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Holpriger Weg 13. Februar 2013

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Es ist eine sensationelle Saison die Braunschweig in der zweiten Liga spielt und die auch nach der Winterpause vorerst ungebrochen weiter geht. Am Wochenende leistete man sich einen ersten Ausrutscher, auf den in Berlin lange gewartet wurde. Doch offenbar war die Kulisse eines Flutlichtspiels zum Montagabend nicht die geeignete, denn die alte Dame zierte sich den Sprung an die Spitze und in Richtung der zweiten Meisterschaft der letzten drei Jahre zu tun.

Die Mannschaft scheint im Moment über ein ganzes Spiel nicht voll da zu sein und spielerisch nicht auf der Höhe ihres Potenzials zu sein. Es ist ein Eindruck, der sich schon letzte Woche in Regensburg erhärtete. Das Ergebnis – ein 1-5 gibt es schließlich nicht alle Tage – täuschte über einige evidente Schwächen hinweg, die sich so auch im Derby für welches bloß der Eindruck aus dem Radio herangezogen werden kann, wohl größtenteils wiederholten.

Offensichtlich ist die Apathie in der ersten Halbzeit. Mit halber Kraft wurde der Ball verschoben, während eigene Bewegung selbst Mangelware war. Für engagierte Regensburger, die beinahe mit dem Rücken zur Wand stehen, war es daher ein einfaches dazwischen zu spritzen und selbst Akzente zu setzen. Keine Torchancen bis zum Pausentee in der Donaustadt sprechen da Bände.

Sollte Luhukay in der Kabine etwas lauter geworden sein, überrascht mich das nicht. Im Gegenteil – jeweils kam die Mannschaft mit einer überzeugenderen Leistung wieder aus der Kabine. Aber auch danach tat man sich jeweils schwer aus dem Spiel heraus Gefahr zu erzeugen. Lange Bälle aus dem Halbfeld auf einen oder im Zweifel auch keinen Stürmer locken auch in der zweiten Liga keinen aus der Reserve.

Die Gefahr entstand letztendlich durch Standards. Ecken und Ronnys Freistöße sorgten letztendlich für die ersten Tore, die weiteren den Weg ebneten. Aus dem Spiel heraus ging trotzdem wenig. Sich über 90 Minuten einzig auf die individuelle Klasse zu verlassen, ist da zu wenig. Natürlich waren nicht alle Mann der ersten Garde in Regensburg im Kader gewesen. Doch als Krösus der Liga sollte es trotzdem der Anspruch zu sein, auch bzw. gerade dann zu überzeugen.

Unverdient waren die Punktgewinne in letzter Konsequenz zwar nicht. Aber sie lassen, die letzte Konsequenz und Konzentration auf die aktuelle Aufgabe vermissen, die nötig ist, um die eigene Leistung im Zweifelsfall auf den Punkt abrufen zu können. Ein gutes Zusammenspiel unter Druck kann nicht einfach eingeschaltet werden, wenn es zuvor kaum oder nur im Training zur Anwendung kam. Angesichts der komfortablen Situation in der Liga mag dies eine Kritik auf hohem Niveau sein. Doch eine Angst Fehler zu machen, wie sie von Luhukay nach dem Derby konstatiert wurde, darf gar nicht erst Einzug erhalten in die Spielweise. Dadurch wurde in Berlin schon zu viel verloren.

Steigt man jedoch aller Voraussicht nach auf, genügt zukünftig eine gute Halbzeit nach dem Appell in der Pause höchstens für die goldene Ananas und die Rückkehr droht schneller als erhofft. Für Luhukay gibt es,  so sehr er in Berlin in der ersten halben Saison zurecht kam, in den nächsten Wochen und Monaten noch viele Stellschrauben. Mit diesem Vorsprung sollte es erlaubt sein, langfristigere Grundlagen zu legen, damit das Gefühl, des Erfolges länger als nur eine Saison erhalten bleibt.

