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Eindrücke aus Stuttgart 7. März 2014

Posted by Max in : WM 2014 , add a comment

Es gibt uns noch! Unglaublich aber wahr, nach langer Pause soll es hier weitergehen. In etwas abgespeckter Form, mit weniger hausgemachten Verpflichtungen wie Notengebung nach Länderspielen. Derlei eingeschlichene Strukturen und ein wahnsinnig unausgeglichener (Frei-)Zeithaushalt waren die Gründe für die längere Auszeit. Jetzt geht’s also wieder los, einfach mit den Themen, die mich rund um mein Abenteuer Fußball bewegen. Hoffentlich einigermaßen regelmäßig, aber sicher auch mal wieder mit Unterbrechungen.

Wir haben im September mit einem Beitrag über die Nationalmannschaft aufgehört, und genau ein Spiel dieses Teams ist jetzt auch Bestandteil des ersten Eintrags im neuen Jahr. Am Mittwoch hatte ich – auf Einladung von Mercedes-Benz – die Gelegenheit, der DFB-Auswahl bei ihren Testspielbemühungen gegen Chile zuzuschauen. Glücklicherweise ein Gegner, der seinem guten Ruf gerecht wurde und ordentlich Power mitbrachte. So entwickelte sich ein sehr sehenswertes, fast schon faszinierendes Fußballspiel mit hohem Tempo. Faszinierend wegen dem über 90 Minuten quasi ununterbrochenen Vorwärtsdrang der Chilenen, aber auch wegen der Schlaffheit der deutschen Bemühungen, die zeitweise schon in schockierende Überforderung mündete.

Es gab irgendwo einen Wendepunkt in diesem Spiel, den ich nicht genau zeitlich einordnen kann. Wahrscheinlich lag er irgendwo zwischen dem Führungstor durch Götze (16. Minute) und der 30. Spielminute. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die Partie durch beide Teams bestimmt, zwei Mannschaften die in der Anfangsphase mit sehr hohem Tempo das Mittelfeld überbrückten und in Hochgeschwindigkeit das gegnerische Tor suchten. Leider fiel die Deutsche Mannschaft dann ziemlich schnell in alte lethargische Muster zurück, die Körpersprache und -spannung einiger Spieler ließ deutlich nach. Fortan stürmten nahezu nur die Südamerikaner, allerdings bis zum Abpfiff ohne das nötige Glück im Abschluss. Bei der Vielzahl von vergebenen Torchancen kann man da aber auch die Qualitätsfrage stellen: Mit Ausnahme vom letzten Pass großartig und mit vielen variablen Ideen, danach aber kam bis auf einen Lattentreffer nicht mehr viel.

Wenigstens in den ersten 20 Minuten hinterließ die DFB-Auswahl einen guten Eindruck, wenngleich einmal mehr das Problem der fehlenden Balance zwischen Angriff und Abwehr offenbar wurde. Es fehlt ein Stabilisator im Mittelfeld, die ordnende Hand. Mag verrückt klingen, aber Sami Khedira ist für diese Mannschaft wahrscheinlich doch wichtiger, als oft angenommen. Philipp Lahm – diesmal auf der “Sechs” aufgestellt – spielte für mich keine erkennbare Rolle im System, welche die Lobpreisungen seiner Leistungen auf dieser Position im Verlaufe der Saison gerechtfertigt hätte. Auch ein Bastian Schweinsteiger, in Bestform wohlgemerkt, ist für diese Rolle wohl besser geeignet als ein Verschlepper der Marke Toni Kroos. Bis zur 70. Minute, als ich von meinem Sitznachbarn auf sein Mitwirken aufmerksam gemacht wurde, nahm ich vom zuletzt Hochgelobten keinerlei Notiz. Es wäre aus meiner Sicht zu einfach, die zahlreichen Torchancen von Chile nur der ungeordneten Viererkette zuzuschreiben. Vielmehr ist es die eben beschriebene abhandengekommene Stabilität bei der Verbindung der beiden konträren Mannschaftsteile.

