FC St. Pauli

Zur Lage der Liga – unten

Posted by Max on April 13, 2011
Bundesliga / No Comments

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass sich das Trainerkarussell der Bundesliga nicht ein Stück weiterbewegt. Heute ist es Holger Stanislawski, der seinen Abschied zum Saisonenende verkündet hat. Ob er den 34. Spieltag wirklich noch als Coach erlebt, dürfte nach dem Erlebten der letzten Wochen nicht als 100%ig sicher gelten. Sollte er ab Sommer zudem – wie spekuliert wird – tatsächlich neuer Übungsleiter in Hoffenheim, wäre das ein ziemlich krasser Imagewechsel der St. Pauli-Legende. Derzeit aber steht er noch in Hamburg in der Verantwortung und muss zusehen, mit seinen Kiez-Kickern nach sieben Pleiten in Folge den Umschwung im Abstiegskampf zu schaffen. Und damit auf zu Teil Zwei der Tabellenanalyse – der Blick nach unten.

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Die fast Geretteten

Nach meinen Berechnungen reichen diese Saison 36 Punkte für den direkten Klassenerhalt, ein Zähler weniger berechtigt immerhin zur Teilnahme an der Relegation. Vier Vereine haben dieses Ziel schon fast erreicht und brauchen aus den letzten fünf Spielen nur noch ein oder zwei Punkte, um auf der sicheren Seite zu sein. Zum einen die TSG Hoffenheim. Mit Spannung hatte ich die Auswirkungen des Trainerwechsels im Kraichgau erwartet – doch Marco Pezzaiouli konnte den Vertrauensvorschuss nicht zurückgeben, zeigte sich farblos, das Team tritt seit der Winterpause endgültig auf der Stelle. Ein kompliziertes Restprogramm wird dafür sorgen, dass es mit Punktgewinnen gegen Frankfurt und Wolfsburg nur knapp über die 40-Punkte-Grenze geht. Auswärtsniederlagen in Leverkusen und Nürnberg scheinen vorprogrammiert, zudem empfängt die TSG noch hochmotiverte Stuttgarter. Letztendlich bleibt es beim tristen zehnten Rang – jenseits von Gut und Böse.

Bei Werder Bremen machen sie drei Kreuze, wenn die Saison endlich vorbei ist. Mittlerweile hat sich das Schaaf-Team selbst in etwas ruhigeres Fahrwasser gebracht. Zudem geht es gegen St. Pauli, Wolfsburg und Kaiserslautern. Direkte Konkurrenten also, und Spiele, wo Werder jeweils zumindest mit einem Remis leben kann. Auch der designierte Meister Dortmund wird an der Weser kein leichtes Spiel haben. Lediglich die wiedererstarkten Schalker dürften am nächsten Spieltag eine andere Kragenweite haben und drei Punkte aus dem Weserstadion mitnehmen. Dennoch brennt für Werder nichts mehr entscheidend an.

Der 1. FC Kaiserslautern scheint aus dem Gröbsten heraus, muss aber wachsam bleiben. Die nächsten Spiele gegen Nürnberg, Schalke und St. Pauli bringen nochmal Unsicherheit, ein Auswärtssieg in Wolfsburg am 33. Spieltag jedoch wird den Klassenerhalt endgültig klar machen. Da wird das Remis eine Woche später gegen Werder Bremen nur noch die Kür sein.

Mit seiner Heimstärke haben die Spieler vom 1. FC Köln das Fundament gelegt für die ordentliche Ausgangsposition. Mit einem weiteren Erfolg vor eigenem Publikum am Samstag gegen Konkurrent Stuttgart wird der letzte Schritt gemacht. Da darf man sich dann auch im Derby gegen Leverkusen wieder mal eine Heimpleite leisten, in Wolfsburg und Frankfurt werden wie üblich die Punkte gelassen. Ein Punktgewinn gegen Schalke beendet die Saison. Die Kölner haben so viele Big-Point-Spiele gegen direkte Konkurrenten, da kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Die akut Gefährdeten

Geändert hat sich bei Eintracht Frankfurt einiges, seit Christoph Daum das Zepter schwingt. Die Ergebnisse jedoch fehlen noch, und so wird es ein zähes Ringen um den Ligaverbleib bis zum Ende. Das Restprogramm ist extrem schwer. Ein Unentschieden am Samstag in Hoffenheim, ein Heim-Erfolg gegen Köln: Reicht alles gerade so, denn Niederlagen gegen Bayern, Mainz und Dortmund müssen zwingend einkalkuliert werden. Nur über die zwei genannten Spiele wird der Weg zum Ziel führen.

