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Überraschungsaufsteiger 25. September 2012

Posted by Moritz in : Bundesliga , 1 comment so far

Die Spitze ist seit letztem Wochenende eine einsame Angelegenheit. Fünf Punkte Vorsprung haben die ersten beiden schon vor den sogenannten Verfolgern. Der schon herausragende Start des FC Bayern wird eigentlich nur noch überschattet von einem zweiten Team, das bisher mühelos Schritt halten konnte: Der Erfolg der Eintracht aus Frankfurt war noch weniger absehbar und überrascht in der Form.

Egal ob man gegen Leverkusen oder Nürnberg spielt – wer im Stadion war hatte sein kommen bisher nicht bereuen müssen und sah ein alles andere als eindimensionales Spiel. Ausgehend von ihren beiden defensiven Mittelfeldspielern ziehen sie von hinten bis vorne ein durchdekliniertes, variables und offensives Spiel auf, dass viele Gegner offenbar überrascht.

Die Eintracht überzeugt dabei auf vielen Ebenen. Allen voran ist es die mannschaftliche Geschlossenheit, die sie auszeichnet, da gibt es kaum Szenen, in denen man sich an Kopf greifen möchte, da die Hand nicht weiß, was der Fuß macht. Auch den einen Torschützen, der einfach auszuschalten wäre, gibt es nicht. Die bisherigen elf Tore verteilen sich auf so viele Schultern, dass man sich fragt, ob am Ende überhaupt ein Spieler mehr als elf, zwölf Tore erzielen wird.

Das zeigt sich auch in den weingen Umstellungen der Startaufstellung, die gleichzeitig ein Zeichen für die hohe Zufriedenheit von Veh darstellen dürfte. Gleichzeitig aber sind sie auch flexibel genug, um Verletzungen während des Spiels wie jüngst in Nürnberg fast nahtlos aufzufangen. Da wird das System passend umgestellt und trotzdem weiß jeder was er zu tun hat.

Ob Neuzugänge, Alteingesessene oder die Talente – es scheint alles im Moment alles zu stimmen im Verein. Es fällt schwer da jemanden herauszugeben. Es fällt kaum jemand ab, viel mehr haben die meisten Spieler gerade eine überragende Form, wo sich schon eher die Frage stellt, wie sie die gleichzeitig über einen längeren Zeitraum halten werden können.

Interessant ist vor allem aber zu sehen, wie Veh in aller Ruhe seine Mannschaft organisiert. Hat er vor der Saison noch über ein fehlendes Team geklagt, organisierte er genau die richtigen Neuzugänge und integrierte sie schnell in einer funktionierende Einheit. Im Vergleich zu seinen Bundesligazeiten in Hamburg oder Wolfsburg scheint ihm die Eingewöhnung mit etwas weniger Trubel in der zweiten Liga gut getan zu haben.

Vor dem kommenden Spiel gegen den Meister aus Dortmund wird noch tief gestapelt. Man gibt sich noch bescheiden. Nach gerade einmal vier Spielen ist es auch noch viel zu früh sich weit aus dem Fenster zu lehnen. Es scheint klar, dass die Mannschaft nicht ewig weiter von Sieg zu Sieg eilen wird. Doch genauso unvorstellbar scheint momentan ein völliger Zusammenbruch.

Vehs Aufgabe wird vor allem sein, zu verhindern, dass seine Spieler in Anbetracht der Euphorie zu viele einfache Fehler machen, die den Kontrahenten wieder einen Einstieg ins Spiel ermöglichen. Gegen den HSV wäre das letzte Woche fast schief gegangen.

Aber nur fast. Wie weit die Flügel tatsächlich tragen wird sich unter anderem gleich zeigen, wenn mit dem schwächelnden Meister ein weiterer Härtetest ansteht. Eines lässt sich aber jetzt schon festhalten: So macht die Eintracht jedenfalls Spaß mehr als mit Berichten über zweifelhafte Zuschauer.

Abgestürzt 8. Mai 2011

Posted by Moritz in : Bundesliga , add a comment

Das Bild, dass der Abstiegsfavorit aus Frankfurt gestern der Öffentlichkeit präsentierte war abenteuerlich. Von der Mannschaft, die im Winter noch von Europa träumte ist rein gar nicht übrig geblieben. Neuer “Höhepunkt” war nun die Nicht-Leistung gegen Köln, mit der sie es nun erstmals auf einen direkten Abstiegsplatz gelandet.

