Mainz 05

Zur Lage der Liga – oben

Posted by Max on April 11, 2011
Bundesliga / No Comments

Die Bundesliga rast unaufhörlich ihrem Ende entgegen. In fünf Wochen sind die Entscheidungen gefallen. Langsam spitzt sich die Lage im Kampf um den Titel, um die Europapokalränge oder gegen den Abstieg zu. Sogar beim FC Bayern gehen mittlerweile die Nerven durch, Louis van Gaal wurde entlassen und durch eine branchenübliche Übergangslösung, aber bayernuntypische Co-Trainer-Beförderung ersetzt. Fünf Spieltage vor dem Ende habe ich mich mal vor den Tabellenrechner gesetzt und den Ausgang der Saison festgelegt. Heute gibt es den ersten Teil mit der oberen Tabellenhälfte.

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Der Titelkampf

Auch wenn die junge Dortmunder Mannschaft langsam ins Grübeln kommt und nicht mehr am laufenden Band die großartigen Leistungen abruft, die Klopps Team bis in den März hinein ausgezeichnet haben – der Titel wird am Ende souverän geholt. Eine Schlüsselrolle wird dabei bereits der nächste Spieltag einnehmen: Am Sonntag muss Hauptkonkurrent Leverkusen nach München und wird dort wohl bestenfalls einen Punkt mitnehmen, Dortmund kann im Spätspiel gegen Freiburg nachlegen und den Vorsprung wieder anwachsen lassen. Dann ließe sich auch im Restprogramm mit den Abstiegskandidaten Mönchengladbach, Bremen und Frankfurt gut machen, eine obligatorische Niederlage gegen Nürnberg habe ich schonmal eingeplant. Es wird zwar nochmal etwas enger für den BVB, und der Titel könnte letztendlich tatsächlich erst am letzten Spieltag vergeben werden, aber zehn Punkte sind noch drin.

Gleiches gilt auch für Bayer Leverkusen. Die Werkself wird in diesem Jahr nicht den obligatorischen Totaleinbruch erleben, aber den Dortmundern auch nicht mehr entscheidend auf die Pelle rücken können. Natürlich könnte man mit einem Sieg in München am Sonntag nochmal ordentlich Kohlen nachlegen, unter normalen Umständen aber sind Dreier gegen Hoffenheim, Köln und Hamburg möglich. Es könnte wirklich bis zum letzten Spieltag offen bleiben, aber dann verliert Bayer 04 gegen den jenseits von Gut und Böse platzierten SC Freiburg zum Abschied von Jupp Heynckes.

Qualifikation für die Champions League

Man stelle sich vor: Das Finale der Champions League 2012 findet in München statt und und der FC Bayern hätte nicht einmal die Möglichkeit, um diesen Titel mitzuspielen. Um dies zu vermeiden reagierten die Bosse nun mit der Reißleine. Gegen die designierten Absteiger Frankfurt, St. Pauli und Stuttgart müssen Dreier her, zudem mindestens zwei Punkte aus den Spielen gegen Leverkusen und Schalke. Letztendlich wird man wohl davon profitieren, dass Hannover auf der Zielgeraden ein bisschen die Puste ausgeht.

Die 96er haben ein undankbares Restprogramm. Nächstes Wochenende gibt es gegen den HSV freilich nichts zu holen. Danach sind zwei Siege gegen Freiburg und Gladbach möglich, doch am vorletzten Spieltag trifft Slomkas Elf auf hochmotiverte Stuttgarter, die ihre letzte Chance auf den Klassenerhalt ergreifen. Am letzten Spieltag gegen Nürnberg geht es für die “Clubberer” noch um die Europa League, weshalb auch hier kein Erfolg schwierig wird. So wird Hannover seine starke Saison letztendlich mit Platz Vier abschließen.

Qualifikation für die Europa League

Da die ersten vier Plätze manifestiert sind und es hier nur noch um die Reihenfolge geht, bleibt eine Startberechtigung für die Europa League offen – oder doch mehr? Der Kampf um Platz Fünf wird von einigen Rückschlägen für die beteiligten fünf Vereine gekennzeichnet sein. Genau: Fünf Vereine. Ich rechne den FC Schalke auf der Welle des derzeitigen Rangnick-Hypes auch noch zu einem heißen Kandidaten. Womit man vielleicht sogar Gedankenspiele anstellen könnte, was wäre wenn Schalke Fünfter wird und den Pokal gewinnt? Dann rückt schließlich sogar P6 in die Europa League. So weit wird es am Ende aber wohl nicht kommen, zu groß ist der Rückstand jetzt und zu viele andere Vereine Konkurrenten.

