Manchester United

Hoffnung überflüssig

Posted by Moritz on Mai 03, 2011
Champions League / No Comments

Auf Schalke scheint man sich nach der gravierenden Niederlage der letzten Woche gegen Manchester United damit abgefunden zu haben, dass das Finale ohne sie stattfinden wird. Zwar setzt man noch auf Durchhalteparolen. Echte Zuversicht allerdings sieht anders aus.

Allein schon die Tatsache, wie oft das Wunder von Old Trafford beschworen werden muss zeigt, dass auch sonst niemand an ein solches glaubt. Ein anständiger Auftritt sei der Mannschaft hingegen trotzdem angeraten. Eine erneute Klatsche würde sonst das bisher sensationell Erreichte in der Champions League wohl vollkommen mit einem faden Beigeschmack belegen.

Entgegen kommen dürfte ihnen da ein wenig, dass Ferguson selbst einige Spieler für das Saisonfinale in der Liga schonen möchte. Doch auch die zweite Reihe des englischen Meisterschaftsanwärters ist mit Owen und Co nicht von Pappe. So richtig vermag man zudem das Leistungsgefüge der Schalker im Moment nicht einzuschätzen. Zu schwach war auch der Auftritt zwischen den Halbfinalspielen am Samstag auswärts in München. Gegen die gut aufgelegten Münchener, war man wieder wie von der Rolle. Selbst ein Unentschieden dürfte sich wohl schon wie ein Finalsieg anfühlen für den letzten deutschen Vertreter in der Königsklasse.

Bezüglich des anderen Halbfinals scheint sich hingegen wieder einmal die gravierende Nebenwirkung zu bestätigen, dass man sich nach dem vierten Spiel innerhalb von zwei bis drei Wochen nicht mal mehr riechen kann, zumal man vorher schon nicht besonders dicke war. Das einstige Saisonfinle zwischen dem HSV und Werder führte sogar dazu, dass die DFL für eine erneute Ansetzung des Spiels gegen Ende der Folgesaison angegriffen wurde.

Doch gegen das, was sich die Uefa momentan anhören darf, scheint das wohl ein eher Kindergeburstag gewesen zu sein. Von Seiten Reals wird Mourinho gar nicht mehr müde mit übelsten Verschwörungstheorien aufzufahren, die eine wie die andere einfach nur obskur klingen.

Niemand wird dabei verschont. Seien es die beiden Schiedsrichter der Spiele, der Barca-Trainer Gardiola oder gar die Uefa, die das alles nur arrangiert, um den Erzrivalen zu bevorzugen. Wahlweise lässt sich das natürlich auch als eine Benachteiligung von Mourinho aus.

Eines ist Mourinho damit allerdings sicher gelungen. Seine Mannschaft tauchte so kaum in der Presse auf, da ihr Trainer, der zudem für das Spiel noch suspendiert wurde, sämtliche Aufmerksamkeit auf zog. Doch ob das reicht für einen Auftritt im Nou Camp, der wohl in die Annalen eingehen würde, ist wohl mehr als fraglich.

Man mag zwar an das Spiel in der Hinrunde denken, als Real Barca mit einem 5-1 spektakulär überrannte oder auch an das Ligapokalfinale. Doch über die entscheidenden Momenten der Saison waren die Katalanen konstant zur Stelle, während eher die Real zu Schwächen neigte.

Hinzu kommt, dass die Königlichen am Abend nicht nur auf Khedira sondern auch auf den im Hinspiel vom Platz geschickten Pepe verzichten müssen. Das defensive Korsett fehlt also, was es noch einmal erschwert, Barca so unter Druck zu setzen, dass sie zu schlagen wären. Zumal Madrid selbst noch treffen muss und demzufolge irgendwann die Spielanlage nach vorne schieben muss, was dem FCB Platz schafft.