Dabei hatte man schon die Notbremse gezogen und Skibbe entlassen. Kurioserweise direkt nach dem wohl einzigen Sieg in dieser Rückrunde. Damals schien der Schritt einer gewissen Logik zu gehorchen. Christoph Daum schien auch der richtge Mann für diesen Job zu sein. Stets hatte er als einer der Motivatoren im deutschen Fußball gegolten.

Doch statt aufwärts an den Sieg gegen St. Pauli anzuknüpfen, ging es nur weiter abwärts. Zwar gab es Hoffnungsschimmer. Doch die Probleme blieben. Das Selbstvertrauen wollte nicht kommen. Siege wurden im letzten Moment verschenkt, während die Konkurrenz locker punktete. Gekas, das Phänomen der Hinrunde, die Lebensversicherung des Vereins, wurde seine Blockade nicht genommen und stellt wohl das Sinnbild des Absturzes dar.

Das Ganze gipfelte nun in einem an Harmlosigkeit nicht zu überbietenden Abstiegsendspiel gegen den 1. FC Köln. Statt zu kämpfen oder wenigstens Einsatz zu zeigen, plätscherten die 90 Minuten so vor sich hin. Die Ohnmacht in den Beinen der Spieler war förmlich spürbar. Selbst die Gegentreffer hatten keine entsprechende Wirkung. Vielmehr schienen sie nur für noch mehr Verunsicherung und Nervosität zu sorgen.

Der Abstieg wäre nicht nur eine Katastrophe für den Verein aus der Bankenmetropole. Er ist vielmehr auch ein Armutszeugnis für Christoph Daum. Er hat auf seiner eigentlichen Alleinstellungsmerkmal kläglich versagt. Die versprochenen Reizpunkte verpufften und seine Rethorik wirkte anachronistisch und teilweise lächerlich. Auch taktisch wirkte seine Schaffenszeit am Main fruchtlos. Auch wenn es am letzten Spieltag noch “Klick” machen sollte. Die Personalie Daum ist jetzt ähnlich verbrannt wie ein Matthäus. Jeder Verein wird es sich wohl zweimal überlegen ihn nun noch einzustellen.

An eine Rettung glaubt wohl ohnehin keiner mehr. In Frankfurt hat man alles auf die Karte Daum gesetzt und wohl alles verloren. Das provoziert unangenehme Gefühle. Wehmut. Trauer. Aber auch Wut. Ohne jeden Zweifel. Doch das, was sich einige Zuschauer in solchen Situationen immer wieder rauszunehmen meinen dürfen, ist absolut unwürdig. Blind werden da Werte zerstört. Es scheint wohl nur den Verwantwortlichen zu danken zu sen, dass sich die Szenerie schnell wieder beruhigte.

Da gibt es einiges aufzuarbeiten und zu konsolidieren. Aber vor allem muss man den Verein wieder zurück auf die richtige Spur zu setzen. Aber mit solchen Erinnerungen im Hinterkopf wird man die Eintracht sicher nicht vermissen. Das war sicher von neutraler Seite bei Hertha so, das ist hier nicht anders.

Zur Lage der Liga – unten 13. April 2011

Posted by Max in : Bundesliga , add a comment

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass sich das Trainerkarussell der Bundesliga nicht ein Stück weiterbewegt. Heute ist es Holger Stanislawski, der seinen Abschied zum Saisonenende verkündet hat. Ob er den 34. Spieltag wirklich noch als Coach erlebt, dürfte nach dem Erlebten der letzten Wochen nicht als 100%ig sicher gelten. Sollte er ab Sommer zudem – wie spekuliert wird – tatsächlich neuer Übungsleiter in Hoffenheim, wäre das ein ziemlich krasser Imagewechsel der St. Pauli-Legende. Derzeit aber steht er noch in Hamburg in der Verantwortung und muss zusehen, mit seinen Kiez-Kickern nach sieben Pleiten in Folge den Umschwung im Abstiegskampf zu schaffen. Und damit auf zu Teil Zwei der Tabellenanalyse – der Blick nach unten.

