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Aston Villa – FC Liverpool 29. Dezember 2009

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Alles noch drin? 5. November 2009

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Nach vier Spieltagen in der Champions League sind bereits sechs Achtelfinalisten gefunden – doch keine deutsche Mannschaft ist darunter. Nach einer erneut gemischten Bilanz – von jedem Ergebnis gab es etwas – muss man sich besonders in München die Frage stellen: Ist noch alles drin? Eher nicht, denn in den nächsten Wochen ist man auf freundliche Mithilfe von Girondins Bordeaux angewiesen. Währenddessen haben es Wolfsburg und Stuttgart noch in der eigenen Hand.

Nach der Niederlage in Frankreich sollte doch eigentlich alles besser werden beim Rückspiel, zumal noch im eigenen Stadion, wo sich die Bayern doch irgendwie noch immer durchsetzen konnte. Aber im Herbst 2009 zeigt sich Girondins Bordeaux als eine zu große Hausnummer für den deutschen Rekordmeister. Wie bereits vor zwei Wochen wirkte der Meister aus dem Nachbarland reifer, spritziger und in letzter Konsequenz auch effektiver. Erneut war es eine Standardsituation, die das erste Tor für Girondins brachte. Der zweite FCB-Gegentreffer war das Produkt eines lehmannesken Ausflugs von Hans-Jörg Butt. weit in die eigene Hälfte. Nach starken Wochen zu Beginn der Saison lässt sich jetzt auch der Torwart vermehrt von den Unzulänglichkeiten der Mannschaft anstecken. Kein Spieler erreicht momentan annähernd seine Bestform. Besonders die beiden Neuzugänge auf der linken Seite, Braafheid und Pranjic konnten noch keine gehobene Klasse nachweisen und werden immer häufiger als Sündenbock von den Zuschauern ausgemacht, welche sie dann mit Pfiffen beschenken. Dazu formschwache Stürmer, die das Tor einfach nicht treffen. Oder ein Mittelfeld, das keine Impulse setzt und es somit oft auch garnicht zu Torchancen kommt.

Somit ist für Bayern die Situation nach vier Runden prekär: Dem Auftaktsieg in Haifa folgte ein Remis sowie zwei Niederlagen. Die Qualifikation für die nächste Runde ist nicht mehr aus eigener Kraft machbar. Gewinnt Juventus in drei Wochen in Bordeaux, ist die Gruppe durch. Dann hat das letzte Gruppenspiel in Italien nur noch statistischen Wert. Sowieso habe ich den Eindruck, das die Franzosen stark unterschätzt wurden. Jetzt ist Laurent Blanc mit seiner Truppe als erste Mannschaft fix für das Achtelfinale qualifiziert. Die Hoffnung für Bayern könnte sein, das sich die Girondins in keinem Spiel bisher versteckt haben und am nächsten Spieltag den Gruppensieg einfahren wollen – also Juve schlagen wollen und damit die Münchener (bei Erledigung der Pflichtaufgabe gegen Haifa) im Rennen halten.

Der VfL Wolfsburg hat nach dem souveränen 3:0-Sieg in Istanbul die Sache in der eigenen Hand – es reicht schon ein einziger Punkt beim nächsten Gastspiel in Moskau. Die Stuttgarter können es erstaunlicherweise auch noch aus eigener Kraft schaffen. In einer erschreckend schwachen Staffel sind Siege gegen Urziceni und Glasgow Rangers das Erfolgsrezept für Markus Babbel. Die Krise ist noch nicht überwinden, aber das 1:1 in Sevilla hält alles offen! Eigentlich war man dem spanischen Kontrahenten klar unterlegen, die spielten durch ein frühes Tor von Jesus Navas lange Zeit klar auf Sieg. Auch Luis Fabiano hatte gute Möglichkeiten, nutzte sie aber nicht, um das Resultat höher zu stellen. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Schwaben selbstbewusster, hatten sogar selber einige Chancen und am Ende war es Kuzmanovic, der den Ball mit Gewalt in des Gegners Tor beförderte. Also: Alles offen, denn im Parallelspiel trennten sich zwei schwache Teams aus Urziceni und Glasgow auch nur 1-1.

