Hannover 96

Seltsames Geplänkel

Posted by Max on Januar 19, 2013
Bundesliga / 2 Comments

Der heißersehnte Rückrundenauftakt der Bundesliga wurde zu einem eigenartigen Spektakel. Am Ende steht der 5:4-Sieg von Schalke 04 gegen Hannover 96 in der Statistik, doch so großartig dieses Resultat auch klingt – wirklich Glücksgefühle hat diese Partie bei mir nicht ausgelöst.

In der Winterpause hatte ich gelesen, dass die Bundesliga in Europas Spitze ein Alleinstellungsmerkmal besitzt: Nirgendwo sonst gab es so wenig trost- und torlose Remis wie in Deutschland. Der kicker beurteilte diese Statistik dann als ein weiteres Argument für die These, dass die Bundesliga derzeit die wohl stärkste Liga der Welt sei – zumindest was die Attraktivität der Spiele angeht. Mit diesem Wissen im Hinterkopf fühlte sich die erste Halbzeit gestern Abend in der Veltins-Arena wie eine schlimme Prophezeiung für die Rückrunde an, denn Schalke und Hannover neutralisierten sich auf sehr überschaubarem Niveau über 44 Minuten gegenseitig. Das zehnte 0:0 der Saison war in meinem Kopf bereits fest eingeplant.

Nach dem glücklichen 1:0 der Schalker vor der Halbzeitpause projizierte sich die ganze Verunsicherung und alle Probleme der beiden Teams in dieser Spielzeit plötzlich auf das Feld. Fast im Minutentakt fielen die Tore – allerdings war kein einziges davon wirklich Folge eines sehenswerten Spielzugs. Ein individueller Fehler folgte dem anderen, lediglich die Torschützen bewiesen an diesem Abend Bundesligaformat. Von daher erfreute ich mich selbst an der Torflut nur bedingt, zu mau war das spielerische Niveau beider Teams.

Für Schalke hat das 5:4 wenigstens einen positiven Aspekt: Endlich wieder drei Punkte. Dieses Ergebnis wird allerdings nur bedingt dafür sorgen können, dass die Zweifel rund um Neu-Trainer Jens Keller ausgeräumt werden. Vielmehr konnte man den Eindruck gewinnen, dass Schalke auch im neuen Jahr keine Stabilität mitbringt und der Sieg nur der Tatsache geschuldet ist, dass ein noch defensivschwächerer Gegner auf dem Feld stand. Bezeichnend und alarmierend zugleich ist auch der Umstand, dass der beste Spieler des Abends – Lewis Holtby – offenbar schon in den nächsten Tagen den Wechsel zu Tottenham vollziehen wird und sich dann endgültig ein kreatives Loch im Mittelfeld auftut. Dass der frühere Herthaner Rafael die Lücke schließen kann, bezweifle ich stark – mit Hertha ging er in die zweite Liga und in Kiew, immerhin wie Schalke ein international anerkannter Verein, konnte er sich nicht durchsetzen. Viel Arbeit für Jens Keller.

Dieses Urteil trifft aber auch auf Mirko Slomka zu. Fast wirkt es so, als hätte es die Winterpause nicht gegeben. Die Probleme fühlen sich gleich an, offensiv mit Durchschlagskraft, defensiv streckenweise katastrophal. Warum Hannover die meisten Gegentore in der Vorrunde kassiert hat, wurde nun wirklich jedem Zuschauer eindrucksvoll vor Augen geführt. Die Stabilisierung der Abwehr, welche Mirko Slomka durch Neuzugang Johan Djourou gesehen haben will, braucht wohl noch seine Zeit. Angesichts der offensiven Ziele Hannovers – erneute Qualifikation für Europa und Weiterkommen in der Europa League – muss Slomka schnell den richtigen Stellhebel finden.

Was bleibt nach diesem Abend? Zwei Mannschaften mit teilweise akuten Problemen. Der Eindruck vom Spiel verfestigte bei allem Spektakel auch den Eindruck, dass sowohl Schalke als auch Hannover derzeit nicht besser sind, als es ihre Tabellenpositionen verraten.

