Olympique Lyon

Merveilleux, Eurosport

Posted by Moritz on Dezember 20, 2010
Fussball International, Medien / No Comments

Die Ligue 1 ist zurück im deutschen Fernsehen. Gut zweieinhalb Jahre nachdem Max sich der bisher womöglich letzten vollwertigen Übertragung widmete, nimmt sich nun Eurosport für die nächsten Wochen und Monate dem Fußball im Nachbarland an. Und das gleich mit einem vollen Spiel, das von einer guten halben Stunde Vorlauf begleitet wurde. Um eines vorwegzunehmen – es lohnte sich gestern wahrhaftig, nicht unbedingt wegen der spielerischen Darbietung sondern vor allem ob der journalistischen Qualität.

Dabei ist die Sendung recht minimalistisch gestrickt. Nicht in einem futuristischen Studio sondern auf dem schnöden Rasen des Stade Vélodrome von Marseille wurde der Zuschauer zum gestrigen Spiel zwischen Marseille und Lyon empfangen und entführt in die Welt des französischen Fußballs. Nach Jahren der Enthaltsamkeit auf diesem Gebiet hatte man sich für eine umfassende Vorberichterstattung zu beiden Mannschaften Gernot Rohr an die Seite geholt. Dass er Frankreich-Experte sein muss, merkt man spätestens nach den ersten Worten, die seinem Mund entwichen.

Gemeinsam mit dem Moderator Hans Finger entwickelte sich ein Frage-Antwort-Spiel, das alle relevanten Informationen zur aktuellen Situation beider Vereine schön zusammenfasste. Doch anstatt über die gesamte Dauer hiermit zu langweilen, wurde der Fluss durch kleine Einspieler zu den Deutschen bei Marseille und den Begegnungen von Lyon mit Bundesligisten aufgelockert. Ein Erkenntnisgewinn, der sich in Grenzen hielt, aber die interviewartige Vorberichterstattung aufbrach.

Als das Spiel begann wechselte Rohr die Rolle zum Ko-Kommentator neben Marco Hagemann. Die beiden ergänzten sich in einer ungezwungen Art und Weise, was einem Mehrwert entsprach, wie man ihn selten erlebt. Anders als beispielsweise ein Beckenbauer in der Champions League, ergriff er auch ohne eine Frage von Hagemann das Wort und konnte durch Genau zu solchen Anlässen sein Hintergrundwissen ausspielen. Bei solchen Vorlagen fragt man sich, warum die Moderatoren bisher kaum Götter neben sich dulden.

Das Spiel an sich wurde, auch auf Grund einiger Personalprobleme auf beiden Seiten, zu einer Partie in der sowohl OM als auch OL vor allem um defensive Disziplin bemüht waren und im Spielaufbau des Öfteren hängen blieben. Zwei Moment der Unordnung auf jeder Seite führten dann zu jenem Entstand, der am Ende weder Fisch noch Fleisch bedeuten sollte. Lyon verpasste den Sprung an die Tabellenspitze und OM den unmittelbaren Anschluss an selbige.

Doch die Rahmenbedingungen machten selbst die spielerisch langatmigen Momente um einiges kürzer. Einziges erwähnenswertes Manko der Übertragung ist lediglich die erhebliche Asynchronität von Bild und Ton gewesen. Es ist einfach ärgerlich, wenn schon der Name des Empfängers genannt wird, bevor der Pass überhaupt geschlagen wurde.

Zusammen mit der Zusammenfassung des Spiels von Paris Saint-Germain gegen den AS Monaco vor dem Spiel sowie der Tore aus der Bundesliga in der Halbzeit machten es fast zu einem fußballerischen Rund-Um-Sorglos-Paket am Sonntagabend.

Insgesamt stellt Eurosport somit aus Frankreich zu einem beinahe idealen Zeitpunkt, zu dem es in der Tabelle der Ligue 1 so eng zugeht, wie es im vergangenen Jahrzehnt selten der Fall war, eine überzeugende Übertragung auf die Beine und macht eigentlich alles richtig. Das darf gerne so weiter gehen und der eine oder andere darf sich davon eine Scheibe abschneiden.

Tags: ,

Game Over

Posted by Max on März 11, 2010
Champions League / No Comments

Der Anspruch war klar: Das Finale der Champions League sollte es in diesem Jahr endlich wieder sein für Real Madrid. Zumal im eigenen Stadion, war das Endspiel im Mai das klar ausgegebene Ziel, und dafür hat man vor der Spielzeit irrwitzige Summen über die Konten der Welt transferiert. Letztendlich aber scheitern die „Königlichen“ an zwei Serien: Ihre Unfähigkeit, Spiele gegen Olympique Lyon zu gewinnen. Und die ernüchternde Erkenntnis, dass egal in welcher Zusammensetzung eine Real-Mannschaft nicht mehr bringen kann, als das Achtelfinale. Sogar der „worst case“ ist noch möglich: Barcelona gewinnt im Bernabéu den Titel.

