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Nichts gewonnen – nichts verloren 25. Mai 2013

Posted by Max in : Bundesliga,Nordostfussball , 1 comment so far

Relegation heißt das Zauberwort. Die Chance für früher fest abgestiegene Vereine, eine verkorkste Saison zu retten. Aber auch die Gefahr für einen Verein aus der tieferen Liga, nach einer starken Saison im letzten Moment noch das nahe scheinende Ziel aus den Augen zu verlieren. Kritiker bemängeln, dass die Tagesform in zwei Spielen den Verlauf einer kompletten Spielzeit auf den Kopf stellen könnte. Wozu 34 bzw. sogar 38 Spiele Vorlauf – braucht es die Spannung danach wirklich noch? Hat ein Team nach einem Dreivierteljahr Spielzeit nicht ausreichend seine Tauglichkeit oder Untauglichkeit unter Beweis gestellt?

Wie auch immer, in Dresden bei der SG Dynamo wird man froh sein über die Möglichkeit, sich jetzt doch noch in zwei Partien gegen den VfL Osnabrück den Klassenerhalt zu sichern. Nach einer durchwachsenen Saison an der Elbe gab es gestern Teil 1 der Relegations-Wiederholung von 2011 – wenn auch damals unter umgekehrten Vorzeichen. Die Dresdner müssen sich den Vorwurf machen lassen, in der regulären Saison durch das häufige Auslassen von guten Möglichkeiten auf Punkte selbst in diese Situation gekommen zu sein. Der im Dezember vollzogene Trainerwechsel von Ralf Loose zu Peter Pacult hat seine Wirkung zwar nicht verfehlt, aber auch nicht die erhoffte befreiende Wirkung gehabt. Nun also Relegation gegen einen VfL Osnabrück, der turbulente Tage hinter sich hat mit dem spektakulären Ausscheiden von Trainer Wollitz. Trotzdem haben sich die Niedersachsen in der Endphase der Dritten Liga in einem engen Kampf um Platz Drei noch durchgesetzt.

Es ging gestern Abend also um viel in Osnabrück – schließlich musste eine gute Ausgangslage geschaffen werden für das Rückspiel. Entsprechend amibitioniert bestritten beide Mannschaften ein rassiges Spiel. Das Ergebnis von 1:0 für den VfL Osnabrück spiegelt nach 90 Minuten auf der einen Seite ein ungerechtes Ergebnis wieder, auf der anderen Seite zeigt es großartig das schon eine gesamte Saison andauernde Dilemma von Dynamo auf. Zahlreiche große Torchancen ließen die Schwarz-Gelben liegen, mindestens zwei Tore wären ein gerechter Lohn für die Bemühungen gewesen.

Doch nur der VfL Osnabrück traf in der 43. Minute, nach einem schweren Stellungsfehler vom ansonsten großartigen Benjamin Kirsten. Ausgerechnet Kirsten. Der hielt später seinen fünften Strafstoß der Saison (von sieben Versuchen der Gegner), nachdem Romain Bregerie zuvor arg ungeschickt den Ball mit der Hand spielte. Insgesamt beschränkten sich die Hausherren neben diesen beiden Aktionen aber auf ein sehr abwartendes Spiel, wagten sich nur selten aus der Deckung heraus, ohne dabei defensiv wirklich überzeugend zu wirken. Kaum Ideen, wenig Kreativität und trotzdem 1:0 gewonnen – so wird man auch Champions League Sieger.

In der Endphase verweigerte Schiedsrichter Günter Perl den Dresdnern auch noch einen Handelfmeter. Es kam wieder alles zusammen. Und so bleibt den Sachsen aus der Landeshauptstadt nun nur noch die allerletzte Chance am Dienstag im eigenen Stadion. Der Ball muss ins Tor. Egal wie!

Die vermaledeite zweite Runde 1. November 2012

Posted by Moritz in : DFB-Pokal,Nordostfussball , add a comment

Für Dynamo ist es wohl ein Deja-vu. Gut gekämpft, doch in der zweiten Runde des DFB-Pokals ist wieder Schluss. In Hannover hatten die Zuschauer angesichts der eher bescheidenen Dresdner Leistungen sicher schon auf eine Heimreise nach 90 Minuten eingestellt.