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Die fast Geretteten

Nach meinen Berechnungen reichen diese Saison 36 Punkte für den direkten Klassenerhalt, ein Zähler weniger berechtigt immerhin zur Teilnahme an der Relegation. Vier Vereine haben dieses Ziel schon fast erreicht und brauchen aus den letzten fünf Spielen nur noch ein oder zwei Punkte, um auf der sicheren Seite zu sein. Zum einen die TSG Hoffenheim. Mit Spannung hatte ich die Auswirkungen des Trainerwechsels im Kraichgau erwartet – doch Marco Pezzaiouli konnte den Vertrauensvorschuss nicht zurückgeben, zeigte sich farblos, das Team tritt seit der Winterpause endgültig auf der Stelle. Ein kompliziertes Restprogramm wird dafür sorgen, dass es mit Punktgewinnen gegen Frankfurt und Wolfsburg nur knapp über die 40-Punkte-Grenze geht. Auswärtsniederlagen in Leverkusen und Nürnberg scheinen vorprogrammiert, zudem empfängt die TSG noch hochmotiverte Stuttgarter. Letztendlich bleibt es beim tristen zehnten Rang – jenseits von Gut und Böse.

Bei Werder Bremen machen sie drei Kreuze, wenn die Saison endlich vorbei ist. Mittlerweile hat sich das Schaaf-Team selbst in etwas ruhigeres Fahrwasser gebracht. Zudem geht es gegen St. Pauli, Wolfsburg und Kaiserslautern. Direkte Konkurrenten also, und Spiele, wo Werder jeweils zumindest mit einem Remis leben kann. Auch der designierte Meister Dortmund wird an der Weser kein leichtes Spiel haben. Lediglich die wiedererstarkten Schalker dürften am nächsten Spieltag eine andere Kragenweite haben und drei Punkte aus dem Weserstadion mitnehmen. Dennoch brennt für Werder nichts mehr entscheidend an.

Der 1. FC Kaiserslautern scheint aus dem Gröbsten heraus, muss aber wachsam bleiben. Die nächsten Spiele gegen Nürnberg, Schalke und St. Pauli bringen nochmal Unsicherheit, ein Auswärtssieg in Wolfsburg am 33. Spieltag jedoch wird den Klassenerhalt endgültig klar machen. Da wird das Remis eine Woche später gegen Werder Bremen nur noch die Kür sein.

Mit seiner Heimstärke haben die Spieler vom 1. FC Köln das Fundament gelegt für die ordentliche Ausgangsposition. Mit einem weiteren Erfolg vor eigenem Publikum am Samstag gegen Konkurrent Stuttgart wird der letzte Schritt gemacht. Da darf man sich dann auch im Derby gegen Leverkusen wieder mal eine Heimpleite leisten, in Wolfsburg und Frankfurt werden wie üblich die Punkte gelassen. Ein Punktgewinn gegen Schalke beendet die Saison. Die Kölner haben so viele Big-Point-Spiele gegen direkte Konkurrenten, da kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Die akut Gefährdeten

Geändert hat sich bei Eintracht Frankfurt einiges, seit Christoph Daum das Zepter schwingt. Die Ergebnisse jedoch fehlen noch, und so wird es ein zähes Ringen um den Ligaverbleib bis zum Ende. Das Restprogramm ist extrem schwer. Ein Unentschieden am Samstag in Hoffenheim, ein Heim-Erfolg gegen Köln: Reicht alles gerade so, denn Niederlagen gegen Bayern, Mainz und Dortmund müssen zwingend einkalkuliert werden. Nur über die zwei genannten Spiele wird der Weg zum Ziel führen.

Apropos drei Kreuze: Für den VfB Stuttgart dürften die Haken hinter die Spielzeit eher dutzendweise gesetzt werden. Es wird richtig eng, und der Ligaerhalt sollte schon vor dem letzten Spieltag feststehen – denn dann geht es nach München. Am Samstag in Köln wird man an der Heimstärke des Gastgebers verzweifeln, auch der HSV eine Woche später wird die Schwaben vor Probleme stellen. Vielleicht wackelt sogar nochmal der Stuhl von Bruno Labbadia? In Hoffenheim und Hannover heißt es dann alles oder nichts. Und die Stuttgarter werden den Kopf gerade so noch aus der Schlinge ziehen.

Da wird es am Ende der Spielzeit auch dem VfL Wolfsburg nicht mehr viel nützen, dass Magath die Wölfe wieder besser in die Spur bekommt. Zu lange hat es gedauert, bis der Meistercoach die Defizite der vergangenen Monate aufgearbeitet hat. Mit einem Erfolg am kommenden Wochenende im direkten Vergleich setzt man sich erstmal von St. Pauli ab, eine Woche später folgt ein weiterer Heimerfolg gegen Köln. Die beiden folgenden Heimspiele sind das größte Plus des Champions von 2009. Zum Abschluss jedoch wird man die gute Ausgangslage wieder verdaddeln, nur ein Punkt aus dem Spiel gegen Werder, Pleiten in den Duellen mit Lautern und Hoffenheim. Für den VfL führt der Weg in die Bundesliga 2011/2012 nur über die Relegation.