Das Team unter der Regie von Joachim Löw ist bekannt dafür, dass es einen klaren Plan im Offensivspiel verfolgt. Was mir am Mittwoch einmal mehr fehlte, ist ein sichtbarer Alternativplan. Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Marcell Jansen kam Marcel Schmelzer in die Partie. Dieser versuchte sich mehrfach in Läufen auf der Außenbahn, es mangelte aber an Anspielen in seinen Laufweg. Die Möglichkeiten dazu wären da gewesen. Doch weder ein Özil, ein Lahm, Kroos, oder wer auch immer den Ball hatte, alle drehten auf dem Weg nach außen lieber ab. Rückpass statt Flügelangriff. Marcel Schmelzer war der Frust deutlich anzusehen. Dabei wäre es durchaus eine Möglichkeit gewesen, auch die Chilenen mal in Verlegenheit zu bringen, mit Klose (und Gomez auf der Bank) wären auch kopfballstarke Spieler als Empfänger und Verwerter von Flanken vorhanden. Es wird wohl ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Weltmeisterschaft werden, ob ein Team Löw im Falle ähnlicher Überforderung gegen ähnliche Gegner in Brasilien seine Spielweise umstellen könnte. Übrigens: Der einzige Treffer der Partie wurde ja über die Außenbahn und einem Hackentrick (!) von Marcell Jansen (!!!) eingeleitet.

Wie also soll man dieses Spiel nun einordnen? Bereits am Montag hatte der Bundestrainer mit einigen markigen Worten eine deutliche Ansprache über die Medien gesetzt. Löw dürfte sich durch diese Partie bestätigt fühlen, seine Worte später in der Pressekonferenz waren da eindeutig: Dass die Spieler nun doch hoffentlich gesehen hätten, dass auch ein Team wie Chile ein guter Gegner ist und nicht im Vorbeigehen zu erledigen. Es ist noch ein weiter Weg bis Brasilien, der aufgrund der zu erwartenden schwierigen Vorbereitung mit Abwesenheit diverser Stammspieler holprig werden könnte. Zu früh ist es, um den – auch im Vorfeld im Gespräch von Giovanne Elber geäußerten – Topfavoritenstatus der DFB-Mannschaft in Frage zu stellen. Aber es gibt wohl bei der WM doch noch mehr als Deutschland und Argentinien, Elbers Geheimtipp.

Wer noch mehr über das erfahren möchte, was in Stuttgart gelaufen ist, dem empfehle ich die ebenfalls anwesenden Kollegen:

Färinger Nächte 12. September 2013

Posted by Moritz in : WM 2014 , 1 comment so far

Spiele gegen die Färöer haben immer etwas anstregendes. Egal wie unterlegen und kurios die Inselbewohner im vornherein wirken, bisher rieb man sich danach, ob der starken Leistung doch die Augen. Letztendlich reichte es auch am vorgestrigen Abend nicht zu einer Überraschung, doch mit ihren defensiven Qualitäten zwangen sie die deutschen Gäste zu einem teilweise unfassbar zähen Spiel.

Nach einem forschen Auftakt, der überraschte und beinahe sogar mit einem Tor gekrönt wurde, übernahm die Mannschaft von Löw aber sofort das Kommando und drängte den Gastgeber weit zurück. Doch das war es erstmal auch. Gegen das gut verschiebende Abwehrbollwerk fehlte letztendlich etwas an Entschlossenheit und Zielstrebigkeit. Die Passsicherheit mag zwar beeindrucken, wirkt phasenweise aber auch wie ein Abbild von komplizierter Ideenlosigkeit.

Zwar traf Klose mal den Innenpfosten und der eine oder andere Schuss sah durchaus gefährlich aus. Letztendlich musste aber auch Jogi Löw nach dem Spiel anerkennen, dass seine Mannschaft auf diesem Gebiet doch noch einiges einzustudieren hat. Symptomatisch mussten letztlich zwei Standardsituationen das Spiel auf den rechten Weg bringen. Nach einer Ecke und einem berechtigten Elfmeter, für dessen Verursachung der Gastgeber auch noch in Unterzahl geriet, fiel das erste Tor aus dem Spiel heraus erst gegen Ende der Partie.

