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Es läuft 3. Dezember 2012

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Es war das lang ersehnte Duell der Spitzenreiter der Regionalliga. Es war das Duell das Absteigers und Tabellenzweiten gegen den ewigen Aufstiegsaspiranten, der in dieser Saison erstmals die nötige Kontinuität gefunden zu haben scheint. Was liegt an einem ersten Advent also näher, als sich ein Bild über den Stand der Tabellenspitze im direkten Duell von Rasenballsport Leipzig und Carl Zeiss Jena zu machen.

Von Beginn an verstanden sich die Gäste hervorragend darauf den etwas träge wirkenden Leipzigern die Wege zuzustellen und die Bälle zu stibitzen. Die wenigen Ansätze, die das Mittelfeld zustande brachten, endeten spätestens am Jenaer Strafraum. In den meisten Fällen war aber die eigene Ungenauigkeit zuvor schon die Endstation.

Sanders Carl Zeiss zeigte aber auch, warum sie in 13 Spielen auch erst 19 Tore zu Stande brachten. Sie waren zwar insgesamt etwas zugkräftiger, aber trotz ein, zwei herausgespielten Möglichkeiten gelang es ihnen nicht, den Ball im Tor unterzubringen. Andererseits waren sie erneut auch nahezu perfekt auf den Gegner eingestellt und ließen die “Bullen” kaum aus ihrer Komfort-Zone heraus kommen.

Das hört sich nicht nur mager an, das war es auch auf dem Feld bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Erst als der etwas überraschende Führungstreffer für Jena nach einem Freistoß aus der eigenen Hälfte schnell an der in dieser Situation indisponierten rot-weißen Verteidigung vorbei und über Coltorti hinweggespitzelt wurde, kam graduell doch noch etwas Feuer in die Partie.

RB mühte sich zwar auf den Ausgleich zu drängen. Der mit zunehmender Spieldauer häufiger von RB gewählte Ansatz die Spitzen nur noch lang und hoch anzuspielen, war zum Scheitern verurteilt. Nicht ein einziger dieser Flugbälle erreichte sein Ziel. Gefährlich wurde es hingegen, sobald der Ball in den flachen Kombinationen einmal nicht verloren ging. Von den zwei, drei Spielzügen erreichte letzlich einer kurz vor Ultimo sein Ziel und erlöste den Anhang mit einem durch die letzten Minuten nicht unverdienten Unentschieden.

Überhaupt war ich überrascht, wie groß die Zahl der Zuschauer inzwischen geworden ist, der sich auch bei solchen eher ungemütlichen Temperaturen auf nicht geheizte Sitzschalen begibt, um den Verein zu unterstützen und gelegentlich auch in einen Wechselgesang einstimmt. Damit dürften die Platznummern bald nicht nur noch pro forma auf die Eintrittskarten aufgedruckt sein.

Was vom Spiel bleibt ist, dass RB im Gegensatz zu den letzten Jahren auf einem guten Weg zu scheint – immer noch muss man vorsichtiger Weise fast sagen. Mit einem Sieg wären es schon zwölf Punkte Vorsprung gewesen. So bleibt es bei derer neun und die Gewissheit, dass bei aller Überlegenheit, die Konkurrenz auch motiviert und ebenbürtig ist. Wer bis jetzt einen solchen Vorsprung herausgespielt hat, kann ihn in ebenso vielen auch wieder verlieren.

Im Moment sieht es allerdings so gar nicht danach aus. Das lässt darauf schließen, dass der Verein durch die alljährigen Umstrukturierungen nach dem Trial&Error-Prinzip mit Zorniger offenbar einen fähigen Trainer gefunden zu haben scheint, der trotz oder vielleicht auch gerade wegen seines kleinen Namens mit der Mannschaft zurechtzukommen zu scheint. Man darf gespannt sein, wie diese Mannschaft in der Rückrunde weiter zu sich findet.

Hoffnung am Abgrund 26. März 2012

Posted by Moritz in : Nordostfussball , 2 comments

Wer hätte es gedacht – der FC Carl Zeiss kann noch gewinnen. Am Wochenende beendeten sie eine Serie von sechs Spielen ohne Erfolgsgefühl. Ausgerechnet oder besser glücklicherweise hielten ihre Nerven gegen das Schlusslicht und einzigem schlechter platzierten Team Bremen 2 dem Druck stand.