Dass es anders kommen sollte, lag vor allem auch daran, dass die Dresdner das 96er Angriffswunderwerk geschickt verteidigten. Bis auf den einen obligatorischen Aussetzer nach einer Vierstelstunde, der ihnen auch in der Liga den einen oder anderen Punkt kostete, machten sie die Räume eng genug. Der eine oder andere zukünftige Konkurrent von Hannover wird sich die Zusammenfassung sicher noch zu Gemüte ziehen.

Offensiv hält die von Max zu Beginn der Saison konstatierte Abhängigkeit von Poté bei Dynamo hält weiter an. Das Tor fiel lediglich nach einem Standard durch Abwehrroutinier Bregerie und ansonsten waren die Angriffe eher verhalten und man eher darauf konzentriert den Ball nicht zu schnell wieder zu verlieren. Symptomatisch ist zudem, dass eben jener Poté, der zuvor auch schon die Führung auf dem Fuß hatte, keinen guten Tag erwischte und am Ende den letzten Elfmeter nicht verwandelte. So konnte nach langem Kampf doch der Favorit jubeln und als Sieger den Platz verlassen – wenn auch später als gedacht.

Aus dem Spiel wird Loose aber mitnehmen können, dass Dynamo trotz konditioneller Probleme 120 Minuten mit einer der erfolgreichen Bundesligateams mithalten konnte. Da man zuletzt in der Liga gegen die Mannschaften aus der oberen Hälfte nicht unbedingt zu überzeugen wusste, kann diese Erkenntnis für die folgenden Spiele gegen die direkte Konkurrenz hilfreich sein.

Ein weiteres Déjà-Vu sind wohl die Berichte von Randalierern im Umfeld des Spiels. Nach dem Skandal in Dortmund im vergangenen Jahr, der dem Verein fast die Teilnahme am diesjährigen Pokal und eine hohe Strafe kostete, droht nun wohl ein ähnliche Spießrutenlauf. Was bleibt ist ein knappes Aus und die Frage, wann einmal festgestellt wird, dass immer höhere Strafen nicht gegen einzelne oder auch organisierte Chaoten helfen?

Angesichts der ganzen Strafen, die nicht nur aber auch Dynamo in letzter Zeit leisten musste, und sich solcherlei Meldungen wiederholen stellt sich eigentlich die Frage, was der DFB mit den Zahlungen anstellt. Die fälligen Strafen durch das Sportgericht werden zwar der Bundesligastiftung zugeführt, aber wie werden diese dort dann verwendet?

Die dort aufgeführten Projekte sind löblich. Aber den Fanprojekten, die sich gegen die Gewalt stellen, wäre mit Unterstützung durch die Strafzahlungen und die Stiftung sicher ebenso geholfen – mit dem Ergebnis, dass die Strafen sich nicht nur als sinnlos erweisen, sondern auch gegen ihren Ursprung eingesetzt werden können.

Poténtialkandidat 1. September 2012

Posted by Max in : Bundesliga,Nordostfussball , 1 comment so far

Es war mal wieder Zeit für einen richtigen Kalauer in der Überschrift. Der gemeine Zweitligakenner mag es schon erkannt haben: Natürlich eine Anspielung auf Mickael Poté, den Stürmer von Dynamo Dresden. Der Beniner Nationalspieler ist mehr denn je Lebensversicherung für den achtmaligen DDR-Meister, die sportliche Entwicklung der Mannschaft in der kommenden Saison wird maßgeblich mit seinen Taten verbunden sein – daran ließ auch das gestrige Ligaheimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, dass trotz anständiger Leistung der Schwarz-Gelben mit einer 1:3-Niederlage endete.

Etwa 30.000 Zuschauer im Glücksgas-Stadion sahen dort den Unterschied zwischen einer Mannschaft, die als Ziel einen gesicherten Mittelfeldplatz hat, und einem Aufstiegskandidaten: Die Effektivität. Dynamo kam nämlich zunächst deutlich besser in die Partie, und nach knapp zehn Minuten scheiterte Poté erstmals, fand per Kopfball seinen Meister in Tobias Sippel. Einen solchen Reflex, wie ihn Sippel da gezeigt hat, sieht man ihn nicht alle Tage. Und jetzt holen wir die alte Fußballerweisheit heraus: Wenn Poté diese nahezu hundertprozentige Chance nutzt, läuft das ganze Spiel vielleicht anders – den Spruch von der Divergenz des Fussballspiels und dem Konjunktiv spare ich mir heute an dieser Stelle.