Eine besondere Rolle wird dabei das direkte Duell zwischen Mainz und Nürnberg am 31. Spieltag einnehmen. Da ich hier mit einem Remis, eher sogar mit einem Erfolg für Mainz rechne, wird letztendlich auch ein Sieg in Dortmund der Hecking-Elf nicht mehr weiterhelfen. Man scheitert knapp an der Qualifikation für Europa.

So wird es auch den HSV treffen, und die letzten Saisonspiele werden von ähnlicher Inkonstanz geprägt sein wie der bisherige Saisonverlauf. Rückschläge wie das späte 1:1 von Dortmund am Samstag erschweren die Lage zusätzlich. Siege gegen Hannover, Stuttgart und Gladbach helfen nicht, wenn Leverkusen und Freiburg nicht bezwungen werden.

Die Schalker robben sich wie beschrieben noch einmal heran, der Weg nach oben ist aber zu weit. Der SC Freiburg behält seine absteigende Kurve der letzten Zeit bei und kommt auf einem dennoch respektablen neunten Rang ein.

Soweit der Blick auf die obere Tabellenhälfte. In den nächsten Tagen dann folgt die Antwort auf die spannende Frage, wer nächstes Jahr nach Paderborn reisen darf.

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Saisonvorschau 10/11 – Teil 1

Posted by Max on August 18, 2010
Bundesliga / No Comments

Sie kommt spät. Aber verzichten möchten wir auch in diesem Jahr darauf nicht. In der mittlerweile vierten Auflage unserer Saisonvorschau haben wir in den letzten Tagen wieder unser Analysebüro geöffnet und die 18 Bundesligamannschaften in acht Kategorien bewertet. Auf Grundlage der Kriterien des kicker, der diese Form der Saisonvorschau bis zur Saison 2006/2007 durchführte, ist dabei wieder eine Rangliste entstanden, die hier in zwei Teilen kurz vorgestellt wird. Für den detaillierten Überblick und eine Kurzbeschreibung aller Kategorien verweise ich auf die Übersichtsseite. Den Anfang machen heute die neun Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte. Wohlgemerkt aus der von uns zusammengestellten unteren Tabellenhälfte.

(10) Eintracht Frankfurt (Notenschnitt: 2,26)

In mühsamer Kleinarbeit hat sich die Eintracht in den letzten Jahren in der Bundesliga konsolidiert. Nach einigen tristen Jahren knapp vor den Abstiegsrängen scheinen die Hessen mit Skibbe einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Doch der Weg zurück nach oben bleibt weiter zäh, auch in dieser Spielzeit wird der Erfolg nicht zufliegen. Wegbereiter könnte die Offensive sein, wenn sie den vor allem von Moritz ausgemachten Nachteil einer durchwachsenen Defensive ausgleichen kann. Probleme könnte es geben, wenn viele Stammspieler ausfallen. Die zweite Reihe ist zu dünn besetzt.

(11) FC St. Pauli (Notenschnitt: 2,30)

Überraschend weit oben, im Mittelfeld der Tabelle, darf sich der Aufsteiger aus Hamburg einordnen. Grund dafür sind in erster Linie zwei Faktoren: Zum einen die recht ausgewogen zusammengestellte Mannschaft, die durch prominente Neuzugänge gut verstärkt wurde. Zum anderen spielt die Komponente von Trainer Holger Stanislawski eine wichtige Rolle. Allgemein gut bewertet wurde auch das Vereinsumfeld, wobei hier abzuwarten ist, inwiefern die scheinbare Ruhe bei der ersten sportlichen Krise bestehen bleibt.

(12) FSV Mainz 05 (Notenschnitt: 2,32)

Hält der Mainzer Fussballzauber an, oder müssen sie sich der Weisheit fügen, dass das zweite Jahr für einen Aufsteiger stets das schwierigste sei? Größter Pluspunkt ist und bleibt das angenehme Umfeld, indem sich in Windeseile auch der einstige Nobody Thomas Tuchel zum gestandenen Bundesliga-Trainer entwickelte. Fraglich scheint, ob die Offensive Bundesligansprüchen genügt. Zumindest Moritz meldet an diesem Punkt einige Zweifel an. Torwart Heinz Müller spielte eine starke Debütsaison, fehlt nun aber längere Zeit verletzt. Auch das könnte ein wichtiger Faktor sein.