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Die vermaledeite zweite Runde

Posted by Moritz on November 01, 2012
DFB-Pokal, Nordostfussball / No Comments

Für Dynamo ist es wohl ein Deja-vu. Gut gekämpft, doch in der zweiten Runde des DFB-Pokals ist wieder Schluss. In Hannover hatten die Zuschauer angesichts der eher bescheidenen Dresdner Leistungen sicher schon auf eine Heimreise nach 90 Minuten eingestellt.

Dass es anders kommen sollte, lag vor allem auch daran, dass die Dresdner das 96er Angriffswunderwerk geschickt verteidigten. Bis auf den einen obligatorischen Aussetzer nach einer Vierstelstunde, der ihnen auch in der Liga den einen oder anderen Punkt kostete, machten sie die Räume eng genug. Der eine oder andere zukünftige Konkurrent von Hannover wird sich die Zusammenfassung sicher noch zu Gemüte ziehen.

Offensiv hält die von Max zu Beginn der Saison konstatierte Abhängigkeit von Poté bei Dynamo hält weiter an. Das Tor fiel lediglich nach einem Standard durch Abwehrroutinier Bregerie und ansonsten waren die Angriffe eher verhalten und man eher darauf konzentriert den Ball nicht zu schnell wieder zu verlieren. Symptomatisch ist zudem, dass eben jener Poté, der zuvor auch schon die Führung auf dem Fuß hatte, keinen guten Tag erwischte und am Ende den letzten Elfmeter nicht verwandelte. So konnte nach langem Kampf doch der Favorit jubeln und als Sieger den Platz verlassen – wenn auch später als gedacht.

Aus dem Spiel wird Loose aber mitnehmen können, dass Dynamo trotz konditioneller Probleme 120 Minuten mit einer der erfolgreichen Bundesligateams mithalten konnte. Da man zuletzt in der Liga gegen die Mannschaften aus der oberen Hälfte nicht unbedingt zu überzeugen wusste, kann diese Erkenntnis für die folgenden Spiele gegen die direkte Konkurrenz hilfreich sein.

Ein weiteres Déjà-Vu sind wohl die Berichte von Randalierern im Umfeld des Spiels. Nach dem Skandal in Dortmund im vergangenen Jahr, der dem Verein fast die Teilnahme am diesjährigen Pokal und eine hohe Strafe kostete, droht nun wohl ein ähnliche Spießrutenlauf. Was bleibt ist ein knappes Aus und die Frage, wann einmal festgestellt wird, dass immer höhere Strafen nicht gegen einzelne oder auch organisierte Chaoten helfen?

Angesichts der ganzen Strafen, die nicht nur aber auch Dynamo in letzter Zeit leisten musste, und sich solcherlei Meldungen wiederholen stellt sich eigentlich die Frage, was der DFB mit den Zahlungen anstellt. Die fälligen Strafen durch das Sportgericht werden zwar der Bundesligastiftung zugeführt, aber wie werden diese dort dann verwendet?

Die dort aufgeführten Projekte sind löblich. Aber den Fanprojekten, die sich gegen die Gewalt stellen, wäre mit Unterstützung durch die Strafzahlungen und die Stiftung sicher ebenso geholfen – mit dem Ergebnis, dass die Strafen sich nicht nur als sinnlos erweisen, sondern auch gegen ihren Ursprung eingesetzt werden können.

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Spanien legt vor

Posted by Max on März 30, 2012
Europa League / No Comments

Vor zwei Wochen hatte ich hier an dieser Stelle bekräftigt, wie ausgeglichen doch die Europa League sei, gerade mit Blick auf die ausgelosten Viertelfinalspiele. Ausgeglichenheit impliziert dabei natürlich zum einen sehr gute Chancen, dass die deutschen Vertreter Schalke 04 und Hannover 96 das Finale in Bukarest erreichen, zum anderen könnte der Weg der Beiden aber auch schon im Viertelfinale zu Ende sein. Nach den gestrigen Hinspielen sieht es wohl eher nach der zweiten Variante aus, wobei sich insbesondere bei den Schalkern schon Resignation eingestellt hat. Sowohl für Hannover als auch für Schalke wäre deutlich mehr möglich gewesen, um eine bessere Ausgangssituation in die Rückspiele mitzunehmen. Letztendlich scheiterten sie aber entweder an der eigenen Unkonzentriertheit, sicher aber auch an der hohen Klasse ihrer Gegner.