Wie der FC Bayern München ist auch ein anderer große Name mächtig unter Zugzwang. Es geht um den FC Liverpool. Die “Reds” kassieren eine Niederlage nach der anderen, und zumindest eine “gefühlte” Pleite war es auch gestern Abend in Lyon. Denn sie führten bereits durch Babel, ehe in der letzten Spielminute Lisandro Lopez noch den Ausgleich markierte. Somit kann auch der Triumphator von 2005 die nächste Runde nicht mehr aus eigener Kraft erreichen. Das Szenario ist eigentlich ganz einfach: Gewinnt der AC Florenz in drei Wochen sein Heimspiel gegen Olympique Lyon, stehen die beiden Kontrahenten des Abends als Achtelfinalisten fest. Gewinnen aber die Franzosen – Motivation: Gruppensieg vor Augen – kann Liverpool bei Siegen in Debrecen und gegen das Team aus der Toskana Anfang Dezember doch noch den Sprung schaffen. Kompliziert wird es bei einem Remis in Florenz: Dann müssten die Jungs von der Anfield Road zunächst auch in Debrecen gewinnen, und dann einen Sieg mit drei Toren Differenz gegen Florenz holen. Das sind eigentlich zu viele der Varianten, als das man in der momentanen Form des LFC noch daran glauben könnte.

Zum Abschluss noch ein Blick auf die feststehenden Achtelfinalisten: Den bereits erwähnten Girondins Bordeaux und Olympique Lyon folgten Manchester United, FC Chelsea, FC Porto sowie der FC Sevilla. Das Balgen um die anderen zehn Plätze geht weiter. Hoffentlich auch mit deutscher Beteiligung!

Aufgepasst , die Hanse kommt 17. April 2009

Posted by Moritz in : Champions League,Europa League , add a comment

Sie haben es noch einmal spannend gemacht und ihre beruhigenden Ausgangspositionen fast oder gänzlich verspielt, doch am Ende behielten Werder Bremen und der Hamburger SV mehr oder weniger souverän die Oberhand und verhalfen der Bundesliga somit schon vorzeitig zum ersten Mal seit sieben Jahren zu einer Finalteilnahme. Eine Klasse weiter oben hingegen schieden die Münchener erwartungsgemäß aus, während sich die britische Dominanz in der Champions League weiter fortsetzt.

Vor den Rückspielen schien vor allem der erneute Einzug des Titelverteidigers aus Manchester fraglich, da sie sich zuvor überrascht von der Wucht der Portugiesen vom FC Porto gezeigt hatten. Doch im erneuten Aufeinandertreffen, sollte die Partie mehr nach dem Gusto der Roten Teufel laufen. Der frühe Treffer von Christiano Ronaldo stellte die Männer um Hulk erst einmal ruhig. Erst als sie nach einer Weile den frühen Schlag verdaut hatten, rappelten sie sich auf dem gegnerischen Tor entgegen zu rennen, wobei sie mit fortwährender Spieldauer jegliche Ordnung vermissen ließen. ManU begnügte sich mit einigen wenigen Chancen in der Folge und hielt die aus Nahdistanz fast chancenlosen Portogiesen an der langen Leine, ohne das Van der Saar selbst große Gefahr laufen musste hinter sich zu greifen. Letztendlich eine Partie, die den Engländern bis auf eine stabile defensive Ordnung nicht viel abverlangte und vor allem vom “Was wäre wenn Porto ein Tor schießt”-Spannung lebte.

Ganz anders hingegen in London, wo Arsenal seinen in der Vorwoche errungen Vorteil gegen Villareal auszubauen trachtete, während die Gelben mit der gleichen Energie aber letztendlich chancenlos auf das Gegenteil aus waren, so dass sich eine temporeiche Partie entwickelte, in der es von einer Seite des Platzes zu anderen und wieder zurück ging, wobei letztendlich in vielen Situationen die Gunners die Oberhand behielten und nach einer ebenfalls frühen Führung einen kräftigen moralischen Rückenwind verbuchen konnten, dem sich die Gäste früh geschlagen geben mussten. Auch wenn der zweite Treffer in einer chancenreichen Partie lange auf sich warten ließ, bis Adebayor nach gut einer Stunde aus einer ähnlichen Situation wie im Hinspiel die wirklich letzten Zweifel ausräumte und Arsenal mehr als verdient voll auf Halbfinalkurs brachte.