Stattdessen kam Kaiserslautern ab der 15. Minute besser ins Spiel, ohne sich wirklich zwingende Chancen zu erspielen. Das Team von Franco Foda überzeugte in erster Linie durch taktische Disziplin, denn fortan wurde es für Dynamo immer schwieriger, in vorderster Front aufzutauchen, auch weil ein Spielmacher mit zündenden Ideen fehlt. Dann kam Albert Bunjaku und nutzte quasi die erste Tormöglichkeit zum Führungstreffer. Die Dresdner hatten daran eine Weile zu knabbern, kamen aber nach der Pause durch eine sehenswerte Kombination zum Ausgleich – durch Poté. Allein, die Freude währte nicht lange, weil kurz darauf war es erneut Bunjaku, der mit der zweiten Lauterer Torchance im Spiel das zweite Tor erzielte. In ihren verzweifelten Versuchen des Anrennens lief Dynamo schlussendlich in einen Konter, den Fortounis zum 3:1-Endstand verwertete. Bis zum Schlusspfiff hatte übrigens ein gewisser Mickael Poté drei weitere Chancen, wovon zumindest zwei auch sogenannte Hundertprozentige waren. An anderen Tagen trifft er hier sicher und Dynamo geht als Sieger vom Platz, doch so reichten Kaiserslautern drei Chancen für den zweiten Auswärtserfolg der Saison.

Diese Spielbeschreibung zeigt schon auf, welche Bedeutung Poté für Dynamo Dresden hat. In den fünf Pflichtspielen der Saison hat er nun jeweils einen Treffer erzielt. Kein anderer Spieler im Kader von Trainer Ralf Loose strahlt derzeit eine solche Torgefahr aus. Gut für den Verein, dass sich Poté gegen einen Wechsel nach Fürth als Occean-Ersatz entschieden hat oder der Transfer aus welchen Gründen auch immer nicht zustande gekommen ist. Andererseits muss die Abhängigkeit des Teams von der Form Potés aber auch ein Grund zur Sorge für Loose sein: Was passiert, wenn der zuletzt immer mal wieder angeschlagene Stürmer mal verletzt ausfällt oder einfach eine Torflaute hat? Auf diese Frage muss Loose spätestens in diesem benannten Ernstfall eine Antwort parat haben. Und wenn Poté so weiter seine Tore erzielt wie bisher, ist er sicher auch ein Potentialkandidat für einen Transfer zu einem höherklassigen Verein mit Stürmerproblem im Winter.

Apropos Potentialkandidat: Das trifft natürlich auch auf den 1. FC Kaiserslautern zu. Ohne spielerischen Glanz zwar, aber gnadenlos effektiv wurde die Pflichtaufgabe in Dresden absolviert. Mit etwas Glück und Sippel im Tor wurden die drei Punkte letztendlich gesichert, sodass sich der FCK nun schon in der oberen Tabellenhälfte einquartiert hat, das Unternehmen Wiederaufstieg läuft bisher ohne Grund zur Sorge der Planverfehlung. Es scheint so, als hätten Manager Kurz und Neu-Trainer Foda nach dem Balakov-Fehlgriff die richtigen Maßnahmen ergriffen, eine durchaus talentierte Mannschaft an den entscheidenden Stellen verändert. Mit Bunjaku wurde ein echter Goalgetter geholt, der selbst den erneuten Totalausfall von Mo Idrissou (ja, das war der mit den Ambitionen zur Champions League…) vergessen machte. Obwohl noch ein langer Weg vor den Pfälzern liegt, in dieser Form sind sie sicher ein großer Favorit auf die Rückkehr in die Bundesliga.

Imagesorgen 3. November 2011

Posted by Moritz in : Bundesliga,Nordostfussball , add a comment

In irgendeiner Umschreibung hört man dieses Wort in letzter Zeit recht häufig aus Dresden. Es stellt sich nur die Frage, auf welches Image sich diese Sorgen beziehen, konnte man doch fast davon ausgehen, dass in der Landeshauptstadt nach dem Motto gelebt wird, dass, wenn der Ruf erst einmal runiert sei, man auch ganz ungeniert leben könne.

Wenn der Verein ein Image hat, ist es das einer Skandalnudel. Sorgten in den letzten Jahren mal nicht die Zuschauer für Schlagzeilen, dann waren es Geldsorgen in großem Stil. Probleme beim Stadionbau oder eine Mannschaft, die dem eigenen Wunschdenken nicht entsprach. Dagegen fühlt sich mancher Bundesligaverein an wie ein Angelverein.

