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Ein kleines bisschen Zweite Liga 28. März 2014

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Es ist schon eine bemerkenswerte Saison von RB Leipzig. Obwohl die Roten Bullen natürlich mit ungeheuren finanziellen Möglichkeiten gesegnet sind, waren sie für mich vor der Saison nicht zwingend ein Favorit auf den Aufstieg. Schließlich geisterte der Verein vorher zwei Jahre länger als eigentlich notwendig in der Regionalliga umher, ehe im vergangenen Frühjahr der lange ersehnte Aufstieg gelang. Und jetzt gleich der Durchmarsch in die Zweite Bundesliga? Möglich scheint es, sieben Spieltage vor dem Ende der Saison hat sich RB Leipzig gemeinsam mit Heidenheim und Darmstadt vom Rest der Konkurrenz abgesetzt. Am Mittwoch beim 1:1 im Spitzenspiel gegen Heidenheim war ich nun – im Nachgang zu meiner eigenen Verwunderung – erstmals in dieser Saison bei einem Ligaheimspiel, nachdem es im zweiten Halbjahr 2013 nur zu zwei Pokalspielen ging.

Was ist also dran am vermeintlichen Aufstiegszauber der Bullen? Und ist Heidenheim wirklich so stark? Eine eindeutige Antwort ist nach den 90 Minuten natürlich nur begrenzt möglich, sie haben mir aber eines gezeigt: Die Stärke dieser beiden Teams liegt insbesondere in einer klaren Spielstruktur und guter taktischer Einstellung. Weder Heidenheim noch die Leipziger zelebrierten vor mehr als 25.000 Zuschauern in der Arena sehenswerten Tempofußball, und kein Team machte auf mich den Eindruck, über weite Strecken der Saison einen wesentlich anderen Spielstil zu pflegen. Stattdessen war es lange ein Belauern auf gutem Niveau. Für eine bessere Einschätzung gab es dann doch einige Stockfehler zu viel im Spielaufbau.

Zunächst kamen die Leipziger besser in die Partie, doch relativ schnell wurde klar, warum Heidenheim oben steht: Da spielte eine sehr homogene, gut aufeinander abgestimmte Mannschaft, nach der oft zitierten Handschrift von Trainer Frank Schmidt. Ballsicher und in einigen, leider etwas zu wenigen Aktionen auch mit gutem Zug Richtung Tor. Doch die Württemberger fanden keine Mittel gegen die solide RB-Abwehr. Auf der anderen Seite konnten aber auch die Spieler des Heimteams mit zunehmender Spieldauer keine Ideen entwickeln, wie man an der Heidenheimer Abwehrreihe vorbeikommen könnte. So war es fast schon zwangsläufig, dass der etwas glückliche Führungstreffer vor der Pause in erster Linie auf eine gute Einzelaktion von Fandrich und etwas Glück zurückzuführen war. Nach dem Seitenwechsel kamen die Heidenheimer nach 72 Minuten zum verdienten Ausgleich. Bei diesem Gegentor sah auch RB-Torwart Benjamin Bellot nicht so gut aus, er rettete aber auch mit guten Paraden den Punkt.

Insgesamt war es ein Unentschieden auf gutem Niveau. Ich komme aber insgesamt doch zu einer etwas anderen Einschätzung als der Rotebrauseblogger. Ohne Vorwissen hätte man nicht unbedingt davon ausgehen müssen, dass hier zwei potentielle Aufsteiger gegeneinander spielten. Auf der anderen Seite könnten beide Teams mit den Leistungen vom Mittwoch aber auch gut im unteren Mittelfeld der Zweiten Liga mithalten. Die Heidenheimer hinterließen dabei den etwas reiferen Eindruck – was letztendlich ja doch nur eine Bestätigung der Realität ist.

Als Gelegenheitszuschauer in der Arena maße ich mir abschließend in fast jedem Stadionbericht auch ein Urteil zur Stimmung an. Schließlich ist es doch ein sehr interessanter Aspekt, wie sich die Fußballkultur bei einem Verein mit der Geschichte wie RB Leipzig entwickelt. Kurz gesagt: Eine dem Spiel angemessen Stimmung. Nicht extrem euphorisch wie im letzten Frühjahr beim Sieg im Sachsenpokal oder Relegationsspiel gegen Lotte, aber auch nicht zu unterkühlt. Da entwickelt sich was, auf angenehme Weise. Und das gefällt – hoffentlich, soviel persönlicher Kommentar sei noch erlaubt, dann auch in der Zweiten Liga.