Insgesamgt keine guten Voraussetzungen also, das kaiserliche “Aggregat” zu drehen. Vielmehr haben die Eskapaden den faden Beigeschmack präventives Gezetere zu sein, um danach erst recht einen Grund zu haben sich über die Gegebenheiten des Halbfinales auszulassen. Sich also einen Sündenbock zu basteln, in einem fairen Wettbewerb wäre man ja nie so unterlegen gewesen.

In diesem Fall dürfte man the Special One wohl endgültig bescheinigen über das Ziel hinaus geschossen und gänzlich abgehoben zu sein. Vielleicht ist es aber auch einfach nur das Geschrei eines Babies, das im Mittelpunkt stehen will und es nicht erträgt dort jemanden anderen zu sehen.

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Einmal mit den Großen spielen

Posted by Moritz on April 28, 2011
Champions League / 1 Comment

Der erste Halbfinalauftritt von Schalke 04 hat auch zwei Tage danach noch Ähnlichkeiten mit jenen Bildern im Sportstudio, wenn ein Niemand plötzlich im vollen Kameralicht einem Prominenten und der weiten Öffentlichkeit gegenüber steht. Einsilbig, schüchtern und nervös. Ganz in diesem Format präsentieren sich die Spieler von Ralf Rangnick gegenüber Manchester United.

Begünstigt durch den Auftritt des vermeintlichen Kontrahenten konnte sich der Gast aus England fast alle Freiheiten gönnen, die sie sich wünschten. Der Präsenz der Ferguson-Schützlinge konnten die Königsblauen nicht viel entgegensetzen. Die gesamten Defensivreihen griffen nicht ineinander und das, was dort noch halbwegs passte, wurde durch die Beweglichkeit der Manchester-Spieler auseinander gerissen, dass es krachte.

Vielleicht war es auch die Überraschung über die vielen Freiheiten, die sie ihre Chancen reihenweise vergeben ließ. Vielleicht. Denn immerhin Manuel Neuer stemmte sich gegen die Flut an Torschüssen. Überhaupt scheint die Champions League seine Bühne zu sein. Die Weltpresse feiert ihn bereits jetzt schon zurecht gebührend. Zudem muss man nur kurz an seine Gala gegen Porto vor ca. drei Jahren zurück denken, um sich auf seine weiteren Auftritte auf diesem Niveau in den nächsten Jahren zu freuen.

Ob man aber so ein Spiel dankbar für den Towart nennen darf? Für den Neuer vom Dienstag wahrscheinlich. Mehr Möglichkeiten, sich auszuzeichnen, kann es für einen Schlussmann eigentlich gar nicht geben. Er war so gut, dass Ferguson im Nachhinein davon sprach, dass seine Spieler fast den Glauben daran verloren, ihn überhaupt überwinden zu können.

Das hielt sie aber nicht davon ab, weiter ihre Freiheiten zu nutzen und es wieder und wieder zu versuchen. Solange bis es klingelte im Kasten des Unbezwingbaren. Zog die Partie zuvor noch ihre Spannung aus der Möglichkeit, dass Neuer eine weiße Weste über die Zeit würde retten können, wirkte nicht nur die Partie danach ganz gegenteilig entschieden.

Diesem Schalker Team traut trotz der offensiven Glanzvorstellungen gegen Inter wohl keiner mehr die Sensation zu das Theatre of Dreams im Sturm zu nehmen. Nach vorne funktionierte an diesem Abend eigentlich auch nichts. Wenig verwunderlich angesichts der fehlenden defensiven Basis führte lediglich der eine oder andere Standard sie für längere Zeit in des Gegners Hälfte. Alle anderen Versuche schnell nach vorne zu spielen verpufften an der eigenen Nervosität. Zu überhastet gingen den wenigen nach vorne rennenden Schalkern um den alleingelassenen Raul die Bälle verloren. Kein Vergleich zu den letzten Auftritten.