Aufgestiegen, um abzusteigen 22. April 2012

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Zwei Spieltage vor Schluss sind es zwei Punkte, die Hertha auf den Relegationsplatz fehlen. Es hätte auch ein Punkt Vorsprung sein können. Köln hat gegen Stuttgart nicht gewonnen. Wie zu erwarten war, tritt der Chaosklub vom Rhein auf der Stelle.

Wie zu erwarten war, tritt der Chaosklub von der Spree auf der Stelle. Die Berliner Leistung oszilliert in den letzten Wochen von nicht vorhanden bis bemerkenswert. Allein das Ergebnis bleibt bemitleidenswert und der Silberstreif am Horizont zerstiebt sogleich wieder.

Spätestens seit den kümmerlichen Versuchen der Pfälzer gegen Hamburg waren sie der Notnagel, gegen den etwas geht – gehen muss. Welch Ironie der Geschichte, dass diese chronisch unorganisierte Mannschaft die einzigen beiden Treffer der ersten Halbzeit erzielte. Ein Sahan, der Pässe verpasst, Schüsse auf die Tribüne absetzt, soll gegen Hertha auf einmal gut gewesen sein? Und seine Mitspieler ebenso?

Es sind die Niederlagen gegen die direkten Konkurrenten, die zum Zeitpunkt des Aufeinandertreffens ebenso darnieder liegen, wie die Hertha. Wer hat Stuttgart wieder aufgebaut? Wer hat Augsburg den Weg geebnet? Die nette Tante aus Berlin, die es bis zur Selbstaufgabe gut mit anderen meint und sich dabei selbst vergisst.

Das ist die wohlwollende Interpretation. Die andere ist, dass die Mannschaft irgendwann im Herbst im unsäglichen Streit um und mit Markus Babbel zerbrochen ist. Er und Skibbe scheinen Jahre zurückzuliegen. Die Teile vermochten sich dann weder von selbst noch von der Rhetorik eines Rehhagels wieder zusammenfügen zu lassen.

Man kann froh sein, dass Köln die Mannschaft mit noch mehr Gegentoren ist und einer ähnlich katastrophalen Bilanz ist. So reicht vielleicht schon ein Sieg in den finalen beiden Spielen, um die Schonfrist zu verlängern. Doch wie wahrscheinlich ist das?

Der bevorstehende Abstieg lässt die schlimmsten Ahnungen wahr werden. Es schmerzt zwar, aber anders als noch vor zwei Jahren. Ob das die Gewöhnung ist, die auch das Stadion schweigen lässt? Wie stand es dereinst an der U-Bahn-Station Olympiastadion: “Wir gehen nur zurück, um Anlauf zu nehmen”. Er scheint noch nicht lang genug gewesen zu sein.

Rettungsanker Rehhagel 19. Februar 2012

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Tagelang durfte man sich seit letztem Wochenende mehr oder weniger ernst gemeinte Trainervorschläge für Hertha anhören. Die meisten versuchten eigentlich nur eher weniger die bisherigen Trainer zu persiflieren.

Der wahre Schock kam dann als sich die Meldung verfestigte, dass Preetz in Essen sei, um das Trainerurgestein Otto Rehhagel zu reaktivieren. Sofort schossen alle Vorurteile, die sich seither mit der griechischen Nationalmannschaft verbinden ließen aufgestiegen.

Nachdem diese Reflexe allerdings verdaut waren und der Verstand wieder zu arbeiten begann, ist der Weg, den Preetz mit seiner Do or Die-Entscheidung geht, nachvollziehbar.

Man muss sich wohl vorstellen, wie er erneut in seinem Büro saß und eine Hertha auf dem Trainingsplatz sah, die sich wie vor zwei Jahren in den Abstiegssumpf hineinmanövriert hat und jemanden braucht, der die Saison verhätlnismäßig ruhig zu Ende bringt, um den erneuten GAU zu vermeiden.

Es zirkulierte die Liste der üblichen Verdächtigen – der übliche Einheitsbrei, der in diversen, dubiosen Medien meldete, er sei bereit, wenn man ihn frage. Es sind nicht nur die Funkels und Skibbes, von denen man so wieder einmal hört.