Dabei erwiesen sich die Bremer für ein solches als Endspiel tituliertes Match zunächst als der erwartet schwere Gegner. Mit einem forschen Beginn schickten sie die Jenenser schon kurz nach dem Anstoß beinahe auf die vermeintliche Verliererstraße. Doch statt dem Rückschlag, den die Mannen von Petrik Sander zu genüge kennen, erzielten sie selbst ein Tor. Später konnten sie sogar nachlegen und ließen sich auch vom Anschlusstreffer der Gäste nicht mehr aus dem Konzept bringen.

Es ist der erste Ansatz eines Befreiungsschlages bei dem krisengeschüttelten Verein, der sich so immerhin eines Konkurrenten im Abstiegskampf entledigen konnte. Endlich meint man, denn in den Spielen zuvor wirkte Carl Zeiss wahlweise nicht reif für die dritte Liga oder wie vom Pech verfolgt.

Nach der glanzlosen und teilweise blutleeren Hinrunde, traten sie wie ein Don Quijote im Kampf gegen Windmühlen in der Rückrunde an, den Anschluss an die vorderen Plätze wieder herzustellen. Kämpferisch und bemüht zeigten sie sich in den Spielen. Erarbeiteten sich Chancen. Doch am Ende stand 2012 bis letzte gerade ein einziger Sieg zu Buche. Aber auch nur eine Niederlage gegen Spitzenreiter Sandhausen. Der Verein drohte in einer Flut von Unentschieden sang- und klanglos zu ersaufen.

Dabei hatte Sander nach seinem Antritt vieles verbessert. Die Defensive ließ wesentlich weniger Tore zu. Verglichen mit den 20 Toren zum gleichen Zeitpunkt der Hinrunde musste Berbig weniger als halb so oft hinter sich greifen. Lediglich gegen Burghausen setzte es vor Jahresfrist mehr als ein Gegentor. Meist stand die Null. Doch das allein reicht nicht, um voran zu kommen.

Zu der Torflaute der Gegner, kam die eigene Angst vor der Courage hinzu. Symptomatisch hierfür sicherlich auch der letzte Tiefschlag vor gut einer Woche im Nachholspiel in Offenbach. Gleichsam dem Bremenspiel ging Carl Zeiss in Führung. Stellte sich danach als Gast tief hinten rein und warte auf Konterchancen.

Davon sollten sie letztlich so viele haben, aber keine einzige vollenden. Gemäß der guten alten Fußballweisheit, dass sich sowas noch räche gelang den Kickers in den letzten Atemzügen des Spiels noch der Ausgleich. Bis auf die Tore gleicht das Spiel einer Blaupause für die unzählbaren Unentschieden zuvor. Die mehr als mangelhafte Chancenauswertung fällt ihnen hier auf die Füße und dürfte Sander schon viele seiner verbliebenen Haare gekostet haben.

Hinzu kamen fortwährende interne Querelem mit Ex-Kapitän und seit kurzem auch Ex-Spieler Voigt, der sich erst mit dem Trainer überwarf und final Trainingsgast Piplica anging. Die Rechnung in Form einer Entlassung folgte auf dem Fuße. Sander versucht auf seiner Mission Klassenerhalt zusammenzuhalten, was zusammenzuhalten ist.

In der Zwischenzeit hörte man bei steigender Anspannung jedoch nur die üblichen Phrasen und durchhalte Parolen, die in jeder Liga im Abstiegskampf gleich klingen. Doch bis zu diesem Wochenende zeigte sich der Verein weder daheim- noch auswärts besonders überzeugend. In jeglicher Statistik rangiert man nahe dem Abstiegsstrich. Mehr als ein die Hoffnung beflügelndes Lebenszeichen war der Erfolg gegen Werder 2 somit noch nicht. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt immer noch massive sechs Punkte.

Im morgigen Nachholspiel gegen die Preußen aus Münster muss folglich nachgelegt werden. Selbst ein Unentschieden wäre wahrscheinlich zu wenig, um in den verbleibenden Spielen weiter an den Klassenerhalt glauben zu können. In diesem Sinne bleibt nur zu hoffen, dass die Wende, so sie es denn ist, noch nicht zu spät kam.

