Arminia Bielefeld

Saisonvorschau 10/11 – Zweite Liga

Posted by Max on August 20, 2010
Bundesliga / 1 Comment

Am heutigen Abend beginnt die neue Saison. Sowohl in der Bundesliga, aber auch in der Zweiten Liga. Bevor es losgeht, habe ich mich ein bisschen mit Eugen Epp unterhalten, Arminia-Fan im Leipziger Exil. Es geht hauptsächlich natürlich um die Saison der Bielefelder, ein bisschen um die Liga allgemein und letztendlich auch um die Chancen der Berliner Hertha. Viel Spaß beim Lesen!

Hallo Eugen, danke dass du dir Zeit nimmst, uns einige Fragen zur 2. Bundesliga im Allgemeinen und Arminia Bielefeld im Speziellen zu beantworten!

Vor wenigen Tagen hat die Arminia mit Ach und Krach die 2. Runde des Pokals erreicht, wäre fast am Drittligisten Regensburg gescheitert. War das nur ein typisches Pokalspiel, oder schon ein Vorzeichen für eine schwierige Saison?

Dass Regensburg kein einfacher Gegner wird, war klar, wenn man sich den lupenreinen Start des Jahn in der dritten Liga angeschaut hat. Mit dem Sieg im Elfmeterschießen begann die neue Saison ebenso dramatisch wie die alte endete. Insgesamt mache ich mich durchaus auf ein hartes Jahr gefasst. An den Aufstiegsplätzen wird man sich auf der Alm in dieser Saison wohl eher nicht orientieren.

Aus der vergangenen Saison ist mir in erster Linie das finanzielle Chaos vom DSC in Erinnerung geblieben und der Punktabzug. Wie ist der aktuelle Stand in Sachen Finanzen, und was bedeutet das konkret für die kurz- und mittelfristige Entwicklung des Vereines?

Der Lizenzentzug konnte ja durch das Einspringen einiger Sponsoren in letzter Sekunde glücklicherweise verhindert werden. Eine Folge der Arminia-Finanzkrise waren diverse Umstrukturierungen in Vereinssatzung und Führungsetage – vielleicht führt das mal dazu, dass endlich vernünftiger gewirtschaftet wird. Welche Auswirkungen die Geldnot sportlich hat, deutet sich bereits an: viele Leistungsträger wie Federico oder Mijatovic mussten abgegeben werden, um Geld in die Kassen zu bekommen bzw. Gehälter einzusparen. Wirklich gut gelaufen ist selbst das nicht, es kam bisher nur 1 Mio. € an Ablöse zusammen. Und für Neuzugänge wurde noch kein einziger Cent Ablöse ausgegeben …

Auch sportlich verlief ja die Saison 2009/2010 nicht ohne Dellen. Mit Thomas Gerstner kam ein unbekannter Name als Trainer, doch schnell war er auch wieder weg. Was ist da schief gelaufen?

Sicherlich hat Gerstner nicht alles richtig gemacht, ich bin aber generell kein Freund davon, dem Trainer die Hauptschuld an der Misere zu geben. In der Hinrunde hat alles noch recht gut geklappt, nach der Winterpause war plötzlich die Luft raus. Da ist mir mehr die unerklärliche Lustlosigkeit und der Leistungsabfall einiger Spieler aufgefallen als konkrete Trainerfehler. Die Entlassung von Gerstner hatte wohl weniger mit seiner Person zu tun, es sollte mehr ein Zeichen in der Krise sein. Vielleicht kann man so was „Ratlosigkeit“ nennen, besser wurde es mit Dammeier jedenfalls auch nicht.

Kommen wir zur Gegenwart: Christian Ziege heißt der neue Übungsleiter. Was hälst du von seiner Verpflichtung?

Er weiß immerhin, wie man Deutscher Meister wird ;) Christian Ziege hat als Spieler viel Erfahrung und wird sicher viel davon an die jungen Spieler weitergeben können. Als Trainer hat er zwar noch nicht viel bewirkt, ich bin da aber zuversichtlich, dass er gute Arbeit leisten kann. Für die aktuellen finanziellen und sportlichen Verhältnisse in Bielefeld ist er meiner Meinung nach eine gute Lösung. Allerdings befürchte ich, dass er als Trainer und Sportdirektor überlastet sein könnte. Da wäre es mir lieber, die Aufgaben zu trennen, auch um im Falle einer Trennung nicht wieder vor dem Nichts zu stehen.

Neun Neuzugängen stehen zehn Abgänge gegenüber. Der Kader macht mir von den Namen her einen guten Eindruck, der zumindest im oberen Drittel mitspielen kann. Würdest du diese Sommerpause inkl. Trainertausch als „Umbruch“ bezeichnen? Wie lautet dein Saisonziel?

