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Merveilleux, Eurosport 20. Dezember 2010

Posted by Moritz in : Fussball International,Medien , add a comment

Die Ligue 1 ist zurück im deutschen Fernsehen. Gut zweieinhalb Jahre nachdem Max sich der bisher womöglich letzten vollwertigen Übertragung widmete, nimmt sich nun Eurosport für die nächsten Wochen und Monate dem Fußball im Nachbarland an. Und das gleich mit einem vollen Spiel, das von einer guten halben Stunde Vorlauf begleitet wurde. Um eines vorwegzunehmen – es lohnte sich gestern wahrhaftig, nicht unbedingt wegen der spielerischen Darbietung sondern vor allem ob der journalistischen Qualität.

Dabei ist die Sendung recht minimalistisch gestrickt. Nicht in einem futuristischen Studio sondern auf dem schnöden Rasen des Stade Vélodrome von Marseille wurde der Zuschauer zum gestrigen Spiel zwischen Marseille und Lyon empfangen und entführt in die Welt des französischen Fußballs. Nach Jahren der Enthaltsamkeit auf diesem Gebiet hatte man sich für eine umfassende Vorberichterstattung zu beiden Mannschaften Gernot Rohr an die Seite geholt. Dass er Frankreich-Experte sein muss, merkt man spätestens nach den ersten Worten, die seinem Mund entwichen.

Gemeinsam mit dem Moderator Hans Finger entwickelte sich ein Frage-Antwort-Spiel, das alle relevanten Informationen zur aktuellen Situation beider Vereine schön zusammenfasste. Doch anstatt über die gesamte Dauer hiermit zu langweilen, wurde der Fluss durch kleine Einspieler zu den Deutschen bei Marseille und den Begegnungen von Lyon mit Bundesligisten aufgelockert. Ein Erkenntnisgewinn, der sich in Grenzen hielt, aber die interviewartige Vorberichterstattung aufbrach.

Als das Spiel begann wechselte Rohr die Rolle zum Ko-Kommentator neben Marco Hagemann. Die beiden ergänzten sich in einer ungezwungen Art und Weise, was einem Mehrwert entsprach, wie man ihn selten erlebt. Anders als beispielsweise ein Beckenbauer in der Champions League, ergriff er auch ohne eine Frage von Hagemann das Wort und konnte durch Genau zu solchen Anlässen sein Hintergrundwissen ausspielen. Bei solchen Vorlagen fragt man sich, warum die Moderatoren bisher kaum Götter neben sich dulden.

Das Spiel an sich wurde, auch auf Grund einiger Personalprobleme auf beiden Seiten, zu einer Partie in der sowohl OM als auch OL vor allem um defensive Disziplin bemüht waren und im Spielaufbau des Öfteren hängen blieben. Zwei Moment der Unordnung auf jeder Seite führten dann zu jenem Entstand, der am Ende weder Fisch noch Fleisch bedeuten sollte. Lyon verpasste den Sprung an die Tabellenspitze und OM den unmittelbaren Anschluss an selbige.

Doch die Rahmenbedingungen machten selbst die spielerisch langatmigen Momente um einiges kürzer. Einziges erwähnenswertes Manko der Übertragung ist lediglich die erhebliche Asynchronität von Bild und Ton gewesen. Es ist einfach ärgerlich, wenn schon der Name des Empfängers genannt wird, bevor der Pass überhaupt geschlagen wurde.

Zusammen mit der Zusammenfassung des Spiels von Paris Saint-Germain gegen den AS Monaco vor dem Spiel sowie der Tore aus der Bundesliga in der Halbzeit machten es fast zu einem fußballerischen Rund-Um-Sorglos-Paket am Sonntagabend.

Insgesamt stellt Eurosport somit aus Frankreich zu einem beinahe idealen Zeitpunkt, zu dem es in der Tabelle der Ligue 1 so eng zugeht, wie es im vergangenen Jahrzehnt selten der Fall war, eine überzeugende Übertragung auf die Beine und macht eigentlich alles richtig. Das darf gerne so weiter gehen und der eine oder andere darf sich davon eine Scheibe abschneiden.