Ein Makroklima der Unordnung, dass sicher nicht dazu beigetragen hat, die Publikumsprobleme einzudämmen. Zumal mir nicht bekannt wäre, dass der Dresdner Anhang jemals als friedfertig gegolten hat. Stimmungsvoll mögen sie vielleicht sein, aber eine latente Aggression ist nicht abzusprechen, wenn das nächste Spiel immer das nächste Risiko birgt. Zumal angesichts der immer höheren Summen, um die es geht dürfte an der Elbe solangsam nicht nur die Sorge um das eigene Image umgehen.

Lange genug wurden Störenfriede zudem immer wieder vom restlichen Publikum geduldet. Eine merkwürdige Fankultur ist das, bei der Regenschirme, die an der Eckfahne aufgespannt werden mussten, quasi zur Normalität gehören, bei einem Auswärtigen aber nur Kopfschütteln weckt.

Von daher tut die Aufmerksamkeit, die der Verein von Zeit zu Zeit erfährt vielleicht gut, um auch den Druck aufrecht zu erhalten, an Veränderungen dran zu bleiben. Genug Warnschüsse hat es für Dynamo sicherlich schon gegeben. Ob ein Exempel in Form eines Pokalauschlusses hier dann die richtige Wahl ist, ist eine streitbare Frage.

Es wäre zumindestens ein Zeichen mit Symbolcharakter, dass den abstrakten Geldstrafen durchaus etwas voraus hat und von denen der Verursacher nur indirekt etwas spürt, sobald die Summe an anderen Enden fehlt.

Ein freiwilliger Verzicht auf Auswärtsfahrten mag auch ein solches Symbol sein, doch dient es wohl eher dem Kaschieren als der Prävention, sammelt der Mob in einem solchen Fall seine Kräfte halt für die Folgepartie.

Vielleicht vermögen personalisierte Tickets es die Hemmschwelle zu heben? Ein im Winter sicher schmerzlicher Verzicht auf Schals etc. um eine anonymisierende Vermummung im Stadion zu verhindern? Lösungsansätze gibt es viele. Doch wer weiß, ob sie wirkt, aber neue Ideen und Kreativität anstatt des immer gleichen Rufes, dass dies doch keine Fans seien und man machtlos ist, wären schon einmal ein gutes Zeichen.

All das mag einem ob der friedlichen Anhänger, die darunter in welcher Form auch immer zu leiden haben und für ein hehres Ziel kämpfen, Leid tun und der Gewalt vorerst wohl auch keinen Abbruch tun. Solange aber die Mehrzahl derer, die nicht zum Genuss ins Stadion gehen, selbst kaum mit persönlichen Konsequenzen zu rechnen haben, dürfte sich an der Situation auch nichts ändern.

Eines muss man ihnen aber lassen, den Dresdnern, Geduld und Nerven haben sie. Bei vielen anderen wäre schon weit vorher irgendein Geduldsfaden durchgebrannt, der jüngst die Rückkehr in den Profifußball sicherte. Das ist durchaus bemerkenswert und dieses Durchhaltevermögen ist einer der wenigen Teile des Dresdner Iamges, die es zu bewahren gilt.

Dynamo und das Warten auf Moneten 13. Juli 2011

Posted by Max in : Bundesliga,Nordostfussball , add a comment

Hinter Dynamo Dresden liegt wahrlich eine turbulente Saison. Eine Spielzeit, wo man mit dem Ziel eines gehobenen Mittelfeldplatzes gestartet war und am Ende der überraschende Aufstieg stand. Doch dazwischen durchlebte der Klub aus der Landeshauptstadt wieder einmal turbulente Zeiten: Neben den üblichen Querelen rund um Stadionmiete, Lizensierungsverfahren und Stühlerücken im Management musste die SGD schnell mit wachsenden Ansprüchen zurechtkommen. So wurde kurz vor Saisonende Trainer Matthias Mauksch geopfert. Anfangs verteufelten wir diese Maßnahme, doch im Endeffekt war es wohl genau der richtige Impuls, um in den etwas träge gewordenen Schwarz-Gelben Haufen noch einmal die nötige Energie zu bringen.