Deine Einschätzung „oberes Drittel“ verwundert mich etwas. Ich bin zunächst froh, wenn wir nicht ins Sichtfeld der Abstiegsplätze rutschen. Insofern kann man auf jeden Fall von einer „Umbruchsaison“ sprechen – wie so oft in Bielefeld ist mal wieder ein Neuanfang nötig und es soll alles besser werden. Was den Kader angeht, trauere ich im Moment eher Spielern wie Kirch, Federico oder Mijatovic hinterher, die Neuzugänge lassen sich größtenteils nur schwierig einschätzen. Rückkehrer Benni Lense und der flexible Bölstler aus Erfurt können Verstärkungen sein, bei Oliver Neuville muss man abwarten. Der Rest der Neuen zeichnet sich vor allem durch seine Jugend aus, lässt sich aber auch entsprechend schwer einschätzen. Es fehlt ein Stürmer, der zuverlässig seine Tore macht. In Richtung Aufstieg sollte man sich also vorerst keine Illusionen machen.

Noch kurz eine Frage zur vorletzten Spielzeit: Damals holte die Arminia für ein Spiel Jörg Berger auf die Trainerbank. Viele schüttelten damals mit dem Kopf, ob dieser kurzfristigen Maßnahme. Wie war die Meinung im Bielefelder Fan-Lager dazu?

Für die gesamte Fangemeinde möchte ich da nicht sprechen, ich hatte jedoch den Eindruck, dass vielen Blauen (inklusive mir) der Sinn dieser Maßnahme ebenfalls verborgen blieb. Ich glaube nicht, dass ein Trainer innerhalb von wenigen Tagen Großes bewirken kann. Selbst wenn es damals im letzten Spiel gegen Hannover geklappt hätte, wäre es nicht unbedingt das Verdienst des mittlerweile leider verstorbenen Berger gewesen. Man hätte Frontzeck früher entlassen können, dann hätte auch ein Trainerwechsel noch Sinn gemacht.

Da mein Blog-Kollege Moritz sich ja in dieser Saison auch mehr mit der 2. Bundesliga beschäftigen muss, möchte ich nun noch einige Fragen zum „Unterhaus“ loswerden, denn als Arminia-Anhänger ist dir diese Spielklasse ja auch gut bekannt.

Die TV-Werbung spricht gerne von der „besten Zweiten Liga der Welt.“ Mangels Vergleichsmöglichkeiten möchte ich da nicht sofort einstimmen, dennoch finde ich dass dort ein gutes Niveau herrscht. Was zeichnet die 2. Bundesliga deiner Meinung nach besonders aus?

Das Wort von der „besten Zweiten Liga aller Zeiten“ liest man ja seit Jahren, wahrscheinlich auch nicht ganz zu Unrecht. Erstens spielen in der Zweiten Liga viele Traditionsklubs, z.B. Alemannia Aachen, 1860 München oder nun ja auch die Hertha. Sie alle haben eine große Geschichte und eine gute Fanbasis. Zweitens findet man quer durch Deutschland hervorragende, moderne Stadien mit einer guten Stimmung – auch wenn die Umbauten manchen Klub an den Rand der finanziellen Kapazitäten geführt haben. Drittens ist auch die sportliche Qualität sehr hoch: bei uns in Bielefeld beispielsweise sitzt ein südafrikanischer Nationaltorwart nur auf der Bank. Das sind alles Faktoren, die der Zweiten Liga wohl auch international zu Ansehen verhelfen. Allerdings muss auch ich zugeben, in den Unterhäusern Europas nicht gerade beheimatet zu sein.

Wen zählst du zu den heißesten Aufstiegskandidaten? Wie wird sich letztendlich Hertha BSC in dem neuen Umfeld schlagen? Schließlich gab es schon einige Bundesliga-Absteiger mit Eingewöhnungsschwierigkeiten.

Ein Blick auf den Kader der Herthaner sagt mir, dass sie mit ihren vielen bundesligaerfahrenen Akteuren sehr hoch im Kurs stehen werden. Zu den übrigen Aufstiegskandidaten würde ich einmal den FC Augsburg zählen, außerdem noch den VfL Bochum. Gönnen würde ich es, trotz Lokalrivalität, dem SC Paderborn, mit seiner sympathischen Mannschaft noch einmal einen draufzusetzen. Aber wahrscheinlich kommt eh alles ganz anders.

Vielen Dank für deine Zeit. Ich wünsche dir und der Arminia eine spannende und erfolgreiche Saison 2010/2011 !

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Bock der Woche (23)

Posted by Max on Dezember 11, 2009
Dritte Halbzeit / No Comments

Der Bock der Woche gehört diesmal nicht zwingend einer bestimmten Person. Einfach auch deshalb, weil ich die Situation nur bedingt einschätzen kann. Emotionale Ausbrüche und Beschimpfungen gehören für Schiedsrichter und Spieler im Fussball dazu. Das kann man zwar nicht gut finden, aber vieles relativiert sich nach den Spielen und in der Regel schlagen dabei im Nachklapp keine besonders hohe Wellen aus. Doch leider kommt es vereinzelt immer wieder zu Situationen, wo gewisse Grenzen überschritten werden und verbale Auseinandersetzungen vom Spielfeld in die Öffentlichkeit getragen werden. So ist es jetzt auch beim Fall von Georg Schalk, einem Zweitligaschiedsrichter, der Arminia Bielefelds Co-Trainer Frank Eulberg nun sogar zivilrechtlich verklagt.