(13) Borussia M’gladbach (Notenschnitt: 2,57)

Bei keinem anderen Team liegen Moritz und ich in der Gesamteinschätzung so weit auseinander, wie bei der Borussia. Für meinen Teil sehe ich Gladbach zumindest auf der nächsten Entwicklungsstufe in Richtung Mittelfeld, während Moritz sogar den Abstiegskampf prognostiziert. Arge Diskrepanz weist dabei die Einschätzung der Abwehrreihe auf. Michael Frontzeck hat sich zwar gemacht am Niederrhein, aber bei Moritz noch lange nicht alle Vorurteile besiegt. Es wird interessant zu sehen sein, wer am Ende Recht behält.

(13) 1. FC Köln (Notenschnitt: 2,57)

Nach unserer Einschätzung wird der 1. FC Köln auch in dieser Spielzeit nicht so recht aus den Pötten kommen. Ein entscheidender Knackpunkt ist dabei erneut Trainer Zvonimir Soldo, der in seiner Debütsaison einige Anpassungsschwierigkeiten offenbarte. Kölner Trümpfe sind die Defensive inklusive Goalie Mondragon. Sorgen bereitet dagegen die Besetzung der zweiten Reihe sowie das unruhige Umfeld. Im medialen Haifischbecken Köln könnte es schon bei einem Fehlstart schnell ungemütlich werden. Einiges wird auch davon abhängen, ob Lukas Podolski der Mannschaft endlich entscheidend weiterhilft.

(15) 1. FC Kaiserslautern (Notenschnitt: 2,59)

Auch bei der Bewertung des Meisters von 1998 liegen wir beide um einiges auseinander. Ich für meinen Teil halte diese Mannschaft für zu wenig erfahren, um in der Bundesliga Bestehen zu können. Während Moritz die Neuzugänge und Verstärkungen als gut bewertet, sehe ich diese bestenfalls befriedigend. Wie wird Marco Kurz als Bundesliga-Novize auf der Trainerbank damit zurecht kommen? Wer schießt im Angriff die Tore? Kommt bei Niederlagen schnell Unruhe auf? Das sind doch einige offene Fragen. Ohne Zweifel wird es für den FCK eine schwere Saison im Abstiegskampf.

(16) Hannover 96 (Notenschnitt: 2,75)

Trotz Slomka: Auch 2010/2011 wird in der Landeshauptstadt Niedersachsens wieder gegen den Abstieg gespielt. Am Ende kommen Moritz und ich zwar auf den gleichen Notenschnitt, aber die Einzelwertungen liegen teilweise weit auseinander. Moritz etwa beurteilt die Neuzugänge als unzureichend. Für meinen Geschmack sind da allerdings durchaus einige gute Namen dabei. Dafür sieht er die Offensive als Prunkstück, für mich sind dort zu viele Namen dabei, die lange ihre Qualitäten vermissen ließen. Comeback fraglich. Größtes Sorgenkind ist aber die Defensive. Sie genügt zumindest auf dem Papier keinen Erstligaansprüchen.

(17) 1. FC Nürnberg (Notenschnitt: 2,77)

Erst in der Relegation hat sich der Club vor dem Abstieg gerettet. Diesmal könnte es die Franken erwischen, zumindest knapp wird es wieder. Bis auf den erfahrenen Goalie Torwart Schäfer wurden alle mannschaftsrelevanten Kategorien nur durchschnittlich eingeschätzt. Durchschnittlich zu wenig für die Bundesliga? Auch Trainer Dieter Hecking konnte uns noch nicht endgültig als Krisenmanager überzeugen. Für mich ist er gar ein heißer Kandidat auf einen Rauswurf bis zur Winterpause. Spiele mit dem FCN dürften auch in dieser Saison keine Leckerbissen werden.

(18) SC Freiburg (Notenschnitt: 3,00)

Mit großem Abstand und Einigkeit der beiden Bewerter landet der sympatische SC Freiburg abgeschlagen auf der letzten Position. Letztendlich wird es darauf hinauslaufen, was Teams aus dem Breisgau von jeher auszeichnete: Ein kompetenter Trainer, der in einem ruhigen und homogenen Umfeld ungestört arbeiten darf und eine Mannschaft formt. Die Probleme liegen in eigentlich allen Mannschaftsteilen, die Abwehr ist zu löchrig und wurde nicht ansprechend verstärkt. Der Sturm ist ausgedünnt mit lediglich drei Angreifern. Die Alternativen auf der Bank versprechen auch eher keine Besserung. Na dann: Mit dieser Prognose kann uns der SCF nur positiv überraschen!