Auf Kurs 30. Mai 2013

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RB Leipzig ist nach dem Hinspiel der Regionalliga-Relegation gegen die Sportfreunde Lotte auf Kurs. So und nicht anders, nicht mehr und nicht weniger stellt der 2:0-Erfolg im Zentralstadion dar. Es war ein hart umkämpftes Spiel mit wenig Spielfluss, letztendlich präsentierte sich die Mannschaft von RB sehr effektiv. Nutzte das Elfmeter-Geschenk der Gäste, am Ende stach auch Joker Matthias Morys wieder – wie schon im Pokalfinale gegen Chemnitz.

Sportfreunde Lotte – ist schon ein putziger Name. Und doch muss da ja eine gewisse Qualität dahinterstehen, anders hätte man sich bestimmt nicht für diese Relegation qualifiziert. Schon der Blick auf den Kader gibt zumindest einige Namen aus höheren Spielklassen preis: Kotuljac, Shapourzadeh, Chahed. Vor dem Spiel gaben sich die Sportfreunde mal vorlaut, mal optimistisch, in den letzten Tagen vor der Partie versuchte man jedoch dann wieder (nicht ganz ungeschickt) RB in die Favoritenrolle zu rücken.

Wirkliche Struktur gab es in dieser Partie nicht. Vielmehr eine Menge Unterbrechungen – auch der eher kleinlichen Linie von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus geschuldet – besonders in der ersten Halbzeit. In den ersten 45 Minuten hatte Lotte prinzipiell etwas mehr vom Spiel, wenn auch eher durch Standardsituationen. Beide Abwehrreihen standen sehr konzentriert, das Mittelfeld machte es ihnen aber auch nicht zu schwer. Die Wende kam direkt nach dem Wiederanpfiff, als es einen berechtigten Strafstoß für RB gab und Stefan Kutschke eiskalt verwandelte. Fortan kontrollierten die Rasenballer das Geschehen etwas mehr, kamen später durch Joker Morys zum 2:0. Am Ende ein durchaus verdienter Sieg, wenn vielleicht auch ein Tor zu hoch.

Trotz der ungünstigen Anstoßzeit (17:30 Uhr mitten in der Woche) kamen 30.100 Zuschauer ins Stadion. Mehr Besucher bei einer Partie zweier Viertligisten als bei manchem Bundesliga-Verein. Das war großes Kino – auch atmosphärisch, wenn auch berechtigterweise nicht ganz so ausgelassen wie beim Pokalsieg vor zwei Wochen. Die Zuschauermassen zeigten allerdings auch einmal mehr die logistischen Probleme rund um dieses Stadion auf. Einen derartigen Ansturm konnte man nach den Vorverkaufszahlen erahnen. Auch, dass wegen der Anstoßzeit die meisten Zuschauer erst kurz vor Anpfiff kommen würden. Es gab das übliche Chaos bei den Einlasskontrollen – wobei hier weniger die Leibesvisitation das Problem darstellt, sondern eher die Barcode-Scanner der Grund allen Übels sind. Diese funktionieren in zehn Fällen vielleicht zweimal und bringen Fans wie Ordner zur Verzweiflung, schüren unnötig Aggression. Zehn Minuten vor Anpfiff öffnete man dann zumindest vor Sektor C die Tore – und nimmt hoffentlich die Erkenntnis mit, dass so ein Vorgehen mehr als amateurhaft ist. Das viel größere Unding allerdings war das Verhalten der Sicherheitskräfte am besagten Eingang: Ein Zuschauer wollte mit seinem Handy das Chaos festhalten – eigentlich kein verwerflicher Vorgang. Warum er dafür von Ordnern angepöbelt wurde und von Polizisten abgeführt? Das wird wohl das Geheimnis des Familienvereins bleiben.

Kein Wort zum versuchten Blocksturm. Einfach nur dämlich. Meckern möchte ich aber abschließend noch über RB-Torwart Coltori. Egal, ob die Rote Karte für Shapourzadeh berechtigt war oder nicht – diese Schauspieleinlage war einfach nur peinlich für einen ehemaligen Nationaltorwart. Absoluter Fremdschäm-Moment in letzter Sekunde. Eigentlich müsste man ihn dafür auch sperren, unsportlicher geht es einfach nicht mehr: Erst den sterbenden Schwan spielen, dann zum Protestieren aufspringen, abschließend außerhalb des Blickfeldes der Schiedsrichterin wieder abnippeln. Muss das sein? Bitte verkaufen.