Die Bielefelder hatten am vergangenen Wochenende ihr Spiel in Düsseldorf verloren und hatten schnell den Schiedsrichter als Schuldigen ausgemacht. Offensichtlich fielen dabei einige Äußerungen, die für den Referee über die Schmerzgrenze hinausgingen:

Die ehrverletzende und für mich in ihrer diffamierenden Intimität nicht hinnehmbare Äußerung eines in der Öffentlichkeit stehenden Zweitligatrainers lässt sich nicht entschuldigen. Durch das Verhalten des Herrn Eulberg wird nicht nur die sportliche Fairness, sondern insgesamt die Idee des respektvollen Umgangs miteinander in Frage gestellt.

Offensichtlich begab sich die fragliche Situation nach dem Abpfiff im Kabinengang, nach Beteuerungen von Eulberg und Arminia-Verantwortlichen waren die Worte ohnehin nicht in Richtung des Schiedsrichtergespannes gerichtet. Selbst wenn – wenn die Äußerungen wirklich derart brisant waren, hätte sie Eulberg auch nicht auf irgendeinen anderen im Kabinentrakt Anwesenden loslassen sollen. Etwas undiplomatisch war auch die Aussage von Bielefelds Coach Thomas Gerstner, der Schiri Schalk sogleich die Berechtigung der Spielleitung auf immer entziehen wollte.

Eskaliert ist die Sache wohl, als Schalk in den vergangenen Tagen per Telefon vermehrt Morddrohungen erhalten hat. Einordnen kann ich diesen Fall nicht – ich kenne Eulbergs Worte nicht und weiß auch nicht, ob eine Klage von Schalk dadurch vielleicht überzogen ist. Der Bock der Woche gehört also eher dem Umstand, das hier mal wieder ein Verstoß gegen das Fair Play in der Öffentlichkeit behandelt werden muss.

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Tausche Ersatzbank gegen Schulbank

Posted by Max on Juli 06, 2009
Bundesliga / No Comments

Während in der Bundesliga mittlerweile alle Vereine – sogar der Spätstarter aus Hamburg (obwohl sie so früh wie kein anderer Klub mit den Pflichtspielen beginnen) – mit den Trainingsvorbereitungen begonnen haben, hat sich ein ehemaliger Nationalspieler entschlossen, sich in den nächsten Jahren nur noch auf Klausuren vorzubereiten. Tobias Rau beendet mit nur 27 Jahren seine aktive Karriere.

Wie der verlinkten Mitteilung zu entnehmen ist, möchte Rau jetzt ein Lehramtstudium beginnen. Sein letzter Vertrag bei Arminia Bielefeld lief zum 30. Juni aus und wurde nicht verlängert. Nach eigenen Angaben hatte er Angebote aus dem Ausland und aus der zweiten Bundesliga. Zur Begründung für sein plötzliches Karriereende lässt er nun verlauten:

Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, etwas anzufangen, was über die Karriere hinaus Bestand hat. Ich habe viel erreicht. Es war eine super Zeit.

Okay, über das Erreichen seiner Ziele kann man sicher streiten, und ein Karriereende auf der Ersatzbank von Arminia Bielefeld ist auch nicht das Nonplusultra.

Tobias Rau war für mich vor etwa sechs, sieben Jahren nach Philipp Lahm der Spieler mit den besten Perspektiven auf der Position des linken Außenverteidigers. Als junger 19jähriger Spieler wechselte er von seinem Heimatverein Eintracht Braunschweig zum VfL Wolfsburg. Dort setzte er sich schnell durch und wurde unumstrittener Stammspieler. Jetzt darf man sicher die Saison 2002/2003 als den Höhepunkt seiner kurzen Karriere bezeichnen: Neben überzeugenden Leistungen in der Bundesliga schaffte er zudem den Sprung in die Nationalmannschaft. Und wie das eben so Mode ist, rufen junge, talentierte Spieler auch den FC Bayern München auf den Plan. Noch in der Winterpause 2003 wurde der vorzeitige Wechsel von Rau zum FC Bayern am Saisonende klar gemacht.

Dieser Schritt dürfte in der Nachbetrachtung seiner Karriere der entscheidende Fehlgriff gewesen sein. Wie ich damals befürchtet hatte, konnte sich Rau im FCB-Trikot nicht gegen Bixente Lizarazu durchsetzen, absolvierte insgesamt nur 13 Spiele für den Rekordmeister und auch sein Anteil am Double 2004 war verschwindend gering. Im Sommer 2005 flüchtete er zu Arminia Bielefeld, denn die Perspektiven mit Rückkehrer Philipp Lahm wären nicht besser geworden. Seine Zeit in Bielefeld lässt sich leider kurz zusammenfassen: Viele Verletzungen, wenige Einsätze. Nur die wenigsten Zuschauer dürften sich noch an den als einst großes Talent gefeierten Rau erinnern.