Bereits am Vorabend hatten Chelsea und Liverpool in einem wahrlichen Wechselbad der Gefühle sich einen harten Kampf um ihren Platz in der Vorschlussrunde der Königsklasse geliefert. Durch das Hinspiele schien schon alles entschieden, doch nach einer kurzen Aufwärmphase starteten die Liverpooler durch und vermochten es innerhalb von nur neun Minuten die etwas zögerlich und überrascht agierenden Blues an den Rand des Ausscheidens zu drängen. Vor allem die Art und Weise mit der die Reds mit breiter Brustauf Tore drängten beeindruckte. Letztendlich gelangen vor der Pause durch einen frechen Freistoß und einen Elfmeter jedoch nur zwei Tore, einzig das Glück von Chelsea verhinderte einen größeren Rückstand, bevor sich in der zweiten Halbzeit eine packende Partie entwickelte. Ein vollkommenen veränderte Chelsea war nach der Pause kaum wieder zu erkennen und lieferte sich mit den Reds, die sich auch von einem 3-2 Rückstand nicht entmutigen ließen, einen wechselhaften, spannenden und mitreißenden Kampf, in dem sie letztendlich die Überhand behielten und Liverpool zu keinem Zeitpunkt eine entsprechend ausreichende Führung gelingen sollte. Letztendlich stehen die Blues dank einer von einem genialen Billardtor gekrönten Leistung auch verdient im Halbfinale, vermochten sie es schließlich zweimal gegen ein solches Liverpool einen Rückstand aufzuholen und zu drehen, während die Mannen von Benitez es stets verpassten die entscheidenden Gegentreffer zu verhindern und sich ihre eigenen Bemühungen damit zu Nichte machten.

Nach dem 24. Duell mit Liverpool folgt für den FC Chelsea nun im Halbfinale das bereits siebte und achte Aufeinandertreffen mit den Katalanen des FC Barcelona, der erwartungsgemäß keine Probleme in der Allianzarena hatte. In einem über weite Strecken kaum spannenden Spiel verharrten die Spanier in der Parkposition und ließen sich nur einmal von einem Frank Ribery wirklich kitzeln, der mit einem für ein allseits oft zitiertes Wunder viel zu spätem Tor für 25 Minuten eine Führung der Bayern erzielte. Genauso lange brauchten sie um in den ersten Gang zu schalten und den würdigen Ausgleich zu erzielen, der ein wohl allerseits versöhnliches Ergebnis darstellte, aber auch klar macht, dass wenn Barca gewollte hätte durchaus mehr drin gewesen wäre und in Bayern niemand mehr die Bodenhaftung verlieren muss. Letztendlich war es ein in Hin- und Rückspiel verdientes Ausscheiden, mit dem sie ihre Ziel vom Achtelfinale sogar noch übertroffen haben und nun genügend Zeit haben über ihr Konzept nachzudenken.

Erfreulichere Meldungen gab es hingegen aus dem Uefa-Pokal, indem sowohl der HSV als auch Werder ihre Führungen aus dem Hinspiel verteidigen konnten. Allerdings war in beiden Spielen das große Zittern angesagt, vor allem in Udine erwischte die Bremer zunächst eine kalte Dusche. In der ersten Halbzeit präsentierten sich die Italiener viel zielstrebiger als noch im Hinspiel und Quagliarella konnte vor allem in der Chancenverwertung deutlich mehr überzeugen, so dass ihnen regelrecht drei Nackenschläge gelangen, denen die Hanseaten nur ein bravourös herausgespieltes Tor von Diego entgegensetzen konnten. In einem rasenden Spiel musste man sich spätestens nach der Egalisierung des Hinspiels zur Pause Sorgen um die Grün-Weißen machen, doch nach der Halbzeitansprache zeigten sie sich dann auch geordneter, ließen aber nicht weniger Chancen zu. Viel mehr schossen sie sich nun den Stress vom Leib und vergaben sogar in Person Diego noch einen Elfmeter. Überhaupt war Diego an diesem Abend Lichtgestalt und Hoffnungsträger in einem für die Werderaner. Eine Position, die er mit seiner Leistung und seinen Toren vor den Augen der italienischen Scouts einmal mehr bestätigte. Überhaupt zeigte sich Bremen in diesem Spiel wieder einmal von der altbekannten Seite und nutzte seine Torchancen wie sie fielen, etwas was leider auch die Defensive betraf, dem Erfolg aber nicht im Wege stand.