Apropos drei Kreuze: Für den VfB Stuttgart dürften die Haken hinter die Spielzeit eher dutzendweise gesetzt werden. Es wird richtig eng, und der Ligaerhalt sollte schon vor dem letzten Spieltag feststehen – denn dann geht es nach München. Am Samstag in Köln wird man an der Heimstärke des Gastgebers verzweifeln, auch der HSV eine Woche später wird die Schwaben vor Probleme stellen. Vielleicht wackelt sogar nochmal der Stuhl von Bruno Labbadia? In Hoffenheim und Hannover heißt es dann alles oder nichts. Und die Stuttgarter werden den Kopf gerade so noch aus der Schlinge ziehen.

Da wird es am Ende der Spielzeit auch dem VfL Wolfsburg nicht mehr viel nützen, dass Magath die Wölfe wieder besser in die Spur bekommt. Zu lange hat es gedauert, bis der Meistercoach die Defizite der vergangenen Monate aufgearbeitet hat. Mit einem Erfolg am kommenden Wochenende im direkten Vergleich setzt man sich erstmal von St. Pauli ab, eine Woche später folgt ein weiterer Heimerfolg gegen Köln. Die beiden folgenden Heimspiele sind das größte Plus des Champions von 2009. Zum Abschluss jedoch wird man die gute Ausgangslage wieder verdaddeln, nur ein Punkt aus dem Spiel gegen Werder, Pleiten in den Duellen mit Lautern und Hoffenheim. Für den VfL führt der Weg in die Bundesliga 2011/2012 nur über die Relegation.

Bleibt in dieser Kategorie noch der FC St. Pauli. Die Nackenschläge der letzten Wochen sind eigentlich kaum noch zu fassen. Seit dem umjubelten Derbysieg reihen sich die Niederlagen fröhlich aneinander, dazu folgt wohl noch ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit, der Vater des Erfolgs verlässt zudem bald das Schiff. Schlechte Aussichten, St. Pauli wird stark angeschlagen absteigen. Die Fortsetzung der Pleitenserie gegen Wolfsburg, Bremen, Bayern und Mainz wird nur durch ein letztes Aufbäumen in Kaiserslautern unterbrochen. Im besten Fall.

Borussia Mönchengladbach

Blickt man heute auf die Tabelle, sieht die Lage für die Gladbacher eigentlich wieder hoffnungsvoll aus. Doch immer wieder folgten auf vermeintliche Aufholjagden bittere Rückschläge. Das ständige Herankämpfen kostet zu viel Kraft. Am Freitag ist ein Punkt in Mainz möglich, doch dann folgen Dortmund und Hannover, was das Ende aller Hoffnungen bedeuten wird. Ein Sieg gegen Freiburg noch, HSV-Pleite zum Abschied. Auf ein neues in Liga Zwei.

Und am Ende kommt es wohl ganz anders.

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Schlechter Aprilscherz

Posted by Max on April 02, 2011
Bundesliga / No Comments

Die Bundesliga ist zurück. Nach der Unterbrechung für die Länderspiele geht es jetzt in sechs Wochen durch bis zur endgültigen Entscheidung: Meisterschaft, Europapokal, Abstieg. Schon das Auftaktspiel zum 28. Spieltag beinhaltete viel Brisanz: In Hamburg traf der FC St. Pauli auf die Schalker. Ein Sieg für St. Pauli, und sie hätten Schalke noch einmal tief in den Abstiegskampf reinziehen können. Auf der anderen Seite wurde mit Spannung auf das Debüt, vielmehr Comeback, von Ralf Rangnick geschaut. Was würde der neue Coach aus der breiten Spielerauswahl machen, die ihm sein Vorgänger hinterließ?