Apropos Offensivfeuerwerk gegen Inter: Auch wenn die Schalker an diesem Abend wie paralysiert wirkten, stellt sich die Frage wie schwach die Italiener taktisch und mental im Viertelfinale gewesen sein müssen, um sich dermaßen überrollen zu lassen. Kurz dahinter taucht die Frage auf, wie schwach die Bayern erst gewesen sein müssen, um gegen eine schon geschlagene Inter-Mannschaft noch auzzuscheiden…

Doch all das steht auf einem anderen Blatt. Im Rückspiel dürfen sie noch einmal mit der Prominenz spielen und dort wird sich Rangnick wohl nicht erneut eine solche Blöße auf der taktischen und Einstellungsebene geben. Vielmehr darf man in England wohl ein ausgeglicheneres Spiel erwarten. Auch wenn das unter den Voraussetzungen nicht viel heißen muss. Nur eines steht fest: Mit Manuel Neuer wird die Mannschaft wohl den Spieler verlieren, der maßgeblich an allen Erfolgen in der Königsklasse beteiligt ist.

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Ein viertel Achtelfinale

Posted by Moritz on Februar 18, 2010
Champions League / No Comments

Vor der Saison hatte ich noch ein wenig gestutzt, warum für das Achtelfinale der Königsklasse auf einmal acht Termine im Spielplan standen, wobei die Logik ja eigentlich bestechend ist ein solches in Achtelhäppchen zu präsentieren. Vielleicht findet sich die Zahl Acht im Verlauf der Runde ja noch häufiger wieder.

Dafür gab es aber auch einige mitreißende Spiele. Den Auftakt in dieser Serie machte der französische Ex-Serienmeister aus Lyon gegen die das Millionenballet aus Madrid. Im Vorhinein wurden den Franzosen auch an gedenk ihrer aktuellen schwächelnden Tabellensituation kaum große Chancen eingeräumt. Dich diese wollten sie sichtbar nutzen. Drängten von der ersten Minute an auf das Tor der Madrilenen und erspielten sich gegen den überfordert wirkenden Gegner Chance um Chance. Das Leder wollte nur nicht ins Tor. Vor allem Delgado scheiterte das ein oder andere Mal.  Eine Offensive seitens der Gäste fand nicht statt, dazu waren sie viel zu sehr und mehr schlecht als recht in ihrer Deckung beschäftigt. Doch ein Tor gelang den Franzosen erst nach der Pause, als Makoun sich den Ball eroberte einige Schritte außerhalb des Sicherheitsabstandes jeglichen Gegners voranschreiten konnte, bevor er den Ball aus über 20 Metern über den zu weit vor dem Tor stehenden Casillas hinweghob. Erst als ihnen gegen Ende der laufintensiven Partie etwas die Luft ausging kam Real, auch wenn zwingend Aktionen anders aussehen. Im Verlauf des Spiels konnte man sich schon fragen, wo die vielen Millionen aus dem Sommer geblieben sind. Vorgestern standen sie zu den fast bescheidenen knapp 70 Millionen, die Lyon im Sommer in die Hand nahm, in keinem Verhältnis, so dass wieder einmal das frühe Aus droht. Im Nachhinein kann man Lyon nur einen Vorwurf machen. Sie haben bei dem verdienten Sieg und ihrem Dominanten auftreten es einfach verpasst, den Sack schon für das Rückspiel zu zu machen.

Ein ähnliches “Missgeschick” unterlief im Parallelspiel dem AC Milan gegen Manchester. Die alten italienischen Kempen, hatten es einfach verpasst, nach dem frühen Führungstor nachzulegen. Die Chancen dazu waren vorhanden, gleich mehrfach. Aber vielleicht wehrte sich hier der italienische Geist zu sehr in Führung zu gehen. die Briten, die zunächst nicht richtig ins Spiel fanden, bedankten sich spätestens nach einer halben Stunde für die Geduld, die man mit ihnen hatte und drehten das Spiel dann Mitte der zweiten Hälfte vollständig. Held des Abends war dabei Rooney, der mit seinem Doppelpack den sieg sicherte. Zweimal setzte er sich wunderbar gegen die nicht schaltende Milanabwehrreihe durch und ließ Dida völlig frei keine Abwehrchance. Die Rossonnieri konnten danach zwar noch einmal an ihren Sturmlauf anknüpfen, doch mehr als eine minimale Chance für das Rückspiel konnten sie sich nicht erhalten. Dazu fehlte ihnen einfach in vorderster Front die Genauigkeit. Sollten sie diese nicht bald wiederfinden, dürfte es schwer werden mit mindestens zwei Treffern im Rückspiel. Zumal Manchester dann auch sein Publikum im Rücken haben wird.