Eine besondere Klasse bewies dabei einmal mehr Athletic Bilbao. Der Verein aus dem Baskenland mit seiner ganz eigenen Philosophie eliminierte schließlich in der vergangenen Runde schon Manchester United und überzeugte mit Leidenschaft, hohem Einsatz bis zur letzten Minute. Besonders die Mentalität, nie ein Spiel verloren zu geben, hilft ihnen neben ihrer zweifellos vorhandenen individuellen Klasse weiter. Davon mussten sich die Schalker überzeugen lassen, als Bilbao nach 20 Minuten durch Llorente in Führung ging. Doch noch stützten sich die Königsblauen auf ihre immer wieder bewiesene Fähigkeit, erst nach einem Rückstand richtig in Schwung zu kommen, was zuletzt Twente Enschede im Achtelfinale (4:1-Sieg nach 0:1-Rückstand) erfahren musste. So wunderte es wohl kaum jemanden, dass keine zwei Minuten nach Bilbaos Führung durch Raul der schnelle Ausgleich kam. Ab diesem Moment kontrollierte das Team von Huub Stevens das Geschehen, und als wiederum Raul mit einem sehenswerten Tor nach einer Stunde zum 2:1 traf, schienen die Dinge ihren Lauf zu nehmen. Kurz darauf gab es weitere hochkarätige Chancen. Aber wie bereits erwähnt: Gegen Athletic Bilbao darf man sich nie auf der sicheren Seite wähnen, doch Schalke machte genau diesen Fehler: Plötzlich nahmen sie Tempo aus der Partie, wollten das Spiel über die Runden bringen, evtl. noch ein drittes Tor erzielen. Solche Nachlässigkeiten bestraft Athletic sofort, erzielte seine Treffer Zwei, Drei und Vier. Zumindest bei einem Treffer sah auch der zur Halbzeit eingewechselte Ersatz-Ersatz-Ersatz-Torwart Matthias Schober mit einer verunglückten Abwehraktion nicht gut aus. Schalkes Hintermannschaft zeigte danach weiter Auflösungserscheinungen und schien auch tatsächlich nicht aus den kurz zuvor begangenen Fehlern gelernt zu haben: Bilbao gibt nie auf! Während den Schalker Spielern im Kopf schon förmlich das “2:0-Sieg in Bilbao ist möglich” durch die Gehirnzellen ratterte, machten die Basken das vierte Tor. Nun braucht es ein 3:0 im Athletic-Hexenkessel. Stevens knapp dazu: “Daran glaube ich nicht.” Horst Heldt meinte sogar, man müsse sich nun auf die Liga konzentrieren. Mit dieser Einstellung haben sie das Halbfinale wohl tatsächlich schon abgeschrieben. Versuchen wäre wenigstens eine Variante, 90 Minuten konzentriert durchspielen. Das man Bilbao kontrollieren kann, hat Schalke selbst für einige Zeit bewiesen.

