristes Fest erleben dürften.

VfB Stuttgart (15. – 16 Punkte – 16:23 Tore)

Der Saisonverlauf

Der mit Ambitionen gestartete Vorjahresdritte begann die Saison wie so oft in den vergangenen Jahren mit einer Krise im Herbst. Was zunächst nur wie eine Ergebniskrise schien, fuhr immer stärker in die Knochen und wuchs sich zu einer handfesten Talfahrt aus, die geprägt war von der Suche nach dem großen Knopf, den Trainernovize Babbel trotz oder wegen seines Lehrgangs nicht zu drücken vermochte, so dass am Ende der Vorstand nach unrühmlichen Protesten drei Spiele vor der Pause das Not-Aus betätigte. Der darauf folgende jüngste Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz nach der Inthronisierung des ewigen Kandidaten Christian Gross scheint hingegen fast unterzugehen in jenem Orkan, den Jens Lehmann entfachte. Zunächst feilte er mit harter öffentlicher Kritik am Vorstand nach der Entlassung von Babbel und dann mit eigenen Aussetzern, die Punkte kosteten, an einem Bad Boy-Image, dass den Verein nicht zur Ruhe kommen ließ.

Analyse

Der Vater des letztjährigen Erfolgs, Markus Babbel, hatte seinen wichtigsten Sohn, Mario Gomez, in der Sommerpause verloren. Die Entschädigung war zwar nicht zu verachten, doch von diesem Kuchen wollte jeder etwas ab haben, weshalb sich die Suche nach einem Nachfolger schwierig gestaltete. Lange ließen Ergebnisse auf sich warten. Bis mit Hleb und Pogrebniyak kamen – und bis jetzt enttäuschten. In der allgemeinen Verunsicherung der Stuttgarter kamen sie nicht zurecht. Dafür schwang sich mit Kuzmanovic ein anderer Neuer zum Leistungsträger auf. Die Lücke im Sturm, das offensichtlichste Manko der Hinrunde konnte auch er nicht alleine stopfen. Die Chance der allgemeinen Verunsicherung nutzte mit Rudy auch der Nachwuchs. Dass das Potenzial, das sie lange Zeit nicht abrufen konnten noch in ihnen steckt, zeigten sie beim Gross’schen Einstand in der Chamipons League eindrucksvoll.

Prognose

Sollte Gross ein annähernd ähnlicher Einstand gelingen, die dem erfolgreichstem aller VfB-Trainer – seinem Vorgänger – wird man wohl leicht südlich der Europaligaplätze landen. Bei weitem realistischer dürfte aber ein Platz im gesicherten Mittelfeld sein, worüber man nach dieser Hinrunde sicher nicht undankbar sein wird. Vom großen fußballgeschäft wird man sich mit zwei Festen gegen Barca kurzfristig aber erst einmal verabschieden müssen.

VfL Bochum (16. – 16 Punkte – 18:33 Tore)

Der Saisonverlauf

Nach unser Saisonvorschau bewegt man sich in Bochum durchaus im Soll. Viel mehr erwartet man von der Nummer Drei im Ruhrgebiet angesichts des engen Etats auch gar nicht. Trotzdem gab es schon früh in der Saison so etwas wie eine kleine Revolution im Verein, als der Verein sich nach einigen schlechten Auftritten den wieder einmal verstärkten Unmutsäußerungen gegenüber Koller beugte. Nach vier Jahren war sein ohnehin geringer Kredit aufgebraucht gewesen, seine unspektakuläre Art nicht mehr erwünscht. Mehr Einsatz, mehr Spektakel wünschte man sich. Der Trainernovize versprach solchen bei seinem Antritt. Von großen Sprüngen, die die Bochumer seitdem vollzogen haben könnten, ist nicht viel zu sehen, so dass der Abstiegskampf weiterhin das Gebot der Stunde bleibt.

Analyse

Geändert hat sich nicht viel. Ruhiges Handeln scheint immer noch das Gebot der Stunde zu sein. Das große Feuer und die Leidenschaft, die Herrlich versprach lässt sich zu oft noch lange bitten, was letztendlich dazu führte, dass ein besserer Ausgang der Hinrunde gegen Köln und Stuttgart verspielt wurde. Doch hier gilt, das das wichtigste war, hier nicht verloren zu haben, denn das größte Plus waren sicher die Siege gegen die direkten Konkurrenten Hertha, Nürnberg und Hannover. Überhaupt liest sich der Kader wie eine lange Liste mit Erinnerungen an eine bessere Zukunft. Viele Spieler die einst von Bochum auszogen die Welt zu erobern kehrten geschlagen an ihre Wurzeln zurück und suchen weiter die Form vergangener Tage. Ein wenig wie die gesamte Mannschaft.