Bleibt in dieser Kategorie noch der FC St. Pauli. Die Nackenschläge der letzten Wochen sind eigentlich kaum noch zu fassen. Seit dem umjubelten Derbysieg reihen sich die Niederlagen fröhlich aneinander, dazu folgt wohl noch ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit, der Vater des Erfolgs verlässt zudem bald das Schiff. Schlechte Aussichten, St. Pauli wird stark angeschlagen absteigen. Die Fortsetzung der Pleitenserie gegen Wolfsburg, Bremen, Bayern und Mainz wird nur durch ein letztes Aufbäumen in Kaiserslautern unterbrochen. Im besten Fall.

Borussia Mönchengladbach

Blickt man heute auf die Tabelle, sieht die Lage für die Gladbacher eigentlich wieder hoffnungsvoll aus. Doch immer wieder folgten auf vermeintliche Aufholjagden bittere Rückschläge. Das ständige Herankämpfen kostet zu viel Kraft. Am Freitag ist ein Punkt in Mainz möglich, doch dann folgen Dortmund und Hannover, was das Ende aller Hoffnungen bedeuten wird. Ein Sieg gegen Freiburg noch, HSV-Pleite zum Abschied. Auf ein neues in Liga Zwei.

Und am Ende kommt es wohl ganz anders.

Wenn nicht jetzt, wann dann 23. März 2011

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Nun hat also auch Frankfurt einen neuen. Einen, der dem alten diametral gegenüber zu stehen scheint. Wenn ich mich bei Daum in seiner bisherigen Karriere an etwas erinnern kann, dann sind es die Psychospielchen, mit denen er seine Schutzbefohlenen zu motivieren versuchte. Läufe über Scherben und glühende Kohlen. Das war das Kaliber eines Daum.

Doch immerhin sorgte man bei der Eintracht für einen einigermaßen geordneten Übergang. Im Vergleich zum sonstigen Treiben eigentlich eine der wenigen vorbildlichen Trainerwechsel in letzter Zeit. Trotz Spekulationen, die angesichts der Negativserie nicht wirklich verwunderlich waren, stand der Trainer nicht bereits vorher mehrere Wochen im Kreuzfeuer und wurde in medialen Treibjagden zum Schafott geführt wie mancher Leidensgenosse.

Inzwischen ist der neunte Spieltag der Rückrunde Geschichte. Bis dahin bot die Eintracht ein beinahe armseliges Bild. Fast ohne Tore und gänzlich ohne Punkte stürzte man dem Grund der Tabelle entgegen. Die Situation wird man intern mit Sicherheit ähnlich analysiert haben wir es auch in der ÖFfentlichkeit passiert ist und man kam zu einem ähnlichen Schluss.

So scheint sich in der Führunsetage um Bruchhagen zum Ende immer mehr der Eindruck verfestigt haben, dass Skibbe nicht mehr der Trainer der Stunde sein wird. Der Mann, der den Adler im Sturzflug vor dem Einschlag bewahrt. Die Länderspielpause schien ein geeigneter Zeitpunkt zu sein, den Schnitt zu wagen. Dank der Länderspielpause wird der neue Mann, trotz einiger Nationalspieler, so länger als der gewöhnliche schnelle Nachfolger Zeit haben, die Mannschaft wieder auf- und neu auszurichten.

Doch am letzten Sonntag schließlich kam er. Nicht der Trainer, der Sieg. Ein dreckiger, ohne Frage, aber immerhin der erste seit Dezember. In der schnelllebigen Öffentlichkeit, die vom letzten bis zum nächsten Spiel denkt, schien Skibbe wieder fester im Sattel zu sitzen.

Nur ist die Frage, ob sich auf Grund eines einzigen Sieges, der gefasste Entschluss so schnell wieder zurückstellen lässt. Ich denke hier hat man eine gute Wahl getroffen. Sich noch lange in Ultimaten zu verstricken, wenn die eigentliche Entscheidung schon fest steht dürfte selten das richtige Mittel sein und nur dem Selbstbetrug dienen.