Die Antworten auf diese wichtigen Fragen waren am Ende nur Nebensache. Mit einem Spielabbruch in der 89. Minute durch einen geistig minderbemittelten Bierbecherwerfer geriet dieser Skandal in den Vordergrund. Zu diesem Zeitpunkt stand es 2:0 für die Gäste aus Gelsenkirchen, der Sieg wird auch am “grünen Tisch” bestehen bleiben, aber die Freude im königsblauen Lager ist durch das unrühmliche Ende der Begegnung getrübt, wie Manuel Neuer auf seiner Facebook-Seite schreibt:

Irgendwie komisch. Da gewinnen wir 2:0 und können uns doch nicht richtig freuen. Einen Spielabbruch habe ich noch nicht erlebt. Ob er nötig war? Dass muss der Schiri entscheiden. Ein Schwachkopf ist der Becherwerfer jedenfalls.

Der Schwachkopf wurde mittlerweile wohl gefasst und wird für einige Zeit das Stadion nur noch von außen betrachten dürfen. Durch keine Strafe wird man aber wohl den Imageschaden wettmachen können, den der FC St. Pauli und besonders sein Publikum jetzt erleidet. Und das wegen einem Idioten.

Bis zum Abbruch war es ein gutes, rassiges Freitagabendspiel. Schalke trat im Vergleich zur Magath-Eichkorn-Ära völlig verändert auf, Rangnick tauschte fünf Spieler aus der Anfangsformation und hauchte dem Team neues Leben ein. Von der ersten Minute rannten die Königsblauen um ihr Leben, waren das klar spielbestimmende Team. Durch Raul gingen sie noch vor der Pause in Führung.

Nach dem Seitenwechsel kam St. Pauli besser rein. Zwar nur über den Kampf, aber das ist eine (beneidenswerte) Tugend der Teams vom Millerntor. Schalke kontrollierte zwar über weite Strecken, tauchte aber nur noch selten vor dem Kasten von Pliquett auf. Nach etwas mehr als einer Stunde setzte dann aber eine Phase ein, die bei Pauli den Status von “Letztes Aufbäumen” auf “Am Boden” setzten. Zunächst verweigerte Schiedsrichter Aytekin einem Freistoßtor wegen angeblich aktiver Abseitsposition von Boll die Anerkennung. Quasi im Gegenzug traf Draxler für Schalke zum 2:0, zwei Minuten später kassierte Verteidiger Kalla Gelb-Rot. Zehn Minuten darauf bekam Boll glatt Rot nach einem harten Einsteigen gegen Farfan. Kurz darauf flog der Becher.

Fussball wird ja nicht im Konjunktiv gespielt. Ich kann nicht entscheiden, ob Boll beim abgepfiffenen Ausgleichstor wirklich aktiv im Abseits war. Für mich ein weiteres klares Argument, endlich Klarheit bei der Regel um passives Abseits zu schaffen. Bei allem Ärger der Pauli-Fans, einen Becherwurf rechtfertigt das nicht. Und Schalke hätte im ersten Durchgang einen Elfmeter bekommen müssen. Die Platzverweise waren beide berechtigt.

Die Entscheidung des Sportgerichtes wird wohl lauten, dass Schalke das Spiel mit 3:0 zugesprochen bekommt, die Torschützen Raul und Draxler bleiben bestehen, aber auch die Platzverweise. Damit fallen bei St. Pauli nun sechs Verteidiger aus. Sky-Kommentator Michael Born kommentierte das trocken: “André Trulsen kann sich schonmal mit einem Comeback anfreunden.” Aber auch moralisch ist das Team am Boden, vom eigenen Publikum – wenn auch nur Einzeltäter – in der entscheidenden Phase im Stich gelassen. Stanislawski ist nicht zu beneiden um seine Aufgabe, und ein klares Bekenntnis zum Klub hört sich anders an, als seine Aussage nach dem Spiel.

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Saisonvorschau 10/11 – Teil 1

Posted by Max on August 18, 2010
Bundesliga / No Comments

Sie kommt spät. Aber verzichten möchten wir auch in diesem Jahr darauf nicht. In der mittlerweile vierten Auflage unserer Saisonvorschau haben wir in den letzten Tagen wieder unser Analysebüro geöffnet und die 18 Bundesligamannschaften in acht Kategorien bewertet. Auf Grundlage der Kriterien des kicker, der diese Form der Saisonvorschau bis zur Saison 2006/2007 durchführte, ist dabei wieder eine Rangliste entstanden, die hier in zwei Teilen kurz vorgestellt wird. Für den detaillierten Überblick und eine Kurzbeschreibung aller Kategorien verweise ich auf die Übersichtsseite. Den Anfang machen heute die neun Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte. Wohlgemerkt aus der von uns zusammengestellten unteren Tabellenhälfte.

