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Hansa, Vollmann und sein Phantom 11. Juli 2011

Posted by Max in : Bundesliga,Nordostfussball , add a comment

Am Ende waren es nur knapp zwölf Monate, in denen der FC Hansa ein tristes Drittligadasein zu verkraften hatte. Nach fast zwanzig Jahren in den beiden Bundesligen hatte es die Rostocker in einer furchterregend schwachen Spielzeit am Ende erwischt, selbst die letzte Chance in den Relegationsspielen gegen den FC Ingolstadt wurde im Mai 2010 nahezu kampflos abgeschenkt.

Es folgte ein großer Umbruch an der Ostsee. Kaum ein Stein wurde auf dem anderen gelassen, fast der komplette Kader ausgetauscht. Lediglich einige Nachwuchsspieler sowie Torwart Jörg Hahnel, Verteidiger Dexter Langen und Stürmer Marcel Schied kannten den Verein bereits, als der neue Coach Peter Vollmann die Arbeit aufnahm. Auf seiner vierzehnten Station seit 1993 – er war unter anderem auch in Ghana und auf Zypern tätig – schaffte es der vormalige Kieler Erfolgstrainer, mit ruhiger Hand den Umbruch einzuleiten. Und diesen sogar früher als gedacht mit dem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga abzuschließen. Letztendlich musste man sich nach einer schon starken Hinserie (Hansa wurde Herbstmeister) nur den Überfliegern von Eintracht Braunschweig geschlagen geben. Doch der sportliche Erfolg lässt sich in Anbetracht der Rahmenbedingungen nicht hoch genug einordnen.

Jetzt bekommt Peter Vollmann also endlich wieder die Chance, als Zweitligatrainer zu arbeiten. Vor neun Jahren schaffte er mit Braunschweig den Sprung aus der Regionalliga Nord in den Profifussball, musste den Klub dann aber schon im Oktober verlassen. Dass ihm nun auch ein ähnlich jähes Ende auch bei den Hanseaten wiederfährt, ist eher unwahrscheinlich. Der Kader trägt Vollmanns Handschrift, er hat gemeinsam mit Manager Stefan Beinlich den Verein im Rekordtempo wieder in ruhigere Gewässer gesteuert – und sollte deshalb jetzt einen entsprechenden Vertrauensvorschuss genießen. Zumal Beinlich eher einen ruhigeren, kontinuierlicheren Führungsstil als sein Vorgänger René Rydlewicz pflegt. Der war vor einem Jahr wie der gesamte Verein untergegangen und hatte mit fünf Trainern in der Abstiegssaison einen hohen Verschleiß. Darunter waren auch Granaten vom Schlage Dieter Eilts (“Der Orkan”) und Andreas Zachhuber. Ein ähnliches Desaster auf der Position des Übungsleiters sollte es unter Beinlich eher nicht geben.

Doch beim FC Hansa ist nicht nur der Trainer ohne große Zweitligaerfahrung, für den Kader gilt das fast noch in viel größerem Ausmaß. Immerhin wurde der Aufstiegskader zusammengehalten und punktuell verstärkt, soweit man dies bei einem Budget von nur knapp über vier Millionen Euro tun kann. Mit Kevin Müller (Tor), Stephan Gusche, Pelle Jensen (beide Abwehr), Kevin Pannewitz, Tom Weilandt, Tobias Jänicke (alle Mittelfeld) sowie Stürmer Lucas Albrecht stehen eine Reihe junger Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im Kader, zumindest Müller und Jänicke gehören zum Kreis der Stammformation. Ein Fixpunkt der Mannschaft ist Verteidiger und Mannschaftsführer Sebastian Pelzer, früher auch bei Dynamo Dresden aktiv.

Ihm zur Seite steht in dieser Saison als Co-Kapitän Marek Mintal – der bekannteste Einkauf des FC Hansa. Nach einem tränenreichen Abschied aus Nürnberg sucht er nun im Norden eine neue Herausforderung. Auch wenn hinter seiner tatsächlichen Leistungsfähigkeit ein großes Fragezeichen steht, ist er beim Trainer schon jetzt ein Fixpunkt und wird wohl zusammen mit einer weiteren Neuverpflichtung, Timo Semmer, das Sturmduo bilden. Semmer ging einst auch in Leipzig auf Torejagd. Weiterhin verstärkten sich die Hanseaten mit zwei Spielern aus Österreich: Timo Perthel flitzte zuletzt für Sturm Graz über den Flügel, Pavel Kostal war Innenverteidiger beim SC Wiener Neustadt. In Anbetracht der finanziellen Möglichkeiten kann man den Manager sogar ein Lob aussprechen, dass er wenigstens auf dem Papier klug eingekauft hat.

Dennoch wird es eine schwere Saison für Hansa. Doch ist der Klassenerhalt erst einmal geschafft, bin ich überzeugt, dass der Verein mit seiner großen Erfahrung aus vielen Jahren Bundesliga schnell wieder den Anschluss finden kann und sich hier etablieren wird.

Am Ende bleibt auch zu hoffen, dass man sich bei Hansa auf die sportlichen Dinge besinnen kann und nicht ständig mit Fanausschreitungen konfrontiert wird. Denn das zehrt an den Nerven der Verantwortlichen und der Spieler, wirft kein gutes Licht auf den ostdeutschen Fussball insgesamt und die Rostocker im Speziellen. 16 Saisonspiele des letzten DDR-Meisters sind als Risiko-Spiele eingestuft, bei denen es hoffentlich zum großen Teil ruhig bleiben wird – man wird die Kraft und Energie in den nächsten Monaten für andere Dinge benötigen.

3. Liga: Konferenz 9. April 2011

Posted by Moritz in : Nordostfussball , add a comment

3. Liga: Dynamo Dresden – Hansa Rostock 23. Oktober 2010

Posted by Moritz in : Nordostfussball , 2 comments

Insgesamt hat man eine nette Partie zu bestem Herbstwetter gesehen. Kein wirklich großer Fußball aber durchaus Werbung für die dritte Liga. Das möchte man sich gerne öfter anschauen. In diesem Sinne gebe ich zurück in die angeschlossenen Blogs und wünsche noch ein sonniges Wochenende.

Herzlich Willkommen zu einem neuen Live-Blogging der 3. Liga. In einem ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion erwartet Dynamo Dresden den Zweitliga-Absteiger aus Rostock, der bereits wieder auf einem guten Weg zurück in die Bundesliga  wandelt. Übertragen wird das Spiel vom MDR. Wer diesen nicht empfängt kann das Spiel auch im Livestream verfolgen.

Relegation: Hansa Rostock – FC Ingolstadt 17. Mai 2010

Posted by Max in : Bundesliga,Nordostfussball , add a comment

FC Ingolstadt – Hansa Rostock 14. Mai 2010

Posted by Moritz in : Bundesliga,Nordostfussball , add a comment