Fast wäre es passiert, und Olympique Lyon hätte den Chancen nachgetrauert, die sie vor knapp drei Wochen im Hinspiel nicht genutzt haben. Letztendlich aber muss sich nur Real über die schlechte Verwertung ihrer Möglichkeiten beschweren. Sieht man die gesamte spanisch-französische Achtelfinalpaarung, reicht auch für eine Mannschaft besetzt mit zahlreichen Stars wie die Madrilenen nur eine gute Halbzeit nicht – OL ist halt keine Laufkundschaft. In Anbetracht der Vorgeschichte zwischen diesen beiden Klubs hätte man das durchaus vorher erahnen können. Den Spielverlauf kann man im gestrigen Live-Blog nachlesen, eine Partie mit zwei verschiedenen Halbzeiten. Letztendlich veranlasste das Christoph Metzelder im Nachgang auch zur Einschätzung, dass die Franzosen „glücklich, aber verdient“ das Viertelfinale erreicht haben. Glücklich, sieht man auf die erste Halbzeit im Bernabéu. Dort gab es unter anderem den René-Adler-Gedächtnislauf von Hugo Lloris. Wie vor Wochenfrist im Länderspiel Deutschland-Argentinien war es Gonzalo Higuain, der ein leeres Tor vorfand. Doch diesmal scheiterte er am Pfosten. Weitere glänzende Möglichkeiten vereitelte Lyons Torwart dann, oder die unsichere Abwehr profitierte von schlampigen Abschlüssen der Hausherren. Verdient ist das Weiterkommen aber, weil Lyon sich nach dem Seitenwechsel gefangen hat, und in Summation mit dem starken Heimspiel sowie dem starken Miralem Pjanic drei Halbzeiten mehr Fussball gespielt hat.

In Madrid wird es nun richtig eng für den chilenischen Coach Pellegrini. Die stets zurückhaltenden spanischen Print-Medien verabschiedeten den Trainer bereits. Klar ist: Seine Mission (Finaleinzug) konnte er nicht erfüllen. So wenig es nachvollziehbar ist, dass sich ein Verein nur auf die Champions League konzentrieren will – bei der in den letzten Jahren sehr eng zusammengerückten europäischen Spitze. Aber mit Blick auf Real Madrid gelten andere Gesetze, wie es Sky-Kommentator Kai Dittmann gestern treffend formulierte: „Meister oder Zweiter in der Liga werden die auch so.“ Erstaunlich fand ich schon, dass Pellegrini ohne größere Blessuren das Pokal-Ausscheiden gegen einen Drittligisten überstanden hat. Die aus meiner Sicht richtigen Schlüsse wird Real wohl ohnehin nicht zählen. Protzen gehört ja bekanntlich zur Vereinsphilosophie. Ich bin gespannt, wann sie auf den Trichter kommen, dass man mit Geld eine Mannschaft bestenfalls verstärken kann, aber keine Erfolge kauft. Die Sache müsste ihnen so langsam aufgehen, sind sie doch seit fast acht Jahren nun selbst das beste Beispiel dafür. So groß der eigene Anspruch ist, Real zählt konstant nun in der sechsten Spielzeit nacheinander lediglich zu den besten 16 Vereinen Europas – mehr aber ist nicht. Wäre da nicht der wohlklingende Name und der Pomp abseits des Spielfeldes, würden sich viele Stars wohl mittlerweile dreimal überlegen, ob sie wirklich zu Real gehen wollen. Außergewöhnliche, nennenswerte sportliche Perspektiven, die man nicht auch bei anderen Klubs bekommen kann, bietet Madrid jedenfalls nicht mehr.

Wie es anders geht, hat Lyon gezeigt. Nachdem der Serienmeister im letzten Sommer entthront wurde, scheint der Umbruch der letzten Jahre nun abgeschlossen. Mit Pjanic hat Olympique einen würdigen Nachfolger für Juninho gefunden, der das Spiel lenkt und dessen Qualitäten als Lenker vielleicht noch ausgeprägter sind als beim Brasilianer. Dank gezielter Einkäufe wie eben Pjanic, Lloris sowie Lisandro Lopez ist es Coach Claude Puel in Zusammenarbeit mit einigen „alten Hasen“ aus erfolgreichen Zeiten gelungen, jetzt den Coup in der Champions League zu landen. Vor einigen Jahren wurde OL regelmäßig als Geheimfavorit betitelt, jetzt sind sie diesen Status los, schaffen es aber doch in die Runde der letzten Acht. Vielleicht spielt es sich jetzt, ohne Druck, befreiter. Es dürfte auch im Viertelfinale kaum eine Mannschaft geben, gegen die die Franzosen als Favorit gelten würden. Ein Spiel gegen den FC Bayern würde ich jetzt reizvoll finden.

Tags: ,

CL: Real Madrid – Olympique Lyon

Posted by Moritz on März 10, 2010
Champions League / No Comments
  • 6:30 PM: Moritz Herzlich willkommen zum Liveblog des Achtelfinalrückspiels im Bernabeustadion. Nachdem bereits die beiden gestrigen Partien Appetit auf mehr gemacht haben, wird es hier heute Abend einen spontanen Liveblog geben. Dazu kommt das vielleicht etwas zu viel versprechende Hinspiel, aber lassen wir uns von den Geschehnissen überraschen. Denn fest steht bisher nur, dass Real gegen den ehemaligen französischen Serienmeister erst einmal unter Zugzwang steht. Los geht es ca. 20.35 Uhr. Bis dahin wünsche ich noch einen angenehmen Nachmittag.
  • 8:32 PM: Moritz Es ist zwar noch nicht ganz fünf nach halb, aber die Vorfreude steigt langsam auf ein hoffentlich interessantes Match.
  • 8:33 PM: Moritz Die Ausgangsposition ist klar. Real muss im heimischen Stadion zeigen, dass das Hinspiel nur ein Ausrutscher gewesen ist, den die Lyonnais nicht noch einmal ausnutzen können.
  • 8:35 PM: Moritz Von daher zeigten sie sich im Vorfeld der Partie selbstbewusst, bis sogar ein wenig arrogant und geben sich trotz der Vorgeschichte selbstbewusst. Erreichen wollen sie das Viertelfinale mit der folgenden Mannschaft:
  • 8:36 PM: Moritz Casillas – Sergio Ramos, Raul Albiol, Garay, Arbeloa – L. Diarra, Guti – Granero, Kaka, Cristiano Ronaldo – Higuain
  • 8:37 PM: Moritz Auf der anderen Seite setzt man bei den Franzosen darauf weiterhin und trotz des Hinspiels unterschätzt zu werden. Gleichzeitig will man das erfolgreich begonnene Jahr 2010 auch in der Königsklasse fortsetzen.
  • 8:38 PM: Moritz Halt sucht man dabei unter anderem auch in der Statistik. Denn bei ihren beiden bisherigen Auftritten im Bernabeau erreichten sie jeweils ein Remis. Reichen würde es ja.
  • 8:39 PM: Moritz Lloris – Reveillere, Cris, Boumsong, Cissokho – Toulalan – Makoun, Pjanic – Govou, Delgado – Lisandro Lopez
  • 8:41 PM: Moritz Soweit die Aufstellung der Rhodanien. Gespannt bin ich unter anderem besonders auf den Ex-Messiner Pjanic, der mich bei den Spielen die ich bisher von ihm sehen konnte eigentlich immer wieder überrascht hat als Nachfolger von Juninho bei Lyon.
  • 8:42 PM: Moritz Aber auch die anderen dürften motiviert genug sein, das erste Mal seit gefühlten Ewigkeiten das Achtelfinale zu überstehen.
  • 8:44 PM: Moritz Anpfiff, oder um es mit den Worten von Marcel Reif zu sagen: “Spielt’s auf!”
  • 8:45 PM: Moritz Olà, das geht ja gut los. Das war die Richtung aber noch nicht das Tor. Kaka gibt gleich nach Anpfiff mit der ersten Attacke die Marschroute vor. Aber Lloris ist auch schon im Spiel.
  • 8:49 PM: Moritz “Verteidigen wie die Kleinen, Angreifen wie die Großen” soll die Devise bei den Gästen lauten. Im Moment ist es auch schön zu sehen, wie sie auf Fehler und Kontermöglichkeiten warten und fast sofort losrennen.
  • 8:49 PM: Moritz TOOOR!
  • 8:50 PM: Moritz 1-0 für Real. Was für ein Tor. Ronaldo erwischt die Nahtstelle rechts von Chris und lässt im Strafraum Lloris aus spitzem Winkel|keine Chance mehr.
  • 8:50 PM: Moritz Nun heißt es zurück auf Los. Das Hinspiel und Lyons Taktik sind somit hinfällig.
  • 8:53 PM: Moritz Real macht Dampf und Lyon sieht ein wenig überfordert aus im Moment. Leichtfüßig scheinen die Königlichen den Weg zum Tor zu finden.
  • 8:55 PM: Moritz Erste Ecke für Real. Noch einmal sollte man Ronaldo nicht so frei zum Kopfball kommen lassen. Diesmal ging es noch gut.
  • 9:01 PM: Moritz Die Weißen haben das Spiel weiterhin gut unter Kontrolle. Die Franzosen verhalten sich weiterhin passiv und versuchen erst weit hinten richtig ran zu gehen. Ist das der Respekt, den sie im Hinspiel vergessen hatten?
  • 9:04 PM: Moritz Erste Eckball für Lyon. Pjanic bringt den Ball an den kurzen Pfosten. Aber erst im zweiten Ball von außerhalb des Strafraums kommt der Ball gefährlich in Richtung Tor.
  • 9:05 PM: Moritz Schön zu sehen, wie Ronaldo die rechte Seite von Lyon immer wieder vor Probleme stellt. Zum Glück für sie sind die Bälle in die Mitte nicht alle| genauso gefährlich.
  • 9:08 PM: Moritz Ich weiß nicht, ob Lyon in diesem Spiel den Ball schon einmal länger als einige Kontakte in Besitz hatte. Aber so schnell wie sie ihn immer wieder hergeben, dürfte es schwer werden.
  • 9:11 PM: Moritz WAS FÜR EINE CHANCE! An der Grenze zum Abseits bekommt Higuain einen Ball in den Lauf und umrundet Lloris – Doch der Ball prallt vom Pfosten zurück ins Spiel…
  • 9:11 PM: Moritz Adler wird sich an den Kopf greifen, warum das vor einer Woche nicht passiert ist.
  • 9:12 PM: Moritz An den Freistößen muss Christiano Ronaldo heute Abend noch etwas feilen. Im zweiten Versuch geht der Ball weit über den Kasten.
  • 9:13 PM: Moritz Es ist fast eine Freude, wie Real durch die Defensivreihen schneidet wie durch Pappkameraden. Puel und Co dürfen sich bei Lloris bedanken, dass sie noch im Spiel sind.
  • 9:17 PM: Moritz Dass sie wollen sieht man immer wieder, wenn der letzten Ball der Lyonnais im Abseits landet. Nur leider stoppt sie dann immer ein Pfiff. Verkehrte Welt im Vergleich zum Hinspiel.
  • 9:20 PM: Moritz Erste zaghafte Versuche von Lyon, die sich ganz gut anlassen. Nur ist Makoun zu schnell und kann den Flankenball von der rechten Seite im Rücken nicht verwerten.
  • 9:23 PM: Moritz Das dürfte vorerst wohl aber auch der letzte gewesen sein. Denn schon geht es wieder zurück. Kaum zu glauben, wie hilflos die Franzosen teilweise wirken.
  • 9:25 PM: Moritz Ramos wieder einmal mit sehr viel Platz im Geleit von Delgado. Die Flanke kommt zauberhaft. Doch der Ball landet wieder einmal nur knapp neben dem Tor.
  • 9:29 PM: Moritz Das erste Mal, das Reveillere auf der rechten Seite einen Ball abläuft. Es trifft Kaka, der zu einem Ronaldo in Galaform bisher kaum auffiel.
  • 9:31 PM: Moritz Kurz vor der Pause zieht Lopz noch einmal nach einem Freistoß aus guter Position von links.
  • 9:32 PM: Moritz Pjanic schießt in schön Richtung langen Pfosten. Doch letztendlich ein dankbarer Ball für Casillas.
  • 9:32 PM: Moritz Halbzeit 1-0
  • 9:33 PM: Moritz Nur 1-0 müsste es eigentlich heißen. Real zu Beginn mit Galafußball gegen völlig überforderte Lyonnais, um die man Angst haben musste, dass sie bis zur Pause soweit hinten liegen, dass sie freiwillig nicht mehr antreten für eine Fortsetzung
  • 9:34 PM: Moritz Bester Mann von ihnen ist Lloris und die mangelnde Chancenverwertung von Real. Auf der Seite der Gastgeber besticht vor allem Ronaldo, der wo er auftaucht für Unruhe sowie Ahs und Ohs sorgt.
  • 9:35 PM: Moritz Noch aber ist alles drin für beide. Wenn auch die Gäste nicht den Eindruck machen, etwas auf die Beine stellen zu können. Gute Erholungspause!
  • 9:47 PM: Moritz Weiter geht es mit der Frage, ob Real nun das zweite Tor findet oder ob Lyon die eigene Viererkette kitten kann.
  • 9:48 PM: Moritz Anpfiff – der Ball rollt wieder.
  • 9:50 PM: Moritz Puel hat in der Pause reagiert und bringt für den Hinspielhelden Makoun Gonalons. Außerdem ist Källström nun auf dem Platz, während Boumsong nun zuschauen darf.
  • 9:52 PM: Moritz Diesmal scheinen die Madrilenen noch kurz in der Pause zu weilen. Lyon mit einer Ecke ausdauernd vor dem Real Tor wie noch nie. Doch ein Tor gibt es noch nicht dafür.
  • 9:53 PM: Moritz Endlich sind die Franzosen mal am Mann und lassen sie sich nicht einfach so den Ball zuzaubern. Warum erst jetzt?
  • 9:56 PM: Moritz Endlich zeigen sie auch etwas. So wirklich sattelfest scheint nämlich auch die galaktische Abwehr nicht zu sein. Man muss den Ball nur erst einmal dort hinbekommen.
  • 9:59 PM: Moritz Viel Platz gerade für beide Mannschaften vor dem jeweils gegnerischen Strafraum. Wenn dieser nun noch genutzt wird, dürfte es noch öfter klingeln in den nächsten 40 Minuten…
  • 10:00 PM: Moritz Pjanic ist im Moment an jeder Offensivaktion beteiligt. Wird regelrecht gesucht dafür. Nur an der Genauigkeit seiner finalen Zuspiele muss er noch etwas feilen.
  • 10:01 PM: Moritz Wesentlich ausgeglichener jetzt die Partie, nichts mehr vom einstigen Einbahnstraßenfußball zu sehen.
  • 10:02 PM: Moritz Glück für Lyon, dass Higuain zu eigensinnig den Zweikampf sucht und verliert anstatt den vollkommen freistehenden Kollegen anzupassen.
  • 10:05 PM: Moritz Cambio: Granero macht Platz für Van der Vaart. Der Holländer scheint ja doch noch eine Rückennummer ersteigert zu haben. Mal schauen ob er jetzt neuen Esprit bringt.
  • 10:08 PM: Moritz Dritter Versuch – Dritte Niete. Kurzfassung des Status Quo der Freistöße von Ronaldo.
  • 10:12 PM: Moritz Das Spiel findet nun wesentlich mittiger auf dem Spielfeld statt und ist nun etwas zerfahrener, da hier Lyon deutlich intensiver mit von der Partie ist und weiter vorne drauf geht.
  • 10:13 PM: Moritz Einzig Ronaldo genießt noch doppelten Geleitschutz bis zum Toraus.
  • 10:17 PM: Moritz Offene Partie jetzt, wenn auch die eindeutigen Chancen der ersten Halbzeit fehlen. Noch zeichnet sich keine Tendenz ab, wer erneut “schon” nach dem Achtelfinale die Segel streichen muss.
  • 10:18 PM: Moritz TOOOR 1-1!!!
  • 10:19 PM: Moritz Was für ein Knaller. Ein echter Pjanic! Schön durchkombiniert vorher, bis der junge Bosnier Casillas keine Chance lässt.
  • 10:20 PM: Moritz Im Moment heißt es “Au revoir, Real” – ob sie noch einmal zurückfinden in den Flow der ersten 45 Minuten? Schließlich brauchen sie jetzt gleich zwei Tore…
  • 10:20 PM: Moritz Kaka verlässt unter Pfiffen den Platz und die lebende Reallegende Raul betritt den Rasen.
  • 10:22 PM: Moritz Es hatte sich schon abgezeichnet, dass für Lyon doch noch etwas geht. Im Moment hat Real das Viertelfinale in der ersten Halbzeit liegen gelassen.
  • 10:25 PM: Moritz Der Druck steigt mit jeder Sekunde, die man auf einen Geniestreich von Ronaldo und Konsorten wartet. Doch jetzt steht Lyon sicher, waehrend man Real dies deutlich anmerkt.
  • 10:27 PM: Moritz Miralem Pjanic klatscht sich mit dem Referee ab und verlässt für Ederson
    |den Platz. Auch Real tauscht: Diarra für Arbeloa.
  • 10:30 PM: Moritz Der Sand rinnt die Uhr hinab, ohne dass sich entscheidendes auf dem Platz ereignet.
  • 10:31 PM: Moritz Im Gegenteil Lyon spielt geschickt den Ball. Während die königlichen Aktionen eher hektisch und gar nicht dem Namen entsprechend wirken.
  • 10:33 PM: Moritz Konter für Lyon – Lopez alleine vor Casillas. Alles stellt sich auf das 110 Prozentige Tor ein. Und Lopez schießt weit daneben. Das hätte die Vorentscheidung sein können…
  • 10:34 PM: Moritz Noch so ein Ding! Diesmal verzieht Delgado. Real zu Zeit ohne defensivwillige Akteure…
  • 10:35 PM: Moritz Aber das Spiel sollte auch so schon gelaufen sein. Keine Chance mehr für Real und das Millionenensemble, das wohl wieder in der Vorvorvorschlussrunde das Heft aus der Hand geben muss.
  • 10:37 PM: Moritz Schluss, Aus, Vorbei! 1-1
  • 10:39 PM: Moritz Die Galaktischen Teil II wurden von Lyon entzaubert. Im Duell der ständig im Achtelfinal scheiternden setzte sich am Ende die Mannschaft durch, die über alle vier Halbzeiten gesehen auch die Nase vorne hatte.
  • 10:40 PM: Moritz Für Pellegrini dürfte es so im spanischen Selbstverständnis eng werden. Aber nach der fantastischen ersten Halbzeit von vor allem Ronaldo, schien dieser in der zweiten Halbzeit die Lust verloren zu haben und schon lief kaum noch was für die Weißen.
  • 10:41 PM: Moritz Im Gegenzug wirkte Lyon wie ausgetauscht und attackierte wesentlich früher und aggressiver. Dieser Leistung setzte Pjanic mit einem sauber herausgespielten Tor, die Krone auf.
  • 10:41 PM: Moritz Lyon überstand somit erstmals seit Jahren das Achtelfinale und kann sich nun zurecht feiern.
  • 10:42 PM: Moritz In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern noch eine gute Nacht vom Bodensee.