(10) Eintracht Frankfurt (Notenschnitt: 2,26)

In mühsamer Kleinarbeit hat sich die Eintracht in den letzten Jahren in der Bundesliga konsolidiert. Nach einigen tristen Jahren knapp vor den Abstiegsrängen scheinen die Hessen mit Skibbe einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Doch der Weg zurück nach oben bleibt weiter zäh, auch in dieser Spielzeit wird der Erfolg nicht zufliegen. Wegbereiter könnte die Offensive sein, wenn sie den vor allem von Moritz ausgemachten Nachteil einer durchwachsenen Defensive ausgleichen kann. Probleme könnte es geben, wenn viele Stammspieler ausfallen. Die zweite Reihe ist zu dünn besetzt.

(11) FC St. Pauli (Notenschnitt: 2,30)

Überraschend weit oben, im Mittelfeld der Tabelle, darf sich der Aufsteiger aus Hamburg einordnen. Grund dafür sind in erster Linie zwei Faktoren: Zum einen die recht ausgewogen zusammengestellte Mannschaft, die durch prominente Neuzugänge gut verstärkt wurde. Zum anderen spielt die Komponente von Trainer Holger Stanislawski eine wichtige Rolle. Allgemein gut bewertet wurde auch das Vereinsumfeld, wobei hier abzuwarten ist, inwiefern die scheinbare Ruhe bei der ersten sportlichen Krise bestehen bleibt.

(12) FSV Mainz 05 (Notenschnitt: 2,32)

Hält der Mainzer Fussballzauber an, oder müssen sie sich der Weisheit fügen, dass das zweite Jahr für einen Aufsteiger stets das schwierigste sei? Größter Pluspunkt ist und bleibt das angenehme Umfeld, indem sich in Windeseile auch der einstige Nobody Thomas Tuchel zum gestandenen Bundesliga-Trainer entwickelte. Fraglich scheint, ob die Offensive Bundesligansprüchen genügt. Zumindest Moritz meldet an diesem Punkt einige Zweifel an. Torwart Heinz Müller spielte eine starke Debütsaison, fehlt nun aber längere Zeit verletzt. Auch das könnte ein wichtiger Faktor sein.

(13) Borussia M’gladbach (Notenschnitt: 2,57)

Bei keinem anderen Team liegen Moritz und ich in der Gesamteinschätzung so weit auseinander, wie bei der Borussia. Für meinen Teil sehe ich Gladbach zumindest auf der nächsten Entwicklungsstufe in Richtung Mittelfeld, während Moritz sogar den Abstiegskampf prognostiziert. Arge Diskrepanz weist dabei die Einschätzung der Abwehrreihe auf. Michael Frontzeck hat sich zwar gemacht am Niederrhein, aber bei Moritz noch lange nicht alle Vorurteile besiegt. Es wird interessant zu sehen sein, wer am Ende Recht behält.

(13) 1. FC Köln (Notenschnitt: 2,57)

Nach unserer Einschätzung wird der 1. FC Köln auch in dieser Spielzeit nicht so recht aus den Pötten kommen. Ein entscheidender Knackpunkt ist dabei erneut Trainer Zvonimir Soldo, der in seiner Debütsaison einige Anpassungsschwierigkeiten offenbarte. Kölner Trümpfe sind die Defensive inklusive Goalie Mondragon. Sorgen bereitet dagegen die Besetzung der zweiten Reihe sowie das unruhige Umfeld. Im medialen Haifischbecken Köln könnte es schon bei einem Fehlstart schnell ungemütlich werden. Einiges wird auch davon abhängen, ob Lukas Podolski der Mannschaft endlich entscheidend weiterhilft.

(15) 1. FC Kaiserslautern (Notenschnitt: 2,59)

Auch bei der Bewertung des Meisters von 1998 liegen wir beide um einiges auseinander. Ich für meinen Teil halte diese Mannschaft für zu wenig erfahren, um in der Bundesliga Bestehen zu können. Während Moritz die Neuzugänge und Verstärkungen als gut bewertet, sehe ich diese bestenfalls befriedigend. Wie wird Marco Kurz als Bundesliga-Novize auf der Trainerbank damit zurecht kommen? Wer schießt im Angriff die Tore? Kommt bei Niederlagen schnell Unruhe auf? Das sind doch einige offene Fragen. Ohne Zweifel wird es für den FCK eine schwere Saison im Abstiegskampf.