Auf dem Weg nach Berlin 16. Mai 2013

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“Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin!” Natürlich durfte auch dieser Schlachtruf am gestrigen Abend nicht fehlen. Das ist ja bekanntlich ein Running Gag in den regionalen Pokalwettbewerben, der selbst bei Bezirksligisten gebracht wird, wenn man in der ersten Runde gegen einen anderen Bezirksligisten eine Runde weiter gekommen ist. Etwas ernsthafter, wenn auch nicht minder unrealistisch sind nun die Hoffnung des Leipziger Publikums nach dem gestrigen furiosen 4:2-Pokalsieg gegen den Chemnitzer FC. Mit diesem Erfolg qualifizierten sich die Roten Bullen zum zweiten Mal nach 2011 nun auch für den DFB-Pokal. Damals reichte es sogar zum Erstrundensieg gegen den VfL Wolfsburg, danach scheiterte man am FC Augsburg. Wie auch schon vor zwei Jahren hieß der Gegner vom RB Leipzig im Finale des Sachsenpokals Chemnitzer FC. Nach zuletzt vielen zähen Spielen gegen hoffnungslos unterlegene, gnadenlos defensiv eingestellte Gegner endlich mal wieder ein Kontrahent auf Augenhöhe.

Natürlich wollten beide Mannschaften den Pokal gewinnen, um vielleicht Anfang der nächsten Saison gleich einen großen Namen als Gegner für die erste DFB-Pokal-Runde zu bekommen. Doch der Leidensdruck für die Leipziger dürfte etwas höher gewesen sein: Natürlich ist das Engagement von Sponsor Red Bull in Leipzig auf schnelle sportliche Erfolge ausgelegt. Und nach nun schon zwei ungeplanten Ehrenrunden in der Regionalliga ist der schnellste Weg, bundesweite Aufmerksamkeit zu erlangen, der DFB-Pokal. Man bekam ja in der vorletzten Spielzeit schon einen Vorgeschmack darauf, was bei großen Spielen in Leipzig alles möglich ist.

Apropos großes Spiel: Das war das Pokalfinale 2013 durchaus. Zwei Mannschaften mit viel Leidenschaft und hohem Einsatz schenkten sich von der ersten Minute keinen Zentimeter. Schon nach drei Minuten war mehr Tempo und Aktion im Spiel als in der gesamten Partie gegen den 1. FC Lok eine Woche zuvor. RB begann dynamisch und versuchte sofort, auf das Führungstor zu drängen – nur es traf der Chemnitzer FC, bereits in der 6. Minute. Doch der weitere Spielverlauf zeigte ein völlig neues Bild der RB-Mannschaft. Bei allem Respekt vor den bisher gezeigten Leistungen und den ehrenwerten Spielern: So viel Leidenschaft hatte man den oft als Söldner bezeichneten Kickern kaum zugetraut. Trotz zweier Gegentore zu sogenannten psychologisch ungünstigen Zeitpunkten hat man nie aufgesteckt und das Spiel noch gedreht. 1:2 lag RB zur Halbzeit zurück.

Es war eine Partie mit offenem Visier von beiden Seiten. Sechs Tore konnten in diesem Finale aber auch nur fallen, weil die Abwehrreihen teilweise große Schwächen offenbarten. Wie schon beim Stadtderby zeigte sich außerdem die Tendenz, das Mittelfeld teilweise komplett außen vor zu lassen, was bei den zahlreichen Fehlern der Mittelfeldakteure im Spielaufbau aber auch nur Selbstschutz der Mannschaft sein kann. Die entscheidende Szene trug sich Mitte der zweiten Halbzeit zu, als RB beim Stand von immer noch 2:1 für Chemnitz einen Ball im letzten Moment von der Linie kratzte. Nach vertagter Vorentscheidung drängte RB immer weiter und drehte die Partie. Das Highlight markierte dabei das äußerst sehenswerte, wenn auch sehr kuriose 3:2 von Timo Röttger.

Am Ende steht ein verdienter Pokalsieg für RB Leipzig. Die Roten Bullen präsentierten sich auf Augenhöhe mit dem klassenhöheren Chemnitzer FC, besiegten diesen durch ein hohes Maß an Leidenschaft und Einsatz. Höhere Spielanteile und leichtes Chancenplus gaben den entscheidenden Ausschlag. Und Chemnitz? Vielleicht ergibt sich ja doch noch eine Chance zur Teilnahme im DFB-Pokal. Offenbar ist sich der Verband noch nicht sicher, wie man den freien Pokalplatz nach dem endgültigen Ausschluss von Dynamo Dresden vergeben will. Der DFB hat laut MDR eine klare Regelung, es gibt aber wohl intern noch unterschiedliche Meinungen. Die Tendenz geht aber wohl eher dahin, dass Chemnitz nächste Saison nicht dabei ist.