Game Over 11. März 2010

Posted by Max in : Champions League , add a comment

Der Anspruch war klar: Das Finale der Champions League sollte es in diesem Jahr endlich wieder sein für Real Madrid. Zumal im eigenen Stadion, war das Endspiel im Mai das klar ausgegebene Ziel, und dafür hat man vor der Spielzeit irrwitzige Summen über die Konten der Welt transferiert. Letztendlich aber scheitern die „Königlichen“ an zwei Serien: Ihre Unfähigkeit, Spiele gegen Olympique Lyon zu gewinnen. Und die ernüchternde Erkenntnis, dass egal in welcher Zusammensetzung eine Real-Mannschaft nicht mehr bringen kann, als das Achtelfinale. Sogar der „worst case“ ist noch möglich: Barcelona gewinnt im Bernabéu den Titel.

Fast wäre es passiert, und Olympique Lyon hätte den Chancen nachgetrauert, die sie vor knapp drei Wochen im Hinspiel nicht genutzt haben. Letztendlich aber muss sich nur Real über die schlechte Verwertung ihrer Möglichkeiten beschweren. Sieht man die gesamte spanisch-französische Achtelfinalpaarung, reicht auch für eine Mannschaft besetzt mit zahlreichen Stars wie die Madrilenen nur eine gute Halbzeit nicht – OL ist halt keine Laufkundschaft. In Anbetracht der Vorgeschichte zwischen diesen beiden Klubs hätte man das durchaus vorher erahnen können. Den Spielverlauf kann man im gestrigen Live-Blog nachlesen, eine Partie mit zwei verschiedenen Halbzeiten. Letztendlich veranlasste das Christoph Metzelder im Nachgang auch zur Einschätzung, dass die Franzosen „glücklich, aber verdient“ das Viertelfinale erreicht haben. Glücklich, sieht man auf die erste Halbzeit im Bernabéu. Dort gab es unter anderem den René-Adler-Gedächtnislauf von Hugo Lloris. Wie vor Wochenfrist im Länderspiel Deutschland-Argentinien war es Gonzalo Higuain, der ein leeres Tor vorfand. Doch diesmal scheiterte er am Pfosten. Weitere glänzende Möglichkeiten vereitelte Lyons Torwart dann, oder die unsichere Abwehr profitierte von schlampigen Abschlüssen der Hausherren. Verdient ist das Weiterkommen aber, weil Lyon sich nach dem Seitenwechsel gefangen hat, und in Summation mit dem starken Heimspiel sowie dem starken Miralem Pjanic drei Halbzeiten mehr Fussball gespielt hat.

In Madrid wird es nun richtig eng für den chilenischen Coach Pellegrini. Die stets zurückhaltenden spanischen Print-Medien verabschiedeten den Trainer bereits. Klar ist: Seine Mission (Finaleinzug) konnte er nicht erfüllen. So wenig es nachvollziehbar ist, dass sich ein Verein nur auf die Champions League konzentrieren will – bei der in den letzten Jahren sehr eng zusammengerückten europäischen Spitze. Aber mit Blick auf Real Madrid gelten andere Gesetze, wie es Sky-Kommentator Kai Dittmann gestern treffend formulierte: „Meister oder Zweiter in der Liga werden die auch so.“ Erstaunlich fand ich schon, dass Pellegrini ohne größere Blessuren das Pokal-Ausscheiden gegen einen Drittligisten überstanden hat. Die aus meiner Sicht richtigen Schlüsse wird Real wohl ohnehin nicht zählen. Protzen gehört ja bekanntlich zur Vereinsphilosophie. Ich bin gespannt, wann sie auf den Trichter kommen, dass man mit Geld eine Mannschaft bestenfalls verstärken kann, aber keine Erfolge kauft. Die Sache müsste ihnen so langsam aufgehen, sind sie doch seit fast acht Jahren nun selbst das beste Beispiel dafür. So groß der eigene Anspruch ist, Real zählt konstant nun in der sechsten Spielzeit nacheinander lediglich zu den besten 16 Vereinen Europas – mehr aber ist nicht. Wäre da nicht der wohlklingende Name und der Pomp abseits des Spielfeldes, würden sich viele Stars wohl mittlerweile dreimal überlegen, ob sie wirklich zu Real gehen wollen. Außergewöhnliche, nennenswerte sportliche Perspektiven, die man nicht auch bei anderen Klubs bekommen kann, bietet Madrid jedenfalls nicht mehr.