Nichtsdestotrotz rückt die Qualifikation rückt in immer größere Nähe. Daran änderte auch die Partie auf den entlegenen Inseln der Färöer nichts. Im Gegenteil auch dort muss man erstmal letztendlich klar mit 3-0 gewinnen. Wie sich die einzelnen Spieler auf dem Eiland in Torshavn schlugen lässt sich wie immer in der Einzelkritik nachvollziehen.

Manuel Neuer: Nach gerade wenigen Sekunden musste er überraschend hellwach sein. Die Färinger legten los wie die Feuerwehr, einen folgenlosen Wackler erlaubte er sich und ansonsten gab es erwartungsgemäßg nicht viel zu tun. Note: 3

Phillip Lahm: Il piccolo capitano hatte viele Freiheiten, die er für seine aufgerücktes Spiel zu nutzen wusste. Sein Vorwärtsgang produzierte gerade in der zweiten Halbzeit aber auch viele ungefährliche Flanken und Pässe. Insgesamt hätte man sich über mehr Impulse über außen sicherlich gefreut, aber für die Vorarbeit zum dritten Tor reichte es dennoch. Note: 3

Per Mertesacker: Der Abwehrschlaks erzielte sein drittes Tor und den einzigen Treffer der ersten Halbzeit nach einer Ecke. Das allein ist eigentlich schon ein Ausrufezeichen wert. Zusätzlich sorgte er mit einer souveränen Leistung auch für eine positive Torbilanz der gesamten Mannschaft. Note: 2

Jerome Boateng: Gleich zu Beginn rückte er in den Fokus, als mit einem Block einen frühen und blamablen Rückstand verhinderte. Auch sonst ließ er sich nicht überrumpeln und legte er für einen Verteidiger ungewohnt auch weite Wege zurück und nahm sich die Freiheit den Platz in seiner gesamten Länge und Breite zu erkunden. Warum auch nicht. Note: 3

Marcel Schmelzer: Gefühlt war es in der ersten Halbzeit eines der besseren Spiele von Schmelzer im Nationaldress. Defensiv nicht gefordert koexistierte er zwar gut mit Draxler, ließ dann aber vor allem nach der Pause einiges an Sicherheit vermissen, was die Färinger trotz Unterlegenheit zu nutzen wussten. Note: 4

Sami Khedira: Bei seinem Kopfball auf das fast leere Tor ließ er zwar Zielwasser vermissen, absolvierte aber ansonsten einen wieder einmal eine souveräne Partie, in der er sich öfter nach vorne rücken konnte, ohne dass auf Kosten seiner Aufgaben in der Defensiv ging. Note: 3

Toni Kroos: Es war ein unauffälliges Spiel des Müncheners, der weiß, wie man sich vornehm zurück hält, wenn ohnehin schon alles mit Spielern verstopft ist. Es gab zwar wieder den einen oder anderen Versuch eines Fernschusses, ein Volltreffer wie zuvor gegen Österreich blieb aber aus. Note: 3

Thomas Müller: Müller hatte seine wichtigste Szene im Spiel, als er bei einem Tempogegenstoß (!) gegen die Färinger (!) geschickt den Verteidiger kreuzt und einen Elfmeter gewinnt. Ansonsten stieß er oft wenig effektiv in die Spitze. Das Tor zum Endstand geht auch auf seine Kappe. Note: 3

Mesut Özil: Wie immer war der Neu-Arsenalist ein wichtiger Ballverteiler vor dem Strafraum und dort praktisch überall zu finden. Auch wenn ihm an diesem Abend nicht so sehr an Ideen fehlte, eine wirklich zündende, wie das Bollwerk zu durchdringen ist, war nicht dabei. Gleichzeitig legte er die folgenschwere Ecke zur Führung auf und versenkte gekonnt den Elfmeter zum 2-0. Note: 2

Julian Draxler: Die Schalker Symbolfigur rutschte für Reus in die Startaufstellung und bildete mit Schmelzer zu Beginn ein harmonisches Pärchen. Auf der linken Seite fügte er sich gut in die Mannschaft ein. Ein wenig lies er aber das Kombinationsspiel vermissen, so dass nur seine Aktionen am Ball, die gerne in Fernschüsse mündeten, unter ferner liefen im Gedächtnis blieben. Note: 4