Prognose

Sollte man gegen die direkte Konkurrenz weiter die Nase vorne behalten und das ein oder andere Extra einsammeln, könnte es noch etwas werden mit dem Klassenerhalt. Wahrscheinlicher bleibt angesichts des mittelmäßigen Kaders wohl eher ein Platz in der Relegation.

1. FC Nürnberg (17. – 12 Punkte – 12:32 Tore)

Der Saisonverlauf

Als letztes der vier Kellerkinder hat mit dem Ende der Hinrunde nun also auch der Club seinem Trainer den Laufpass gegeben. Der strahlende Aufstiegsheld Michael Oenning, dem schon das viele nicht zugetraut hatten, musste kurz vor Weihnachten den Hut nehmen. Das positive Momentum nach dem Aufstieg ist so vollkommen verpufft. Drei Siege und drei Unentschieden waren der Verantwortlichen einfach zu wenig. Obwohl Nürnberg bis zu der Niederlagenserie gut im Geschäft war und das rettende Ufer noch im mittelnahen Bereich zu sein scheint. Doch scheinbar wollte man handeln bevor es zu spät ist, was etwas übereifrig erscheint.

Analyse

Nun soll es also Dieter Hecking richten. Heiß sei er auf die Aufgabe und es folgen die üblichen den Abstiegskampf betreffenden Sprüche eines Feuerwehrmannes. Auslöser für seine Verpflichtung waren wohl die vier letzten desolaten Auftritte der Nürnberger, die die ganze Situation noch einmal verschärft darstellten. Hinten lässt das Aufstiegsprunkstück zu viel zu und vorne fehlt ein Vollstrecker, der auch einmal ein Tor mache kann. Das wirft auch kein gutes Licht auf den in der Quantität exponierten Sturm mit unter anderem Neuzugang Charisteas, der furios scheiterte. Auch präsentierte soch das einstige Phantom Mintal wirkt eher wie ein Schatten. sich Als Pluspunkt konnte man bis vor kurzem die charmante Art von Oenning anführen, die nun aber wegfällt.

Prognose

Dieter Hecking scheint irgendwie der falsche Mann am falschen Ort zu sein. So wirklich traut man ihm die Mission Klassenerhalt nicht zu, weshalb es für den Club als Rekordabsteiger auch wieder nur um den Wettstreit um einen der letzten beiden Plätze gehen wird. Angesichts der letzten Bilanzen kein gutes Zeichen.

Hertha BSC (18. – 6 Punkte – 13:39 Tore)

Der Saisonverlauf

Der Saisonverlauf der Berliner ist im Grunde schnell erzählt. Zum Start ein Sieg, dann folgten sechs Niederlagen, nach denen Favres Stuhl vor die Tür gestellt wurde. Der Neue auf dem Posten, Feuerwehrmann aus Überzeugung Funkel, setzte die Serie für zwei Spiele fort, bevor alle Jubeljahre einmal ein Punkt Himmel fiel. Kurz und knapp: In der Bundesliga setzte es eine katastrophale Hinrunde. Einzig die Europaliga sorgte im Spätherbst für neuen Mut, als mit drei Siegen die zweite Runde erreicht wurde.

Analyse

Mängel in allen Mannschaftsteilen prägen die Hinrunde der Berliner. Obwohl allen klar war, dass der Verlust von gleich drei Führungsspielern ein schweres Stück Arbeit wird und die letzte Saison eine erfreuliche Ausnahme war, muss man sich schon fragen, wie das eigene Team dermaßen überschätzt werden konnte. Favre mag das zwar gesehen haben, schien sich aber in seiner zögerlichen Art nicht gegen allmächtige Sparpläne durchringen zu können. Die geholten Spieler waren bis auf eine Ausnahme keine Verstärkungen. Da sein Nachfolger mit dem gleichen Kader auch nicht mehr auf die Beine bringt, scheint man in der Führungsetage nun gemerkt zu haben, dass ohne entsprechende Verstärkungen nicht einmal mehr ein Blumentopf zu gewinnen ist. Zwei weitere Verteidiger und mit Gekas ein Stürmer, der dem bisher einzigen Torschützen, der diesen Namen verdient hat, behilflich sein soll, wurden bisher geholt. Auch wenn dies laut Preetz bereits alles gewesen sein soll, ist das Mittelfeld bisher der einzige Mannschaftsteil, der ohne Winterzugang leben muss. Max scoutete dafür intensiv in Norwegen, wo er mir bzw. eher dem Verein Magne Hoseth, als polyvalenten und vor allem torgefährlichen Mittelfeldspieler vorstellte. Ein solcher wäre vielleicht noch eine Überlegung wert.

Prognose

Zum Sterben zu wenig und zum Überleben sowieso. Sollten Preetz, Gegenbauer und Funkel ihre Seele nicht dem Teufel verschreiben, sieht es leider düster aus für die alte Dame. Einzig ein – kaum zu erwartender – überragender Start in die Rückrunde könnte die Hoffnung noch einmal nähren.