(16) Hannover 96 (Notenschnitt: 2,75)

Trotz Slomka: Auch 2010/2011 wird in der Landeshauptstadt Niedersachsens wieder gegen den Abstieg gespielt. Am Ende kommen Moritz und ich zwar auf den gleichen Notenschnitt, aber die Einzelwertungen liegen teilweise weit auseinander. Moritz etwa beurteilt die Neuzugänge als unzureichend. Für meinen Geschmack sind da allerdings durchaus einige gute Namen dabei. Dafür sieht er die Offensive als Prunkstück, für mich sind dort zu viele Namen dabei, die lange ihre Qualitäten vermissen ließen. Comeback fraglich. Größtes Sorgenkind ist aber die Defensive. Sie genügt zumindest auf dem Papier keinen Erstligaansprüchen.

(17) 1. FC Nürnberg (Notenschnitt: 2,77)

Erst in der Relegation hat sich der Club vor dem Abstieg gerettet. Diesmal könnte es die Franken erwischen, zumindest knapp wird es wieder. Bis auf den erfahrenen Goalie Torwart Schäfer wurden alle mannschaftsrelevanten Kategorien nur durchschnittlich eingeschätzt. Durchschnittlich zu wenig für die Bundesliga? Auch Trainer Dieter Hecking konnte uns noch nicht endgültig als Krisenmanager überzeugen. Für mich ist er gar ein heißer Kandidat auf einen Rauswurf bis zur Winterpause. Spiele mit dem FCN dürften auch in dieser Saison keine Leckerbissen werden.

(18) SC Freiburg (Notenschnitt: 3,00)

Mit großem Abstand und Einigkeit der beiden Bewerter landet der sympatische SC Freiburg abgeschlagen auf der letzten Position. Letztendlich wird es darauf hinauslaufen, was Teams aus dem Breisgau von jeher auszeichnete: Ein kompetenter Trainer, der in einem ruhigen und homogenen Umfeld ungestört arbeiten darf und eine Mannschaft formt. Die Probleme liegen in eigentlich allen Mannschaftsteilen, die Abwehr ist zu löchrig und wurde nicht ansprechend verstärkt. Der Sturm ist ausgedünnt mit lediglich drei Angreifern. Die Alternativen auf der Bank versprechen auch eher keine Besserung. Na dann: Mit dieser Prognose kann uns der SCF nur positiv überraschen!

Soweit die Teams auf den Plätzen 10-18. Morgen geht es dann in höhere Gefilde. Mit Antworten auf die Fragen: Wer wird Meister? Wer zieht in den Europapokal ein? Wer landet im oberen Mittelfeld?

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2. BL: FC St. Pauli – FC Augsburg