Wie es anders geht, hat Lyon gezeigt. Nachdem der Serienmeister im letzten Sommer entthront wurde, scheint der Umbruch der letzten Jahre nun abgeschlossen. Mit Pjanic hat Olympique einen würdigen Nachfolger für Juninho gefunden, der das Spiel lenkt und dessen Qualitäten als Lenker vielleicht noch ausgeprägter sind als beim Brasilianer. Dank gezielter Einkäufe wie eben Pjanic, Lloris sowie Lisandro Lopez ist es Coach Claude Puel in Zusammenarbeit mit einigen „alten Hasen“ aus erfolgreichen Zeiten gelungen, jetzt den Coup in der Champions League zu landen. Vor einigen Jahren wurde OL regelmäßig als Geheimfavorit betitelt, jetzt sind sie diesen Status los, schaffen es aber doch in die Runde der letzten Acht. Vielleicht spielt es sich jetzt, ohne Druck, befreiter. Es dürfte auch im Viertelfinale kaum eine Mannschaft geben, gegen die die Franzosen als Favorit gelten würden. Ein Spiel gegen den FC Bayern würde ich jetzt reizvoll finden.

CL: Real Madrid – Olympique Lyon 10. März 2010

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Ein viertel Achtelfinale 18. Februar 2010

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Vor der Saison hatte ich noch ein wenig gestutzt, warum für das Achtelfinale der Königsklasse auf einmal acht Termine im Spielplan standen, wobei die Logik ja eigentlich bestechend ist ein solches in Achtelhäppchen zu präsentieren. Vielleicht findet sich die Zahl Acht im Verlauf der Runde ja noch häufiger wieder.

Dafür gab es aber auch einige mitreißende Spiele. Den Auftakt in dieser Serie machte der französische Ex-Serienmeister aus Lyon gegen die das Millionenballet aus Madrid. Im Vorhinein wurden den Franzosen auch an gedenk ihrer aktuellen schwächelnden Tabellensituation kaum große Chancen eingeräumt. Dich diese wollten sie sichtbar nutzen. Drängten von der ersten Minute an auf das Tor der Madrilenen und erspielten sich gegen den überfordert wirkenden Gegner Chance um Chance. Das Leder wollte nur nicht ins Tor. Vor allem Delgado scheiterte das ein oder andere Mal.  Eine Offensive seitens der Gäste fand nicht statt, dazu waren sie viel zu sehr und mehr schlecht als recht in ihrer Deckung beschäftigt. Doch ein Tor gelang den Franzosen erst nach der Pause, als Makoun sich den Ball eroberte einige Schritte außerhalb des Sicherheitsabstandes jeglichen Gegners voranschreiten konnte, bevor er den Ball aus über 20 Metern über den zu weit vor dem Tor stehenden Casillas hinweghob. Erst als ihnen gegen Ende der laufintensiven Partie etwas die Luft ausging kam Real, auch wenn zwingend Aktionen anders aussehen. Im Verlauf des Spiels konnte man sich schon fragen, wo die vielen Millionen aus dem Sommer geblieben sind. Vorgestern standen sie zu den fast bescheidenen knapp 70 Millionen, die Lyon im Sommer in die Hand nahm, in keinem Verhältnis, so dass wieder einmal das frühe Aus droht. Im Nachhinein kann man Lyon nur einen Vorwurf machen. Sie haben bei dem verdienten Sieg und ihrem Dominanten auftreten es einfach verpasst, den Sack schon für das Rückspiel zu zu machen.

Ein ähnliches “Missgeschick” unterlief im Parallelspiel dem AC Milan gegen Manchester. Die alten italienischen Kempen, hatten es einfach verpasst, nach dem frühen Führungstor nachzulegen. Die Chancen dazu waren vorhanden, gleich mehrfach. Aber vielleicht wehrte sich hier der italienische Geist zu sehr in Führung zu gehen. die Briten, die zunächst nicht richtig ins Spiel fanden, bedankten sich spätestens nach einer halben Stunde für die Geduld, die man mit ihnen hatte und drehten das Spiel dann Mitte der zweiten Hälfte vollständig. Held des Abends war dabei Rooney, der mit seinem Doppelpack den sieg sicherte. Zweimal setzte er sich wunderbar gegen die nicht schaltende Milanabwehrreihe durch und ließ Dida völlig frei keine Abwehrchance. Die Rossonnieri konnten danach zwar noch einmal an ihren Sturmlauf anknüpfen, doch mehr als eine minimale Chance für das Rückspiel konnten sie sich nicht erhalten. Dazu fehlte ihnen einfach in vorderster Front die Genauigkeit. Sollten sie diese nicht bald wiederfinden, dürfte es schwer werden mit mindestens zwei Treffern im Rückspiel. Zumal Manchester dann auch sein Publikum im Rücken haben wird.