In seiner Karrierestatistik stehen im Endeffekt 91 Bundesligaspiele (1 Tor) sowie 41 Partien in der Regionalliga ohne Treffer. Als Nationalspieler gehörte er ab dem Frühjahr 2003 zum Stammkader. Nach dem Wechsel zu Bayern spielte er noch zweimal im DFB-Dress und verschwand dann auch aus Rudi Völlers Blickfeld. Zur Erinnerung seine sieben Länderspiele 2003:

  • 12.02. Spanien-Deutschland 3:1 (Ausgewechselt 51.)
  • 29.03. Deutschland-Litauen 1:1 (Ausgewechselt 82.)
  • 01.06. Deutschland-Kanada 4:1 (Tor zum Endstand)
  • 07.06. Schottland-Deutschland 1:1 (Ausgewechselt 57.)
  • 11.06. Färöer-Deutschland 0:2 (Ausgewechselt 72.)
  • 20.08. Deutschland-Italien 0:1
  • 10.09. Deutschland-Schottland 2:1

Für die Zukunft wünsche ich Tobias Rau ein angenehmes Studium sowie möglichst große Erfolge bei der Wissensvermittlung an seine Schüler!

Mit dem kurzen Geschichtsexkurs noch zwei Worte in eigener Sache: Unsere Rückschauserie “An Tagen wie diesen” ist nicht eingestellt. Jedoch gab es im Juni 1999 keine nennenswerten Ereignisse, die einen Beitrag in der Kategorie rechtfertigen würden. Für beendet erklären muss ich allerdings meine Beitragsreihe zur norwegischen Eliteliga Tippeligaen. Mir fehlt leider die Zeit, das Geschehen in Skandinavien ausführlich zu verfolgen und in angemessener Qualität darüber zu berichten. Eventuell gibt es im August und am Saisonende mal ein Fazit. Soweit für heute.

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BL-Analyse (I): Im Abstiegskampf

Posted by Max on Dezember 21, 2008
Bundesliga / 1 Comment

Sie ist mittlerweile eine gute Tradition auf unserem kleinen, bescheidenen Fussball-Blog: Zum dritten Mal nehmen wir die achtzehn Bundesligisten in der Winterpause unter die Lupe, analysieren den bisherigen Saisonverlauf, überprüfen die Sommer-Neuzugänge auf Wirksamkeit und geben nicht zuletzt noch eine gewagte Prognose ab für die nächsten Monate. Dieses Jahr beginnen wir mit unserer erneut vierteiligen Serie etwas früher, dafür bauen wir die Sache nun vom Tabellenende auf. Deshalb beschäftigt sich der erste Abschnitt mit fünf Vereinen, die am Tabellenende stehen und in der Rückserie nur und ausschließlich den Klassenerhalt im Sinn haben werden.

Arminia Bielefeld (P14 – 14 Punkte – 15:27 Tore)

Der Saisonverlauf

Trotz der wenig beruhigenden Tabellensituation haben die Bielefelder eine bemerkenswerte Vorrunde gespielt. Sieben Niederlagen stehen auf ihrem Konto, der geringste Wert aller Mannschaften ab dem elften Tabellenrang. Es gab einige beachtenswerte Unentschieden, etwa gegen Werder Bremen, Hertha BSC, Schalke, Stuttgart und Dortmund. Im Gegensatz dazu erhöhen aber lediglich zwei Siege die Punktebilanz, geprägt von einer zweimonatigen Durststrecke im Zeitraum September bis November. Umso erstaunlicher war dann der Erfolg gegen Bayer Leverkusen. Insbesondere die Spiele kurz vor der Winterpause haben Mut gemacht, dass sich die Arminia, mittlerweile in der fünften Saison hintereinander in der Bundesliga spielend, etablieren kann. Doch oft fehlt dem Team ein bisschen Glück, zudem wurden viele Zähler gegen die direkte Konkurrenz liegen gelassen. So sitzen die Bielefelder jetzt etwas unter Wert geschlagen am Weihnachtsbaum.

Top – Die Stärken

Mit den Achtungserfolgen in vorderster Front assoziiert werden zwei Namen, Dennis Eilhoff und Artur Wichniarek. Torwart Eilhoff profitierte von der langfristigen Verletzung des Stammtorwarts Rowen Fernandez. Zunächst hatte er einige Probleme, sich in der neuen Rolle zurecht zu finden, aber spätestens nach der famosen Leistung gegen Leverkusen dürfte er auch dem letzten Verweigerer aufgefallen sein. In dieser Form ist er ein Sieggarant, hat sich in einem Jahr Ausleihe in Koblenz gut weiterentwickelt. Ich bin gespannt was passiert, wenn Fernandez wieder fit ist. Nach dieser Vorrunde dürfte Eilhoff einen gewaltigen Bonus haben. Der zweite Winner der Hinserie ist Artur Wichniarek. Mit zehn Treffern gehört er zu den besten Torjägern der Bundesliga, und ist nicht zuletzt überragender Alleinunterhalter im Angriff, schließlich gehen zwei Drittel aller Saisontore der Mannschaft auf sein Konto. Von den Neuzugängen im Sommer haben sich Nico Herzig und Michael Lamey Stammplätze erkämpft und stabilisieren die Abwehr.

Flop – Die Schwächen

Kein Wunder, weshalb jetzt nach einer weiteren, treffsicheren Offensivkraft gefahndet wird, denn insgesamt nur 15 Treffer sind eigentlich zu wenig. Sommereinkauf Chris Katongo spielte zwar in jeder Partie mit, war aber mehr Fremdkörper als Hilfe und traf auch nur einmal. Auch der aus Lahti verpflichtete Berat Sadik konnte sich nicht etablieren und steht wohl schon wieder vor dem Aus. Die größte Schwäche der Arminia zweifellos ist die fehlende Tiefe im Kader, wenn Wichniarek ausfällt, sieht es ganz schlecht aus.

Gewagte Prognose

Arminia hat in einigen Spielen gezeigt, dass sie mehr als nur durchschnittliche Bundesliga-Qualität haben. Kommt etwas mehr Konstanz in die Leistungen, und wird auch mal gegen die direkte Konkurrenz gewonnen, kann man sich vielleicht etwas aus dem unteren Tabellenabschnitt absetzen. Ansonsten wird es ein Zittern bis zum letzten Spiel.

Karlsruher SC (P15 – 13 Punkte – 15:32 Tore)

Der Saisonverlauf

Von der Euphorie nach der Bundesliga-Rückkehr ist nicht mehr viel übrig geblieben. Nach der tollen Vorrunde des letzten Jahres setzte sich in dieser Herbstserie der Abwärtstrend des Frühjahres fort. Noch gelungen war der Auftakt, ein 1:0 in Bochum, doch ab diesem Tag ging es bergab. Scheinbar stabilisierte sich die Lage im Oktober, als zwei Siege in Folge gegen Wolfsburg und Bielefeld erzielt wurden. Danach war alles unter dem Kapitel Pleiten, Pech und Pannen abzustempeln. Es hagelte reihenweise Niederlagen, kurzzeitig standen die Badener sogar auf dem letzten Tabellenrang. Die Durchhalteparolen von Trainer Eduard Becker wirkten schon einigermaßen verzweifelt, bis kurz vor der Weihnachtspause Werder Bremen geschlagen wurde, doch schon eine Woche später zeigte die Mannschaft beim 0:4 in Berlin wieder ihr wahres Gesicht.

Top – Die Stärken

Besonders viele Dinge lassen sich unter diesem Punkt nicht ausmachen. Am ehesten lässt sich noch bilanzieren, dass weiterhin eine große Qualität im Kader vorhanden ist, eigentlich zu viele Spieler gehobener Klasse, das es um einen Abstieg schon zu schade wäre. Aber die Entwicklungen der letzten Wochen lassen da nicht viel Gutes vermuten. Immerhin ist die Lage im Umfeld, gerade was die Sicherheit des Arbeitsplatzes von Coach Becker angeht, einigermaßen ruhig.

Flop – Die Schwächen

Fast alle Erfolgsgaranten der letzten Spielzeit blieben weit hinter ihren damals gezeigten Leistungen zurück. Die Abgänge von Eggimann und Hajnal konnten keinesfalls adäquat ersetzt werden, Antonio da Silva, eingeplant als neuer Spielmacher, ist in dieser Rolle überfordert und wird sogar von den eigenen Anhängern ausgepfiffen. Die Stürmer haben durchgehend Ladehemmung, weder Kapllani noch Kennedy oder Iashvili können regelmäßig für Erfolgserlebnisse sorgen und verkrampfen zunehmend in ihrer Situation. Außerdem stellen die Karlsruher die zweitschwächste Abwehr nach Gladbach, selbst der sonst so sichere Torwart Markus Miller leistete sich einige Fehlgriffe. Ein weiteres Problem scheint die Moral der Mannschaft zu sein. Ich werde das Gefühl nicht los, dass man regelmäßig nach Gegentoren zusammensackt und noch weniger als zuvor auf die Reihe bekommt. So wird es ganz schwer, die Klasse zu halten.

Gewagte Prognose

Der Kader ist eigentlich zu gut für die Zweite Bundesliga. Mit den Rückholaktionen von Federico (aus Dortmund) und Engelhardt (Nürnberg) kommen neue Impulse. Verpuffen auch diese wirkungslos, geht der Weg einer oftmals mutlosen Mannschaft ohne Umwege in die zweite Bundesliga. Mit etwas Glück ist der Relegationsplatz drin.

Energie Cottbus (P16 – 13 Punkte – 12:29 Tore)

Der Saisonverlauf

Mittlerweile ist es schon Gewohnheit, Energie Cottbus spielt vom ersten Spieltag gegen den Abstieg, viel mehr lässt der Kader auch nicht zu. Mit dem derben 0:3 zum Auftakt gegen den damals noch etwas unterschätzten Aufsteiger aus Hoffenheim war die Marschrichtung sofort klar, erst am fünften Spieltag sollte überhaupt der erste Saisontreffer gewinnen. Mit Erfolgen gegen Hertha BSC (Wenn nicht dort, wo sonst …), den Karlsruher SC und Borussia Mönchengladbach konnte sogar der Anschluss gehalten werden. Daneben kamen aber kaum Achtungserfolge wie beim Remis zum Abschluss der Vorrunde gegen Bayer Leverkusen.

Top – Die Stärken

Auf sportlicher Ebene lässt sich auch hier recht wenig finden. Schon in den letzten Jahren waren die Punktgewinne gegen direkte Konkurrenten der größte Pluspunkt für Energie, auch diesmal ist man im direkten Vergleich aller Abstiegskandidaten ganz vorne. Von den Spielern wusste einzig Torwart Gerhard Tremmel zu überzeugen.

Flop – Die Schwächen

Wo soll man da anfangen? Die magere Torausbeute übertrifft alle negativen Erwartungen. Die Spielweise wird mit jedem Jahr weniger attraktiv, reine Abwehrschlachten resultieren aus der wilden Osteuropa-Kollektion im Mannschaftskader. Dazu ist Energie irgendwie die Heimstärke abhanden gekommen, weshalb nun noch weniger Zuschauer in das noch ausgebaute Stadion der Freundschaft kommen. Triste Stimmung vor Ort, und oft auch auf dem Blatt. Von mannschaftlicher Geschlossenheit ist nicht zu reden, speziell die Bulgaren Rangelov und Angelov – eigentlich Schlüsselspieler – drehen derzeit am Rad und schwächen damit ihre Mannschaft. Namhafte Neuzugänge sind natürlich nicht in Sicht. Es braucht wohl ein kleines Wunder, wenn das noch klappen soll.

Gewagte Prognose

Einer muss ja den Anfang machen. Mit dieser Spielweise ekelt Energie selbst den ostdeutschen Fussballfan an. Gelingt nicht gleich zum Rückrundenauftakt eine kleine Erfolgsserie, führt der Weg in den Abgrund.

VfL Bochum (P17 – 11 Punkte – 19:30 Tore)

Der Saisonverlauf

Vor der Saison sprach Marcel Koller vom “besten Kader” seiner Amtszeit. Eine durchaus nachvollziehbare These, schließlich hat man sich im Ruhrgebiet eine kleine heile Welt gebastelt, zuletzt eine gute Rückrunde gespielt. In dieser Hinsicht aber war die Vorrunde ein mächtiger Schritt zurück. Der Saisonstart konnte noch getrost unter kalkulierter Fehlstart abgetan werden, ehe am vierten Spieltag Arminia Bielefeld besiegt wurde. Was damals keiner wusste: Bis heute sollte dies der einzige Sieg der Bochumer bleiben. Der beste Kader verschenkte reihenweise Siege, deutete bei Remis gegen Bayern, wo man sich stark zurückgekämpft hatte, und den Hamburger SV seine Klasse an. Verloren wurden aber fast alle Spiele gegen die direkte Konkurrenz, womit jetzt irgendwie auch folgericht Tabellenplatz 17 steht.

Top – Die Stärken

Die einzelnen Akteure des Kaders haben Begehrlichkeiten geweckt, zudem wurde der in der letzten Rückrunde starke Mimoun Azouagh fest verpflichtet und sollte Bestandteil des Erfolges werden. Letztendlich ist aber, ähnlich wie in Karlsruhe, die Summe der Einzelteile nicht das Optimum. Immerhin warAzouagh in einigen Spielen für die wenigen Punktgewinne verantwortlich.

Flop – Die Schwächen

Die Duplizität der Ereignisse zum Konkurrenten aus Karlsruhe ist verblüffend, nur noch etwa schärfer. Torjäger Stanislav Sestak konnte nur vier Treffer beisteuern, der als Heilsbringer gefeierte Rückkehrer Hashemian blieb auch weit hinter den hohen Erwartungen zurück. Shinji Ono im Mittelfeld konnte seine Rolle als Spielmacher nicht ausfüllen und brachte keine Qualität nach Bochum. Desweiteren offenbart sich im Tor ein schnell zu lösendes Problem: Daniel Fernandes schwankt zwischen Genie und Wahnsinn, seine Stellvertreter Heerwagen und Renno konnten in wenigen Einsätzen kein Bundesligaformat nachweisen. Ein weiterer Konfliktpunkt flammte nach der Niederlage im letzten Spiel auf, welches zu Hause mit 1:2 gegen Köln abgegeben wurde: Die Fans begehren gegen Trainer Marcel Koller auf, forderten seine Entlassung. Noch aber stärkt ihm die sportliche Führung den Rücken. Noch.

Gewagte Prognose

Ich glaube weiterhin an die Qualität dieser Mannschaft. Marcel Koller ist außerdem ein erfahrener Trainer im Abstiegskampf. Auch wenn es ein harter Kampf wird, Bochum wird den Abstieg verhindern.

Borussia Mönchengladbach (P18 – 11 Punkte – 18:35 Tore)

Der Saisonverlauf

Drei Siegen stehen zwölf Niederlagen gegenüber. Zwölf teils sehr heftige Klatschen, die die Borussia genau dorthin gebracht haben, wo sie jetzt zurecht steht: Am Tabellenende. Pünktlich zum Ende der Vorrunde setzte es nochmals vier Pleiten in Serie, die Lage erscheint auswegslos. Einen Trainerwechsel hat man bereits früh vollzogen, Jos Luhukay musste gehen, für ihn kam Hans Meyer zurück. Einzig, das Muster blieb gleich. Ein stark umjubelter Sieg gegen Werder Bremen, ein dringend nötiger gegen den KSC sowie Bielefeld, mehr war dann auch nicht zu berichten. Erwähnenswert ist vielleicht noch das hart umkämpfte Remis gegen den FC Bayern, aber das sind nur ganz kleine Lichtpunkte am Ende des Tunnels. Der Saisonverlauf liest sich wie der eines Absteigers.

Top – Die Stärken

Nun, Marko Marin hat mir ganz gut gefallen. Ansonsten fällt mir recht wenig ein.

Flop – Die Schwächen

Die Euphorie des Aufstieges war schnell verflogen. Mit großem Jubel war man im Mai den Gang in die Bundesliga aufgestiegen, das Team euphorisierte seine Fans mit einer forschen, offensiven Spielweise. Doch mit dem ersten Spieltag im neuen Umfeld waren alle guten Vorsätze vergessen. Ex-Coach Jos Luhukay stellte sein Team defensiv ein, offensiv passierte wenig bis garnix, wenn überhaupt, dann über Marko Marin. Zu oft wurde rotiert, gewechselt. Teils nicht nachvollziehbare Dinge, so fanden sich Spieler eine Woche auf der Tribüne wieder, um sieben Tage später in der Anfangsformation aufzulaufen. Luhukay war schlicht überfordert mit der Situation, einen Aufsteiger in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Da auch dem kurzzeitigen Interimscoach Christian Ziege Erfahrung fehlte, musste Hans Meyer helfen. Letztendlich wird sich Meyer wohl mächtig ärgern, diesen Job angenommen zu haben. Der Kader hat einfach keine Bundesliga-Qualität. Für die zweite Liga reichte es bei vielen jungen Spielern noch, aber jetzt sind sie auch überfordert. Die wenigen erfahrenen Spielern haben ihren Horizont überschritten oder passen sich der Gesamtsituation an. Letztendlich wirkt jetzt auch der neue Coach genervt, ihm fehlt der Esprit früherer Tage.

Gewagte Prognose

Wo nichts ist, kann auch nichts werden. Kein gescheites Spielermaterial, keine Bundesliga. Auf ein neues in Bundesliga Zwei!

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Die Saisonvorschau – Der Abgrund

Posted by Moritz on August 06, 2008
Bundesliga / No Comments

In der Abschließenden Folge der Saisonvorschau geht es noch einmal ganz tief hinab in der Bundesligatabelle. Nachdem man die letzten Stufen galant genommen hat findet man die Kellerkinder dort alle nacheinander platziert. Die Gründe warum sie es genau diejenigen sein werden, sind vielfältig. Doch letztendlich haben sie alle dem Abstiegsstrudel, der sie immer weiter nach unten gezogen oder gar nicht erst nach oben kommen lassen hat, nicht mehr wiederstehen können. Mögliche Ursachen lassen sich auch anhand der Notenverteilung und der damit nun vollständig prognostizierten Abschlusstabelle erahnen.

1. FC Köln (Letzte Saison: Zweite Liga – Note 3,25)

Die Kölner also wieder, haben mal wieder die richtige Treppe genommen um in der Bundesliga anzuklopfen. Daum hat es also geschafft und die Domstädter zurückgeführt, um selbst zurückzukehren in das deutsche Oberhaus. Mit viel Euphorie begann dann auch erst einmal die Einkaufstour des Vereins, die neben dem neuen Prinzregenten Hennes VIII auch neue Spieler die Erwartungshaltung anfachen. Der krönende Abschluss stellt das Schnäppchen Petit da, der, wenn auch nicht dem Namen nach, die Gelüste nach großen Namen erfüllen kann um den Fahrstuhl nun endlich zu stoppen. Vor allem auf Schnelligkeit wurde gesetzt, um den Ball schnell vom eigenen Tor weg zu befördern – natürlich möglichst in das auf der gegenüberliegenden Seite, wo Ishiaku versuchen werden muss die Lücke auf der Podolskiposition, die Helmes hinterlassen hat zu füllen. Podolski, der im Moment wohl berühmteste Sohn des Vereins, lässt ihnen immer noch keine Ruhe, sogar eine Rückkehr wurde leidenschaftlich erwogen. Trotz all der glorreichen Vergangenheit wird auch nach diesem Aufstieg, das leidige Alltagsthema die Vermeidung des Abstiegs sein werden. Eine Erfahrung, die auch für Motivator Daum neu sein wird. Schwer wird es auch werden, da der Kader in der Spitze durchaus ausreichend in die neue Saison geht, in der Breite aber sehr schnell an Qualität abnimmt und bei Wehwechen recht schnell in Bedrängnis kommen dürfte. Alles in allem ist also ein strapaziöses Jahr für den in seinen Stimmungen schwankungsvollen Anhang zu erwarten, der im unteren Bereich der Tabelle enden wird. Konkret dürfte der ehemalige erste Nichtabstiegsplatz bzw. der Relegationsplatz stehen.

Energie Cottbus (Letzte Saison: Vierzehnter – Note 3,31)

Zum fast krönenden Abschluss noch die Cottbusser, die als letzter Ost-Verein über die Ziellinie des Oberhauses gegangen sind. Und was wäre nur eine Saisonvorschau, die Energie nicht zu den Top-Abstiegsfavoriten zählen würde. Genau – Nicht viel, weshalb sie auch hier unten auftauchen. Dies liegt vor allem an ihren begrenzten Mitteln. Viele Spieler kommen in die Lausitz, um ihren Sprung auf die nächste Ebene zu vollziehen. Energie ist somit wohl eher Durchgangsstation, denn Traumverein, da finanziell trotz Schuldenfreiheit realistisch gewirtschaftet wird, schließen sich solche Sprünge von vornherein schon aus. Doch anders als zuletzt gelang es diesmal die wichtigsten Spieler in Brandenburg zu halten, was gewagte Neuauf- und Umstellungen überflüssig machte und eine eingespielte Mannschaft in die neue Saison gehen lässt. Auf neue Gesichter muss dennoch keiner verzichten, auch wenn diese wie üblich keine große Begeisterung auslösen, können sie im Laufe der Saison zu Erfolgsgaranten werden. Einer davon ist der Rumäne Jula, der den offensiv des Öfteren ein wenig hilflosen Cottbussern auf die Sprünge helfen soll. Doch die Versicherung für die Bundesliga, war bisher ohnehin die Defensive, die schon manchen Zahn gezogen hat und wohl auch wieder wird. Dass die Mannen von Bojan Prasnikar auf einem der letzten Plätze ankommen werden ist keine Überraschung, dennoch hoffe (glaube) ich allen Noten zum trotz, dass sie mit der ihnen eigenen Moral wie in den letzten Jahren, solche Vorschauen Lügen strafen und ihren eingefahrenen Dreijahresrhythmus verlassen werden, um die Großen der Liga erfolgreich das Fürchten zu lehren.

Arminia Bielefeld (Letzte Saison: Fünfzehnter – Note 3,38)

Im letzten Jahr war es knapp erst am letzten Spieltag war der viertletzte Platz sicher, nach einer bewegten Saison, die selbst den Jahrhunderttrainer verblassen ließen. Doch dieses Jahr soll es kontinuierlicher über den Strich zugehen, weshalb mit Hain, Böhme und Gabriel vor allem alter Ballast über Bord geworfen wurde. Die Verbesserung soll den Namen und der Qualität der Neuzugänge nach zu folgern zu großen Teilen aus dem damit verjüngten und verkleinerten Kader kommen, der in großen Teilen noch dem Konstrukt der Vorsaison ähnelt. Defensiv hatte „Retter“ Frontzeck die Arminen bereits in der Rückrunde notdürftig überlebenstüchtig gemacht, weshalb in Vorbereitung wohl vor allem das Wiedereinhauchen der Torgefahr in den ohnehin eher defensiv agierenden Kader auf dem Programm gestanden habe dürfte. Und blasen wird Frontzeck, dem nach ein paar Niederlagen gleich die Tränen in den Augen stehen, wie Otto Pfister mal sinngemäß meinte, eine ganze Menge müssen, um für frischen Wind zu sorgen. Doch wenigstens gibt das Umfeld diesmal Ruhe – vorerst. Dennoch gehört die Arminia zu diesen drei bedauernswerten Letzten, von denen sich immerhin einer noch an den letzten Strohhalm der Relegation klammern kann. Die Ostwestfalen haben wenn überhaupt wohl nur Chancen derjenige zu sein, der die letzte Ausfahrt nimmt. Es wäre eine Überraschung und zudem neuer Vereinsrekord.

Dies war der Teil, mit dem die Saisonvorschau in ihrer sechsten Ausgabe zu Ende geht. Auch wenn sich in der nächsten Woche und während eines langen Jahres noch einiges ändern wird, hoffe ich, dass ich den derzeitigen Stand einigermaßen gut abgebildet habe und so mein konkretes Erwartungsbild nachvollziehbar dargestellt habe. In der Hoffnung auf eine erneut atemberaubende Saison, wünsche ich somit noch einen schönen Abend und einen guten Start in den DFB-Pokal der bereits am morgigen Tag einen ersten Einblick auf die aktuelle Form unter Wettbewerbsbedingungen geben wird.

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