Posted by Moritz on April 12, 2010
Bundesliga / No Comments
  • 7:18 PM: Moritz Guten Abend und Herzlich Willkommen zum montäglichen Live-Blogging des Spitzenspiels der zweiten Bundesliga. Hier wartet heute Abend mit dem Duell zwischen St. Pauli und Augsburg nicht nur ein kleiner Choc, wie man in Frankreich sagt, sondern auch ein doppelter Kommentar von Max und mir. In diesem Sinne noch eine angenehme Ruhe vor dem Sturm und bis gleich.
  • 7:54 PM: Max Einen schönen abendlichen Gruß auch aus Leipzig! Beide Teams haben zwar schon einen netten Vorsprung auf die Plätze, welche nicht den Aufstieg bedeuten, aber ein Dreier heute wäre auch im Rennen um den direkten Gang in die Bundesliga sehr bedeutend.
  • 7:58 PM: Max Wie bei Montagspielen mit Beteiligung des FC St. Pauli üblich, soll es auch heute Proteste gegen diesen Spieltermin geben – allerdings nicht wie üblich durch Schweigen in der Anfangsphase. Stattdessen geht es nun wohl darum, das DSF bzw. Sport1 direkt “anzugreifen”, etwa durch Spruchbänder. Auch wenn ich diese Proteste eher skeptisch sehe, mal sehen, was man sich hat einfallen lassen…
  • 8:03 PM: Max Damit zu den Aufstellungen des heutigen Abends…
  • 8:04 PM: Max FC St. Pauli: Hain – Rothenbach, Morena, Thorandt, Oczipka – Boll, Lehmann – Bruns, Takyi, Naki – Ebbers
  • 8:05 PM: Max FC Augsburg: Jentzsch – Reinhardt, de Roeck, Möhre, El Akchaoui – Hegeler, Brinkmann – Ndjeng, Traore – Rafael, Thurk
  • 8:06 PM: Max Nachdem die heutigen Gastgeber zuletzt in Düsseldorf verloren haben, bringt Coach Stanislawski mit Rothenbach, Naki und Boll drei Akteure für neue Impulse.
  • 8:07 PM: Max Auch die Schwaben konnten zuletzt nicht gegen Fürth (1:1) gewinnen, aber deren Trainer Luhukay nimmt keine Veränderungen vor und vertraut seiner Mannschaft.
  • 8:18 PM: Moritz Anpfiff zur ersten Halbzeit eines hoffentlich sehenswerten Spiels.
  • 8:20 PM: Moritz Klare Absichten demonstieren die Augsburger in den Anfangssekunden. Die Braunhemden können aber mit etwas Zittern galant abwehren.
  • 8:23 PM: Moritz Ein alles in allem viel versprechender Beginn. Auch die Hamburger versuchen schnell in die andere Hälfte zu kommen – falls sie mal an den Ball kommen. Ansonsten machen die Rot-Weißen den couragierteren Eindruck.
  • 8:26 PM: Max Augsburgs Nando Rafael liegt verletzt am Boden, nach einem harten Zusammenstoß mit Ebbers. Sandor Torghelle wärmt sich sicherheitshalber schonmal auf.
  • 8:28 PM: Max Nette Idee übrigens, auf der Gegengerade anstatt von Baugerüsten einfach eine “St. Pauli Hall of Fame” mit bekannten Gesichtern zu platzieren!
  • 8:31 PM: Max Ohne das Augsburg daraus Kapital schlagen könnte, wirkt die Abwehrreihe der Hamburger derzeit zumindest etwas verunsichert. Nach vorne geht auf beiden Seiten noch nicht so viel.
  • 8:37 PM: Moritz Die Paulianer scheinen darauf gesetzt zu haben, dass sich Augsburg etwas weiter zurückzieht, so wackelig wie sie hinten teilweise aufgestellt sind.
  • 8:39 PM: Moritz Eine erste schwache Ecke der Augsburger gerät zu kurz und zu tief. Warum wird der eigentlich herausgedroschen, statt ihn fachmännisch anzunehmen und weiter zu leiten?
  • 8:41 PM: Moritz Geschickt gemacht von Naki. Greift sich den Gegenspieler und fällt dann selbst. Fast wäre ich darauf reingefallen, aber zum Glück gibt es den Schiedsrichter.
  • 8:43 PM: Max Langsam kommt etwas Schwung in die Angelenheit: Nach einem versemmelten Abschluss der Hausherren kontern die Augsburger über Rafael, der jedoch zu lange zögert und dann aus spitzem Winkel nicht trifft.
  • 8:47 PM: Max Beste Möglichkeit des Spiels! Traore saust aus dem Mittelfeld los, zieht dann von der Strafraumlinie ab – aber Hain kratzt den Ball heraus. Komischerweise geht es mit Abstoß weiter.