Tags: ,

Ein viertel Achtelfinale

Posted by Moritz on Februar 18, 2010
Champions League / No Comments

Vor der Saison hatte ich noch ein wenig gestutzt, warum für das Achtelfinale der Königsklasse auf einmal acht Termine im Spielplan standen, wobei die Logik ja eigentlich bestechend ist ein solches in Achtelhäppchen zu präsentieren. Vielleicht findet sich die Zahl Acht im Verlauf der Runde ja noch häufiger wieder.

Dafür gab es aber auch einige mitreißende Spiele. Den Auftakt in dieser Serie machte der französische Ex-Serienmeister aus Lyon gegen die das Millionenballet aus Madrid. Im Vorhinein wurden den Franzosen auch an gedenk ihrer aktuellen schwächelnden Tabellensituation kaum große Chancen eingeräumt. Dich diese wollten sie sichtbar nutzen. Drängten von der ersten Minute an auf das Tor der Madrilenen und erspielten sich gegen den überfordert wirkenden Gegner Chance um Chance. Das Leder wollte nur nicht ins Tor. Vor allem Delgado scheiterte das ein oder andere Mal.  Eine Offensive seitens der Gäste fand nicht statt, dazu waren sie viel zu sehr und mehr schlecht als recht in ihrer Deckung beschäftigt. Doch ein Tor gelang den Franzosen erst nach der Pause, als Makoun sich den Ball eroberte einige Schritte außerhalb des Sicherheitsabstandes jeglichen Gegners voranschreiten konnte, bevor er den Ball aus über 20 Metern über den zu weit vor dem Tor stehenden Casillas hinweghob. Erst als ihnen gegen Ende der laufintensiven Partie etwas die Luft ausging kam Real, auch wenn zwingend Aktionen anders aussehen. Im Verlauf des Spiels konnte man sich schon fragen, wo die vielen Millionen aus dem Sommer geblieben sind. Vorgestern standen sie zu den fast bescheidenen knapp 70 Millionen, die Lyon im Sommer in die Hand nahm, in keinem Verhältnis, so dass wieder einmal das frühe Aus droht. Im Nachhinein kann man Lyon nur einen Vorwurf machen. Sie haben bei dem verdienten Sieg und ihrem Dominanten auftreten es einfach verpasst, den Sack schon für das Rückspiel zu zu machen.

Ein ähnliches “Missgeschick” unterlief im Parallelspiel dem AC Milan gegen Manchester. Die alten italienischen Kempen, hatten es einfach verpasst, nach dem frühen Führungstor nachzulegen. Die Chancen dazu waren vorhanden, gleich mehrfach. Aber vielleicht wehrte sich hier der italienische Geist zu sehr in Führung zu gehen. die Briten, die zunächst nicht richtig ins Spiel fanden, bedankten sich spätestens nach einer halben Stunde für die Geduld, die man mit ihnen hatte und drehten das Spiel dann Mitte der zweiten Hälfte vollständig. Held des Abends war dabei Rooney, der mit seinem Doppelpack den sieg sicherte. Zweimal setzte er sich wunderbar gegen die nicht schaltende Milanabwehrreihe durch und ließ Dida völlig frei keine Abwehrchance. Die Rossonnieri konnten danach zwar noch einmal an ihren Sturmlauf anknüpfen, doch mehr als eine minimale Chance für das Rückspiel konnten sie sich nicht erhalten. Dazu fehlte ihnen einfach in vorderster Front die Genauigkeit. Sollten sie diese nicht bald wiederfinden, dürfte es schwer werden mit mindestens zwei Treffern im Rückspiel. Zumal Manchester dann auch sein Publikum im Rücken haben wird.