Anders stellte sich das Geschehen in Madrid dar. Nach der Auswärtsreise in die spanische Hauptstadt muss man die 1:2-Niederlage als großen Erfolg werten. Schließlich haben die Niedersachsen so nun wegen des Auswärtstreffers noch eine realistische Chance auf das Weiterkommen. Dazu muss es allerdings nächste Woche zu einer deutlichen Leistungssteigerung kommen, denn das Endergebnis spiegelt nicht einmal ansatzweise die Überlegenheit des Titelfavoriten Atletico dar. Von der ersten Minute an dominierten die Spanier das Geschehen, nach neun Minuten erzielte Falcao unter freundlicher Mithilfe von 96-Goalie Ron-Robert Zieler und seiner Vordermannschaft die Führung. Danach blieb Hannover weiter mächtig unter Beschuss, aber Atletico verwertete die sich bietenden Chancen schlecht. Und da die Gäste zumindest ein einigermaßen unberechenbares Team sind, kam in der 38. Minute der überraschende Ausgleich durch Mame Diouf. Aus dem Nichts – wie man so schön sagt. Mit diesem Erfolgserlebnis im Rücken konnte Slomkas Elf dann nach der Halbzeitpause zumindest streckenweise dagegenhalten, erspielte sich zwei Möglichkeiten. Weiterhin waren aber hauptsächlich die Hausherren dominierend, aber eines konnte man Hannover an diesem Abend nicht vorwerfen: Mangelnder Einsatz. Mit großer Leidenschaft gingen sie in jedes Laufduell, absolvierten jeden Zweikampf, blockten immer wieder im letzten Moment gute Schussmöglichkeiten ab. So dauerte es auch bis zur 89. Minute, als Atletico durch Savio zum für Hannover unglücklichen, letztendlich aber hochverdienten Siegtreffer kam. Atletico war die deutlich bessere Mannschaft und hat seine Klasse – bis auf die Chancenverwertung – untermauert. Für die 96er ist trotzdem alles möglich, wenn sie Atletico im Rückspiel besser unter Kontrolle bekommen.

Mit dem gleichen 2:1-Heimsieg absolvierten auch Sporting Lissabon gegen Metalist Kharkov und AZ Alkmaar gegen den FC Valencia ihre Hinspiele. Wie bei Hannover gilt hier: Eine gute Ausgangsposition für das siegreiche Team, aber noch nichts entschieden. Es scheint fast so, als sei Bilbao vs. Schalke die einzige Paarung, in der es bereits zu einer Vorentscheidung gekommen ist. Für attraktive Rückspiele ist in jedem Fall gesorgt!

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Ausgeglichene Europa League

Posted by Max on März 16, 2012
Europa League / No Comments

Neben der Königsklasse geht auch ihr kleiner Bruder Europa League langsam auf die Zielgerade. Heute wurden in der UEFA-Zentrale in Nyon die Spiele für das Viertelfinale ausgelost, mit dabei sind weiterhin zwei deutsche Vertreter: Hannover 96 und Schalke 04. Doch während man in der Champions League einen Kreis von zwei, drei Favoriten ausmachen kann, fällt dies eine Klasse tiefer schwer. Man kann das als fehlende Spitzenklasse auslegen, ich sehe es aber eher als abwechslungsreiche Ausgeglichenheit. Die acht Teams, die gestern die nächste Runde erreicht haben, können an guten Tagen ihren Gegner jeweils schlagen und auch den Wettbewerb gewinnen. Von einer Übermacht wie den FC Barcelona kann man nicht sprechen. Blicken wir also auf die vier Begegnungen im Viertelfinale.

FC Schalke 04 – Athletic Bilbao

Die Schalker beschwören schon seit Saisonbeginn im Europapokal mit der legendären Hymne von 1997 den Finaleinzug. Bisher ging es einigermaßen souverän durch den Wettbewerb, sehen wir mal von der Extraschicht in der Verlängerung gegen Viktoria Pilsen ab. Beeindruckend hingegen war die gestrige Partie gegen Twente Enschede, als Schalke nach frühem Rückstand aus fast schon aussichtsloser Lage doch noch die Qualifikation für das Viertelfinale schaffte. Der Schlüssel für Schalke liegt besonders in den Heimspielen, hier konnten die Königsblauen bisher überzeugen und in den letzten beiden Runden jeweils das Weiterkommen sichern. Gleiches gilt nicht unbedingt für Athletic Bilbao. Der charismatische Klub aus dem Baskenland hat schließlich zuletzt absolut überzeugend den großen Favoriten Manchester United bezwungen – sowohl in England, als auch im eigenen Stadion. Auf das Erfolgsrezept rund um Trainer Marco Bielsa hatte ich bereits in unseren letzten Querpässen hingewiesen. In den Duellen mit United hat sich Athletic insbesondere als offensivstarke Elf erwiesen, die auch vor großen Namen keinen Halt macht. Mit Blick auf den Schalker Toptorjäger Klaas-Jan Huntelaar (mit neun Toren bester Schütze der Europa League) könnte das eine sehr ansprechende Paarung werden, in der Schalke diesmal bereits im Heimspiel-Hinspiel vorlegen muss.