Denn hatten im gestrigen Hinspiel auch die Münchener gegen ehemaligen Verein des ehemaligen Münchners Toni. Den Respekt vor dem Gegner und seiner Form merkte man den Fiorentinern dabei durchaus an. Tief stehend behinderten sie das bekannte druckvolle Spiel der Münchener, die so zwar in Ballbesitz blieben, aber nicht in die Verlegenheit von Torchancen kamen. Auch Zange von Ribery und Robben sendete erst kurz vor der Pause erste Lebenszeichen. Der Führungstreffer kam mit einem etwas überflüssigen Elfmeter, da der Ball auch mit einem Vorteil schon im Netz gewesen war, vor der Pause gerade noch rechtzeitig. Die zweite Halbzeit setzte Van Gaal dann notgedrungen mit einem weiteren Jugendexperiment fort, da sich Van Buyten verletzt hatte und für Contento Platz machte. Auch wenn oder gerade da die erste Szene den Lilanen und ihrem Ausgleichstreffer gehörte, fanden sich die Münchenern nun besser. Endlich verstanden sie es Druck zu machen auf die Abwehrreihe der Italiener. Letztendlich brauchte es trotz einiger Chancen aber einer berechtigten Roten Karte für einen Ellenbogenschlag und der Scheuklappen des hart am Ruf eines Skandalschiedsrichters arbeitenden Övrebrö um noch den Siegtreffer zu erzielen. Klose stand dabei locker ein bis zwei Meter im Abseits, durfte sich aber trotzdem freuen. Während sich Prandelli nun dank des einen Tores über eine machbare Ausgangssituation freuen kann, dürften sich die die Münchener über ihre vielen vergebenen Chancen und das unnötige Gegentor ärgern. Auch wenn es am Ende ein glücklicher Sieg, powered by Övrebrö, war.

Mit weitaus weniger Unterstützung mussten die Kanoniere von Arsenal in Porto leben. Vielmehr machten sie sich mit duseligen Gegentoren selbst das Leben schwer. Zwar plagten das junge Team einige Verletzungssorgen, doch diese rechtfertigen sicher nicht das Verhalten vor den Gegentoren. Zunächst ließ der Almunia-Ersatz Fabianski eine Mittelding aus Flanke und Torschuss gekonnt ins eigene Tor abklatschen, bevor er dann vor dem zweiten Tor einen von Campell zwar unsinnigerweise noch einmal angestubsten Ball in die Hand aufnahm – indirekter Freistoß direkt im Strafraum. Noch ganz verdutzt davon, merkten beide erst, dass dieser schon wieder schnell ausgeführt wurde, als der Ball schon im Tor lag. Dazwischen entwickelte sich ein schnelles Spiel, in dem beide Abwehrreihen das eine oder andere Mal auf ihre Torhüter hoffen mussten. Doch nach dem schnellen, zwischenzeitlichen Ausgleich fand kein weiterer Ball den Weg ins Tor. Bis es zum obenerwähnten Faux-Pas kam, der Arsenal um das Unentschieden brachte. Beschweren dürfen sie sich aber letzten Ende wohl nur bei sich selbst, während Porto eine gute Ausgangssituation ins den Korb gelegt bekommen hat.

Eins ist nach den ersten vier Partien immerhin schon klar. Es kann sich nach dem Hinspiel keiner allzu sicher sein, die nächste Runde auch zu erreichen. Dafür waren eigentlich alle Siege zu knapp. In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Europaliga-Abend.

Wieder die Engländer 12. März 2009

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Die Vertreter der Englischen Premier League sind auch im Jahr 2009 das Maß aller Dinge in der Champions League. Wie schon in der letzten Saison stellen sie die Hälfte der Teilnehmer im Viertelfinale. Und wieder stellt sich die Frage: Wer soll die nur stoppen?