Aus diesem Grund setzte hier das erste Aufatmen ein. Es ist kein Sidka, kein Götz, kein Stanislawski, kein Funkel und wie die ganzen Quacksalber auch heißen. Alleine dafür kann man dem Architekten Preetz wieder dankbar sein.

Doch die Personalie Rehhagel ergibt nicht nur durch negative Logik ihren Sinn. Einen erfahreneren Trainer dürfte man lange suchen dürfen. Dieser Schatz dürfte die Einarbeitung wesentlich beschleunigen und auch genügend Ansätze bieten, die Mannschaft auf den rechten Weg zurück zu führen.

Durch seine Pause seit der EM 2010 hat er genügend Zeit gehabt sich zu erholen. Sieht man Favre, weiß man wie gut das einem Menschen tun kann. Glaubt man zudem Klopps Aussagen aus der Pressekonferenz nach dem gestrigen Spiel, dann “brennt [Rehhagel] an beiden Enden”.

Hinzu kommt, dass er anders zweifellos eine Respektsperson ist, die die Spieler aufhören lässt. Die Autorität, die er austrahlen kann, dürfte jene von Babbel und Skibbe selbst im Paket übertrahlen. Eine ebenso schnelle Revolte wie im Januar steht hier hoffentlich nicht zu erwarten und die von einer lahmen Ente mag ob des kurzen Vertrages auch keiner Reden. Das Ziel scheint klar.

Aber reicht das? Seit seiner Zeit in Griechenland, steht er latent im verdacht ein antiquiertes Spielprinzip zu nutzen. Sofort machte wieder das Phantom des Liberos die Runde. Spätestens seit selbst Zonal Marking die Rückkehr dieses Spielertypus in leicht verändertre Ausrichtung und Position nicht ausschloss, hat die Nennung des L-Wortes sicherlich an Schrecken verloren. Der Zweck heiligt damals die Mittel und wird es wieder tun, sollte es nötig sein. Soviel geistige Steifheit kann man einem Menschen ansonsten gar nicht zutrauen, dass er antiquierte Spielsysteme in die Moderne transportiert.

Man hofft das Beste. Einst mit Meyer hat dieser Schachzug funktioniert und auch dieses Mal scheint ein Trainer-Veteran die Veranwortlichen im Aufsichtsrat am meisten überzeugt zu haben. Lediglich eine Gegenstimme wurde bei sechs Zustimmungen kolportiert.

Eines muss man Preetz lassen. Konventionelle Trainer sind nicht seine art und er scheut auch in schwierigen Situationen nicht vor eigenwilligen Denkweisen und Entscheidungen zurück. Sein Ansehen hat er mit diesem Coup jedenfalls wieder etwas herstellen können. Zumal er nun wieder genügend Ruhe und vor allem auch Zeit haben wird, einen Trainer zu finden, der ab dem Sommer übernimmt.

Man kann diese Zuversicht, die sich jetzt breit macht, die eines Verzweifelten nennen. Es ist sie sicher auch. Aber immerhin gibt es sie im Gegensatz zum Funkelschen Intermezzo.

Führungsposition 12. Februar 2012

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Hertha ist führend im deutschen Fußball. Keiner hat in der Rückrunde mehr Spiele verloren. Keiner hat in dieser Saison mehr Trainer gesehen als die Berliner Spieler. Kurz: Es geht stetig abwärts mit den Fußballkünsten in Berlin. Seit der Posse um Babbel und der heutigen Entlassung seines Nachfolgers liegen gerade einmal wenig Wochen, in denen nichts besser, aber vieles schlechter wurde.

Symptomatisch für die Hilflosigkeit steht die Zahl der Roten Karten. Drei der letzten fünf Bundesligaspiele musste die Mannschaft auf Grund unbedachter Aktionen von einzelnen Akteuren auf dem Platz dezimiert fortsetzen.

Höhepunkt der Serie war das gestrige Einsteigen von Ottl gegen Hajnal am Mittelkreis, als die Messen für die Partie längst gelesen waren. Innerhalb von acht Minuten lagen sich alle Stuttgarter beim Stande von 0-3 in den Armen und musste sich dank der frischen Überzahl nicht einmal Sorgen über die letzte Stunde Spielzeit machen.