Denn hatten im gestrigen Hinspiel auch die Münchener gegen ehemaligen Verein des ehemaligen Münchners Toni. Den Respekt vor dem Gegner und seiner Form merkte man den Fiorentinern dabei durchaus an. Tief stehend behinderten sie das bekannte druckvolle Spiel der Münchener, die so zwar in Ballbesitz blieben, aber nicht in die Verlegenheit von Torchancen kamen. Auch Zange von Ribery und Robben sendete erst kurz vor der Pause erste Lebenszeichen. Der Führungstreffer kam mit einem etwas überflüssigen Elfmeter, da der Ball auch mit einem Vorteil schon im Netz gewesen war, vor der Pause gerade noch rechtzeitig. Die zweite Halbzeit setzte Van Gaal dann notgedrungen mit einem weiteren Jugendexperiment fort, da sich Van Buyten verletzt hatte und für Contento Platz machte. Auch wenn oder gerade da die erste Szene den Lilanen und ihrem Ausgleichstreffer gehörte, fanden sich die Münchenern nun besser. Endlich verstanden sie es Druck zu machen auf die Abwehrreihe der Italiener. Letztendlich brauchte es trotz einiger Chancen aber einer berechtigten Roten Karte für einen Ellenbogenschlag und der Scheuklappen des hart am Ruf eines Skandalschiedsrichters arbeitenden Övrebrö um noch den Siegtreffer zu erzielen. Klose stand dabei locker ein bis zwei Meter im Abseits, durfte sich aber trotzdem freuen. Während sich Prandelli nun dank des einen Tores über eine machbare Ausgangssituation freuen kann, dürften sich die die Münchener über ihre vielen vergebenen Chancen und das unnötige Gegentor ärgern. Auch wenn es am Ende ein glücklicher Sieg, powered by Övrebrö, war.

Mit weitaus weniger Unterstützung mussten die Kanoniere von Arsenal in Porto leben. Vielmehr machten sie sich mit duseligen Gegentoren selbst das Leben schwer. Zwar plagten das junge Team einige Verletzungssorgen, doch diese rechtfertigen sicher nicht das Verhalten vor den Gegentoren. Zunächst ließ der Almunia-Ersatz Fabianski eine Mittelding aus Flanke und Torschuss gekonnt ins eigene Tor abklatschen, bevor er dann vor dem zweiten Tor einen von Campell zwar unsinnigerweise noch einmal angestubsten Ball in die Hand aufnahm – indirekter Freistoß direkt im Strafraum. Noch ganz verdutzt davon, merkten beide erst, dass dieser schon wieder schnell ausgeführt wurde, als der Ball schon im Tor lag. Dazwischen entwickelte sich ein schnelles Spiel, in dem beide Abwehrreihen das eine oder andere Mal auf ihre Torhüter hoffen mussten. Doch nach dem schnellen, zwischenzeitlichen Ausgleich fand kein weiterer Ball den Weg ins Tor. Bis es zum obenerwähnten Faux-Pas kam, der Arsenal um das Unentschieden brachte. Beschweren dürfen sie sich aber letzten Ende wohl nur bei sich selbst, während Porto eine gute Ausgangssituation ins den Korb gelegt bekommen hat.

Eins ist nach den ersten vier Partien immerhin schon klar. Es kann sich nach dem Hinspiel keiner allzu sicher sein, die nächste Runde auch zu erreichen. Dafür waren eigentlich alle Siege zu knapp. In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Europaliga-Abend.

Tags: , , , , , , ,

Wieder die Engländer

Posted by Max on März 12, 2009
Champions League / No Comments

Die Vertreter der Englischen Premier League sind auch im Jahr 2009 das Maß aller Dinge in der Champions League. Wie schon in der letzten Saison stellen sie die Hälfte der Teilnehmer im Viertelfinale. Und wieder stellt sich die Frage: Wer soll die nur stoppen?