  • 8:50 PM: Max Die Partie ist mittlerweile deutlich besser, Augsburg ist eher am Zug. Der FC St. Pauli findet noch kein Durchkommen.
  • 8:51 PM: Moritz Aller Spaß findet ein Ende. Ernste Unterredung von Lehmann, Thurk und Schiri Meyer. Allerdings ohne zählbares Ergebnis.
  • 8:53 PM: Moritz Beeindruckend wie schnell beide Teams nun versuchen das Mittelfeld zu überbrücken. Dementsprechend laufintensiv geht es zu. Mit der Geschwindigkeit nehmen im Moment aber auch die Nickligkeiten zu.
  • 8:56 PM: Moritz Im Moment drückt St. Pauli schön, wenn auch etwas überhastet und wenig zielgerichtet. Die Augsburger konnten sich für ein paar Momente kaum befreien und kommen nicht mehr ganz so schnell nach vorne.
  • 8:58 PM: Max Aber sie bleiben gefährlich – Rafael mit einem Schuss fast parallel zur Grundlinie in die Arme von Hain.
  • 9:00 PM: Max Wenn ich Stanislawski wäre, würde ich Lehmann eilig austauschen und auf den benachbarten Dom schicken. Ehe er sich selbst eine Eintrittskarte besorgt.
  • 9:03 PM: Max Halbzeitpause. “Ein 0:0 der besseren Art.”
  • 9:06 PM: Moritz Ein intensives Spiel nimmt nun eine kurze Atempause. Rasant ging es auf beide Strafräume zu, doch so wirklich zielstrebig agierte keine der Mannschaften, so dass große Chancen bisher keine zu Buche stehen. In der zunehmend hitzigen Partie wollten beide bisher fast ausschließlich mit Kopf durch die Mitte ins Tor. Vielleicht wäre der Weg über die etwas verwaisten Außenpositionen der bessere. Doch wer weiß was die Trainer nun aushecken.
  • 9:19 PM: Moritz 2. Halbzeit – War in den Pausenfläschchen Zielwasser?
  • 9:22 PM: Moritz Wenig kreativ kommt Augsburg aus der Halbzeit: Spielkontrolle vor der Mittellinie und dann ein langer unfreier Pass ohne Adressaten scheint aktuell die Devise zu lauten.
  • 9:24 PM: Max Erster Warnschuss der Kiez-Kicker: Ebbers’ Schuss aus großer Distanz geht dann aber doch recht deutlich über die Latte.
  • 9:25 PM: Max Der Ball ist im Tor, 1:0 für Augsburg? Nein, abgepfiffen wegen Abseitsstellung. Für mich auf den ersten Blick eine Fehlentscheidung.
  • 9:25 PM: Max TOOOR!!! 1:0 für St. Pauli durch Lehmann!!!
  • 9:26 PM: Moritz Flink kommt der Ball zum Torschützen, der halbrechts aus der zweiten Reihe flach abzieht. Kaum Chance bei dem hoppelnden Ball fuer den Augsburger Keeper.
  • 9:29 PM: Moritz War das der Treffer der die Weichen endgültig auf Oberhaus gestellt hat? Oder kommt Augsburg noch einmal zurück? Darauf verlassen wollen sie sich scheinbar nicht und machen weiter als sei nichts gewesen.
  • 9:32 PM: Moritz Augsburg versucht hochzudrehen. Nur scheint der Fuß auf der Kupplung noch zu nervös zu sein, um die Gangart auch auf den Rasen zu bringen. Durch das Umschalten gewinnt St. Pauli im Gegenteil zusätzlich an Fahrtwasser.
  • 9:35 PM: Max Nächste große Möglichkeit für den FCSP! Takyi läuft quer vor dem Strafraum, sein Schuss wird abgefälscht und plautzt von der Jentzschen Männerbrust zurück ins Feld.
  • 9:37 PM: Max TOOOR!!! Ebbers erhöht auf 2:0!!!
  • 9:38 PM: Max Das sind jetzt schon erstligareife Spielzüge! Aus einem Abschlag heraus bekommt Takyi vor des Gegners Strafraum den Ball, zieht nach außen, die genaue Flanke nimmt Ebbers an und schießt den Ball ins lange Eck.
  • 9:41 PM: Moritz Ich weiß nicht was Luhukay in der Pause gesagt hat, aber es scheint definitiv das Falsche gewesen zu sein. Gegen die motivierten Paulianer, die nun aus fast allen Lebenslagen gefährlich erscheinen, wirken sie etwas mehr als nur von der Rolle.
  • 9:46 PM: Moritz Geschickt spielen die Braungekleideten gegen hochaufgerückte und vor allem nervöse Augsbuger. Einfach mal den Ball nach vorne spielen und schauen was passiert oder geplant einen Angriff aufziehen. Im Moment sorgt beides für Gefahr.