Zum Schluss noch ein paar Worte zur Pokalstimmung im Stadion. Mit knapp 17.000 Zuschauern gab es diesmal etwas weniger Besucher als vor einer Woche zum Derby. Die Atmosphäre war jedoch einmal mehr sehr überzeugend, von beiden Seiten. Aber auch die Begeisterungsfähigkeit der RB-Anhänger. Das fühlt sich nicht so künstlich an wie etwa in Hoffenheim. Leipzig lechzt nach erfolgreichem Fussball abseits regionaler Untiefen und das ist auch gut so!

Stadtderby II 9. Mai 2013

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Gestern war es endlich so weit: Das Rückspiel vom Leipziger Stadtderby (Hinspiel 3:1 für RBL) zwischen den Roten Bullen (aka Rasenballsport oder politisch inkorrekt Red Bull) und dem 1. FC Lokomotive stand auf dem Programm. Der erste Versuch Ende Februar musste wegen eines plötzlichen Wintereinbruchs in der Messestadt abgesagt werden, nun ging es bei deutlich wärmeren Temperaturen im Zentralstadion zum zweiten Säbelrasseln der verfeindeten Vereine, wobei die Abneigung in erster Linie von Blau-Gelber Seite ausgeht.

Für RB Leipzig war das Aufeinandertreffen spätestens seit dem Abend vorher zu einer sportlich eher wertlosen Nummer geworden: Da der direkte Konkurrent Carl Zeiss Jena am Dienstag sein Spiel verlor, stand das RB-Team bereits vor dem Anstoß als Sieger Regionalliga Nordost fest. Auf der anderen Seite ging es für den 1. FC Lok durchaus darum, mit einem Punktgewinn einen entscheidenden Schritt Richtung vorzeitigem Klassenerhalt zu machen.

Die knapp 20.000 Zuschauer im Zentralstadion sahen ein intensives Spiel, wo letztendlich aber die Tore fehlten. Das 0:0 nach 90 Minuten feierten die lautstarken Lok-Anhänger wie einen Sieg, bei nun neun Punkten Vorsprung auf den Abstiegsrang (belegt von Energie Cottbus II) und nur noch vier ausstehenden Partien. Im Vergleich zum Hinspiel präsentierte sich das Team von Trainer Marco Rose deutlich lebhafter, was aber auch mit einer anfangs eher laxen Einstellung der RB-Spieler zu tun hatte. Die Roten Bullen hatten zwar optisch die Partie unter Kontrolle, aber immer wieder kamen die Gäste – insbesondere durch lange Schläge aus der Abwehr – zu aussichtsreichen Situationen. Wirkliche Möglichkeiten ergaben sich daraus aber eher selten, was meist technischen Unzulänglichkeiten geschuldet war. Darüber hinaus konnte man auch nicht wirklich behaupten, Lok hätte voll auf Angriff gespielt, nur zögerlich halfen die Mitspieler ihren zwei rotierenden Angreifern.

Nach dem Seitenwechsel bekam RB das Geschehen besser in den Griff, ohne wirklich zwingend zu agieren. Es gab zwar einige Torchancen, aber spätestens auf der Linie konnte Lok immer wieder klären. Neuen Schwung bekam die Partie, als ausgerechnet der erfahrene Kevin Kittler nach 65 Minuten Gelb-Rot wegen Meckerns bekam. Fortan hatte man den Eindruck, beide Teams hätten das Mittelfeld komplett aufgelöst – ein gerade in der Endphase wieder hochintensiver Schlagabtausch führte aber weiterhin zu keinen Treffern. Bei Lok wegen der letztendlich fehlenden Klasse, bei RB wohl hauptsächlich wegen mangelnder Konzentration.

Nach der Partie sammelte RB-Coach Alexander Zorniger noch auf dem Feld zum Kreis – einschwören für die kommenden Aufgaben. Eine Leistungssteigerung und mehr Konsequenz ist für die nächsten Wochen erforderlich: Erst Pokalfinale gegen Chemnitz, dann Relegation gegen unbekannt. Und Lok? Die können wohl mit einer weiteren Saison Regionalliga planen – zumindest aus sportlicher Sicht.