Atletico Madrid – Hannover 96

Kaum einer hätte vor dieser Saison auch nur einen Pfifferling darauf verwettet, dass Hannover 96 in das Viertelfinale einziehen würde, dass ihnen tatsächlich noch einmal so eine stabile, gute Saison gelingt. Nach dem Quali-Ausscheiden von Mainz 05 gab es bereits die ersten Unkenrufe, Hannover würde bald nachfolgen. Sie bezwangen den FC Sevilla, setzten sich in der Gruppenphase gegen Kopenhagen, Lüttich und Poltawa durch, eliminierten das Belgien-Doppel Brügge und nochmal Lüttich. Gerade in der Endphase der Saison scheinen die Niedersachsen noch einmal richtig in Schwung zu kommen – nimmt man das gestrige 4:0 gegen Standard als Maßstab. Zweifellos, das Viertelfinale ist ein riesiger Erfolg und Ausdruck der Stabilität, die mit Mirko Slomka an der Leine eingekehrt ist. Gegner von ganz anderem Kaliber hatte jedoch bisher Atletico Madrid vor der Brust: Eine schwere Gruppe mit Udinese Calcio, Celtic sowie Stade Rennes. Lazio Rom in der Zwischenrunde und zuletzt Besiktas Istanbul im Achtelfinale. Ihre Aufgaben haben die Spanier mit einer großen Souveränität erledigt, kaum einmal gerieten sie wirklich in Bedrängnis. Ob Hannover beim Sieger von 2005 Schwächen findet? Es war wohl das schwerste Los im Topf, es wird ein schweres Stück Arbeit. Am Ende dürfte sich aber Atletico durchsetzen, auch weil sie für mich mit den bisherigen Leistungen aus der Reihe ausgeglichener Teams der größte Titelkandidat sind.

AZ Alkmaar – FC Valencia

In den letzten Jahren haben sich die Niederländer step-by-step im erweiterten europäischen Spitzenfeld etabliert. Von der guten Arbeit des Louis van Gaal (2005-2009), der AZ in seinem Abschiedsjahr auch zum zweiten Meistertitel nach 1981 führte, profitiert der Klub auch heute unter Gertjan Verbeek noch. Dabei sind sie für mich etwas schwer einzuschätzen, da sie in der Gruppenphase mit Kharkov, Malmö und Austria Wien lösbare Aufgaben hatten. Danach ging es über RSC Anderlecht und Udinese Calcio in das Viertelfinale. Für die Moral der Mannschaft spricht der spektakuläre Spielverlauf gestern beim Rückspiel in Udine: Bereits nach zwei Minuten flog Verteidiger Vierger nach einer Notbremse vom Platz, nach einer Viertelstunde war der 2:0-Hinspielvorsprung von Alkmaar aufgebraucht. Aber es folgte ein großer Kampf zu Zehnt, es kam zum Anschlusstor und sogar ein verschossener Strafstoß konnte dem Tabellenführer der niederländischen Eredivise nichts mehr anhaben. Für Gegner FC Valencia ist es bereits das zweite Aufeinandertreffen mit einem niederländischen Klub in Folge: Gegen PSV Eindhoven (1:1/4:2) ließ man ergebnismäßig wenig anbrennen, im Hinspiel zeigte sich jedoch, dass die Spanier mitunter zur Überheblichkeit und Nachlässigkeit neigen. Ebenso in der Gruppenphase der Champions League, wo Valencia mit etwas mehr Konsequenz in der Staffel mit Chelsea, Leverkusen und Genk relativ einfach die lukrative nächste Runde hätte erreichen können. Hier liegt die Chance für Alkmaar, unter normalen Umständen geht aber der FC Valencia durch ins Halbfinale.