Denn hatten im gestrigen Hinspiel auch die Münchener gegen ehemaligen Verein des ehemaligen Münchners Toni. Den Respekt vor dem Gegner und seiner Form merkte man den Fiorentinern dabei durchaus an. Tief stehend behinderten sie das bekannte druckvolle Spiel der Münchener, die so zwar in Ballbesitz blieben, aber nicht in die Verlegenheit von Torchancen kamen. Auch Zange von Ribery und Robben sendete erst kurz vor der Pause erste Lebenszeichen. Der Führungstreffer kam mit einem etwas überflüssigen Elfmeter, da der Ball auch mit einem Vorteil schon im Netz gewesen war, vor der Pause gerade noch rechtzeitig. Die zweite Halbzeit setzte Van Gaal dann notgedrungen mit einem weiteren Jugendexperiment fort, da sich Van Buyten verletzt hatte und für Contento Platz machte. Auch wenn oder gerade da die erste Szene den Lilanen und ihrem Ausgleichstreffer gehörte, fanden sich die Münchenern nun besser. Endlich verstanden sie es Druck zu machen auf die Abwehrreihe der Italiener. Letztendlich brauchte es trotz einiger Chancen aber einer berechtigten Roten Karte für einen Ellenbogenschlag und der Scheuklappen des hart am Ruf eines Skandalschiedsrichters arbeitenden Övrebrö um noch den Siegtreffer zu erzielen. Klose stand dabei locker ein bis zwei Meter im Abseits, durfte sich aber trotzdem freuen. Während sich Prandelli nun dank des einen Tores über eine machbare Ausgangssituation freuen kann, dürften sich die die Münchener über ihre vielen vergebenen Chancen und das unnötige Gegentor ärgern. Auch wenn es am Ende ein glücklicher Sieg, powered by Övrebrö, war.

Mit weitaus weniger Unterstützung mussten die Kanoniere von Arsenal in Porto leben. Vielmehr machten sie sich mit duseligen Gegentoren selbst das Leben schwer. Zwar plagten das junge Team einige Verletzungssorgen, doch diese rechtfertigen sicher nicht das Verhalten vor den Gegentoren. Zunächst ließ der Almunia-Ersatz Fabianski eine Mittelding aus Flanke und Torschuss gekonnt ins eigene Tor abklatschen, bevor er dann vor dem zweiten Tor einen von Campell zwar unsinnigerweise noch einmal angestubsten Ball in die Hand aufnahm – indirekter Freistoß direkt im Strafraum. Noch ganz verdutzt davon, merkten beide erst, dass dieser schon wieder schnell ausgeführt wurde, als der Ball schon im Tor lag. Dazwischen entwickelte sich ein schnelles Spiel, in dem beide Abwehrreihen das eine oder andere Mal auf ihre Torhüter hoffen mussten. Doch nach dem schnellen, zwischenzeitlichen Ausgleich fand kein weiterer Ball den Weg ins Tor. Bis es zum obenerwähnten Faux-Pas kam, der Arsenal um das Unentschieden brachte. Beschweren dürfen sie sich aber letzten Ende wohl nur bei sich selbst, während Porto eine gute Ausgangssituation ins den Korb gelegt bekommen hat.