Soweit die Teams auf den Plätzen 10-18. Morgen geht es dann in höhere Gefilde. Mit Antworten auf die Fragen: Wer wird Meister? Wer zieht in den Europapokal ein? Wer landet im oberen Mittelfeld?

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Willkommen zurück, Piecke!

Posted by Max on August 10, 2010
Bundesliga / 1 Comment

Damit hätte ich nicht mehr gerechnet. Ein in Deutschland längst in Vergessenheit geratener Legionär kehrt zurück in die Bundesrepublik. Lange Jahre hatte es so ausgesehen, als würde Martin Pieckenhagen seine Karriere in den Niederlanden ausklingen lassen, doch jetzt, wenige Tage vor dem Saisonauftakt im DFB-Pokal kommt es unerwartet zu einem Comeback in der Bundesliga. Der FSV Mainz 05 reagierte auf die langfristige Verletzung seines Stammtorhüters Heinz Müller und nahm “Piecke” unter Vertrag, er soll den Backup für den nun zur Nummer Eins aufgestiegenen Christian Wetklo geben.

Mit mittlerweile 38 Lenzen konnte man mit dieser Rückkehr wahrlich nicht rechnen. Den Durchbruch schaffte Pieckenhagen Mitte der 1990er Jahre bei Hansa Rostock, wo er sich als Stammgoalie etablierte und zeitweise zu den besten deutschen Schlussmännern gezählt wurde. Das brachte ihm im Jahr 2001 einen lukrativen Vertrag beim Hamburger SV ein, wo er die Nachfolge von Hans-Jörg Butt, abgewandert nach Leverkusen, antrat. Nach genau 100 Ligaspielen für den HSV, die nicht immer von 100%igem Rückhalt geprägt waren, stellte ihn Thomas Doll nach vier Jahren auf das Abstellgleis. Fortan wurden dem erfahrenen Ostberliner allerdings Stefan Wächter und Sascha Kirschstein vorgezogen – ob das mit einigen Jahren Abstand die beste Entscheidung war, scheint fraglich. Pieckenhagen jedenfalls erkannte die Zeichen schnell und heuerte vor fünf Jahren bei Heracles Almelo an. Dort erarbeitete er sich einen tadellosen Ruf und war lange Zeit Rückhalt der Mannschaft. Mit einem Kopfballtor in allerletzter Minute zum 2:2-Ausgleich gegen den AZ Alkmaar sorgte er 2007 sogar noch einmal in Deutschland für Schlagzeilen.

Nun fiel er im Sommer allerdings einer Verjüngungskur des Kaders unter Trainer Gertjan Verbeek zum Opfer, war vereinslos und wahrscheinlich schon fast auf der Suche nach Beschäftigung für die Zeit nach der Profikarriere. Es kam anders, Mainz griff zu. Willkommen zurück, Piecke!

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BL-Analyse (III): Auf der Treppe

Posted by Moritz on Dezember 28, 2009
Bundesliga / No Comments

Nachdem sich Max erst gestern den Zwischenraum der Bundesliga gewidmet hat, erhöhen wir jetzt die Schlagzahl und beleuchten jene Teams, die nach aktuellem Tabellenstand noch mehr oder minder große Hoffnungen auf eine Teilnahme am internationalen Geschäft in der kommenden Spielzeit machen dürfen. In Frankfurt und Mainz wird diese Ansicht sicher überraschen, doch ihr Abstand ist nach oben tatsächlich geringer als nach unten. Dazu weiter unten mehr, wenn die Analyse soweit vollzogen ist.

Werder Bremen (6. – 28 Punkte – 32:16 Tore)

Saisonverlauf

Mit einer Niederlage ging es für die Bremer wenig erfreulich in die neue Saison. Doch danach sollten 14 ungeschlagene Spiele folgen, die sich pari pari auf Remis und Siege aufteilten. Erst am Ende ging ihnen dann angesichts des vollen Programms ein wenig die Puste aus, so dass die Hinrunde so endete wie sie begann: mit einer Niederlage.