Kaninchen, die neuen Maulwürfe 11. September 2011

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Viel Zeit blieb in den letzten Tagen nicht Streifzüge durch die Fußballwelt. Umzüge und Abschlussarbeiten halten uns zur Zeit etwas mehr auf Trab, als es vielleicht nötig wäre. Somit dreht sich diese momentan zumindest teilweise mit einer etwas geringeren Kommentardichte  unsererseits weiter.

Doch beim Blick in die einschlägigen Nachrichten tauchte abseits der wöchentlichen Wasserstandsmeldungen aus den Notstandsgebieten der Fußballrepublik auch ein Kuriosum auf, das zum Schmunzeln verleitete und sich fast nahtlos in das Bild einfügt, das die Carl Zeiss Jena in dieser Saison bisher abliefert. Man wartet jetzt nicht nur schon seit sechs Spieltagen auf ein Erfolgserlebnis, jetzt unterwandern auch noch Kaninchen den FCC und sorgen für weitere Probleme an der Saale.

Im Ernst-Abbe-Sportfeld hat eine paarungswütige Kaninchen-Familie ihre Heimat gefunden. Aller Nachwuchs braucht natürlich Platz und so wird die unterirdische Wohnung stetig weiter ausgebaut. Sehr zur Unfreude des Eigentümers natürlich, der sich immer größere Sorgen um seine Bausubstanz macht. Inzwischen scheint eine erste Stehplatztribüne des Stadions in sich zusammenzufallen.

Anderswo macht man sich auf die Suche nach dem Maulwurf in der Mannschaft und hier sind es die sonst so friedfertigen und unauffälligen Zeitgenossen, die mit der Zeit offensichtliche richtige Anhänger des Jenaer Vereinsgelländes geworden sind und sich wohl schon mehreren Betonage-Versuchen widersetzt haben.

So ärgerlich die Plage ist, für die sportliche Misree können die Kaninchen nicht als Ausrede herhalten. Denn auch Abseits dieser Baustelle sieht es für den Verein momentan alles andere als gut aus. Der Umbruch nach dem Hauruckprinzip scheint kurz davor zu stehen gründlich fehlzuschlagen. Der Stuhl des Trainers Heiko Weber beginnt nach der erneuten Niederlage gegen den Aufsteiger Chemnitzer FC ernsthafter zu wackeln, als ihm lieb sein dürfte.

Nach dem blamablen Auftritt gegen Unterhaching gab es an diesem Wochenende den nächsten Tiefschlag. Nicht einmal eine unerwartete und frühe Führung konnte den Saalstädtern nach den letzten Wochen genügend Sicherheit verleihen, das Spiel zu gestalten. Vielmehr entglitt ihnen diese wenige Minuten später wieder und nach etwas mehr als einer Viertelstunde war das Spiel schon wieder gelaufen.

Von den ideenlosen Angriffen nach dem Muster lang und weit, die die Weber’sche Mannschaft in der Folge vortrug, konnten den Gästen wohl nur ein müdes Lächeln abringen. Da bleibt nur zu hoffen, dass das Team sich findet, bevor es zu spät ist.

Aus alt neu machen 25. Juli 2011

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Die neue Saison ist gerade einmal wenige Stunden alt und schon steht man dort, wo man mit Sicherheit überhaupt nie hin wollte. Nach dem Thüringer Duell mit Rot-Weiß Erfurt steht Carl-Zeiss Jena mit der schlechtesten Tordifferenz aller Teams am Tabellenende. Der Abstand zu den Nichtabstiegsrängen beträgt aber auch nur sensationelle Null Punkte. Mehr als ein Fingerzeig ist dies allerdings noch nicht.

Erst recht, wenn man das zu Stande kommen der aktuellen Mannschaft in Betracht zieht. Nach der vergangenen Saison zwischen Ab- und Aufstieg, Insolvenz und zweiter Liga, entschied man sich für einen harten Schnitt.

Ziel des Umbruchs ist nichts weniger als eine vollständige Umgestaltung der Außendarstellung. Vorbild dafür ist wie immer das Idealbild, dass den deutschen Fußball seit einigen Jahren erfasst hat. Weg von der Skandalnudel hin zu einem jugendlich, frischem Spielstil und das möglichst noch mit Erfolg.