Eins ist nach den ersten vier Partien immerhin schon klar. Es kann sich nach dem Hinspiel keiner allzu sicher sein, die nächste Runde auch zu erreichen. Dafür waren eigentlich alle Siege zu knapp. In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Europaliga-Abend.

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McCarthys Wölfe beißen nicht

Posted by Max on Dezember 16, 2009
Fussball International / No Comments

Weihnachten steht vor der Tür, eigentlich ein Zeitpunkt zur Besinnung. Doch gerade im Fussball beginnt nach den letzten Ligaspieltagen eine hektische Phase: Die Winterpause wird überall genutzt, um Korrekturen am Kader vorzunehmen. Oder, wie es in England Tradition ist, innerhalb von nur knapp 14 Tagen vier Spieltage bis zum Jahresrende abzureißen. Für einige Vereine kann dieses harte Programm entscheidenden Charakter haben, denn wer die intensive Belastung rund um die Festtage nicht verkraftet, kann schnell in der Tabelle der Premier League abrutschen. Gestern machte die Partie zwischen Manchester United und Wolverhampton Wanderers den Auftakt im Jahresendspurt.

Das Team von Sir Alex Ferguson hatte vor Wochenfrist dank dreier Tore von Michael Owen den Gruppensieg in der Champions League gesichert. Am Wochenende aber folgte zu Hause gegen Aston Villa die schon vierte Niederlage dieser Saison, die allerdings ob des 3:3-Remis von Tabellenführer Chelsea gegen Everton nur minimale Folgen hatte. Dennoch war Wiedergutmachung das oberste Ziel im Duell gegen die Wolves, auch um zumindest für einen Tag an die Tabellenspitze aufschließen zu können und den Konkurrenten aus der Hauptstadt vor deren heutigen Spiel gegen Portsmouth unter Druck zu setzen. Die Gäste aus Wolverhampton wiederum landeten am vergangenen Samstag einen überraschenden Auswärtssieg bei Tottenham Hotspur und rückten damit vorbei an West Ham United auf einen Nichtabstiegsplatz. Im Old Trafford wollten sie einen weiteren Überraschungssieg holen.

Doch das Spiel verlief von Beginn an in nur eine Richtung. Manchester United ließ keinen Moment einen Zweifel daran, wer die Partie letztendlich gewinnen sollte. Immer wieder waren sie besonders mit Aktionen über die linke Seite und Patrice Evra gefährlich, Wayne Rooney vergab in der ersten halben Stunde gleich drei hochkarätige Tormöglichkeiten. Zwischendurch kam auch Vidic nach einem Eckball zu einer großen Möglichkeit, die Führung war also lange überfällig. Die Gäste waren nur nach einer Unsicherheit von United-Goalie Kuszczak kurz gefährlich. Die Führung nach 30 Minuten resultierte allerdings nicht aus einer der zahlreichen Chancen, vielmehr verwandelte Rooney vom Elfmeterpunkt einen korrekten Handstrafstoß. Kurz vor der Pause stellte Verteidiger Vidic per Kopf das Resultat auf 2:0 – hierbei sah Wolves-Goalie Hahnemann nicht besonders glücklich aus, weil er den Ball abklatschen ließ, der dann in das Tor kullerte.

Im zweiten Durchgang nahm Manchester zeitweise das Tempo aus der Partie, sah sich dabei aber keiner nennenswerten Gegenwehr ausgesetzt. Valencia besorgte nach 66 Minuten den 3:0-Endstand. Wolverhampton zeigte sich über die gesamte Spielzeit limitiert, Ösi-Stürmer Maierhofer betrieb zwar einen hohen Aufwand, aber er wurde von seinen Teamkollegen bei den wenigen Angriffsbemühungen nie ernsthaft unterstützt. Es war also leichtes Spiel für die “Red Devils”, ein hochverdienter Erfolg. Damit haben sie nun genau wie Chelsea 37 Punkte auf ihrem Konto.