Analyse

Nach der letztjährigen zumindest in der Bundesliga enttäuschenden Saison scheint Werder Bremen wieder auf dem Weg der Besserung zu sein. Die Abwehrreihe und auch Frings wirken souveräner als zuvor. Mit Özil, Marin und Hunt hat sich auch in der Kreativabteilung der Hanseaten ein Trio gefunden, das die Gegner schwindelig spielen kann und den Vorderleuten die Tore auflegt. Dem ehemaligen Kreativmann Diego trauert deshalb schon keiner mehr nach. Allerdings besteht die größte Schwäche auch in diesem Trio, da es auf Grund seiner überragenden Form kaum ersetzt werden kann. Größter Kritikpunkt an der Vorrunde dürfte das eigene Nervenflattern gegen die direkte Konkurrenz sein. Gegen alle Vorplatzierten reichte es nur zu drei Unentschieden.

Prognose

Werder Bremen wird auch in der Rückrunde wieder ein gehöriges Wörtchen mitreden, wenn es um die Europa und Champions League geht, selbst der Meistertitel ist wenn auch nicht zum greifen nah, nicht ganz außer Reichweite. Realistisch scheint aber angesichts der Konkurrenz ein Platz in der Qualifikation zur Königsklasse.

TSG Hoffenheim (7. – 25 Punkte – 27:16 Tore)

Saisonverlauf

Man könnte es eine Vorrunde unter dem Zeichen der Normalität nennen, die die Hoffenheimer hinter sich gebracht haben. Anders als im Vorjahr nahmen sie die Bundesliga nicht wie im Sturm, waren aber auch erfolgreicher als in der Rückrunde.

Analyse

Die hohen Ansprüche an sich selbst scheinen die Spieler ein wenig zu behindern. Von der Unbeschwertheit vergangener Tage ist vor allem in letzter Zeit nur noch selten etwas zu sehen. Vielmehr ist der innere Zwang zu sehen, dass es schön laufen soll,im Endeffekt aber verhindert, dass gerade und direkt aufs Tor gespielt wird. So wirklich überzeugend wirkte kein Mannschaftsteil über die gesamte Hinrunde. Das Ergebnis kann sich zwar trotzdem sehen lassen, ist aber auch nicht viel mehr als ausgezeichnetes Mittelmaß.

Prognose

Auch wenn vor einem Jahr schon viele von der Champions League träumten, wird man im Kraichgau, Planung hin oder her, noch eine Weile auf internationale Auftritte warten müssen. Mehr als Platz 6-8 dürfte nur drin sein, wenn alles perfekt läuft.

VfL Wolfsburg (8. – 24 Punkte – 32:32 Tore)

Saisonverlauf

Das sie wieder um den Titel mitspielen werden, haben wohl nur die eingefleischtesten Fans erwartet. Doch so ganz kommen sie in dieser Saison nicht recht in Gang. Die Spielzeit ließ sich zwar mit zwei Siegen recht eindeutig an, doch danach ist keine so eindeutige Linie mehr zu erkennen. Anfang November holten sie den letzten Dreier und seitdem gerade einmal drei Punkte. So steht die Winterpause ein wenig im Zeichen der “Krise” durch die Veh als Nachfolger des allmächtigen Magath entlastet wird und ein paar seiner Kompetenzen abgeben musste.

Analyse

Die gute Nachricht für die Wolfsburger ist, dass ihre Offensivmaschinerie läuft und läuft. Mit 32 Toren sind sie ganz vorne mit dabei. Hauptakteure dort sind mit Dzeko und Misimovic alte Bekannte, die ihre Form in die neue Saison gerettet haben. Allerdings ist dabei ihr einst kongenialer Partner Grafite auf der Strecke geblieben und scheint kaum ein Bein auf den Boden zu bekommen. Doch die richtigen Probleme fangen erst dahinter an. Im Übergang vom Mittelfeld in die Defensive klaffen zu oft Löcher, die es den Gegnern leicht machen zum Erfolg zu kommen. Den Leistungsabfall an dieser Stelle konnten auch die Neuzugänge nicht beheben, die bis auf Hasebe, der sich langsam zu akklimatisieren scheint, nicht beheben. Nachlässigkeiten im Torverhindern kosteten den VfL bisher jedoch locker einen Platz unter den ersten Fünf.

Prognose

Irgendwie wirkte Armin Veh in letzter Zeit oft ratlos, wie er die seinen auf den rechten Weg zurückführen sollte. Oft macht es den Anschein einer reinen Einstellungssache. Sollte diese nicht behoben werden, sieht es alles danach aus, dass das Jahr in der Champions League vorerst einmalig bleiben wird. Allerdings standen sie nach der letztjährigen Vorrunde auch nicht viel besser da.

FVS Mainz 05 (9. – 24 Punkte – 21:22 Tore)

Saisonverlauf

Der Aufsteiger begann seine Saison eigentlich schon vor dem ersten Spieltag, als nach dem Pokal-Aus als dankbarem Anlass der Aufstiegstrainer vom Hofe gejagt wurde. Sein Nachfolger Tuchel scheint den Nerv des Teams zu treffen und führte den Aufsteiger bis in die erste Tabellenhälfte. Zeitweise klopften sie sogar direkt an den fünften Platz an. Zuletzt ging aber auch ihnen im Gleichschritt mit dem Meister ein wenig die Puste aus. Gefährdend wurde dies angesichts der Vorleistungen bisher aber noch nicht.

Analyse

In Mainz scheint man sicher weiter auf bekannte Tugenden zu verlassen, die schon die letzten Bundesligajahre prägten. Vor allem zu Hause am Bruchweg ist man eine Macht. Kein einziges Spiel gab man dort verloren und überraschte die Kontrahenten mit einer nimmermüden Offensive, die stets die entscheidenden Tore noch nachlegen konnte. Vor allem Neuzugang Ivanschitz erwies sich dort als Volltreffer. Doch so gut dort die Bilanz aussieht, so desaströs ist sie auswärts. Gerade einmal ein Viertel der Punkte stammt von des Gegners Platz. Auch nahm die Ausbeute mit andauernder Hinrunde kontinuierlich ab, was man durchaus als zunehmende Müdigkeit interpretieren könnte.

Prognose

Das primäre Ziel eines Aufsteigers haben sie schon in handfeuchten Tüchern. Viel fehlt nicht mehr, bis sie den Klassenerhalt abhaken können. In die andere Richtung wird nicht viel gehen, weshalb man eine ganz entspannte Rückrunde spielen kann.

Eintracht Frankfurt(10. – 24 Punkte – 22:24 Tore)

Saisonverlauf

Ein wirklicher Faden im Saisonverlauf lässt sich kaum erkennen. Siege, Niederlagen und Unentschieden wechseln sich in loser Folger ab und halten sich, wie es die Tabelle auch verrät, sehr ausgeglichen die Waage. Was auffällt ist, dass man eher die Tendenz zu deutlichen Niederlagen besitzt, während Ausschläge in die andere Richtung die Ausnahme geblieben sind.

Analyse

Offensivfußball versprach Michael Skibbe einst zu seinem Antritt in der Bankenmetropole. Dafür ließ ihn das Publikum bisher in Ruhe arbeiten, auch wenn seine Mannschaft diesen kaum zeigte. Vielmehr gestaltet sich der Wandel des einstigen Funkelteams schwierig. Über fehlende Qualität und einen zu großen und damit unzufriedenen Kader beschwerte er sich bereits öffentlich, was für Unstimmigkeiten im Vorstand sorgte. Unstimmig wirken ab und zu auch die Vorstellungen auf dem Platz, die eher dazu neigten den Gegner einzuladen, als das geforderte Kurzpassspiel und Tempofußball zu zeigen, weshalb man im Zweifel die eher sicherere Variante wählte, die letztendlich auch zu einem sicheren Tabellenplatz führte.

Prognose

Das Gefühl zeigt zwar eher nach unten, aber so richtig anbrennen wird am Main wohl nichts mehr. Dass kein Schlendrian einkehrt, dafür wird Skibbe in seiner neuen Rolle schon sorgen und so steht zumindest sportlich eine am Ende ruhige Rückrunde an, was auch schon ein Fortschritt ist.

Soweit zu jenen Teams, die durchaus noch Ambtionen nach oben entwickeln können. Der letzte Teil der Serie, der die fünf besten Mannschaften der Hinrunde unter die Lupe nehmen wird, wird noch vor Jahresfrist folgen und Klarheit über die Chancen im Meisterrennen verschaffen.

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Die Saisonvorschau – Die letzten Sechs

Posted by Moritz on August 05, 2009
Bundesliga / 5 Comments

Die erste Pokalrunde ist bereits passé und die Saison nähert sich in Siebenmeilenstiefeln ihrem Auftakt. So wird es wieder Zeit für die schon fast traditionelle Saisonvorschau in ihrer dritten Ausgabe. Diesmal in handlichen Sechsergruppen eingeteilt, schweift der Blick zu Beginn in die unteren Tabellenregionen, in denen über weite Teile der Saison der Abstiegskampf toben wird. Abzurufen gibt es die aufgeschlüsselten Noten natürlich auch, wobei kurz angemerkt werden muss, dass in dieser Saison die Mannschaftsspezifischen Aspekte mit einer kleinen Gewichtung von 2:1 zu den restlichen vier Noten etwas mehr in den Mittelpunkt gerückt wurden.

1. FC Nürnberg (Letzte Saison: Zweite Liga – Note 2,40)

Nachdem sie das Hintertürchen Relegation erfolgreich genutzt haben, sind die Nürnberg nun also nach nur einem Jahr Abstinenz wieder in der Bundesliga angekommen und reihen sich gleich als erfolgreichster Aufsteiger in die Rangliste ein. Die Garanten für den Erfolg stellen auf der einen Seite die Defensive dar, die unterstützt von einem erfahrenen Rückgrat Raphael Schäfer schon in der letzten Saison die Grundlage für den Erfolg stellten. Überhaupt wird der sympathische Jungtrainer und Vater des Erfolgs, Michael Oenning, auf einen jungen, eingespielten Kader zurückgreifen können, der lediglich mit einigen wenigen Neuzugängen der Kategorie Ergänzung verstärkt wurde. Letztendlich wird sich die Bundesliga auf die Rückkehr einiger alter Bekannter wie Mintal freuen, die sich am Ende mit ausreichendem Abstand für einen versöhnlichen Saisonabschluss zur heißen Zone einsortieren werden.

SC Freiburg (Letzte Saison: Zweite Liga – Note 2,52)

Der Deutsche Zweitligameister der abgelaufenen Runde sortiert sich direkt dahinter ein und kehrt ebenfalls mit einem jungen, erfolgreichen Trainer ins Oberhaus zurück. Mit Robin Dutt ist es dem Nachfolger von Volker Finke gelungen das schwere Erbe anzutreten und auch erfolgreich mit einer ebenfalls jungen Mannschaft weiterzuführen. Die größte Stärke dürfte wie eigentlich gar nicht anders zu erwarten im Breisgau das ruhige Arbeitsklima sein. Mannschaft und Trainer können in aller Ruhe am Erfolg basteln, ohne das von außen oder ihnen Querschläger die Arbeit konterkarieren. So waren sie auch nur mal kurz intensiver in den Medien vertreten, als Kakas Bruder zum Test mittrainierte, später dann aber wieder in die Wüste geschickt wurde. Wie bei allen drei Aufsteigern ist der am stärksten einzuschätzende Mannschaftsteil, die Defensive, die nach dem Unfall Topraks noch einmal Zuwachs erhielt. Sollte es keine unerwartet Großen Umstellungsprobleme geben, dürften das Ziel Klassenerhalt für die Baden-Württemberger ebenfalls erfolgreich verlaufen.

Borussia M’Gladbach (Letzte Saison: 15. – Note 2,57)

In der letzten Saison verdankten die Borussen den Klassenerhalt aus aussichtloser Position wohl fast einzig dem Heldenstück von Hans Meyer, der sich nach getaner Arbeit sogleich wieder in den (vorläufigen) Ruhestand verabschiedet hat. Neben Meyer verabschiedeten sich auch Marin und Baumjohann, für die mit einem beherzten Griff ins Geldsäckel auch Ersatz verpflichtet wurde, der durchaus vielverspechend ist, sich aber einerseits erst einmal in die neue Angriffsordnung einfinden und an die Bundesliga andererseits eingewöhnen werden muss. Gleichzeitig kommt auf Frontzeck, der auf seinen bisherigen Stationen unter noch schlechteren Vorzeichen nicht unbedingt immer zu überzeugen wusste, die Aufgabe hinzu dem Defensivverbund die richtige Einstellung beizubringen, damit sich nicht wieder so eine schwer umzukehrende Dynamik wie in der letzten Saison entwickelt. Dies dürfte der Knackpunkt für ein erfolgreiches Abschneiden werden. Dank der Neuzugänge, die die Borussia bereits letzten Winter retteten, dürfte der Klassenerhalt das zweite Mal in Folge knappest möglich geschafft werden, wenn auch mit Zittern.

FSV Mainz 05 (Letzte Saison: Zweite Liga – Note 2,73)

Eine wahre “Glanzleistung” legten die Verantwortlichen von Mainz in den letzten Tagen hin, als sie kurz vor Saisonstart den offenbar vorherrschenden Spannungen nachgaben und den Aufstiegsheld Andersen von seinen Pflichten entbanden. Die Domstädter stehen somit kurz vor dem Saisonstart vor einem kleinen Scherbenhaufen: Ein Trainer, der zwar im Juniorenbereich Meister ist, sonst aber seine Feuertaufe erst bestehen muss, ein Kader, der nicht zuletzt wegen seiner vielen Verletzten kurz- und mittelfristig kaum in der Lage sein dürfte im Tollhaus Bundesliga zu bestehen und dem bereits im vergangenen Saisonfinale ein wenig die Puste ausging. Mit Ivanschitz wurde zwar ein vielversprechender Name eingekauft, doch keiner weiß, wie viel der Österreicher nach langer Abstinenz in der Lage ist zu leisten. Es steht den Rheinland-Pfälzern also eine ausgesprochen schwierige Saison mit so einigen Fragezeichen ins Haus. Doch dank seiner frenetischen Fans, erlangen die Karnevalsrecken letztendlich trotz aller widrigen Umstände noch den Platz zur Relegation, der ihnen eine letzte Ausfahrt aus dem Sündenpfuhl gewährt.

VfL Bochum (Letzte Saison: 14. – Note 2,78)

Erstaunlich, wenn nicht sogar fast erschreckend ist es, wie Marcel Koller in aller Ruhe und Schweizer Gemütlichkeit den VfL Bochum fast vollkommen unbemerkt durch die Untiefen der Bundesliga und des Abstiegskampfes in das inzwischen vierte konsekutive Bundesligajahr lenkt. Wie ein U-Boot auf Schleichfahrt wirken die Ruhrgebietler dabei. Weder Stars noch sonstige Mätzchen stören die Ruhe in größerem Maße und nichts destotrotz werden die Fans mit ihrem Trainer nicht so recht warm. Dabei ist der VfL durchweg mit bekannten Namen besetzt, von denen einen allerdings niemand vom Hocker reißen kann. Auch die Neuzugänge versprechen keine Bäume auszureißen, womit man in Bochum wieder einmal den Ruf als graue Maus mehr als bestätigt. An für sich muss das nichts schlechtes sein, doch vor lauter Grau reicht es dann, da andere Mannschaften vorbei zuziehen vermochten in unserer Saisonvorschau auch nicht mehr für einen Platz unter den ersten 16.

Hannover 96 (Letzte Saison: 11. – Note 2,81)

Ehrlich gesagt ist es für mich immer noch ein mittelgroßes Rätsel, wie Hannover sich so weit oben hat einsortieren können in der letzten Saison. Auf der Habenseite ist da sicher der Leistungs- und Sympathieträger der Mannschaft zu nennen. Mit Robert Enke haben sie einen Torwart, der auf der einen Seite zu bemitleiden ist, für das, was seine Vorderleute anstellen und andererseits zu bewundern für das, was er daraus macht. Nominell mag der Rest der Mannschaft zwar durchaus namhaft sein, doch in den Spielern steckt nicht wirklich das drin, was sie einst bei der Verpflichtung versprochen hatten. Aus finanziellen Gründen sind dann echte Verstärkungen auch Mangelware und im Brennpunkt Abwehr wurde nur Haggui verpflichtet, während man ansonsten im Großen und Ganzen auf den Kader der letzten Saison vertraut. Man könnte es auch ein Vabanquespiel oder Russisch Roulette mit einem unausgewogenen Kader nennen. Einzig die Heimbilanz rettete die Mannschaft und zeigte, dass der auswärts absolut harmlose Kader Bundesligareife besitzt. Positiv hervorzuheben ist auch die Kontinuität mit Dieter Hecking  auf dem Trainerstuhl, die bei einer nervöseren Vereinsführung sicher schon lange keinen Bestand haben würde. Trotz der wenigen Lichtblicke belegen die Rothemden in unserer Saisonvorschau den letzten Platz und müssten nach langen Jahren Bundesliga mit dem bitteren Abstieg vorlieb nehmen.

Soweit also das untere Tabellendrittel, in dem Schweißausbrüche und Angstzustände angesichts der Tabellensituation häufen dürften. Mit den nächsten sechs Mannschaften wird die Serie dann in ruhigeren Gefilden fortgeführt werden. Doch bis dahin wünsche ich noch einen sonnigen Mittwochnachmittag.

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