Am längsten auf der Kippe stand die Teilnahme an der Runde der letzten acht Klubs beim FC Arsenal London. Die Gunners wollten einen knappen 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel verwalten, doch in der großartigen Kulisse im Finalstadion von Rom wurde dieses Vorhaben schon früh unmöglich. Nach vorne gepeitscht von den eigenen Fans spielten die Hausherren um Regisseur Francesco Totti eine leidenschaftliche Partie, wenn auch nicht besonders hochklassig. Doch in jedem Zweikampf war zu spüren, wie sehr der Glaube an ein Finale im eigenen Stadion beflügelt hat. Doch es reichte leider nicht. Die Roma ist eben keine typisch italienische Mannschaft, ist nicht abgeklärt genug ein Elfmeterschießen für sich zu entscheiden. In der Spielzeit über 120 Minuten verpassten sie die Chance, dem enttäuschenden Spiel von Arsenal den Gar auszumachen. Der sechzehnte Schuss vom Punkt ging über das Tor, das junge Team aus London konnte dem Druck standhalten. Den Ausgang der Partie sehe ich mit gemischten Gefühlen: Arsenal konnte im Achtelfinale nicht überzeugen, das könnten ziemlich langatmige Spiele in der nächsten Runde werden. Der AS Rom hat zwar auch keine großen spielerischen Glanzpunkte gesetzt, jedoch haben sie aus meiner Sicht mehr Einsatz gezeigt und schon wegen des tollen Publikums wäre die nächste Runde verdient gewesen.

Den italienischen Totalschaden im Achtelfinale machte Inter Mailand komplett. Dienstag Juve, Mittwoch Roma und auch Inter. Kein Verein aus der Serie A erreichte die nächste Runde. Das 0:0 im Hinspiel bog sich José Mourinho als perfektes Resultat zurecht, doch seine Mannschaft wurde sehr früh kalt erwischt. Schon nach vier Minuten köpfte Verteidiger Vidic ManUtd mit 1:0 in Führung. Es dauerte eine Weile, bis Inter diesen Schock verdaut hatte, doch dann waren sie optisch die bessere Mannschaft. Was fehlte, war das Durchsetzungsvermögen in den entscheidenden Situationen. Zwei Pfostentreffer zeugen vielleicht von der vorhandenen Chancen, oft genug übersahen die Stürmer aber den besser postierten Nebenmann, speziell Ibrahimovic und Balotelli bugsierten den Ball mehrmals überhastet weit abseits des Kastens von Edwin van der Saar ins Aus. Die vielleicht vorhandene Hoffnung in der Halbzeitpause wurde durch ein zweites Tor der Titelverteidiger nach Wiederbeginn zerstört: Fortan verwalteten die Red Devils abgeklärt ihren Vorsprung. Beachtlich: Den seit der Spielzeit 2004/2005 (FC Porto als Titelverteidiger) bestehenden “Fluch”, dass kein Sieger des Wettbewerbes im Vorjahres das Achtelfinale übersteht, konnte Manchester United durchbrechen. Die Chancen zur Titelverteidigung sind intakt. Eine detaillierte Analyse der Partie gibt es auch bei der Taktikbesprechung.

Neben Manchester ist der FC Barcelona meistgenannter Kandidat auf den Titel. Eine kleine Krise zwar in der Liga, doch im entscheidenden Moment ist das Team hellwach. Die beeindruckende Leistung der Bayern am Dienstag wollte Barca wohl gerne wiederholen. Das Opfer hieß Olympique Lyon. Schnell stand es 2:0, noch schneller stand es danach 4:0. Doch kurz vor der Pause durchbrach OL die Gegentor-Flut, Makoun erzielte den Anschlusstreffer. “Nur noch drei Tore” sprach ich also zur Pause, und als hätten sie mich erhört, kam durch Juninho kurz nach Wiederbeginn das zweite Tor. Lyon ist eben doch kein Lissabon. Aber Barca ist auch kein Bayern und deshalb war das 4:2 schon das Ende der Aufholjagd. In der Nachspielzeit folgte noch das fünfte Tor, Barcelona ist mit Pomp durch und muss sich mit dieser Spiellaune vor keinem Gegner fürchten. Lyon scheitert wieder einmal vorzeitig, vielleicht ist das aber auch besser so: Cris, Grosso, Toulalan und Juninho wären für das Viertelfinale gesperrt.

Der letzte Viertelfinalist heißt FC Porto. In einem ereignisdiskreten Spiel reichte ein 0:0 gegen ein enttäuschendes Atletico Madrid (Moritz: “Hier könnte Schalke stehen.”) für die nächste Runde. Damit spreche ich – frei nach Hansi Küpper – die Besonderheit des Viertelfinales aus: Acht “FC’s” duellieren sich dort. Für den FC Bayern wünsche ich mir jetzt einen englischen FC, egal ob FC Arsenal, FC Chelsea, FC Liverpool oder Manchester United FC.

Tags: , , , , ,