Nach der kurzen Erfolgsserie und zwei Erfolgen sind die Wolverhampton Wanderers damit zurück auf einem Abstiegsrang. Parallel zur eigenen Niederlage besiegte Bolton im Kellerduell West Ham und ist jetzt zurück auf Platz 17. Den sicher einkalkulierten Rückschlag gilt es jetzt also zu verdauen für das Team von Mick McCarthy. Der Trainer der Wolves dürfte einigen noch von der WM 2002 bekannt sein, als er in der Gruppe von Deutschland mit Irland dabei war. Bei diesem Turnier sorgte er für Schlagzeilen, als er sich mit Irlands Star Roy Keane anlegte und ihn kurzerhand nach Hause schickte. Nach einem dreijährigen Engagement in Sunderland ist McCarthy nun bereits seit 2006 in Wolverhampton auf der Trainerbank und damit maßgeblich am Aufstieg des Klubs im Sommer beteiligt.

Das Restprogramm bis zum Jahreswechsel ist hart für die Wolves: Die leichteste Aufgabe, der FC Burnley wartet am Wochenende. Anschließend duellieren sie sich noch mit dem FC Liverpool und Manchester City. Wesentlich leichter dürfte es da schon für United werden, denn Fulham, Hull und Wigan sind lösbare Aufgaben in den letzten Tagen 2009.

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Zwei aus Drei

Posted by Moritz on Dezember 10, 2009
Champions League / No Comments

Der letzte Spieltag ist Geschichte und somit ist auch die Gruppenphase der Königsklasse vorbei. Nachdem diese in dieser Saison wieder von vielen Neulingen aufgefrischt wurde, sind die üblichen Verdächtigen im Großen und Ganzen wieder unter sich. Dazu dürfen sich nach zumindest teilweise überragenden Partien nun auch der VfB Stuttgart und der FC Bayern zählen, während in Wolfsburg die Trauer über den zweiten verpassten Matchball vorherrscht.

Nach der verpassten, vorzeitigen Qualifikation in und gegen Moskau sollte der große Achtungserfolg nun gegen Manchester United gelingen. Dementsprechend stürmend begannen sie auch. Torchancen blieben bei weitem keine Ausnahmeerscheinung, nur die Tore auf Seiten der Wolfsburger sollten es bleiben. Im Gegensatz zum typischen Erscheinungsbild der Mannen von Armin Veh in den letzten Wochen präsentierte sich ManU abgezockt effektiv in einer B-Besetzung. Deren Micheal Owen gelang es aus drei leichtfertig zugelassenen Chancen drei Tore zu erzielen, die den Hausherren letztendlich das Genick brachen. Auf der anderen Seite verteidigten sie geschickt, aber keinesfalls unüberwindbar. Ein Wolfsburg in der zwingenden Form des Frühjahrs wäre mit der Situation aller Wahrscheinlichkeit nach fertig geworden. Doch im Moment scheint mit Grafite zu mindestens ein Teil weiter auf der Suche nach der verlorenen Form zu sein. Er nahm den Kollegen gute Bälle ab, verzog Schüsse und wirkte auf dem Platz irgendwie glücklos. Erst Sekunden vor der Auswechslung hatte er seine vielleicht beste Gelegenheit, als ein endlich mal strammer und zielgerichteter Schuss aber nichtsdestotrotz das Tor verfehlte. Am Ende haderte dann auch der Trainer mit dem Schicksal und fragte sich, was die Mannschaft verbrochen habe, dass ihr in den entscheidenden Situationen das letzte Quäntchen fehlt.