Zumal man ja auch bereits einen interessanten Mann an der Angel gehabt hat. Die Not einen guten Ersatz für die eigentliche, so nimmt man es zumindest an, Optimallösung zu finden, ist auch ein Zeichen dafür, wie rar gute Namen auf dem Trainermarkt sind. Mit Daum setzt man sich zudem nicht der um sich greifenden Kritik aus, dass man den Trainer, der nebenan gerade den Stuhl vor die Tür gesetzt bekommen hat, einen Unterschlupf bietet

Warum also nicht den Motivtor Daum mit einem kurzfrsitigen Vertrag, der keinerlei weitere Verpflichtungen enthält. Nach der recht erflgreichen Hinrunde scheinen die Probleme soweiso weniger auf dem Platz zu liegen. Letztendlich bleibt für die Eintracht sowieso nur noch zu hoffen, dass sich der Trainerwechsel zu Daum gelohnt hat und die Erfolgsspur wieder gefunden wird.

Saisonvorschau 10/11 – Teil 1 18. August 2010

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Sie kommt spät. Aber verzichten möchten wir auch in diesem Jahr darauf nicht. In der mittlerweile vierten Auflage unserer Saisonvorschau haben wir in den letzten Tagen wieder unser Analysebüro geöffnet und die 18 Bundesligamannschaften in acht Kategorien bewertet. Auf Grundlage der Kriterien des kicker, der diese Form der Saisonvorschau bis zur Saison 2006/2007 durchführte, ist dabei wieder eine Rangliste entstanden, die hier in zwei Teilen kurz vorgestellt wird. Für den detaillierten Überblick und eine Kurzbeschreibung aller Kategorien verweise ich auf die Übersichtsseite. Den Anfang machen heute die neun Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte. Wohlgemerkt aus der von uns zusammengestellten unteren Tabellenhälfte.

(10) Eintracht Frankfurt (Notenschnitt: 2,26)

In mühsamer Kleinarbeit hat sich die Eintracht in den letzten Jahren in der Bundesliga konsolidiert. Nach einigen tristen Jahren knapp vor den Abstiegsrängen scheinen die Hessen mit Skibbe einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Doch der Weg zurück nach oben bleibt weiter zäh, auch in dieser Spielzeit wird der Erfolg nicht zufliegen. Wegbereiter könnte die Offensive sein, wenn sie den vor allem von Moritz ausgemachten Nachteil einer durchwachsenen Defensive ausgleichen kann. Probleme könnte es geben, wenn viele Stammspieler ausfallen. Die zweite Reihe ist zu dünn besetzt.

(11) FC St. Pauli (Notenschnitt: 2,30)

Überraschend weit oben, im Mittelfeld der Tabelle, darf sich der Aufsteiger aus Hamburg einordnen. Grund dafür sind in erster Linie zwei Faktoren: Zum einen die recht ausgewogen zusammengestellte Mannschaft, die durch prominente Neuzugänge gut verstärkt wurde. Zum anderen spielt die Komponente von Trainer Holger Stanislawski eine wichtige Rolle. Allgemein gut bewertet wurde auch das Vereinsumfeld, wobei hier abzuwarten ist, inwiefern die scheinbare Ruhe bei der ersten sportlichen Krise bestehen bleibt.

(12) FSV Mainz 05 (Notenschnitt: 2,32)

Hält der Mainzer Fussballzauber an, oder müssen sie sich der Weisheit fügen, dass das zweite Jahr für einen Aufsteiger stets das schwierigste sei? Größter Pluspunkt ist und bleibt das angenehme Umfeld, indem sich in Windeseile auch der einstige Nobody Thomas Tuchel zum gestandenen Bundesliga-Trainer entwickelte. Fraglich scheint, ob die Offensive Bundesligansprüchen genügt. Zumindest Moritz meldet an diesem Punkt einige Zweifel an. Torwart Heinz Müller spielte eine starke Debütsaison, fehlt nun aber längere Zeit verletzt. Auch das könnte ein wichtiger Faktor sein.

(13) Borussia M’gladbach (Notenschnitt: 2,57)

Bei keinem anderen Team liegen Moritz und ich in der Gesamteinschätzung so weit auseinander, wie bei der Borussia. Für meinen Teil sehe ich Gladbach zumindest auf der nächsten Entwicklungsstufe in Richtung Mittelfeld, während Moritz sogar den Abstiegskampf prognostiziert. Arge Diskrepanz weist dabei die Einschätzung der Abwehrreihe auf. Michael Frontzeck hat sich zwar gemacht am Niederrhein, aber bei Moritz noch lange nicht alle Vorurteile besiegt. Es wird interessant zu sehen sein, wer am Ende Recht behält.