Soweit zum Auftakt unserer erneuten Serie. Die nächsten Teile wird es voraussichtlich erst nach den Weihnachtsfeiertagen geben.  Doch auch während dieser Tage soll es hier nicht verwaisen. Vielmehr lädt Max zu einem Liveblogging. Es lohnt sich also reinzuschauen. In diesem Sinne wünsche ich schon einmal ein Frohes Fest.

Neue Herrlichkeit in Bochum 27. Oktober 2009

Posted by Max in : Bundesliga , add a comment

Am 20. September trennte sich der VfL Bochum von Trainer Marcel Koller. Der Schweizer hatte während seiner vierjährigen Tätigkeit in schwierigem Umfeld über lange Zeit die kontinuierliche Arbeit fortgesetzt, die sein Vorgänger Peter Neururer gestartet hatte. Nur wenige hatten Koller zugetraut, so lange im Amt zu bleiben – letztendlich betreute er das Team über den gleichen Zeitraum wie sein beliebter Vorgänger. Mit dem Eidgenossen an der Linie schaffte Bochum den Aufstieg und hielt letztendlich dreimal die Klasse. Und trotzdem sah sich Koller immer wieder starkem Gegenwind ausgesetzt, mehrmals in seiner Amtszeit hing sein Job am seidenen Faden. Bis im September endgültig Schluss war. Der neue Coach soll nach langer Sondierungsphase wohl Heiko Herrlich heißen.

Der ehemalige Torjäger hat in seiner noch relativ jungen Trainerkarriere schon beachtliche Erfolge aufzuweisen: Mit der A-Jugend von Borussia Dortmund gewann er den Westfalenpokal gegen den Erzrivalen aus Gelsenkirchen. Sein toller Auftritt mit der U17-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2007, als der dritte Platz erreicht wurde, bildete den Auftakt einer Reihe von Erfolgen diverser DFB-Juniorenteams. Die Arbeit als Chefcoach bei einem Bundesligisten wäre freilich eine neue und schwierige Erfahrung für Heiko Herrlich. Nach diversen Medienberichten soll er bereits heute als neuer Trainer im Revier vorgestellt werden.

Er wird in Bochum keine einfache Aufgabe vorfinden. Auch wenn Marcel Koller sich fast zwei Jahre Schmähgesängen, die bereits früh seine Entlassung forderten, von den Rängen ausliefern musste – der Schweizer hat aus bescheidenen Möglichkeiten viel rausgeholt, am Ende hatte sich sein System aber abgenutzt. Der ruhige Schweizer konnte bei seinem Kader nicht mehr das richtige Feuer entfachen. Dabei hatte sich eigentlich nicht viel geändert, auch in den Jahren zuvor waren die Bochumer schlecht gestartet. Sein Interims-Nachfolger Frank Heinemann konnte das zumindest teilweise ändern, berief unter anderem den vierten Torwart Luthe zum zeitweisen Stammgoalie. Doch nach mehr als einem Monat auf der Trainerbank dürfte Heinemann jetzt wieder in die zweite Reihe rücken.

Bochum ist vielleicht die denkbar schwerste Aufgabe für einen Bundesliga-Novizen. Auf der anderen Seite aber auch eine große Chance: Schafft es Herrlich, dem Team neues Leben einzuhauchen, kann die Stimmung auch schnell in Euphorie kippen, so wie man es unter Peter Neururer erlebt hat. Letztendlich bleibt aber ein mäßig besetzter Kader und ein geringer Etat. Der Klassenerhalt wird auch mit dem neuen Coach das erste Ziel bleiben, alles andere ist unrealistisch. Vielleicht kann die Spielweise etwas attraktiver gestaltet werden. Überzeugt bin ich aber von einem Punkt: Herrlich ist von den für Bochum realistischen Traineroptionen vielleicht die beste Wahl.

Die Saisonvorschau – Die letzten Sechs 5. August 2009

Posted by Moritz in : Bundesliga , 5 comments

Die erste Pokalrunde ist bereits passé und die Saison nähert sich in Siebenmeilenstiefeln ihrem Auftakt. So wird es wieder Zeit für die schon fast traditionelle Saisonvorschau in ihrer dritten Ausgabe. Diesmal in handlichen Sechsergruppen eingeteilt, schweift der Blick zu Beginn in die unteren Tabellenregionen, in denen über weite Teile der Saison der Abstiegskampf toben wird. Abzurufen gibt es die aufgeschlüsselten Noten natürlich auch, wobei kurz angemerkt werden muss, dass in dieser Saison die Mannschaftsspezifischen Aspekte mit einer kleinen Gewichtung von 2:1 zu den restlichen vier Noten etwas mehr in den Mittelpunkt gerückt wurden.