So gar nicht hadern konnten am selben Abend hingegen die Bayern in Turin. Vielmehr ergingen sie sich nach dem Spiel in immer neue und höhere Lobeshymnen über das eigene Auftreten am Abend. Konzentriert und mit Einsatz kauften sie der alten Dame Juve den Schneid ab. Auch ein frühes Gegentor, das Trezeguet wie aus dem nichts nach einem Konter zur kurzen Führung der Italiener schoss, konnte sie nicht aus dem Tritt bringen. Sehr schön zogen sie die Mannschaft der Italiener auseinander und erarbeiteten sich so die Freiräume, die sie benötigten. Allerdings war es erst ein Elfmeter, den der Torwart mit den wohl meisten Treffern in der Königsklasse verwandelte und der die Torejagd startete. Von der konzentrierten Leistung in der ersten Halbzeit war sogar der General van Gaal so angetan, dass er nach eigenem Bekunden bis auf ein “Super, weiter so!” nichts zu sagen hatte.Also taten seine Recken wie ihnen befohlen und arbeiteten weiter an der Demontage einer seltsam schwach wirkenden Turiner Mannschaft. Vor allem der unaufhörlich kämpfende Olic tat sich wieder einmal hervor und setze in Punkto Lauf- und Einsatzbereitschaft Marken, die der restlichen Mannschaft zeigten, wo es lang geht. Mit drei weiteren Toren schafften sie so fast spielend in ihrem ganz persönlichen Endspiel den Einzug ins Achtelfinale. Ob man nun allerdings die Neugeburt des alten FC Bayern erleben durfte, ist sicher nicht so klar, wie die Akteure es gerne hätten. Als ein bemerkenswertes Signal und einen Schritt in die richtige Richtung kann man es allemal werten.

Einen solchen vollzog auch der VfB Stuttgart beim ersten Auftritt unter dem Babbelnachfolger Gross. Mit dem Rückkehrer in die Startelf Khedira gelang den Schwaben im entscheidenden Spiel gegen Unirea Urziceni ein wahrer Traumstart. Wie entfesselt spielten sie auf wie entfesselt gegen eine Abwehr, die in den ersten Minuten ihren Namen sicher nur bedingt verdient hatte. Die schnellste Drei-Tore-Führung der Champions League-Geschichte entschied das Spiel nach praktisch 11 Minuten. Gegen die vollkommen geschockten Rumänen konnte die Mannschaft nun tun und lassen, was sie wollte. Pässe durch drei, vier Mann hindurch, die bis zum letzten Wochenende schon beim ersten Gegner gescheitert wären, kamen auf einmal an. Die Taktik der Gäste auf Konter zu lauern und dann zuzuschlagen war fulminant gescheitert und ein Plan B stand unter Schockstarre offensichtlich nicht zur Verfügung. Dieser kam erst nach der Pause und sorgte mit dem Anschlusstreffer für ein Mindestmaß an Spannung. Doch letztendlich diente er nur der Kosmetik, denn obwohl sie nun besser mithalten konnten, blieben sie offensiv selten harmlos. Zum Glück für den VfB, der mit Beginn der zweiten Halbzeit den Faden verlor und nun in Ansätzen eher erkennen ließ, warum in der Bundesliga bisher so viel schief lief. Mit dem am Ende jedoch hochverdienten Sieg haben sie den Sprung unter die besten 16 Mannschaften Europas allerdings geschafft und dürfen sowohl auf einen potenten Gegner fürs Frühjahr als auch auf Besserung im Ligaalltag hoffen. Zumindest wenn man die ersten 45 Minuten als Maßstab zu Grunde legt. Wie viel davon am Trainer lag, mag wohl keiner beantworten, aber den ominösen Knopf scheint er auf Anhieb gefunden zu haben.

Somit konnten sich immerhin die Stuttgarter und Bayern für die nächste Champions League-Runde qualifizieren und dürfen verdientermaßen weiter vom großen Geld träumen. Einzig Wolfsburg muss sich, nach zwei Matchbällen durchaus bitter, aber selbst verschuldet mit der Europa Liga auseinandersetzen. Deren andere Teilnehmer werden erst nächste Woche endgültig ausgespielt. Aber vielleicht treffen sie dort ja auch auf Unirea und schießen sich ganz stuttgartmäßg den Frust von der Seele.

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