Zu harmlos präsentierte sich die Mannschaft zuvor. Durch Passivität versuchten die Berliner Gäste in die Partie zu finden. Während der VfB sich durch nicht wesentlich besser anzuschauendes Ballgeschiebe langsam in die Partie einfinden konnte, ließ ihnen Hertha den Raum den es dazu braucht.

Kombinationen von Hertha fanden mit höchstens drei Stationen bis maximal 30 Meter vor dem eigenen Strafraum statt und danach war der Ball schon verloren. Zu unbeholfen gingen sie in die Offensive, dass stets mindestens ein Weißer mehr in der näheren Umgebung war. Ein Ballbesitz von gefühlten maximal 25% war die Folge.

Die Quittung folgte nach einer guten halben Stunde mit einem Stuttgarter Dreierpack und Ottls Bärendienst. Das Spiel war gelaufen und selbst Schadensbegrenzung wollte bei der bemittleidenswerten Vorstellung nicht gelingen. Man kann von Glück reden, dass Labadias Elf sich in einem ähnlich schlechten Zustand befand.

An der Seitenlinie stand während jener fassungsloesn ersten Hälfte ein Trainer, der nicht erkennbar eingreift, der sprachlos schweigt und den unbeteiligten Beobachter gibt. Selbst nach dem Spiel fiel ihm, der in den letzten Wochen stets mit Phrasen glänzte, nichts mehr ein.

Der Rest ist dann ein Manager, der überraschend schon am Folgetag versucht, seinen Fehler zu korrigieren, wie Preetz selbst öffentlich bekundet. Seine Chance ist jetzt, seine kommenden Entscheidungen so transparent wie möglich darzustellen. Bisher stand immer der Trainer im Fokus, doch so langsam visiert die Presse aus Mangel an Kontinuität den Architekten in der zweiten Reihe an. Ein Kampf, den Hertha schon um Babbel verloren hatte.

Noch bewegt sich die Hertha diesseits des Jordans. Mit dem Spiel gestern aber stürzte sich die alte Dame weiter in die Wogen des Flusses. Gleich einem Nichtschimmer, der fasziniert vom Gefühl immer weiter hinaus geht, ging die Mannschaft gestern ebenso unbekümmert zu Werke und ließ einfach geschehen.

Wer auch immer der Nachfolger des wohl teuersten Interimstrainer in Berlin wird. Ihm muss es zwingend gelingen, die Mannschaft wieder aggressiver im Spielansatz auf den Platz zu schicken. Ihr langfristig die Konzentration geben, die es ermöglicht das zweifellos vorhandene Potenzial abzurufen. Enttäuschte Erwartungen gab es in den letzten Wochen genug. Für alle Beteiligten beginnt die Zeit langsam abzulaufen. Das ist klar.

Hauptstadtprovinzposse 18. Dezember 2011

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Es ist erbärmlich, was Hertha abseits des Platzes gerade abliefert. Seit Wochen tobt in den Medien eine eigentliche Nicht-Diskussion um Markus Babbel. Aus Mangel an klaren Aussagen und sonstigen Krisen wird in grotesken Spekulationen ständig eine andere Sau durch das Berliner Mediendorf getrieben.

Um es gleich vorweg zu nehmen – ich bin kein Freund von Babbel. Ich war es nie gewesen und werde es wohl auch nie mehr werden. Aber das hat mit meiner Meinung eigentlich auch nichts zu tun. Auch wenn er nicht alles optimal gemacht hat und in der Außendarstellung ebenfalls wenig überzeugend wirkte, er hatte Erfolg.

Obwohl er nur zu verlieren hatte, machte er doch genug richtig, um sportlich in ruhigen Fahrwassern zu bleiben. Ein letztlich souveräner Aufstieg und ein für den klammen Aufsteiger souveräner Mittelfeldplatz stehen auf seiner Habenseite. Perspektivisch wird man hier nicht mehr erreichen können und er hat die im ihn gesetzten Hoffnungen zumindest erfüllt. Mehr wird in absehbarer Zeit in Berlin ohnehin nicht möglich sein.