Eiskalte Bullen 16. März 2013

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-5 Grad auf der Celsius-Skala und ein Gegner aus der unteren Tabellenhälfte sind für einen Gelegenheits-Stadiongänger wie mich normalerweise kein schlagkräftiges Argument, ein Spiel der Güteklasse RB Leipzig gegen VfB Auerbach zu besuchen. Doch in Anbetracht einer schon lange andauernden Stadionpause (seit dem Lokalderby Anfang September 2012) und dem zuletzt ausgefallenen Derby war es nun mal wieder fällig: Ein Besuch bei der neuen Fussball-Elite der Stadt.

Der Gegner VfB Auerbach, immerhin seit vielen Jahren als festes Mitglied der Regionalliga- bzw. früher Oberliga und als Repräsentant des Vogtlandes etabliert, hatte zuletzt vier Spiele in Folge verloren und kämpft nach der nun fünften Pleite in Folge gegen den Abstieg. Soweit man das sagen kann in dieser von den Witterungsbedingungen so arg gebeutelten Liga, wo man Vereine mit nur 13 Partien hat, aber auch Mannschaften mit bereits 18 absolvierten Spielen. Auf der anderen Seite liegt RB Leipzig nach dem gestrigen 1:0-Erfolg nun mit 16 Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze und steuert noch immer ungeschlagen Richtung Relegation. Die ärgsten Verfolger haben allerdings zwei bzw. drei Spiele weniger.

Angesichts der verzerrten Tabelle hatten die Hausherren also im eiskalten Stadion vor immerhin etwas mehr als 4.000 Zuschauern nichts zu verschenken. Das Spiel entwickelte sich dann auch so, wie man es angesichts der Umstände erwarten konnte: Auerbach stand tief und lauerte (meist vergeblich) auf Kontersituationen. Den Spielern von Trainer Andreas Zorniger fiel allerdings auch nicht besonders viel ein, die selbsternannten Bullen waren auch wohl auch im Kopf eiskalt, so gab es nur selten brauchbare Ideen. Die wenigen guten Akzente aus dem Mittelfeld wurden meist von den konzentrierten Auerbacher Verteidigern noch abgefangen. Und so war es wohl wieder mal nur der Vereinsbrille geschuldet, dass der Stadionsprecher in der Halbzeit behauptete, das “1:0 liegt in der Luft.” Das einzige, was bis dahin in der Luft lag, war der Glühwein-Geruch, ein an diesem Abend sehr beliebtes Getränk.

Nach der Halbzeitpause wurde das Spiel etwas attraktiver, die RB-Spieler etwas agiler und die Auerbacher in ihren zaghaften Bemühungen wenigstens ein bisschen mutiger. Zwischenzeitlich gab es sogar ein paar Ansätze von Gefahr im RB-Strafraum, letztendlich waren die Gäste aber viel zu harmlos, um die souveränen Verteidiger ernsthaft zu gefährden. Letztendlich brauchte es aber eine Standardsituation, um das Siegtor zu erzielen: Daniel Frahn – wer sonst – köpfte nach einer Ecke in der 71. Minute ein. Beim 1:0 blieb es auch bis zum Ende. Ein schmuckloser, ob der drückenden Überlegenheit aber auch verdienter Arbeitssieg für RB Leipzig.

Immerhin kann man nach diesem Erfolg konstatieren: Im letzten Jahr hätte man ein solches Spiel wahrscheinlich noch nicht gewonnen. Damals scheiterte man nach eigentlich passabler Vorrunde im späteren Saisonverlauf immer wieder an den tief stehenden Kontrahenten und verzweifelte zusehends, ganz zur Freude des späteren Aufsteigers aus Halle. Von daher kann man sich nur wünschen, dass es für die sicher mit Potential ausgestattete RB-Elf mit dem Aufstieg klappt. Denn in der dritten Liga gibt es dann schon andere Gegner-Kaliber, die sich nicht unbedingt 90 Minuten nur hinten reinstellen.

Als Gelegenheitszuschauer sei mir auch eine abschließende Bemerkung noch erlaubt: Beachtlich, dass zu einem solchen Spiel bei diesen Minus-Temperaturen doch 4.000 Zuschauer ins Stadion kommen. Das spricht für einen ordentlichen Stamm an Zuschauern für RB Leipzig, der mittlerweile auch schon den Status der “Event-Fans” verlassen hat. Ein großes Lob an den früher doch eher mauen Support aus dem Sektor B, diesmal gab es 90 Minuten Dauerunterstützung für die Mannschaft. Eine positive, erfreuliche Entwicklung.