Am längsten auf der Kippe stand die Teilnahme an der Runde der letzten acht Klubs beim FC Arsenal London. Die Gunners wollten einen knappen 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel verwalten, doch in der großartigen Kulisse im Finalstadion von Rom wurde dieses Vorhaben schon früh unmöglich. Nach vorne gepeitscht von den eigenen Fans spielten die Hausherren um Regisseur Francesco Totti eine leidenschaftliche Partie, wenn auch nicht besonders hochklassig. Doch in jedem Zweikampf war zu spüren, wie sehr der Glaube an ein Finale im eigenen Stadion beflügelt hat. Doch es reichte leider nicht. Die Roma ist eben keine typisch italienische Mannschaft, ist nicht abgeklärt genug ein Elfmeterschießen für sich zu entscheiden. In der Spielzeit über 120 Minuten verpassten sie die Chance, dem enttäuschenden Spiel von Arsenal den Gar auszumachen. Der sechzehnte Schuss vom Punkt ging über das Tor, das junge Team aus London konnte dem Druck standhalten. Den Ausgang der Partie sehe ich mit gemischten Gefühlen: Arsenal konnte im Achtelfinale nicht überzeugen, das könnten ziemlich langatmige Spiele in der nächsten Runde werden. Der AS Rom hat zwar auch keine großen spielerischen Glanzpunkte gesetzt, jedoch haben sie aus meiner Sicht mehr Einsatz gezeigt und schon wegen des tollen Publikums wäre die nächste Runde verdient gewesen.

Den italienischen Totalschaden im Achtelfinale machte Inter Mailand komplett. Dienstag Juve, Mittwoch Roma und auch Inter. Kein Verein aus der Serie A erreichte die nächste Runde. Das 0:0 im Hinspiel bog sich José Mourinho als perfektes Resultat zurecht, doch seine Mannschaft wurde sehr früh kalt erwischt. Schon nach vier Minuten köpfte Verteidiger Vidic ManUtd mit 1:0 in Führung. Es dauerte eine Weile, bis Inter diesen Schock verdaut hatte, doch dann waren sie optisch die bessere Mannschaft. Was fehlte, war das Durchsetzungsvermögen in den entscheidenden Situationen. Zwei Pfostentreffer zeugen vielleicht von der vorhandenen Chancen, oft genug übersahen die Stürmer aber den besser postierten Nebenmann, speziell Ibrahimovic und Balotelli bugsierten den Ball mehrmals überhastet weit abseits des Kastens von Edwin van der Saar ins Aus. Die vielleicht vorhandene Hoffnung in der Halbzeitpause wurde durch ein zweites Tor der Titelverteidiger nach Wiederbeginn zerstört: Fortan verwalteten die Red Devils abgeklärt ihren Vorsprung. Beachtlich: Den seit der Spielzeit 2004/2005 (FC Porto als Titelverteidiger) bestehenden “Fluch”, dass kein Sieger des Wettbewerbes im Vorjahres das Achtelfinale übersteht, konnte Manchester United durchbrechen. Die Chancen zur Titelverteidigung sind intakt. Eine detaillierte Analyse der Partie gibt es auch bei der Taktikbesprechung.

Neben Manchester ist der FC Barcelona meistgenannter Kandidat auf den Titel. Eine kleine Krise zwar in der Liga, doch im entscheidenden Moment ist das Team hellwach. Die beeindruckende Leistung der Bayern am Dienstag wollte Barca wohl gerne wiederholen. Das Opfer hieß Olympique Lyon. Schnell stand es 2:0, noch schneller stand es danach 4:0. Doch kurz vor der Pause durchbrach OL die Gegentor-Flut, Makoun erzielte den Anschlusstreffer. “Nur noch drei Tore” sprach ich also zur Pause, und als hätten sie mich erhört, kam durch Juninho kurz nach Wiederbeginn das zweite Tor. Lyon ist eben doch kein Lissabon. Aber Barca ist auch kein Bayern und deshalb war das 4:2 schon das Ende der Aufholjagd. In der Nachspielzeit folgte noch das fünfte Tor, Barcelona ist mit Pomp durch und muss sich mit dieser Spiellaune vor keinem Gegner fürchten. Lyon scheitert wieder einmal vorzeitig, vielleicht ist das aber auch besser so: Cris, Grosso, Toulalan und Juninho wären für das Viertelfinale gesperrt.

Der letzte Viertelfinalist heißt FC Porto. In einem ereignisdiskreten Spiel reichte ein 0:0 gegen ein enttäuschendes Atletico Madrid (Moritz: “Hier könnte Schalke stehen.”) für die nächste Runde. Damit spreche ich – frei nach Hansi Küpper – die Besonderheit des Viertelfinales aus: Acht “FC’s” duellieren sich dort. Für den FC Bayern wünsche ich mir jetzt einen englischen FC, egal ob FC Arsenal, FC Chelsea, FC Liverpool oder Manchester United FC.