Sporting Lissabon – Metalist Kharkov

Eine völlig offene Begegnung. Das liegt vor allem an den Ukrainern aus Kharkov, die zwar immer noch einen Underdog-Status haben, in den letzten Jahren aber mit schöner Regelmäßigkeit im Europapokal zu Gast waren. Größter Erfolg war dabei bisher das Achtelfinale 2009, als sie ausgerechnet an Dynamo Kiew scheiterten. Letzte Saison überzeugten sie in zwei Spielen der Zwischenrunde gegen Leverkusen nicht. Ganz anders in dieser Spielzeit, wo man mit viel Offensivpower bereits viele hohe Siege einfahren konnte. Garant dafür ist eine mit zahlreichen Brasilianern und Argentiniern bestückte Mannschaft, die aber durchaus Moral hat, wie die späte Aufholjagd im Achtelfinale gegen Piräus beweist – hier wurden die entscheidenden Treffer, um die 0:1-Heimspielniederlage zu egalisieren, erst in den letzten zehn Minuten erzielt. Ich traue den Ukrainern durchaus den nächsten Sprung zu, auch weil Sporting Lissabon eine weitere unberechenbare Größe im Viertelfinalgeschäft ist. Einerseits eine Mannschaft, die in den vergangenen Jahren oft Champions League spielte. Andererseits international nur selten überzeugend, und in bleibender Erinnerung sind natürlich noch die bösen Pleiten im CL-Achtelfinale 2009 (0:5 und 1:7 gegen den FC Bayern). Und nochmal im Gegensatz dazu hat man im Achtelfinale brav seine Chance gegen ein nachlässiges Manchester City genutzt. Zusammengefasst dürfte Sporting dann eine Chance haben, wenn sie Kharkovs Offensivstärke in den Griff bekommen oder ihnen die Ukrainer – allerdings nicht zu erwarten bei den größten Spielen ihrer Vereinsgeschichte – durch fehlenden Einsatz Möglichkeiten bieten.

Fünfmal Spanien, zweimal Deutschland, dazu je ein Vertreter aus Portugal, Niederlande und Ukraine. Als leichte Favoriten sehe ich Atletico Madrid und den FC Valencia. Aber die vergangenen Jahre haben gezeigt: In diesem Wettbewerb ist alles möglich. Und große Namen werden in der Europa League ganz klein – fragen sie mal in Manchester nach! Europa League ist Einstellungssache – nicht umsonst sind sieben der acht “Absteiger” aus der Gruppenphase der Champions League bereits wieder ausgeschieden.

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Zur Lage der Liga – oben

Posted by Max on April 11, 2011
Bundesliga / No Comments

Die Bundesliga rast unaufhörlich ihrem Ende entgegen. In fünf Wochen sind die Entscheidungen gefallen. Langsam spitzt sich die Lage im Kampf um den Titel, um die Europapokalränge oder gegen den Abstieg zu. Sogar beim FC Bayern gehen mittlerweile die Nerven durch, Louis van Gaal wurde entlassen und durch eine branchenübliche Übergangslösung, aber bayernuntypische Co-Trainer-Beförderung ersetzt. Fünf Spieltage vor dem Ende habe ich mich mal vor den Tabellenrechner gesetzt und den Ausgang der Saison festgelegt. Heute gibt es den ersten Teil mit der oberen Tabellenhälfte.

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Der Titelkampf

Auch wenn die junge Dortmunder Mannschaft langsam ins Grübeln kommt und nicht mehr am laufenden Band die großartigen Leistungen abruft, die Klopps Team bis in den März hinein ausgezeichnet haben – der Titel wird am Ende souverän geholt. Eine Schlüsselrolle wird dabei bereits der nächste Spieltag einnehmen: Am Sonntag muss Hauptkonkurrent Leverkusen nach München und wird dort wohl bestenfalls einen Punkt mitnehmen, Dortmund kann im Spätspiel gegen Freiburg nachlegen und den Vorsprung wieder anwachsen lassen. Dann ließe sich auch im Restprogramm mit den Abstiegskandidaten Mönchengladbach, Bremen und Frankfurt gut machen, eine obligatorische Niederlage gegen Nürnberg habe ich schonmal eingeplant. Es wird zwar nochmal etwas enger für den BVB, und der Titel könnte letztendlich tatsächlich erst am letzten Spieltag vergeben werden, aber zehn Punkte sind noch drin.

Gleiches gilt auch für Bayer Leverkusen. Die Werkself wird in diesem Jahr nicht den obligatorischen Totaleinbruch erleben, aber den Dortmundern auch nicht mehr entscheidend auf die Pelle rücken können. Natürlich könnte man mit einem Sieg in München am Sonntag nochmal ordentlich Kohlen nachlegen, unter normalen Umständen aber sind Dreier gegen Hoffenheim, Köln und Hamburg möglich. Es könnte wirklich bis zum letzten Spieltag offen bleiben, aber dann verliert Bayer 04 gegen den jenseits von Gut und Böse platzierten SC Freiburg zum Abschied von Jupp Heynckes.

Qualifikation für die Champions League

Man stelle sich vor: Das Finale der Champions League 2012 findet in München statt und und der FC Bayern hätte nicht einmal die Möglichkeit, um diesen Titel mitzuspielen. Um dies zu vermeiden reagierten die Bosse nun mit der Reißleine. Gegen die designierten Absteiger Frankfurt, St. Pauli und Stuttgart müssen Dreier her, zudem mindestens zwei Punkte aus den Spielen gegen Leverkusen und Schalke. Letztendlich wird man wohl davon profitieren, dass Hannover auf der Zielgeraden ein bisschen die Puste ausgeht.

Die 96er haben ein undankbares Restprogramm. Nächstes Wochenende gibt es gegen den HSV freilich nichts zu holen. Danach sind zwei Siege gegen Freiburg und Gladbach möglich, doch am vorletzten Spieltag trifft Slomkas Elf auf hochmotiverte Stuttgarter, die ihre letzte Chance auf den Klassenerhalt ergreifen. Am letzten Spieltag gegen Nürnberg geht es für die “Clubberer” noch um die Europa League, weshalb auch hier kein Erfolg schwierig wird. So wird Hannover seine starke Saison letztendlich mit Platz Vier abschließen.

Qualifikation für die Europa League

Da die ersten vier Plätze manifestiert sind und es hier nur noch um die Reihenfolge geht, bleibt eine Startberechtigung für die Europa League offen – oder doch mehr? Der Kampf um Platz Fünf wird von einigen Rückschlägen für die beteiligten fünf Vereine gekennzeichnet sein. Genau: Fünf Vereine. Ich rechne den FC Schalke auf der Welle des derzeitigen Rangnick-Hypes auch noch zu einem heißen Kandidaten. Womit man vielleicht sogar Gedankenspiele anstellen könnte, was wäre wenn Schalke Fünfter wird und den Pokal gewinnt? Dann rückt schließlich sogar P6 in die Europa League. So weit wird es am Ende aber wohl nicht kommen, zu groß ist der Rückstand jetzt und zu viele andere Vereine Konkurrenten.

Eine besondere Rolle wird dabei das direkte Duell zwischen Mainz und Nürnberg am 31. Spieltag einnehmen. Da ich hier mit einem Remis, eher sogar mit einem Erfolg für Mainz rechne, wird letztendlich auch ein Sieg in Dortmund der Hecking-Elf nicht mehr weiterhelfen. Man scheitert knapp an der Qualifikation für Europa.

So wird es auch den HSV treffen, und die letzten Saisonspiele werden von ähnlicher Inkonstanz geprägt sein wie der bisherige Saisonverlauf. Rückschläge wie das späte 1:1 von Dortmund am Samstag erschweren die Lage zusätzlich. Siege gegen Hannover, Stuttgart und Gladbach helfen nicht, wenn Leverkusen und Freiburg nicht bezwungen werden.

Die Schalker robben sich wie beschrieben noch einmal heran, der Weg nach oben ist aber zu weit. Der SC Freiburg behält seine absteigende Kurve der letzten Zeit bei und kommt auf einem dennoch respektablen neunten Rang ein.

Soweit der Blick auf die obere Tabellenhälfte. In den nächsten Tagen dann folgt die Antwort auf die spannende Frage, wer nächstes Jahr nach Paderborn reisen darf.

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