(13) 1. FC Köln (Notenschnitt: 2,57)

Nach unserer Einschätzung wird der 1. FC Köln auch in dieser Spielzeit nicht so recht aus den Pötten kommen. Ein entscheidender Knackpunkt ist dabei erneut Trainer Zvonimir Soldo, der in seiner Debütsaison einige Anpassungsschwierigkeiten offenbarte. Kölner Trümpfe sind die Defensive inklusive Goalie Mondragon. Sorgen bereitet dagegen die Besetzung der zweiten Reihe sowie das unruhige Umfeld. Im medialen Haifischbecken Köln könnte es schon bei einem Fehlstart schnell ungemütlich werden. Einiges wird auch davon abhängen, ob Lukas Podolski der Mannschaft endlich entscheidend weiterhilft.

(15) 1. FC Kaiserslautern (Notenschnitt: 2,59)

Auch bei der Bewertung des Meisters von 1998 liegen wir beide um einiges auseinander. Ich für meinen Teil halte diese Mannschaft für zu wenig erfahren, um in der Bundesliga Bestehen zu können. Während Moritz die Neuzugänge und Verstärkungen als gut bewertet, sehe ich diese bestenfalls befriedigend. Wie wird Marco Kurz als Bundesliga-Novize auf der Trainerbank damit zurecht kommen? Wer schießt im Angriff die Tore? Kommt bei Niederlagen schnell Unruhe auf? Das sind doch einige offene Fragen. Ohne Zweifel wird es für den FCK eine schwere Saison im Abstiegskampf.

(16) Hannover 96 (Notenschnitt: 2,75)

Trotz Slomka: Auch 2010/2011 wird in der Landeshauptstadt Niedersachsens wieder gegen den Abstieg gespielt. Am Ende kommen Moritz und ich zwar auf den gleichen Notenschnitt, aber die Einzelwertungen liegen teilweise weit auseinander. Moritz etwa beurteilt die Neuzugänge als unzureichend. Für meinen Geschmack sind da allerdings durchaus einige gute Namen dabei. Dafür sieht er die Offensive als Prunkstück, für mich sind dort zu viele Namen dabei, die lange ihre Qualitäten vermissen ließen. Comeback fraglich. Größtes Sorgenkind ist aber die Defensive. Sie genügt zumindest auf dem Papier keinen Erstligaansprüchen.

(17) 1. FC Nürnberg (Notenschnitt: 2,77)

Erst in der Relegation hat sich der Club vor dem Abstieg gerettet. Diesmal könnte es die Franken erwischen, zumindest knapp wird es wieder. Bis auf den erfahrenen Goalie Torwart Schäfer wurden alle mannschaftsrelevanten Kategorien nur durchschnittlich eingeschätzt. Durchschnittlich zu wenig für die Bundesliga? Auch Trainer Dieter Hecking konnte uns noch nicht endgültig als Krisenmanager überzeugen. Für mich ist er gar ein heißer Kandidat auf einen Rauswurf bis zur Winterpause. Spiele mit dem FCN dürften auch in dieser Saison keine Leckerbissen werden.

(18) SC Freiburg (Notenschnitt: 3,00)

Mit großem Abstand und Einigkeit der beiden Bewerter landet der sympatische SC Freiburg abgeschlagen auf der letzten Position. Letztendlich wird es darauf hinauslaufen, was Teams aus dem Breisgau von jeher auszeichnete: Ein kompetenter Trainer, der in einem ruhigen und homogenen Umfeld ungestört arbeiten darf und eine Mannschaft formt. Die Probleme liegen in eigentlich allen Mannschaftsteilen, die Abwehr ist zu löchrig und wurde nicht ansprechend verstärkt. Der Sturm ist ausgedünnt mit lediglich drei Angreifern. Die Alternativen auf der Bank versprechen auch eher keine Besserung. Na dann: Mit dieser Prognose kann uns der SCF nur positiv überraschen!

Soweit die Teams auf den Plätzen 10-18. Morgen geht es dann in höhere Gefilde. Mit Antworten auf die Fragen: Wer wird Meister? Wer zieht in den Europapokal ein? Wer landet im oberen Mittelfeld?