Im Spiel des HSV, der im nächsten Monat in allen Wettbewerben gegen die Werderaner bestehen muss, gegen des Scheichs Mannschaft, die gestern Abend das erste Mal vor dem Besitzer höchstpersönlich aufspielte, zeigte einige Parallelen zum Hinspiel. Denn bereits früh gingen die Gäste in Führung, während in der Folge die Heimmannschaft durch einen mehr als streitbaren Elfmeter schnell ausgleichen konnte und danach einen Dauerdruck auf das gegnerische Tor aufbaute. Einem Druck, dem der HSV mit einigem Glück, Erfahrung und Frank Rost aber standhalten konnte. Mehrfach half der Pfosten den Rothosen und verhinderte, dass die Partie in die Verlängerung ging, in der der HSV sicher kaum noch hätte mithalten können, denn je länger die Partie dauerte, desto geringer wurde der eigene Vorwärtsdrang und desto mehr ließen sie sich in der eigenen Hälfte festhalten, während sie zu Beginn der Partie durchaus hatten mithalten können. Entgegen kam ihnen auch die Rote Karte gegen den Citizen Dunne, mit dem sich die Gastherren in der Schlussphase selbst schwächten und somit trotz eines Sieges eine gefühlte Niederlage kassierten, fuhr der Zug ins Halbfinale doch ohne sie.

In den beiden anderen franko-ukrainischen Duellen sollten sich jeweils die Mannschaften aus dem Noch-Gastgeberland der Euro 2012 durchsetzen und werden somit den zweiten Pokalfinalisten stellen. Zusammen mit den Hinspielen hatten beide Teams gegen ihre Kontrahenten kaum Probleme, vielmehr sollte es der Abend der französischen Torhüter werden, die mit einigen Szenen eine gewisse Misere auf dieser Position aufdeckten und somit einen etwas größeren Anteil am Ende aller Pokalträume jenseits des Rheins hatten. Luyindula besorgte mit einem Piplica-Gedächtnistor und einer erstklassigen Vorlage das Aus von Paris Saint-Germain, das auch sonst kaum Akzente setzen konnte, gegen den ganz heißen ukrainischen Meisterschaftsanwärter Kiew. Im anderen Spiel war die Luft nach einer halben Stunde heraus, als Donezk das erste Auswärtstor erzielte und somit den Marseilleise schon früh die Hoffnung auf ein kleines Wunder nahm. Einzig zum kurzzeitigen Ausgleich sollte es reichen, bis in der Nachspiel ein Bock von Mandanda die Heimniederlage besiegeln sollte.

Somit steht also die Nationalität des Großteils der Finalteilnehmer schon fest und nach Dortmund und Leverkusen im Jahre 2002 wird nun die Bundesliga nach dem internen Duell um den Finalplatz wieder jemanden die Daumen in der Hölle von Istanbul drücken können wenn es gegen ein Team aus dem Land der orangenen Revolution geht. In der Königsklasse sind die Tickets hingegen wieder einmal fest in englischer Hand und erneut ist es Barcelona, die sich in diese Phalanx einmischen konnte und gegen sie bestehen muss, um einen erneuten britischen Triumph zu verhindern, während für ManU die erste Titelverteidigung des Wettbewerbs so nah wie noch nie gekommen ist.

Angezählt 9. April 2009

Posted by Moritz in : Champions League , add a comment

So wirkt im Moment nach den ersten Viertelfinals der Champions League die Situation vom einstigen Hoffnungsträger auf dem Trainerposten des FC Bayern München. Auch wenn das Ergebnis an sich keine Überraschung ist, war die Art und Weise des Zustandekommens Anschauungsunterricht pur.

Von den Hoffnungen, die auch der Ausgang der Spiele am Tag vor dem Tag, an dem die Bayern ihre Träume in Flammen aufgehen sahen, wurde keine erhört. Nur am Dienstag wackelten die Favoriten. Sowohl ManU als auch Arsenal mussten einen Rückstand hinnehmen und erkämpften sich dann letztendlich immer noch ein Unentschieden.