Viele der auslaufenden Verträge ließ man demzufolge auch auslaufen. Prominente Namen gehören zu den Abgänge. Smeekes, Sichone, Null und auch der Endlostransfer der vergangen Saison Öztürk um nur einige der 16 Verflossenen zu benennen. Glücklich ist hier, wer überhaupt noch zum Kader zählt und darf sich schätzen, in schwierigen Zeiten das Vertrauen der Verantwortlichen sich erhalten zu haben.

Das Anforderungsprofil an die neuen erscheint vorrangig genauso klischeebehaftet: Jung, talentiert und aus der Region sollen sie sein. Hierfür plünderte man in den zweiten Mannschaft so einiger ambitionierter vorrangig Ost-Teams. Cottbus, Union, Hansa, Werder, Hoffenheim, St. Pauli heißen die Hauptzulieferer. Vertrauen in den eigenen Nachwuchs sieht anders aus. Den Anschluss an andere Leistungszentren scheint man über die turbulenten letzten Jahre verloren zu haben und muss sich nun mühsam andernorts umschauen und kann oftmals nur kurzfristige Verträge aushandeln.

Die Verantwortlichen gleichzeitig sich sind bewusst, dass eine reine Rasselbande zu viel des Risikos darstellt. In der Kategorie Routinier setzte man deshalb vor allem auf alt Bewährtes. Mit Jan Simak, Timo Berbig und Alexander Maul verpflichtete man gleich drei Akteure, die schon einmal an der Saale ihre Schuhe schnürten und sich, so die Hoffnung, schneller in das Umfeld einfügen können.

Auf dem Platz standen gegen Erfurt so gerade einmal vier Spieler, die vor der Sommerpause schon auf das Kommando von Heiko Weber hörten. Sie tragen zusammen mit den routinierten Transfer die Hauptverantwortung für ein gutes Gelingen der begonnen Saison. Bescheiden führt man das Saisonziel Klassenerhalt an, um noch schnell nachzuschieben, dass der so schnell wie möglich gelingen soll. Angesichts der großen Umstellungen kann man der Mannschaft sicher genügend Potenzial dafür unterstellen, doch letztendlich bleibt es wohl eine große Wundertüte bis zusammenwächst, was zusammengefügt wurde.

Gleich im ersten Spiel machte zudem gerade eines der Standbeine, Routinier und Stürmer Hähnge, mit einer unnötigen Tätlichkeit negativ auf sich aufmerksam. Entsprechend ungehalten war Heiko Weber auch. Unabhängig davon, ob die Entscheidung die Aktion als Nachtreten zu werten nun zu hart war oder nicht, übte er klare Kritik daran, dass sich eines der Vorbilder zu einer solchen Aktion hat hinreißen lassen und die Saison somit wieder unter einem schlechten Vorzeichen startet.

Die Geschichte des restlichen Aufeinandertreffens ist folglich schnell erzählt. Den gastgebenden Erfurter war man zunächst ebenbürtig, aber unter freundliche Mithilfe ermöglichten ihnen die Jenenser die Führung. Die folgende Verunsicherung der Gäste gipfelte in jenem “brutalen Nachtreten” im Strafraum, dass je nach perspektive etwas überzogen eingeschätzt wurde. Rot, Elfmeter und der zwei Tore-Rückstand entschieden folglich das Spiel.

Für die Jenenser kam der Saisonstart vielleicht noch eine Woche zu früh, um gewisse Automatismen und Spielzüge bereits parat zu haben und auf einen solchen Rückstand angemessen reagieren zu können. Diese müssen sie sich nun unter Wettkampfbedingungen aneignen, auch wenn sie dank des Pokals noch zwei Wochen Zeit die Niederlage aufzuarbeiten und nachzubessern haben. Ein zweiter oder dritter Spieltag im tiefsten Keller wird dann schon mehr als nur ein Fingerzeig darstellen.

Tanz am Abgrund 24. Mai 2010

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Es ist noch gar nicht so lange her, da spielte Carl Zeiss Jena noch zweite Liga und konnte träumen. Träumen vom großen Geld. Zwar spielte man vor gut zweieinhalb Jahren auch schon gegen den Abstieg. Aber die Sirenen heulten und betörten den ganzen Verein.