  • 9:50 PM: Moritz Irgendwie darf man ein wenig enttäuscht sein von den Gästen. Im Moment wirkt es ein wenig wie Stückwerk, da die Mannschaftsteile kaum ineinander greifen. Im Moment sorgen Lehmann und Thurk nach einem Zusammenprall für eine kurze Unterbrechung.
  • 9:51 PM: Max Noch die Auflösung des Abseits-Treffers vor dem 1:0 – es war keine irreguläre Stellung des FCA-Angreifers. Somit hätten die Schwaben führen müssen und wer weiß, was dann passiert wäre!?
  • 9:53 PM: Max Bitter: Augsburg muss wechseln, Thurk kann nach dem Zusammenprall nicht weitermachen und humpelt mit Unterstützung in Richtung Kabine. Ein Ausfall in den letzten Saisonspielen wäre extrem fies.
  • 9:54 PM: Max Weil ich eben die “Scheiss Sport1″-Transparente gesehen habe (sehr dezent): Richtig tolle Stimmung heute am Millerntor. Ist doch viel besser so als mit sinnlosen Schweigeminuten.
  • 9:57 PM: Moritz TOOOR!!! – Ebbers erledigt das 3-0!
  • 9:59 PM: Moritz Schöner Pass aus dem Mittelfeld mit dem auf den Fuß Ebbers seinen Gegenspieler umkurvt und trocken abzieht. Wenn es das vorher schon war, darf Augsburg nun in Ruhe zu Ende dödeln.
  • 10:02 PM: Max Richtig geile Show hier von St. Pauli im zweiten Durchgang. Und für Augsburg werden das noch flotte Wochen bis zum Mai.
  • 10:04 PM: Moritz So langsam neigt sich das Spiel dem Ende entgegen. Erkennbar bei der Augsburger Bereitschaft das Spiel zu gestalten. Viel eher wollen sie wohl noch ein weiteres Gegentor verhindern.
  • 10:05 PM: Max Die Nachspielzeit läuft bereits.
  • 10:06 PM: Max Nochmal die Chance für St. Pauli, aber Rouwen Hennings scheitert an Jentzsch.
  • 10:06 PM: Max Abpfiff! FC St. Pauli 3:0 FC Augsburg
  • 10:09 PM: Moritz Es war die Show des FC St. Pauli und seiner Fans. Im ersten Durchgang noch zurückhaltend, drehten sie im zweiten Durchgang vollkommen auf und überraschten damit die Augsburger. Die Bayern wirkten von Beginn der zweiten Halbzeit weg weniger präsent als zuvor und kassierten letztendlich verdient Gegentore.
  • 10:10 PM: Moritz Damit müssen sie wohl um den Aufstieg weiter zittern und zunächst auf die Relegation konzentrieren, während St. Pauli davon ausgehen kann, schon so gut wie aufgestiegen zu sein. Mit diesen Fans definitiv eine Bereicherung für die Bundesliga!
  • 10:10 PM: Moritz In diesem Sinne wünsche ich nach einem tollen, intensiven Spiel noch eine angenehme Nacht.
  • 10:11 PM: Max Einen schönen Gute-Nacht-Gruß auch aus dem verregneten Nordsachsen in die weite Welt des Fussballs!

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Kollateralschaden

Posted by Max on März 07, 2009
Bundesliga, Nordostfussball / No Comments

Nicht nur sportlich hat Hansa Rostock gestern eine riesengroße Schramme abbekommen. Der Verein beendete nur knapp eine Woche nach der Verpflichtung eines neuen Managers, des Rücktrittes eines Vorstandsmitgliedes und aller erdenklicher Negativ-Schlagzeilen die Zusammenarbeit mit Trainer Dieter Eilts. Dieser war bei seinem ersten Profiklub schlicht überfordert. Wer macht es jetzt besser?

Leider wird er erneut extrem unglückliche Punktverlust gegen den FC St. Pauli etwas überdeckt von dem, was danach geschah. Straßenschlachten zwischen sogenannten Fans beider Vereine nach der Partie. Als Leipziger ist man gegen solche Dinge nach dem Februar 2007 etwas abgestumpft. Trotzdem: Erst stiller Protest, und jetzt das …

Am morgigen Sonntag begleiten wir ein weiteres pikantes Spiel aus der obersten Sicherheitsstufe im Live-Blogging. Dann treffen Union Berlin und Dynamo Dresden in der Alten Försterei aufeinander, im Vordergrund soll dann aber bitte das sportliche Geschehen bleiben!

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