Dabei gingen die gelben U-Boote aus Villareal zunächst aussichtsreich auf Feindfahrt und kaperten ein ums andere Mal das Gunnersschiff, das einige Startprobleme hatte und bereits vor der Pause mit Almunia und Gallas zwei Leistungsträger auswechseln musste. Erst eine Feinjustierung durch Wenger brachte Arsenal wieder zurück ins Spiel, die nach der Pause so die Offensivwirbel der Spanier bändigen als auch eigene Akzente nach vorne setzen konnten, bis ein wahrliches Traumtor von Adebayor per Fallrückzieher diagonal durch den Strafraum das Endergebnis besiegelte. Damit dürften die London im heimischen Rückspiel vorerst alle Trümpfe in der Hand halten. Chancenlos werden aber auch die Spanier aus Villareal nicht anreisen müssen, zeigten sie doch in den ersten Minuten, dass sie mit dem jungen Gegner, bei dem die eigene Ungenauigkeit in vielen Szenen eine noch bessere Ausgangssituation verhinderte, gut zurechtkommen können.

Noch überraschend starte die Partie im Old Trafford, wo der FC Porto als klarer Underdog sich vorgenommen hatte selbst Druck aufzubauen und ManU nicht zum Zuge kommen zu lassen, was ihnen in der Anfangsphase auch glänzend gelang und so die Gastgeber lange Zeit bremsen konnten. Mit zwei Toren erfüllten sie ihr Soll dabei in der Wiege des englischen Tabellenführers fast tadellos. Einzig ein riesiger Bock nach einer Viertelstunde als Alves den normalerweise weit im Abseits stehenden Rooney mit einem Rückpass nahezu zwang den zwischenzeitlichen Ausgleich zu erzielen. Doch auch nach diesem Erfolgserlebnis war nicht viel Zwingendes von den Mannen in Rot zu sehen, die gegen Ende der Partie, die sie noch drehen konnten, auch ein wenig müde wirkten und so den letzten Treffer des Abends zum Ausgleich hinnehmen mussten. Nächste Woche haben die roten Teufel daher einige Steine im Gepäck, bleibt ihnen im Drachenstadion zu Porto angesichts des Ergebnisses fast nur die Chance zu gewinnen, was ihnen im letzten Auftritt dort vor fünf Jahren nicht gelang, während die jungen Portugiesen berechtigterweise weiterhin träumen davon dürfen einen der großen Favoriten zu eliminieren.

Die Gedanken an ein ähnliches Ergebnis waren bis zum Mittwochabend auf Seiten des FC Bayern mehr als lebendig, doch am Ende mussten sie erfahren wie Lissabon sich nach den beiden Klatschen im Achtelfinale gefühlt haben muss. Dabei haben sie alles versucht, um Barca den Wind aus den Segeln zu nehmen und sogar den Mythos des Angstgegners für spanische Teams bemüht. Darunter fällt auch der Wechsel von Rensing zu Butt, der rein rational vor einem solchen Spiel kaum Sinn machte und wohl ebenfalls die Ankündigungen selbst nach vorne spielen zu wollen. Den von all den Täuschungsmanövern zeigten sich die Katalanen unbeeindruckt. Schnitten sorgenlos ein ums andere Mal durch die Rot-Weiße Butter, die sich Bayern-Defensive nannte und wohl unter die Kategorie Mogelpackung fiel. Teilweise reichten nur drei der Weltklassespieler in den blauroten Trikots, um fast alle sich zu einem Netz eng wie beim Einlass vor einem Fußballspiel gruppierenden Gegner zu überwinden. Die Konsequenz war eine noch harmlos anmutende Halbzeitführung von vier zu null Toren und ein sichtlich gezeichneter, bedauernswerter und machtloser Hans-Jörg Butt. Doch egal in welchen Gang Barcelona schaltete, hätten sich die Bayernspieler genauso gut ein paar Karten für das Spiel besorgen können, um einen ähnlich hohen gefühlten Spielanteil zu bekommen. Sie wurden von Barca beherrscht ohne sich aufbäumen zu können.

Der Rest war die Bilanz des Scheiterns. Selten hat man nach einem Spiel auch die Verantwortlichen so extrem schmallippig erlebt. Man sah ihnen den Schock regelrecht an, sogar Beckenbauer musste mehrere Minuten erklären warum ihm die Worte fehlten, während bei Rummenigge während des Interviews wohl schon erste Trainervermittler anriefen, denn in diesem Spiel zeichneten sich viele der dringlichsten Probleme ab, die in dieser Spielzeit vereinzelt schon auftraten und teils teils auch oder vor allem dem Trainer, dessen Schild nun auch in der Führungseben zu bröckeln scheint, anzulasten sind und die Zweifel an ebenjenem nun weiter gewachsen sind. Zum ersten Mal erlebte man ihn nach einem verloren Spiel vollkommen ratlos, wo er sonst immer noch versuchte irgendeinen positiven Aspekt im Stile deus ex machina hervorzukramen. Das allerdings waren an diesem Abend wohl alle. So jedoch dürften einige heiße Tage im Süden Deutschlands anstehen.

Ähnlich im falschen Film dürften sich auch die Fans an der Anfield Road gefühlt haben, die nach einem eigentlich perfekten Start mit ansehen mussten, wie Chelsea ausgerechnet in der Champions League gegen sie ihre Auswärtsnegativserie beenden werden und gleichzeitig ihrem Team das derzeit lief wie kein anderes in der Premier League einen herben Dämpfer versetzte. Nach einem rasanten Beginn, saßen am Ende die Londoner gegen den Perfektionisten Beniez am längeren Hebel, indem Ivanovic die Partie nach zwei Standards noch dreht und so gemeinsam mir Drogba für ein überraschend deutliches Ergebnis sorgte, dass es für die Reds nach dem Hinspiel nun schon fast unmöglich erscheint an der Stamford Bridge das Pendel noch in die andere Richtung zu drücken.

Somit erscheint in den Dienstagspartien der nächsten Woche unter den Kontrahenten bereits nach den Hinspielen alles geklärt zu sein, während am Tag darauf noch zwei weitere englische Vertreter um ihre Zugangsberechtigung zum Halbfinale spielen werden müssen und eine oder vielleicht auch zwei Überraschungen dort noch in der Luft liegen könnten. In diesem Sinne wünsche ich einen aus Sicht der Bundesliga wesentlich erfolgreicheren Donnerstagnachmittag und einen guten Start in das Osterwochenende.

The Battle Of The Titans 15. März 2009

Posted by Max in : Fussball International , add a comment

Ich bin kein Freund davon, Fussballspielen atemberaubende Titel zu geben. Klar, gerne darf man ein Stadtduell als “Derby” bezeichnen, aber oft trägt es dann auch solche Züge, dass ein Spiel zwischen Bayern und Bremen plötzlich als “Nord-Süd-Derby” bezeichnet wird. Die Engländer sind traditionell gut darin, diverse Spiele zwischen den “Big Four” (noch so eine seltsame Bezeichnung) mit heroischen Überschriften zu versehen. Gestern stand also der “Battle Of The Titans”, das Nordwest-Derby in der Premier League, auf dem Programm. Der FC Liverpool gastierte bei Manchester United.

Liverpool spielt seine beste Saison steit Bestehen der Premier League und kann trotzdem mit dem Verlauf der Spielzeit nicht ganz zufrieden sein. Nach einem guten Start in die Saison besteht ernsthaft die Möglichkeit, den 19. Meistertitel an die Anfield Road zu holen. Manchester United erwischte keinen guten Start und hatte schnell einige Punkte Rückstand. In den letzten Wochen aber drehte sich das Bild: Insgesamt zehn Remis parallel zu einer nach der Klub-Weltmeisterschaft einsetztenden Siegesserie von ManUtd ließ den Rückstand auf den Titelverteidiger stetig wachsen, sieben Punkte waren es vor dem gestrigen Battle, wobei United sogar noch einen Nachholer gegen FC Portsmouth in der Hinterhand hat. Für Liverpool ging es darum, die vielleicht letzte Chance zu nutzen, Anschluss an die Tabellenspitze zu bewahren. Ein schweres Unterfangen, denn Manchester hatte zuvor in Old Trafford lediglich am ersten Spieltag Punkte abgeben müssen und anschließend 13 Spiele gewonnen.

Am Dienstag hatten die Reds aus Liverpool aber ihre Stärke demonstriert, 4:0 wurde Real Madrid vom Platz gefegt. In der Premier League jedoch leisteten sie sich zuletzt oft mittelmäßige Spiele, die Medien sprachen schon von den “zwei Gesichtern” des FC Liverpool. Manchester besiegte Mittwoch Inter Mailand mit 2:0, marschiert zudem seit Wochen in der Liga.

Für Spiele unter den “Big Four” gibt es in England klare Charakteristika: Entweder es wird ein echtes Fussballfest mit hohem Tempo und vielen Toren, oder die Taktik dominiert und letztendlich entscheidet über Sieg oder Niederlage nur die Tatsache, wer den ersten Fehler im Spiel macht. Von daher war das Spiel am Samstag kein typisches “Big Four”-Match. Es gab keine Flut an Torchancen, es war das angekündigte Warten auf den ersten, entscheidenden Fehler. Den sollte es auch geben, doch es folgten noch mehr Fehler und im Endeffekt fünf Treffer in einer sehenswerten Partie.

Die erste Halbzeit begann bemerkenswert, aber durchaus typisch für ein Duell zwischen ManUtd und dem FC Liverpool: Das Spiel hatte ein hohes Tempo, es war ansehnlich, doch eigentlich passierte nichts. Keine Torchancen. Der erste richtig gelungene Pass in die Spitze lässt den Südkoreaner Park durchstarten, Liverpool-Goalie Reina stürmt aus seinem Tor und brezelt den kleinen Asiaten um. Keine Frage, Elfmeter. Dieser wurde sicher von Cristiano Ronaldo verwandelt. Das Spiel schien also den erwarteten Verlauf zu nehmen. Gerade als ich mich auf 60 Minuten Ergebnisverwaltung eingestellt hatte, zerstörte Nemanja Vidic die friedliche Sofa-Idylle. Der Verteidiger sah sich nicht in der Lage, einen langen, unkontrollierten Befreiungsschlag von Skrtel aus dem Strafraum von Liverpool per Kopf zu klären, stattdessen unterläuft der Serbe den Ball und macht den Weg frei für Fernando Torres, der abgezockt vor van der Saar das 1:1 erzielte. Auch in den Minuten danach hatte Manchester mehr vom Spiel, doch ein weiterer Strafstoßpfiff, diesmal auf der anderen Seite, bringt kurz vor der Pause das 2:1 für die Gäste.

Mit unverändertem Personal begannen beide Mannschaften den zweiten Spielabschnitt. Manchester versuchte wütende Angriffe, aber weder mit Gewalt noch Zauberei gab es ein Durchkommen gegen die stabile Abwehr. Die Innenverteidigung Skrtel/Hyypiä räumte alles aus dem Weg. Nach 70 Minuten hatte Sir Alex Ferguson genug von den erfolglosen Versuchen seiner Mannschaft gesehen und wechselte dreifach: Scholes, Giggs und Berbatov an Stelle von Anderson, Carrick und Park. Wenige Augenblicke vorher hatte auch Rafael Benitez schon gewechselt, brachte mit Dossena einen Verteidiger für Flügelstürmer Riera. Nur einige Minuten nach der Wechselorgie erledigten sich die Red Devils selber: Pechvogel Vidic, der einen schwarzen Tag erwischte, wurde mit Notbremse vom Platz gestellt. Er war nicht letzter Mann, aber der gegnerische Angreifer hätte freien Weg zum Tor gehabt. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob vielleicht Rio Ferdinand noch eingreifen hätte können. Von daher eine zu harte Entscheidung von Referee Allan Wiley. Doch selbst mit 11 Spielern hatte sich die Sache schnell erledigt, denn den bei Rot oder Gelb fälligen Freistoß verwandelte Fabio Aurelio kunstvoll in die rechte Ecke. Manchester United war erledigt, Dossena besorgte in der Nachspielzeit gar noch das 4:1.

Eine harte Pleite für Manchester, vorher hatte van der Saar lediglich zwölf Gegentore kassiert, jetzt packte Liverpool gleich ein Drittel davon drauf. Der Abstand in der Tabelle beträgt nun zunächst noch vier Punkte, bei einem Spiel Rückstand für ManUtd. Eigentlich würde ich nicht unbedingt auf ein offenes Titelrennen tendieren, aber der moralische Schock, den eine solche derbe 1:4-Niederlage verursacht, könnte in den nächsten Wochen vielleicht ein ausschlaggebender Punkt sein. Zumindest aber hat die zuletzt steil abfallende Meisterschafts-Spannungskurve gestern ein kleines retardierendes Moment erhalten.

Morgen Abend gibt es hier im Live-Blog ein echtes Derby, wir begleiten die Partie zwischen SV Wehen-Wiesbaden und dem FSV Mainz 05 aus der zweiten Bundesliga. Bis dahin, einen schönen Sonntag aus dem verregneten Leipzig!