“Alpha Invest” hieß damals das Zauberwort. Geldzufluss, (fast) ohne Gegenleistung, und ähnlich verlockende Parolen ließen den Vorstand dahin schmelzen. Doch die wahrlich dubiose russische Braut für den angeschlagenen Bräutigam scheiterte nach monatelangem Verhandeln, die den Verein kaum zur Ruhe kommen ließen, am “Njet” der Finanzpolizei des DFB.

Doch mit dem Geld nahm man es daraufhin in Jena trotzdem nicht so eng. Abstieg hin oder her. Ausgestattet mit Verträgen, die so manchem Zweitligaspieler gut zu Gesicht stehen würden, kämpfen fristen einige Spieler ein finanziell angenehmes Leben.

In der 3. Liga wohlgemerkt, wo insbesondere die stärkeren Mannschaften klagen, dass der Abstand zur nächsthöheren Spielklasse immer noch viel zu groß sei. Doch der beste Vertrag nützt nichts, wenn der Verein nur Fliegen im Schatzsäckel hat. Seitdem das im letzten Sommer entdeckte Etatloch im Winter akut wurde, willigten die Spieler ein.

Die Situation ließ die Mannschaft nicht unbeeindruckt. Vor allem Orlando Smeekes machte auf sich aufmerksam. Im späten Winter noch wurde er erwischt, wie er zu lange feierte und deshalb suspendiert fehlte, konnte er sich später wieder aufschwingen zu seinem eigentlichen Job.

All das hinterlässt nicht nur in dieser Saison ein Gefühl des Chaos. Eigentlich ein Wunder, dass der Klub in dieser Saison unerwarteter Weise noch so weit oben gelandet ist. Bei anderen ginge der Weg in solch einer Situation wohl direkt nach  -ohne überhaupt die Aussicht zu haben zu höherem berufen zu sein. Doch all der trotzige Erfolg in der zweiten Saisonhälfte brachte am Ende gar nichts ein.

Die Qualifikation für die Aufstiegsrunde gegen Hansa Rostock verspielte man leichtfertig auf der Zielgerade. Wohlwissend, dass ein Aufstieg unbezahlbar wäre, versuchte man die Punkte nicht nur auf dem Rasen sondern auch am Tisch zu erobern. Es half nichts. Am letzten Spieltag wurde sogar der letzte Strohhalm auf ein paar Extrascheine hinfortgeworfen. Der DFB-Pokal, in den letzten Jahren eigentlich der Paradebewerb der Jenenser, findet im nächsten Jahr wieder ohne sie statt.

Stattdessen ist nun wieder Dosenklappern und Löcher Stopfen angesagt. Die Lücke aus dem Winter ist noch nicht zugeteert, da tut sich schon der nächste Krater auf der kurzfristig um Sorge schreit. Viel bleibt einem nicht, auf das man im Moment in Jena hoffen kann. Zuletzt machten sie zwar mit dem Angebot einer lebenslangen Dauerkarte auf sich aufmerksam. Doch der Preis derselben dürfte den einen oder anderen davon abhalten, zuzuschlagen.

Es sieht also düster aus für den Traditionsverein von der Saale. Angesichts der mageren Perspektiven überlegt sich auch der zurückgekehrte Trainer Rene van Eck, ob ein weiteres Engagement für ihn sinnvoll ist. Denn was ein zu radikaler Tritt auf die Schuldenbremse auch bedeuten kann, hat nicht erst Hertha vorgemacht. Im Moment sind für die kommende Saison erst 16 Spieler an den Verein gebunden, doch für Neuzugänge fehlte nicht nur in Punkto Transfersumme das Geld. Einem solchen Himmelfahrtskommando möchte er sich nicht aussetzen.

Es ist ein Balanceakt am Abgrund mit dem der Verein sich nun der Fehler der Vergangenheit zu entledigen versucht. Zu lange hat man damit gezögert und so muss er inzwischen aufpassen, dass er innerhalb der kurzen Zeit nicht von Alpha zu Omega rast und wieder in der Versenkung verschwindet. Wer weiß, ob das Licht am Ende des Tunnels nicht ein Scheinwerfer ist. Viel Freude hätten die Fans an ihrer Dauerkarte so wohl vermutlich nicht.