Dass seine Bekenntnisse zu Hertha nie aus voller Brust kamen – geschenkt. Welcher Trainer arbeitet schon in der ersten oder zweiten Liga aus Liebe zum aktuellen Verein. Seine betont nüchterne Außendarstellung scheint ihm aber nun zum Verhängnis zu werden. Eine gewisse Anzahl gemeiner Fan hat sich nach Wochen der Medienlektüre weichklopfen lassen um die Diskussion vom Papier in die Realität zu tragen. Steter Tropfen hölt den Stein.

Obwohl das Gerede vollkommen absurd ist, dass ein Trainer dessen Vertrag ausläuft keinen Erfolg mehr haben könne, sieht er sich nun in der Defensive. Wenn man im Verein der gleichen Meinung ist, warum hat man ihn dann nicht konsequent bei den ersten Zweifeln an einer Vertragsverlängerung vor die Tür gesetzt? Warum gibt es dann in Berlin überhaupt befristete Trainerverträge? Warum laufen Verträge in Berlin dann zum Saisonende und nicht zu Neujahr aus? Warum hat man Babbels Vertrag um des Friedens Willen nicht um ein halbes Jahr mit einer Ausstiegsklausel im Sommer verlängert? Ich verstehe diese Alibidiskussisonen einfach nicht.

Wer hier in der letzten Zeit wann für Misstimmungen in der Öffentlichkeit gesorgt hat, wie sie jetzt an diesem Wochenende offenbar wurden, ist im Endeffekt völlig egal. Trauriger Fakt ist wohl, dass die interne Abstimmung seit geraumer Zeit nicht stimmt. Wie kann es sein, dass sich Manager und Trainer seit Wochen aus dem Weg gehen, dass keine klaren Worte gesprochen werden, dass der eine meint, der Sachverhalt sei sonnenklar, während der andere schweigend wartet. Die Dynamik der der Kontroverse wurde hier vollkommen unterschätzt, dass der Verein inzwischen zum Spielball der Medien geworden ist.

Preetz hat sich hier in eine Sackgasse hineinmanövriert, aus der wohl nur mittels der ultima ratio der Trainerentlassung zu entkommen glaubt. Ein trauriges Mittel, zumal er in meinen Augen bereits einmal einen Trainer zu früh entlassen hat. Er ist gerade drauf und dran, den gleichen Fehler noch einmal zu begehen. Zu sehr ist ihm die Situation schon aus den Händen geglitten, als dass Vernunft und Perspektive walten könnten.

Wirkliche Alternativen hat der Markt ohnehin nicht zu bieten. Das zeigten schon die durchaus kreativen und amüsanten Szenarien der Medien, die angesichts der stets etwas anderen Trainerwahl in Berlin ein Bänkerutschen in großem Stil inszenierten, um ihren Geschichten wenigstens den geringsten Anschein von Leben einzuhauchen.

Die jetzt kolportierte Lösung einen mittelmäßigen Trainer zu beurlauben, der bereitwillig noch geblieben wäre, um ihn mit einem mittelmäßigen Trainer zu ersetzen, der zudem noch Ablöse kostet und sicher auch nicht nur mit Kost und Logis vom Verein vergütet wird, wirkt ohnehin grotesk. Alles unter einem zweieinhalbjährigen Vertrag für den absehbaren Nachfolger gibt die Vereinsführung vollkommen der Lächerlichkeit preis.

All das sind Indizien dafür, dass es immer noch klemmt an einer zentralen Position im Verein, die gerade alles ausstrahlt – außer Professionalität. Das ist es allerdings, was es hier im sportlichen Management am meisten bräuchte, wenn es schon keinen anderen gemeinsamen Nenner gibt. Wenn der Junior noch nicht zum Senior taugt, müssen hier bei aller Hertha-Vergangenheit auch einmal Konsequenzen gezogen werden.