Wer aber denkt, mit dem maximalen sportlichen Erfolg Ende Mai kehrt an der Elbe endlich Ruhe ein, sieht sich getäuscht: Trotz des Aufstiegs musste ein personeller Umbruch her. Exemplarisch und besonders bitter ist für mich dabei der Transfer von Timo Röttger, der statt Zweitligafussball vor einer euphorischen Kulisse ein Angebot aus Leipzig angenommen hat und jetzt in der Kunstwelt von RBL sein Geld verdient. Neben ihm verließen mit Alexander Esswein (Nürnberg), Thomas Hübener (Bielefeld ???) sowie Dani Schahin (Fürth) weitere wichtige Stützen aus der Stammformation der letzten Saison den Klub. Mit Axel Keller (Heidenau) sowie Maik Wagefeld (Halle) verlor man außerdem verdiente und erfahrene Spieler, auch der Abgang von Jonas Striffler zu Alemannia Aachen wiegt, trotz dass er kein Stammspieler war, schwer. Der personelle Aderlass der Aufstiegstruppe ließ sich wohl kaum vermeiden, in Dresden können einfach lange nicht die Gehälter gezahlt werden, wie sie Spieler selbst in Bielefeld verdienen können.

In einem Interview mit dem kicker äußerte sich Dynamos Sportchef Steffen Menze am Montag zur Konkurrenzfähigkeit seines Kaders folgendermaßen:

Wir sind mit dem aktuellen Kader nicht unzufrieden. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln können wir aber nicht die quantitative Kadergröße schaffen, die man haben muss. Wir brauchen auch eine Qualitätssteigerung, sonst wird es sehr, sehr eng.

Dabei hofft Menze, dass die DFL endlich ein Investorenmodell absegnet, welches Dynamo in nächster Zeit bis zu zwei Millionen Euro bringen soll und natürlich den finanziellen Rahmen bei einem unangenehm schmalen Etat von 4,1 Mio. Geldeinheiten erweitern würde – um den Kader mit lediglich zwanzig Spielern, darunter zwei Hüter, qualitativ zu verbessern und auch in der Breite besser für den Ernstfall gerüstet zu sein.

Grundsätzlich liest es sich bisher nicht schlecht, was die Dynamos an Neuzugängen aufzubieten haben. Zum einen wurde für das Tor Dennis Eilhoff verpflichtet, der wohl auch gleich als Stammschlussmann vorgesehen ist. Dieser Transfer war für mich zunächst völlig unverständlich. Denn mit Benjamin Kirsten hatte man in der Rückrunde einen Goalie gefunden, der 100%ige Identifikation mit dem Verein vorlebt – eigentlich gab es keinen Grund, ihm einen mindestens gleichwertigen Konkurrenten vor die Nase zu setzen. Angesichts der nun aufgekommenen Verletzung des Schwatten-Sohnes erscheint die Entscheidung für Eilhoff aber wie ein großer Glücksgriff.

Ein Glücksgriff sollte auch der vormalige Kapitän des FC Metz Roman Brégerie sein. In der Innenverteidigung ist er als adäquater Ersatz für Hübener vorgesehen, doch just vergangene Woche zog er sich eine Bänderverletzung zu und fällt zunächst einmal aus. So dürften in die Verteidigung wohl Martin Stoll (aus Rostock) und Alexander Schnetzler (vom Relegationsgegner Osnabrück) rücken neben die etablierten Florian Jungwirth und Sebastian Schuppan. Defensiv ist Dynamo damit gut und breit aufgestellt, zumal im defensiven Mittelfeld mit David Solga und Cristian Fiel alles beim Alten bleibt. Marcel Heller, von Eintracht Frankfurt verpflichtet, dürfte auf der linken Seite spielen und Robert Koch rechts.

Doch gerade Koch ist auf der rechten Flanke eher eine Notlösung und schon ein Zeichen für die Probleme, die Dynamo in diesem Mannschaftsteil hat. Mit Pavel Fort steht de facto nur ein Stürmer zur Verfügung, der als Neuzugang wohl auch noch Eingewöhnungszeit braucht. Bestenfalls als hängende Spitze wird wohl Filip Trojan (vormals Mainz 05) agieren, doch es fehlt der richtige Goalgetter im Kader.

Letztendlich muss sich Trainer Ralf Loose mit den in Dresden gegebenen Bedingungen arrangieren. Zudem muss er auch immer noch bestätigen, dass er auch langfristig gute Arbeit bei Dynamo verrichten kann und nicht nur kurzfristig für Erfolge sorgen kann. So gut sich die Neuzugänge auch lesen, der Kader ist extrem schwach auf der Brust, eine Nachbesserung mit mindestens zwei, drei Spielern bis zum Ende der Transferperiode muss in irgendeiner Form realisiert werden. Ansonsten kann es nur über Euphorie, viel Kampf und Einsatz gehen, um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen.