AC Mailand

Bock der Woche (32)

Posted by Max on November 10, 2011
Fussball International / No Comments

Derzeit erlebt Miroslav Klose in Rom bei der Società Sportiva eine in der Heimat kaum noch für möglich gehaltene Wiedergeburt. Ausgerechnet der Mann, der nur noch für die Nationalmannschaft gut genug war, nicht aber für den FC Bayern. Im Sommer hatte Klose mehrere Angebote, auch der AC Mailand beschäftigte sich eine Zeit lang mit dem deutschen WM-Rekordschützen. Um sich am Ende gegen ihn zu entscheiden. Milans Sportdirektor Ariedo Braida äußerte sich nun zu dem Hauptgrund, weshalb es neben der fehlenden Stammplatzgarantie nicht zur Zusammenarbeit zwischen Klose und den Rossoneri kam:

Wenn ein Klub, der um die Meisterschaft mitspielen will, von einem ausländischen, 33-jährigen Veteranen abhängt, würden wir bei möglichen Anpassungsschwierigkeiten des Spielers hart kritisiert werden. (via Spox-Tagesticker)

Klingt logisch. Nur scheint Herr Baida einen etwas verzerrten Blick zu haben, zum einen auf die Einkaufspolitik seines Vereins, zum anderen auf das Altersgefüge der Mannschaft. Miroslav Klose mit 33 Jahren zu alt für den AC Milan?

War es nicht Milan, dass in der letzten Winterpause den 33-jährigen Mark van Bommel, einen Legionär – oder um es mit Baidas Worten zu sagen: Veteran – just vom FC Bayern verpflichtete? Was ist mit den betagten Herren Abbiati (34), Nesta (35), Zambrotta (34), Yepes (35), Gattuso (33), Seedorf (35), Ambrosini (34) oder Inzaghi (38). Sicher sind von den genannten Akteuren lange nicht mehr alle Stammspieler. Aber die Mailänder haben mit 29,2 Jahren natürlich den höchsten Altersschnitt der Serie A – und damit sicher auch einen der höchsten Werte in Europa (Die Queens Park Rangers weisen in der Premier League den gleichen Schnitt auf).

Klose also als zu alt für den AC Mailand zu bezeichnen, ist mehr als gewagt, klingt fast wie Hohn. Und der Konjunktiv in Baidas Aussage lässt auch darauf schließen, dass man sich schon ein bisschen ärgert in der Modestadt, dass Klose mit Lazio so durchgestartet ist und Milan das Leben schwer macht.

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Ein viertel Achtelfinale

Posted by Moritz on Februar 18, 2010
Champions League / No Comments

Vor der Saison hatte ich noch ein wenig gestutzt, warum für das Achtelfinale der Königsklasse auf einmal acht Termine im Spielplan standen, wobei die Logik ja eigentlich bestechend ist ein solches in Achtelhäppchen zu präsentieren. Vielleicht findet sich die Zahl Acht im Verlauf der Runde ja noch häufiger wieder.

Dafür gab es aber auch einige mitreißende Spiele. Den Auftakt in dieser Serie machte der französische Ex-Serienmeister aus Lyon gegen die das Millionenballet aus Madrid. Im Vorhinein wurden den Franzosen auch an gedenk ihrer aktuellen schwächelnden Tabellensituation kaum große Chancen eingeräumt. Dich diese wollten sie sichtbar nutzen. Drängten von der ersten Minute an auf das Tor der Madrilenen und erspielten sich gegen den überfordert wirkenden Gegner Chance um Chance. Das Leder wollte nur nicht ins Tor. Vor allem Delgado scheiterte das ein oder andere Mal.  Eine Offensive seitens der Gäste fand nicht statt, dazu waren sie viel zu sehr und mehr schlecht als recht in ihrer Deckung beschäftigt. Doch ein Tor gelang den Franzosen erst nach der Pause, als Makoun sich den Ball eroberte einige Schritte außerhalb des Sicherheitsabstandes jeglichen Gegners voranschreiten konnte, bevor er den Ball aus über 20 Metern über den zu weit vor dem Tor stehenden Casillas hinweghob. Erst als ihnen gegen Ende der laufintensiven Partie etwas die Luft ausging kam Real, auch wenn zwingend Aktionen anders aussehen. Im Verlauf des Spiels konnte man sich schon fragen, wo die vielen Millionen aus dem Sommer geblieben sind. Vorgestern standen sie zu den fast bescheidenen knapp 70 Millionen, die Lyon im Sommer in die Hand nahm, in keinem Verhältnis, so dass wieder einmal das frühe Aus droht. Im Nachhinein kann man Lyon nur einen Vorwurf machen. Sie haben bei dem verdienten Sieg und ihrem Dominanten auftreten es einfach verpasst, den Sack schon für das Rückspiel zu zu machen.

Ein ähnliches “Missgeschick” unterlief im Parallelspiel dem AC Milan gegen Manchester. Die alten italienischen Kempen, hatten es einfach verpasst, nach dem frühen Führungstor nachzulegen. Die Chancen dazu waren vorhanden, gleich mehrfach. Aber vielleicht wehrte sich hier der italienische Geist zu sehr in Führung zu gehen. die Briten, die zunächst nicht richtig ins Spiel fanden, bedankten sich spätestens nach einer halben Stunde für die Geduld, die man mit ihnen hatte und drehten das Spiel dann Mitte der zweiten Hälfte vollständig. Held des Abends war dabei Rooney, der mit seinem Doppelpack den sieg sicherte. Zweimal setzte er sich wunderbar gegen die nicht schaltende Milanabwehrreihe durch und ließ Dida völlig frei keine Abwehrchance. Die Rossonnieri konnten danach zwar noch einmal an ihren Sturmlauf anknüpfen, doch mehr als eine minimale Chance für das Rückspiel konnten sie sich nicht erhalten. Dazu fehlte ihnen einfach in vorderster Front die Genauigkeit. Sollten sie diese nicht bald wiederfinden, dürfte es schwer werden mit mindestens zwei Treffern im Rückspiel. Zumal Manchester dann auch sein Publikum im Rücken haben wird.

Denn hatten im gestrigen Hinspiel auch die Münchener gegen ehemaligen Verein des ehemaligen Münchners Toni. Den Respekt vor dem Gegner und seiner Form merkte man den Fiorentinern dabei durchaus an. Tief stehend behinderten sie das bekannte druckvolle Spiel der Münchener, die so zwar in Ballbesitz blieben, aber nicht in die Verlegenheit von Torchancen kamen. Auch Zange von Ribery und Robben sendete erst kurz vor der Pause erste Lebenszeichen. Der Führungstreffer kam mit einem etwas überflüssigen Elfmeter, da der Ball auch mit einem Vorteil schon im Netz gewesen war, vor der Pause gerade noch rechtzeitig. Die zweite Halbzeit setzte Van Gaal dann notgedrungen mit einem weiteren Jugendexperiment fort, da sich Van Buyten verletzt hatte und für Contento Platz machte. Auch wenn oder gerade da die erste Szene den Lilanen und ihrem Ausgleichstreffer gehörte, fanden sich die Münchenern nun besser. Endlich verstanden sie es Druck zu machen auf die Abwehrreihe der Italiener. Letztendlich brauchte es trotz einiger Chancen aber einer berechtigten Roten Karte für einen Ellenbogenschlag und der Scheuklappen des hart am Ruf eines Skandalschiedsrichters arbeitenden Övrebrö um noch den Siegtreffer zu erzielen. Klose stand dabei locker ein bis zwei Meter im Abseits, durfte sich aber trotzdem freuen. Während sich Prandelli nun dank des einen Tores über eine machbare Ausgangssituation freuen kann, dürften sich die die Münchener über ihre vielen vergebenen Chancen und das unnötige Gegentor ärgern. Auch wenn es am Ende ein glücklicher Sieg, powered by Övrebrö, war.

Mit weitaus weniger Unterstützung mussten die Kanoniere von Arsenal in Porto leben. Vielmehr machten sie sich mit duseligen Gegentoren selbst das Leben schwer. Zwar plagten das junge Team einige Verletzungssorgen, doch diese rechtfertigen sicher nicht das Verhalten vor den Gegentoren. Zunächst ließ der Almunia-Ersatz Fabianski eine Mittelding aus Flanke und Torschuss gekonnt ins eigene Tor abklatschen, bevor er dann vor dem zweiten Tor einen von Campell zwar unsinnigerweise noch einmal angestubsten Ball in die Hand aufnahm – indirekter Freistoß direkt im Strafraum. Noch ganz verdutzt davon, merkten beide erst, dass dieser schon wieder schnell ausgeführt wurde, als der Ball schon im Tor lag. Dazwischen entwickelte sich ein schnelles Spiel, in dem beide Abwehrreihen das eine oder andere Mal auf ihre Torhüter hoffen mussten. Doch nach dem schnellen, zwischenzeitlichen Ausgleich fand kein weiterer Ball den Weg ins Tor. Bis es zum obenerwähnten Faux-Pas kam, der Arsenal um das Unentschieden brachte. Beschweren dürfen sie sich aber letzten Ende wohl nur bei sich selbst, während Porto eine gute Ausgangssituation ins den Korb gelegt bekommen hat.

Eins ist nach den ersten vier Partien immerhin schon klar. Es kann sich nach dem Hinspiel keiner allzu sicher sein, die nächste Runde auch zu erreichen. Dafür waren eigentlich alle Siege zu knapp. In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Europaliga-Abend.

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Ein Hanse-Duo für Deutschland

Posted by Max on Februar 27, 2009
Europa League / No Comments

Das deutsche Teilnehmerfeld im UEFA-Pokal schrumpft sich weiter gesund – nach den Rückspielen im Sechzehntelfinale (bald fangen wir schon ab der 1. Runde an, mit Brüchen zu arbeiten, etwas das Einhunderachtundzwanzigstelfinale) befindet sich nur noch die Hälfte der angetretenen Vereine mit deutscher Staatsbürgerschaft im Rennen um den Titel. Ausgerechnet zwei Mannschaften aus dem ehrwürdigen Hanse-Verbund halten das schwarz-rot-goldene Fähnchen in den Wind.

Dabei ist das Weiterkommen des SV Werder Bremen die größte Überraschung, aber zugleich auch eine sehr angenehme. Nach den Ergebnissen der letzten Wochen hätte wohl niemand dem Team von Thomas Schaaf zugetraut, sich gegen dieses abgewichste italienische Team durchzusetzen, die vor knapp zwei Monaten mit der heißbegehrten “Dubai Football Challenge” ihre Titelsammlung erweitern konnten. Jetzt sollte mit dem UEFA-Pokal die Kollektion im Atelier von Herrn Berlusconi komplett werden. Zunächst lief auch alles normal, ganz Milan-like eben: Werder macht das Spiel, erarbeitet sich eine Torchance nach der anderen, und wird doch um den verdienten Lohn gebracht. Ein Foulelfmeter, verwandelt von Pirlo, und ein Treffer von Pato beschehrten Milan eine scheinbar komfortable 2:0-Führung zur Halbzeit. Doch am Ende sollte sich der späte Ausgleich im Hinspiel für Werder noch auszahlen, ein Doppelschlag von Pizzaro brachte das Remis und dank der Auswärtstorregel das Aus für den AC. Auch wenn man dieses Spiel wegen fehlender TV-Bilder nicht bestaunen konnte, es spricht für Werder und gegen die These, das Schaaf aus seiner Mannschaft nichts mehr herausholen könnte. Vielleicht war genau das die Initialzündung, die das Team gebraucht hat. Während Werder jetzt im Achtelfinale gegen den französischen Abstiegskandidaten AS St. Etienne eine lösbare Aufgabe vor der Brust hat, darf sich der AC Mailand auf seine nicht vorhandenen Titelchancen in der Serie A konzentrieren.

Leider nicht gereicht hat es für den VfB Stuttgart gegen den russischen Titelverteidiger Zenit St. Petersburg. Die Ausgangsposition mit der 1:2-Niederlage vor Wochenfrist verlangte einen Kraftakt von den Schwaben, der aber dennoch im möglichen Bereich schien. Aber auch ohne ihren Spielmacher Tymoschuck war Zenit einfach zu stark. Sie setzten genau ihre Stärke ein, mit der sie in der letzten Saison bereits Bayern, Bayer und eine Reihe anderer Gegner zum Wahnsinn getrieben haben: Die Konter mit Pogrebnyak in vorderster Front sind einfach tödlich. Lange sah es garnicht so schlecht aus für Stuttgart, sie kontrollierten das Spiel scheinbar, doch sie erspielten sich keine echten Tormöglichkeiten. Eine Unachtsamkeit vor der Halbzeitpause brachte die Vorentscheidung. Auch nach dem Seitenwechsel konnten Babbels Team die Bemühungen nicht abgesprochen werden, aber Zenit ist ein taktisch exzellent aufgestellter Gegner. Der Ausgleich durch Gebhart war ein sehr kurzes Strohfeuer, ein weiterer Konter brachte die Entscheidung zu Gunsten von Zenit. Trotzdem Respekt an den VfB Stuttgart: Im Herbst haben sie den Umständen in der Bundesliga getrotzt und ihre Gruppe souverän überstanden. Zenit war eine Nummer zu groß, aber sie haben sich sehr achtbar aus der Affäre gezogen.

Ohne Probleme absolvierte der Hamburger SV sein Heimspiel gegen NEC Nijmegen. Der überforderte Gegner kassierte früh den Siegtreffer durch Olic, präsentierte sich teilweise desaströs in der Abwehrarbeit. Erst als der HSV deutlich Tempo rausgenommen hat, kamen die Gäste etwas besser zurecht. Sowas kann man von Wolfsburg leider nicht behaupten. Die Niedersachsen konnten den Eindruck, dass die Hinspielniederlage im Prinzenpark nur ein Ausrutscher war, nicht bestätigen. Mit dem 3:1-Erfolg war Paris St. Germain auch beim VfL jederzeit Herr der Lage.

Besonders spektakulär verlief aber eine andere Begegnung: Das Duell zwischen Galatasaray Istanbul und Girondins Bordeaux entpuppte sich als Fussball-Fest mit insgesamt sieben Treffern. Aus deutscher Sicht auch ein sehr wichtiges Spiel, sollte sich doch aus diesem Feld der nächste Gegner des Hamburger SV im Achtelfinale rekrutieren. Das Hinspiel endete 0:0, sodass zunächst nicht von einer solchen Torflut auszugehen war. Schon in der ersten Minute eröffneten die Gäste durch Bellion den Torreigen. Galatasaray schien früh die nächste Runde zu verspielen, ein weiterer Rückschlag nach dem verlorenen Derby zuletzt und der damit verbundenen Entlassung von Trainer Michael Skibbe. Ein Doppelschlag vor der Halbzeitpause zeigte dann aber eindrucksvoll, wozu türkische Teams vor heimischen Publikum in der Lage sind: Ist der Gegner klar überlegen, bäumt sich Galatasaray auf und dreht die Partie. Nach dem 3:1 durch Turan in der 65. Minute schien die Sache endgültig durch. Aber auch die Girondins hatte noch einen Knaller auf Lager – Chamakh und Cavenaghi brachten ihre Mannschaft eine Viertelstunde vor dem Ende binnen einer Minute wieder auf Kurs. Bis zum Showdown in der Nachspielzeit. Ein Eckball wird von den Franzosen nur halbherzig abgewehrt, Sabri Sarioglou zieht aus 20 Metern zum Nachschuss ab und verwandelt das Stadion in einen Hexenkessel – 4:3! Der HSV ist gut beraten, schon im Heimspiel am 12. März für klare Verhältnisse zu sorgen.

Spannend gestaltete sich auch das Match zwischen dem FC Valencia und Dynamo Kiew. Mit einer anscheinend guten Ausgangslage – das Hinspiel in Kiew endete 1:1 – war der FC Valencia auf dem Papier Favorit. Die in den letzten Jahren so biederen Ukrainer zeigten aber vom Anpfiff an, dass sie in dieser Saison im Europapokal deutlich verbessert spielen. Nach einer knappen halben Stunde besorgte Kravtes die Führung für die Gäste. In einem guten Spiel kämpfte sich Valencia ganz galaesk wieder zurück in das Spiel, mit dem Pausenpfiff besorgte Marchena den Ausgleich. Die Vorteile lagen jetzt bei den Hausherren, sie machten das Spiel und erzielten durch Del Horno kurz nach Wiederbeginn auch die Führung. Nichts und niemand schien sie auf ihrem Weg in das Achtelfinale aufzuhalten. Oder doch? Mit einem fatalen Stellungsfehler leitete der FC seinen eigenen Untergang ein. Ein einfacher Pass in die Spitze hebelt eine gesamte spanische Abwehrreihe aus, Doppelschütze Karvets stellt den 2:2-Endstand mit einem flachen, strammen Schuss in die Tormitte her. Dynamo mauert sich langsam zu einer guten Nummer, die Leistungen in der Champions League im Herbst waren nicht überragend, aber Remis gegen Arsenal und Fenerbahce sowie ein Auswärtssieg in Porto waren gute Resultate. Erst die einsetztende lange Winterpause warf sie zurück auf den dritten Platz in der Gruppe. Jetzt startet auch die Spielrunde in der Ukraine wieder, und Dynamo ist frisch. In der nächsten Runde trifft man auf Metalist Kharkov – ein weiteres ukrainisches Team! Somit sehen wir auf jeden Fall eine Mannschaft aus dem osteuropäischen Land im Viertelfinale.

Soweit der Blick auf die Rückspiele im UEFA-Pokal. Die beliebten Drei-Tage-Rhytmen gehen weiter, nächste Woche DFB-Pokal, und dann geht es auch im Europacup weiter.

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Die Traum vom Achtelfinale lebt

Posted by Moritz on Februar 19, 2009
Europa League / No Comments

Am Ende steht die Erkenntnis, dass sich drei der vier Vertreter der Bundesliga Im Uefa-Pokal zum Rückspiel noch einmal strecken müssen, um eine Chance auf den Einzug in die nächste Runde des Wettbewerbs zu haben. Einzig der Hamburger SV konnte bei seinem Auftritt in Nijmegen restlos überzeugen.

Den Auftakt am gestrigen Abend machte jedoch der VfB Stuttgart im winterlichen Petersburg und lieferte eine ganz andere Pokalleistung ab als noch im DFB-Pokal, auch wenn es am Ende nicht einmal zu einem Unentschieden reichte. Auf einem Quasi-Rasen, der den Eindruck machte, er sei mit einer Schneefräse so eben vor Anpfiff aus dem Winterschlaf gerissen worden, wirkten die Schwaben wie angefroren, als nach gerade einmal zwei Minuten die Torglocke läutete und Zenit die Abwehr regelrecht überrannte. In diesem Moment wurden die Erinnerungen an Bayer und Bayern wieder wach, die gegen den inzwischen ehemaligen russischen Meister ebenfalls nur Spalier standen. Doch anstatt das Spiel danach dominant zu beherrschen, entwickelte sich in der Folge eine, soweit es der Rasen und die polaren Temperaturen zuließen, gefällige Partie, die allerdings nach dem Ausgleich von Mario Gomez, keine zwingenden Chancen mehr bereithielt. Vielmehr gelang es seiner Elf ebensolche Angriffe wie zu Beginn gut zu unterbinden und selbst den Weg nach vorn zu suchen, ehe der Baldmünchner Tymoschtschuk fast aus dem Nichts seine Fähigkeiten als sehenswerter Torschütze unter Beweis stellte und auch andernorts der Spieler auf Seiten von St. Petersburg war, der es den Gästen schwer machte erneut nachzulegen. Etwas das trotz größter Chancen auch die Heimmannschaft verpasste, so dass im Rückspiel erneut eine enge Partie zu erwarten ist, vor allem da sich Tymoschtschuk eine Gelbsperre einhandelte und mit ihm ein integraler Bestandteil der russischen Mannschaft fehlen wird. Womöglich bietet sich somit für die Stuttgarter Elf ein guter Ansatzpunkt im Rückspiel die nicht unverdiente Niederlage wett zu machen.

Eine mindestens ebenso schwierige Aufgabe wird der VfL Wolfsburg im Rückspiel vor sich haben, der sich selbstverschuldet um eine gute Ausgangsposition gebracht hat. Im Spiel gegen die Pariser, bei denen Trainer Le Guen erneut die Chance nutzte seinen jungen Ersatzspielern Einsatzzeit zu spendieren. Auch wenn das Hauptaugenmerk der Wölfe auf der Defensive lag, spielten sie mit doch die Zuschauer im Prinzenpark erlebten nicht viele Höhepunkte, da sich die Teams trotz der nicht gerade gemütlichen Partie soweit im Griff hatten wie es nötig war, um kein Tor zu kassieren. So schien vor den Augen seiner Majestät Sarkozy alles auf ein torloses Unentschieden der besseren Art hinauszulaufen. Doch die Zuschauer hatten die Rechnung noch ohne Benaglio gemacht, der die 25000 kurz vor Ende der Partie noch in Jubellaune versetzen sollte. Zwei Tore nach dem gleichen Prinzip entschieden das Spiel zu Gunsten der Franzosen: Jeweils ein nach einem Standard hoch in den Strafraum gespielter Ball, war für den Schweizer Schlussmann unerreichbar, so das der junge Horeau nur noch zweimal nicken musste um das Schicksal der Gäste zu besiegeln. Durch die insgesamt unnötige Niederlage hat sich die Mannschaft selbst die größte Hürde für das Rückspiel aufgebaut, die es nun zu meistern gilt. Vor allem da der PSG nun mit dem Hinspiel im Gepäck auf eine Reaktion warten kann und falls Paul Le Guen doch einmal das Bedürfnis verspürt mit mehr als einer guten zweiten Elf anzutreten seine Leistungsträger noch auf der Bank hat. Ein bisschen gewagter wird Magath nächste Woche schon aufs Feld schicken müssen, um nicht gleich im zweiten Europapokalspiel des Jahres wieder die Segel streichen zu müssen.

Lange Zeit sah es auch in Bremen so aus als müsste Werder alle Chancen auf eine nächste Runde fahren lassen, da die Diagnose lange Zeit wie gewohnt ausfiel: Gut gespielt, aber nichts gewonnen. Gleich zu Beginn begannen sie gegen den AC Mailand im zum Spiel des Jahres übertrieben hochgejubelten Spiel druckvoll um im gleichen Moment die altbekannte Ernüchterung und -Kenntnis hervorzurufen, dass es wohl ein gutes Spiel von Werder wird, nur der Ertrag, wieder einmal, in keinem Verhältnis zum Aufwand stehen wird. Tziolis schloss die Angriffe aber nicht genau genug ab, um den Milanesi, deren neuste englische Liebe Beckham zunächst auf der Bank Platz nehmen musste, eine kalte Dusche zu verabreichen. Vielmehr fanden diese besser ins Spiel und lenkten das Spiel wie es italienische Teams am liebsten mögen, nämlich mit Bedacht bis Werder sie einlud mit dem Toreschießen zu beginnen. Eine katastrophale Fehlpassberfreiungsversuchflanke fand nach einer guten halben Stunde ihren Weg von Fritz direkt in die Füße von Flamini, der nach einem kurzen Sprint Inzaghi suchte und fand, während die Defensivkollegen von Wiese alt aussahen. In Halbzeit Zwei merkte man Werder spürbar an, dass sie unbedingt ein Tor erzielen wollten – allein die Mittel fehlten, da Milan trotz zeitweiliger Bedrängnis selbst im Faststandby potentiell gefährlich wirkt. Werder packte die Schrotflinte aus und vor allem Tziolis schoss aus allen Lagen und in alle Richtungen auf das Tor, allerdings, wie sollte es anders sein, Dida besonders zu prüfen. Vielmehr schockte Inzaghi die Bremer mit einem Lattenknaller. In der Schlussphase, als sich der Fortgang der Krise immer stärker winkte, konnte Diego doch noch das heiß ersehnte Tor zum Ausgleich machen. Letztendlich bestehen somit noch kleine Chancen, dass Werder in Mailand bestehen wird, viel schwerer aber dürfte wiegen, dass nach dem Spiel die Situation wieder genau wir vorher ist, auf dem aktuellen Selbstfindungsprozess dürfte die Mannschaft kaum einen Deut vorangekommen sein, da sie für das Gegentor selbst verantwortlich zeigte und gegen einen nach dem Tor unwilligen Gegner halbwegs ordentlich mithalten konnte.

Mehr als mithalten, wenn nicht sogar dominant, war hingegen der Hamburger SV bei seinem Gastspiel hinter der niederländischen Grenze in Nijmegen. Gegen der Tabellenneunten der Eredivisie ließen die Hanseaten nichts anbrennen und hatte seinen Gegner weitgehend im Griff, bis Trochowski und Silva kurz vor der Pause, den Grundstein für den Erfolg legten und die Gastgeber mit einem Doppelschlag zum Auffrischen entließ. Einen Aufreger gab es in der Folge nur noch als der Schiedsrichter Ceferin nach einer Verwarnung eines Heimspielers mit einer blutenden Wunde am Kopf einige Minuten behandelt werden musste, weil er mit einem Gegenstand aus dem Publikum beworfen worden war. Martin Jols Mannschaft lies in der Folge weiter nichts anbrennen und erhöhte das Ergebnis sogar noch auf ein beruhigendes 3-0, mit dem man in der Hansestadt beruhigt ins Rückspiel gehen kann, da der Kontrahent fast im gesamten Verlauf der Partie kaum den Eindruck hinterließ in Ansätzen ebenbürtig zu sein.

Während die Hanseaten somit fast schon sicher weiter sein dürften, bleibt Bremen, Stuttgart und Wolfsburg erst einmal nur die Möglichkeit sich in Hoffnungen und Träumen zu bewegen, da die Ausgangssituationen durchaus nicht die einfachsten sind. Für ein Weiterkommen der drei würde ich nach den Spielen nicht unbedingt meine Hand ins Feuer legen wollen, Andererseits ist in allen Begegnungen noch die Möglichkeit gegeben den Spieß umzudrehen. Spannende Rückspiele dürften angesichts der Konstellationen durchaus garantiert sein. In diesem Sinne wünsche ich noch einen angenehmen Donnerstagnachmittag

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Beckhamania

Posted by Max on Februar 18, 2009
Europa League / No Comments

Nach drei Spieltagen in der Bundesliga beginnt nun Mitte Februar auch endlich wieder der Europapokal. Zwei der noch verbliebenen deutschen Vertreter im UEFA-Pokal haben ein denkbar schweres Los zugesprochen bekommen, während dem Hamburger SV und VfL Wolfsburg machbare Aufgaben bevorstehen.

Berichtet wurde über Bremen im Ausnahmezustand. David Beckham ist in der Stadt und das ist für eine Stadt, die einen Verein mit relativ wenig Konfliktpotential hat, eine Möglichkeit, richtig auszuflippen. Der exzentrische Engländer galt ja nach dem Ende seiner Zeit in Madrid bereits als sportliches Auslaufmodell, machte vorrangig nur noch abseits des Rasens von sich reden. Von seiner Zeit bei L.A. Galaxy wurden auch keine Heldentaten übermittelt, umso überraschender seine Rückkehr nach Europa, in das Seniorenheim AC Mailand. Doch hier konnte Beckham sich in den ersten Wochen gut einfügen, schaffte sogar den Sprung zurück in die Nationalmannschaft. Jetzt will er dauerhaft bleiben, Galaxy stellt sich quer – Ende der Geschichte offen. Bei diesem Hype um Beckham wird oft ignoriert, dass sein Einsatz momentan gar etwas auf der Kippe steht, ebenso wie der von Pato. Außerdem muss Milan-Coach Carlo Ancelotti Kaka ersetzen, und auch Stürmer Andrej Shevchenko ist angeschlagen. Von einer B-Mannschaft kann natürlich trotzdem keine Rede sein. Und mittlerweile haben die Italiener sogar eine Möglichkeit gefunden, sich die verpatzte Vorsaison und die damit verbundene Teilnahme am UEFA-Pokal schönzureden: Schließlich ist diese Trophäe die einzige, die noch in der Titelsammlung fehlt.

Stolperstein spielen möchte Werder Bremen. Dabei sind die Hanseaten gerade selber mächtig am Straucheln, haben eigentlich andere Sorgen als ein Weiterkommen im Europapokal. Schon in der Vorrunde der Champions League präsentierte sich Werder ungewohnt blutleer, ein einziger Sieg stand am Ende in der Bilanz, das aber ausgerechnet gegen den AC-Stadtrivalen Inter. Die sportlichen Probleme der Bremer sind nicht so leicht auszumachen: Die Abwehr steht in der Innenverteidigung einigermaßen stabil, viele Gegentore fallen aber über die Außenbahnen – eine Schwachstelle momentan. Das der gewohnte Offensivschwung fehlt, ist auch kein zwingendes Argument, denn am Samstag erarbeitete man sich mehr als zwanzig Torchancen – nur genutzt wurde lediglich eine davon zum Treffer. Mithelfen kann jetzt wieder Diego, der nach seinem Gollum-Griff vor der Winterpause zuletzt in der Liga gesperrt war. Vielleicht kann der kleine Frauenheld ja der Effektivität auf die Sprünge helfen. Mit Blick auf die schwache Chancenverwertung am Wochenende und Kenntnis der Standard-Milan-Taktik bahnt sich ein Rangers-Revival an: Viele Torchancen für Werder, und am Ende kommt der Gegner durch Glückstore zum Erfolg. Man möge das bitte verhindern.

Die eben geschilderte schwache Chanceverwertung war im Herbst des letzten Jahres auch ein Problem von Zenit St. Petersburg. Der Titelverteidiger hatte in der Champions League genug Chancen, die schwierige Gruppe mit Real und Juventus zu überstehen, doch statt im Achtelfinale den Titel in der Königsklasse anzugreifen, bleibt dem Team von Dick Advocaat nur die Möglichkeit des erneuten Triumphes im UEFA-Pokal. Dabei darf man sich auf ein erstes Bild von Anatoliy Tymoshchuck freuen, der ab Sommer den FC Bayern im Mittelfeld verstärkt. Außerdem mit dabei: Sczabolsz Huszti, vor kurzer Zeit noch in Hannover aktiv, und Pavel Pogrebnyak. Verzichten müssen die Russen beim Projekt TItelverteidigung aber auf Andrej Arshavin, der seine Brötchen jetzt bei Arsenal in London verdient. Zenit befindet sich noch mitten in der Winterpause, absolvierte sein letztes Pflichtspiel Mitte Dezember. Fraglich, ob das zu einem Vorteil für Stuttgart werden kann – in der letzten Saison war gerade diese zusätzliche Pause und die damit verbundene Frische ein Plus für St. Petersburg im Kampf um den Titel. Und mit deutschen Mannschaften haben sie gute Erfahrungen gemacht, Bayer und Bayern können ein Lied davon singen.

Die beiden Ligakonkurrenten des VfB leisteten sich jeweils derbe Pleiten in Russland, doch das wollen die Schwaben jetzt anders machen. Nach der Winterpause musste den Zuschauern Angst und Bange werden, so wie man sich vom FC Bayern vermöbeln ließ. Mittlerweile ist die Mannschaft gefestigt, holte sieben Punkte zum Rückrundenstart. Das die Probleme der Vorrunde aber nicht mit einem Luftzug weggeblasen sind, verriet der letzte Spieltag, als erst in letzter Minute das 3:3 in Hannover gerettet wurde. Dennoch, mit einer konzentrierten Leistung und harter Arbeit ist zumindest eine gute Ausgangsposition nach dem Hinspiel drin.

Auch der VfL Wolfsburg wird auswärts antreten, begibt sich auf die Reise in das Stadion von Paris St. Germain. Die französische Hauptstadt hat mit seiner Mannschaft einige schwere Jahre hinter sich. Mehrmals stand der Verein vor der sportlichen Bankrotterklärung, absolvierte schwere Spielzeiten, die immer nur knapp über dem bösen Abstiegsstrich geendet haben. Auch der derzeitige Coach, Paul Le Guen, hatte es anfangs schwer, dem ehemaligen Verein von Christian Wörns (Hui!) auf die Beine zu verhelfen. Mit Wandervogel Claude Makelele als Rückkehrer im Mittelfeld und Ludovic Giuly als Star im Sturm und einigen anderen, talentierten Spielern schaffte es PSG am Wochenende mit einem 2:1-Erfolg gegen AS St. Etienne bis auf den zweiten Platz in der Ligue 1. Der Abstand zu Serienmeister Lyon beträgt nur noch vier Punkte. Bei diesem sportlichen Höhenflug mag auch die gute Position im UEFA-Pokal nicht verwundern, der zweite Blick aber verrät Sonderliches: Der Trainer brachte im Europapokal noch nie seine Stammformation, aber auch die zweite Reihe konnte sich durchsetzten – zweifellos ein Argument für hohe Qualität im Kader. Ob und wie er heute gegen Wolfsburg rotieren wird, ist noch unbekannt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Le Guen jetzt Blut geleckt hat und nicht seine komplette Formation austauscht.

Zumindest auf zwei Positionen muss Felix Magath seine Mannschaft verändern: Torjäger Grafité fällt aus (und wird sich freuen, dass sein Name heute endlich wieder einmal richtig ausgesprochen wird). Außenverteidiger Pekarik darf nicht spielen, weil er schon mit seinem vorherigen Verein MSK Zilinia in diesem Wettbewerb aktiv war. Deshalb wird wohl Edin Dzeko als einzige Spitze auflaufen, momentan gut in Form und hoffentlich auch in Paris mit einem Treffer. Chancen auf einen Startplatz darf sich ja auch Sebastian Schindzielorz machen: Der Mittelfeldmann war mir früher jahrelang als solider Bundesligaspieler bekannt, ehe sein Weg aus dem Blickfeld Profi-Fussball ihn in die zweite Wolfsburger Mannschaft führte. Am Samstag feierte er sein Bundesliga-Comeback und zeigte eine gute Leistung. Mit dreißig Jahren ist er eigentlich auch noch nicht zu alt für dieses Geschäft. Und so darf er wohl mithelfen, wenn Wolfsburg die neue Auswärtsstärke (erster Auswärtssieg am Samstag in dieser Saison) weiter ausbauen darf.

Der HSV hat es mit dem angeblich leichtesten Los zu tun: NEC Nijmegen hat sich international bisher keinen großen Namen gemacht. Dennoch spielen die Niederländer eine gute Saison in der Ehrendivision, auch wenn sie zuletzt drei Spiele nicht gewinnen konnten. Ich rechne aber fest mit einem Erfolg des Hamburger SV. Bei den anderen Spielen bin ich mir nicht so sicher, hoffe aber zumindest auf ein Stuttgarter Achtungszeichen und auf die Wolfsburger Pokalstärke.

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