1. FC Nürnberg (Letzte Saison: Zweite Liga – Note 2,40)

Nachdem sie das Hintertürchen Relegation erfolgreich genutzt haben, sind die Nürnberg nun also nach nur einem Jahr Abstinenz wieder in der Bundesliga angekommen und reihen sich gleich als erfolgreichster Aufsteiger in die Rangliste ein. Die Garanten für den Erfolg stellen auf der einen Seite die Defensive dar, die unterstützt von einem erfahrenen Rückgrat Raphael Schäfer schon in der letzten Saison die Grundlage für den Erfolg stellten. Überhaupt wird der sympathische Jungtrainer und Vater des Erfolgs, Michael Oenning, auf einen jungen, eingespielten Kader zurückgreifen können, der lediglich mit einigen wenigen Neuzugängen der Kategorie Ergänzung verstärkt wurde. Letztendlich wird sich die Bundesliga auf die Rückkehr einiger alter Bekannter wie Mintal freuen, die sich am Ende mit ausreichendem Abstand für einen versöhnlichen Saisonabschluss zur heißen Zone einsortieren werden.

SC Freiburg (Letzte Saison: Zweite Liga – Note 2,52)

Der Deutsche Zweitligameister der abgelaufenen Runde sortiert sich direkt dahinter ein und kehrt ebenfalls mit einem jungen, erfolgreichen Trainer ins Oberhaus zurück. Mit Robin Dutt ist es dem Nachfolger von Volker Finke gelungen das schwere Erbe anzutreten und auch erfolgreich mit einer ebenfalls jungen Mannschaft weiterzuführen. Die größte Stärke dürfte wie eigentlich gar nicht anders zu erwarten im Breisgau das ruhige Arbeitsklima sein. Mannschaft und Trainer können in aller Ruhe am Erfolg basteln, ohne das von außen oder ihnen Querschläger die Arbeit konterkarieren. So waren sie auch nur mal kurz intensiver in den Medien vertreten, als Kakas Bruder zum Test mittrainierte, später dann aber wieder in die Wüste geschickt wurde. Wie bei allen drei Aufsteigern ist der am stärksten einzuschätzende Mannschaftsteil, die Defensive, die nach dem Unfall Topraks noch einmal Zuwachs erhielt. Sollte es keine unerwartet Großen Umstellungsprobleme geben, dürften das Ziel Klassenerhalt für die Baden-Württemberger ebenfalls erfolgreich verlaufen.

Borussia M’Gladbach (Letzte Saison: 15. – Note 2,57)

In der letzten Saison verdankten die Borussen den Klassenerhalt aus aussichtloser Position wohl fast einzig dem Heldenstück von Hans Meyer, der sich nach getaner Arbeit sogleich wieder in den (vorläufigen) Ruhestand verabschiedet hat. Neben Meyer verabschiedeten sich auch Marin und Baumjohann, für die mit einem beherzten Griff ins Geldsäckel auch Ersatz verpflichtet wurde, der durchaus vielverspechend ist, sich aber einerseits erst einmal in die neue Angriffsordnung einfinden und an die Bundesliga andererseits eingewöhnen werden muss. Gleichzeitig kommt auf Frontzeck, der auf seinen bisherigen Stationen unter noch schlechteren Vorzeichen nicht unbedingt immer zu überzeugen wusste, die Aufgabe hinzu dem Defensivverbund die richtige Einstellung beizubringen, damit sich nicht wieder so eine schwer umzukehrende Dynamik wie in der letzten Saison entwickelt. Dies dürfte der Knackpunkt für ein erfolgreiches Abschneiden werden. Dank der Neuzugänge, die die Borussia bereits letzten Winter retteten, dürfte der Klassenerhalt das zweite Mal in Folge knappest möglich geschafft werden, wenn auch mit Zittern.

FSV Mainz 05 (Letzte Saison: Zweite Liga – Note 2,73)

Eine wahre “Glanzleistung” legten die Verantwortlichen von Mainz in den letzten Tagen hin, als sie kurz vor Saisonstart den offenbar vorherrschenden Spannungen nachgaben und den Aufstiegsheld Andersen von seinen Pflichten entbanden. Die Domstädter stehen somit kurz vor dem Saisonstart vor einem kleinen Scherbenhaufen: Ein Trainer, der zwar im Juniorenbereich Meister ist, sonst aber seine Feuertaufe erst bestehen muss, ein Kader, der nicht zuletzt wegen seiner vielen Verletzten kurz- und mittelfristig kaum in der Lage sein dürfte im Tollhaus Bundesliga zu bestehen und dem bereits im vergangenen Saisonfinale ein wenig die Puste ausging. Mit Ivanschitz wurde zwar ein vielversprechender Name eingekauft, doch keiner weiß, wie viel der Österreicher nach langer Abstinenz in der Lage ist zu leisten. Es steht den Rheinland-Pfälzern also eine ausgesprochen schwierige Saison mit so einigen Fragezeichen ins Haus. Doch dank seiner frenetischen Fans, erlangen die Karnevalsrecken letztendlich trotz aller widrigen Umstände noch den Platz zur Relegation, der ihnen eine letzte Ausfahrt aus dem Sündenpfuhl gewährt.

VfL Bochum (Letzte Saison: 14. – Note 2,78)

Erstaunlich, wenn nicht sogar fast erschreckend ist es, wie Marcel Koller in aller Ruhe und Schweizer Gemütlichkeit den VfL Bochum fast vollkommen unbemerkt durch die Untiefen der Bundesliga und des Abstiegskampfes in das inzwischen vierte konsekutive Bundesligajahr lenkt. Wie ein U-Boot auf Schleichfahrt wirken die Ruhrgebietler dabei. Weder Stars noch sonstige Mätzchen stören die Ruhe in größerem Maße und nichts destotrotz werden die Fans mit ihrem Trainer nicht so recht warm. Dabei ist der VfL durchweg mit bekannten Namen besetzt, von denen einen allerdings niemand vom Hocker reißen kann. Auch die Neuzugänge versprechen keine Bäume auszureißen, womit man in Bochum wieder einmal den Ruf als graue Maus mehr als bestätigt. An für sich muss das nichts schlechtes sein, doch vor lauter Grau reicht es dann, da andere Mannschaften vorbei zuziehen vermochten in unserer Saisonvorschau auch nicht mehr für einen Platz unter den ersten 16.

Hannover 96 (Letzte Saison: 11. – Note 2,81)

Ehrlich gesagt ist es für mich immer noch ein mittelgroßes Rätsel, wie Hannover sich so weit oben hat einsortieren können in der letzten Saison. Auf der Habenseite ist da sicher der Leistungs- und Sympathieträger der Mannschaft zu nennen. Mit Robert Enke haben sie einen Torwart, der auf der einen Seite zu bemitleiden ist, für das, was seine Vorderleute anstellen und andererseits zu bewundern für das, was er daraus macht. Nominell mag der Rest der Mannschaft zwar durchaus namhaft sein, doch in den Spielern steckt nicht wirklich das drin, was sie einst bei der Verpflichtung versprochen hatten. Aus finanziellen Gründen sind dann echte Verstärkungen auch Mangelware und im Brennpunkt Abwehr wurde nur Haggui verpflichtet, während man ansonsten im Großen und Ganzen auf den Kader der letzten Saison vertraut. Man könnte es auch ein Vabanquespiel oder Russisch Roulette mit einem unausgewogenen Kader nennen. Einzig die Heimbilanz rettete die Mannschaft und zeigte, dass der auswärts absolut harmlose Kader Bundesligareife besitzt. Positiv hervorzuheben ist auch die Kontinuität mit Dieter Hecking  auf dem Trainerstuhl, die bei einer nervöseren Vereinsführung sicher schon lange keinen Bestand haben würde. Trotz der wenigen Lichtblicke belegen die Rothemden in unserer Saisonvorschau den letzten Platz und müssten nach langen Jahren Bundesliga mit dem bitteren Abstieg vorlieb nehmen.

Soweit also das untere Tabellendrittel, in dem Schweißausbrüche und Angstzustände angesichts der Tabellensituation häufen dürften. Mit den nächsten sechs Mannschaften wird die Serie dann in ruhigeren Gefilden fortgeführt werden. Doch bis dahin wünsche ich noch einen sonnigen Mittwochnachmittag.

BL-Analyse (I): Im Abstiegskampf 21. Dezember 2008

Posted by Max in : Bundesliga , 1 comment so far

Sie ist mittlerweile eine gute Tradition auf unserem kleinen, bescheidenen Fussball-Blog: Zum dritten Mal nehmen wir die achtzehn Bundesligisten in der Winterpause unter die Lupe, analysieren den bisherigen Saisonverlauf, überprüfen die Sommer-Neuzugänge auf Wirksamkeit und geben nicht zuletzt noch eine gewagte Prognose ab für die nächsten Monate. Dieses Jahr beginnen wir mit unserer erneut vierteiligen Serie etwas früher, dafür bauen wir die Sache nun vom Tabellenende auf. Deshalb beschäftigt sich der erste Abschnitt mit fünf Vereinen, die am Tabellenende stehen und in der Rückserie nur und ausschließlich den Klassenerhalt im Sinn haben werden.

Arminia Bielefeld (P14 – 14 Punkte – 15:27 Tore)

Der Saisonverlauf

Trotz der wenig beruhigenden Tabellensituation haben die Bielefelder eine bemerkenswerte Vorrunde gespielt. Sieben Niederlagen stehen auf ihrem Konto, der geringste Wert aller Mannschaften ab dem elften Tabellenrang. Es gab einige beachtenswerte Unentschieden, etwa gegen Werder Bremen, Hertha BSC, Schalke, Stuttgart und Dortmund. Im Gegensatz dazu erhöhen aber lediglich zwei Siege die Punktebilanz, geprägt von einer zweimonatigen Durststrecke im Zeitraum September bis November. Umso erstaunlicher war dann der Erfolg gegen Bayer Leverkusen. Insbesondere die Spiele kurz vor der Winterpause haben Mut gemacht, dass sich die Arminia, mittlerweile in der fünften Saison hintereinander in der Bundesliga spielend, etablieren kann. Doch oft fehlt dem Team ein bisschen Glück, zudem wurden viele Zähler gegen die direkte Konkurrenz liegen gelassen. So sitzen die Bielefelder jetzt etwas unter Wert geschlagen am Weihnachtsbaum.

Top – Die Stärken

Mit den Achtungserfolgen in vorderster Front assoziiert werden zwei Namen, Dennis Eilhoff und Artur Wichniarek. Torwart Eilhoff profitierte von der langfristigen Verletzung des Stammtorwarts Rowen Fernandez. Zunächst hatte er einige Probleme, sich in der neuen Rolle zurecht zu finden, aber spätestens nach der famosen Leistung gegen Leverkusen dürfte er auch dem letzten Verweigerer aufgefallen sein. In dieser Form ist er ein Sieggarant, hat sich in einem Jahr Ausleihe in Koblenz gut weiterentwickelt. Ich bin gespannt was passiert, wenn Fernandez wieder fit ist. Nach dieser Vorrunde dürfte Eilhoff einen gewaltigen Bonus haben. Der zweite Winner der Hinserie ist Artur Wichniarek. Mit zehn Treffern gehört er zu den besten Torjägern der Bundesliga, und ist nicht zuletzt überragender Alleinunterhalter im Angriff, schließlich gehen zwei Drittel aller Saisontore der Mannschaft auf sein Konto. Von den Neuzugängen im Sommer haben sich Nico Herzig und Michael Lamey Stammplätze erkämpft und stabilisieren die Abwehr.

Flop – Die Schwächen

Kein Wunder, weshalb jetzt nach einer weiteren, treffsicheren Offensivkraft gefahndet wird, denn insgesamt nur 15 Treffer sind eigentlich zu wenig. Sommereinkauf Chris Katongo spielte zwar in jeder Partie mit, war aber mehr Fremdkörper als Hilfe und traf auch nur einmal. Auch der aus Lahti verpflichtete Berat Sadik konnte sich nicht etablieren und steht wohl schon wieder vor dem Aus. Die größte Schwäche der Arminia zweifellos ist die fehlende Tiefe im Kader, wenn Wichniarek ausfällt, sieht es ganz schlecht aus.

Gewagte Prognose

Arminia hat in einigen Spielen gezeigt, dass sie mehr als nur durchschnittliche Bundesliga-Qualität haben. Kommt etwas mehr Konstanz in die Leistungen, und wird auch mal gegen die direkte Konkurrenz gewonnen, kann man sich vielleicht etwas aus dem unteren Tabellenabschnitt absetzen. Ansonsten wird es ein Zittern bis zum letzten Spiel.

Karlsruher SC (P15 – 13 Punkte – 15:32 Tore)

Der Saisonverlauf

Von der Euphorie nach der Bundesliga-Rückkehr ist nicht mehr viel übrig geblieben. Nach der tollen Vorrunde des letzten Jahres setzte sich in dieser Herbstserie der Abwärtstrend des Frühjahres fort. Noch gelungen war der Auftakt, ein 1:0 in Bochum, doch ab diesem Tag ging es bergab. Scheinbar stabilisierte sich die Lage im Oktober, als zwei Siege in Folge gegen Wolfsburg und Bielefeld erzielt wurden. Danach war alles unter dem Kapitel Pleiten, Pech und Pannen abzustempeln. Es hagelte reihenweise Niederlagen, kurzzeitig standen die Badener sogar auf dem letzten Tabellenrang. Die Durchhalteparolen von Trainer Eduard Becker wirkten schon einigermaßen verzweifelt, bis kurz vor der Weihnachtspause Werder Bremen geschlagen wurde, doch schon eine Woche später zeigte die Mannschaft beim 0:4 in Berlin wieder ihr wahres Gesicht.

Top – Die Stärken

Besonders viele Dinge lassen sich unter diesem Punkt nicht ausmachen. Am ehesten lässt sich noch bilanzieren, dass weiterhin eine große Qualität im Kader vorhanden ist, eigentlich zu viele Spieler gehobener Klasse, das es um einen Abstieg schon zu schade wäre. Aber die Entwicklungen der letzten Wochen lassen da nicht viel Gutes vermuten. Immerhin ist die Lage im Umfeld, gerade was die Sicherheit des Arbeitsplatzes von Coach Becker angeht, einigermaßen ruhig.

Flop – Die Schwächen

Fast alle Erfolgsgaranten der letzten Spielzeit blieben weit hinter ihren damals gezeigten Leistungen zurück. Die Abgänge von Eggimann und Hajnal konnten keinesfalls adäquat ersetzt werden, Antonio da Silva, eingeplant als neuer Spielmacher, ist in dieser Rolle überfordert und wird sogar von den eigenen Anhängern ausgepfiffen. Die Stürmer haben durchgehend Ladehemmung, weder Kapllani noch Kennedy oder Iashvili können regelmäßig für Erfolgserlebnisse sorgen und verkrampfen zunehmend in ihrer Situation. Außerdem stellen die Karlsruher die zweitschwächste Abwehr nach Gladbach, selbst der sonst so sichere Torwart Markus Miller leistete sich einige Fehlgriffe. Ein weiteres Problem scheint die Moral der Mannschaft zu sein. Ich werde das Gefühl nicht los, dass man regelmäßig nach Gegentoren zusammensackt und noch weniger als zuvor auf die Reihe bekommt. So wird es ganz schwer, die Klasse zu halten.

Gewagte Prognose

Der Kader ist eigentlich zu gut für die Zweite Bundesliga. Mit den Rückholaktionen von Federico (aus Dortmund) und Engelhardt (Nürnberg) kommen neue Impulse. Verpuffen auch diese wirkungslos, geht der Weg einer oftmals mutlosen Mannschaft ohne Umwege in die zweite Bundesliga. Mit etwas Glück ist der Relegationsplatz drin.

Energie Cottbus (P16 – 13 Punkte – 12:29 Tore)

Der Saisonverlauf

Mittlerweile ist es schon Gewohnheit, Energie Cottbus spielt vom ersten Spieltag gegen den Abstieg, viel mehr lässt der Kader auch nicht zu. Mit dem derben 0:3 zum Auftakt gegen den damals noch etwas unterschätzten Aufsteiger aus Hoffenheim war die Marschrichtung sofort klar, erst am fünften Spieltag sollte überhaupt der erste Saisontreffer gewinnen. Mit Erfolgen gegen Hertha BSC (Wenn nicht dort, wo sonst …), den Karlsruher SC und Borussia Mönchengladbach konnte sogar der Anschluss gehalten werden. Daneben kamen aber kaum Achtungserfolge wie beim Remis zum Abschluss der Vorrunde gegen Bayer Leverkusen.

Top – Die Stärken

Auf sportlicher Ebene lässt sich auch hier recht wenig finden. Schon in den letzten Jahren waren die Punktgewinne gegen direkte Konkurrenten der größte Pluspunkt für Energie, auch diesmal ist man im direkten Vergleich aller Abstiegskandidaten ganz vorne. Von den Spielern wusste einzig Torwart Gerhard Tremmel zu überzeugen.

Flop – Die Schwächen

Wo soll man da anfangen? Die magere Torausbeute übertrifft alle negativen Erwartungen. Die Spielweise wird mit jedem Jahr weniger attraktiv, reine Abwehrschlachten resultieren aus der wilden Osteuropa-Kollektion im Mannschaftskader. Dazu ist Energie irgendwie die Heimstärke abhanden gekommen, weshalb nun noch weniger Zuschauer in das noch ausgebaute Stadion der Freundschaft kommen. Triste Stimmung vor Ort, und oft auch auf dem Blatt. Von mannschaftlicher Geschlossenheit ist nicht zu reden, speziell die Bulgaren Rangelov und Angelov – eigentlich Schlüsselspieler – drehen derzeit am Rad und schwächen damit ihre Mannschaft. Namhafte Neuzugänge sind natürlich nicht in Sicht. Es braucht wohl ein kleines Wunder, wenn das noch klappen soll.

Gewagte Prognose

Einer muss ja den Anfang machen. Mit dieser Spielweise ekelt Energie selbst den ostdeutschen Fussballfan an. Gelingt nicht gleich zum Rückrundenauftakt eine kleine Erfolgsserie, führt der Weg in den Abgrund.

VfL Bochum (P17 – 11 Punkte – 19:30 Tore)

Der Saisonverlauf

Vor der Saison sprach Marcel Koller vom “besten Kader” seiner Amtszeit. Eine durchaus nachvollziehbare These, schließlich hat man sich im Ruhrgebiet eine kleine heile Welt gebastelt, zuletzt eine gute Rückrunde gespielt. In dieser Hinsicht aber war die Vorrunde ein mächtiger Schritt zurück. Der Saisonstart konnte noch getrost unter kalkulierter Fehlstart abgetan werden, ehe am vierten Spieltag Arminia Bielefeld besiegt wurde. Was damals keiner wusste: Bis heute sollte dies der einzige Sieg der Bochumer bleiben. Der beste Kader verschenkte reihenweise Siege, deutete bei Remis gegen Bayern, wo man sich stark zurückgekämpft hatte, und den Hamburger SV seine Klasse an. Verloren wurden aber fast alle Spiele gegen die direkte Konkurrenz, womit jetzt irgendwie auch folgericht Tabellenplatz 17 steht.

Top – Die Stärken

Die einzelnen Akteure des Kaders haben Begehrlichkeiten geweckt, zudem wurde der in der letzten Rückrunde starke Mimoun Azouagh fest verpflichtet und sollte Bestandteil des Erfolges werden. Letztendlich ist aber, ähnlich wie in Karlsruhe, die Summe der Einzelteile nicht das Optimum. Immerhin warAzouagh in einigen Spielen für die wenigen Punktgewinne verantwortlich.

Flop – Die Schwächen

Die Duplizität der Ereignisse zum Konkurrenten aus Karlsruhe ist verblüffend, nur noch etwa schärfer. Torjäger Stanislav Sestak konnte nur vier Treffer beisteuern, der als Heilsbringer gefeierte Rückkehrer Hashemian blieb auch weit hinter den hohen Erwartungen zurück. Shinji Ono im Mittelfeld konnte seine Rolle als Spielmacher nicht ausfüllen und brachte keine Qualität nach Bochum. Desweiteren offenbart sich im Tor ein schnell zu lösendes Problem: Daniel Fernandes schwankt zwischen Genie und Wahnsinn, seine Stellvertreter Heerwagen und Renno konnten in wenigen Einsätzen kein Bundesligaformat nachweisen. Ein weiterer Konfliktpunkt flammte nach der Niederlage im letzten Spiel auf, welches zu Hause mit 1:2 gegen Köln abgegeben wurde: Die Fans begehren gegen Trainer Marcel Koller auf, forderten seine Entlassung. Noch aber stärkt ihm die sportliche Führung den Rücken. Noch.

Gewagte Prognose

Ich glaube weiterhin an die Qualität dieser Mannschaft. Marcel Koller ist außerdem ein erfahrener Trainer im Abstiegskampf. Auch wenn es ein harter Kampf wird, Bochum wird den Abstieg verhindern.

Borussia Mönchengladbach (P18 – 11 Punkte – 18:35 Tore)

Der Saisonverlauf

Drei Siegen stehen zwölf Niederlagen gegenüber. Zwölf teils sehr heftige Klatschen, die die Borussia genau dorthin gebracht haben, wo sie jetzt zurecht steht: Am Tabellenende. Pünktlich zum Ende der Vorrunde setzte es nochmals vier Pleiten in Serie, die Lage erscheint auswegslos. Einen Trainerwechsel hat man bereits früh vollzogen, Jos Luhukay musste gehen, für ihn kam Hans Meyer zurück. Einzig, das Muster blieb gleich. Ein stark umjubelter Sieg gegen Werder Bremen, ein dringend nötiger gegen den KSC sowie Bielefeld, mehr war dann auch nicht zu berichten. Erwähnenswert ist vielleicht noch das hart umkämpfte Remis gegen den FC Bayern, aber das sind nur ganz kleine Lichtpunkte am Ende des Tunnels. Der Saisonverlauf liest sich wie der eines Absteigers.

Top – Die Stärken

Nun, Marko Marin hat mir ganz gut gefallen. Ansonsten fällt mir recht wenig ein.

Flop – Die Schwächen

Die Euphorie des Aufstieges war schnell verflogen. Mit großem Jubel war man im Mai den Gang in die Bundesliga aufgestiegen, das Team euphorisierte seine Fans mit einer forschen, offensiven Spielweise. Doch mit dem ersten Spieltag im neuen Umfeld waren alle guten Vorsätze vergessen. Ex-Coach Jos Luhukay stellte sein Team defensiv ein, offensiv passierte wenig bis garnix, wenn überhaupt, dann über Marko Marin. Zu oft wurde rotiert, gewechselt. Teils nicht nachvollziehbare Dinge, so fanden sich Spieler eine Woche auf der Tribüne wieder, um sieben Tage später in der Anfangsformation aufzulaufen. Luhukay war schlicht überfordert mit der Situation, einen Aufsteiger in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Da auch dem kurzzeitigen Interimscoach Christian Ziege Erfahrung fehlte, musste Hans Meyer helfen. Letztendlich wird sich Meyer wohl mächtig ärgern, diesen Job angenommen zu haben. Der Kader hat einfach keine Bundesliga-Qualität. Für die zweite Liga reichte es bei vielen jungen Spielern noch, aber jetzt sind sie auch überfordert. Die wenigen erfahrenen Spielern haben ihren Horizont überschritten oder passen sich der Gesamtsituation an. Letztendlich wirkt jetzt auch der neue Coach genervt, ihm fehlt der Esprit früherer Tage.

Gewagte Prognose

Wo nichts ist, kann auch nichts werden. Kein gescheites Spielermaterial, keine Bundesliga. Auf ein neues in Bundesliga Zwei!