Miroslav Klose: Der frischgebackene Rekordnationalmannschaftstorschütze schien in dieser Partie nicht allzu gesteigerten Wert darauf zu legen alleiniger Rekordnationalmannschaftstorschütze zu werden. Er hatte zwar die eine oder andere Chance und traf auch den Innenpfosten, verlor sich aber als Anspielstation im recht statischen Defensivspiel der Färinger. Note: 4

FAZIT: Ein letztendlich ungefährdert Pflichtsieg gegen eine forderndere Defensive als so mancher Großer zu bieten hat, bringt die deutsche Nationalmannschaft einer ungefährdeten Qualifikation für die WM näher. Ganz wichtig ist auch festzuhalten, dass es wieder einmal kein Gegentor gab. Letzlich fehlen nur noch zwei Punkte für die hundertprozentige Sicherheit.

Mit Stimmung nach Brasilien 9. September 2013

Posted by Max in : WM 2014 , add a comment

Endlich mal wieder ein vernünftiges Länderspiel. Nach den aus verschiedenen Gründen zu Experimentierstunden verkommenen Testpartien gegen Ecuador, USA und Paraguay kam es am vergangenen Freitag in München zu der ersten ernsthaften Bewährungsprobe für die Deutsche Nationalmannschaft seit einigen Monaten. Und bis auf den verletzungsbedingt wieder einmal ausgefallenen Bastian Schweinsteiger war diesmal auch die volle Kapelle an Bord und auf dem Platz.

Gegner Österreich hatte die DFB-Auswahl beim Hinspiel (2:1-Sieg für Deutschland in Wien) vor mächtige Probleme gespielt und auch sonst einen sehr anständigen Part in der bisherigen WM-Qualifikation gespielt. Die Mannschaft spielt seit dem Trainerwechsel zu Marcel Koller einen agressiven Pressing-Fussball, ist dazu durchsetzt mit vielen bekannten Namen aus internationalen Topligen. Symptomatisch: Bis zur Einwechslung von Burgstaller und Sabitzer in der 67. Minute stand bei den Rot-Weißen kein Spieler aus der heimischen Ösi-Bundesliga auf dem Feld. Mit diesem Wissen im Hinterkopf konnte man von den Gästen also durchaus einiges erwarten.

Doch die Enttäuschung setzte schon früh ein. Nur in den ersten fünf Minuten schafften es die Österreicher ihr effektives Pressing umzusetzen. Der Bremer Gestalter Zlatko Junuzovic fehlte im Mittelfeld, sein Verlust konnte durch Kavlak nicht aufgefangen werden. Dazu nahmen die aufmerksamen Flügelzangen der Deutschen sowohl Ivanschitz links als auch Arnautovic rechts fast völlig aus dem Spiel. Im gesamten Spiel schafften es die Österreicher nicht, dem unermüdlichen Passspiel des DFB-Teams Herr zu werden. Mit zunehmender Dauer schlichen sich zudem Unkonzentriertheiten ein, sodass der Sieg für Deutschland am Ende auch in der Höhe mit 3:0 in Ordnung geht.

Und damit ab zu den Einzelbewertungen, diesmal quasi direkt aus dem Stadion von der Gegentribüne gesehen geliefert.

Manuel Neuer: War in seinem Heimstadion lange Zeit beschäftigungslos, reagierte aber in zwei Situationen, als die Österreicher die Chance zum Anschlusstreffer hatten, hervorragend und verhinderte somit ein mögliches Kippen der Partie. Note: 2

Philipp Lahm: In seinem 100. Länderspiel erledigte der Kapitän des Teams seinen Job ruhig und solide. Besonders in der ersten Halbzeit schaltete er sich auch regelmäßig nach vorne ein, das etablierte Zusammenspiel mit Thomas Müller vor ihm passte. Die Flanken fanden aber selten Abnehmer. Note: 3

Per Mertesacker: Legte gleich nach wenigen Augenblicken mit einem grausamen Fehlpass los, lieferte danach aber eine sehr stabile Partie und glänzte sogar mit einigen guten Tacklings. Zudem starkes Stellungsspiel, hatte keine Mühe mit den Stürmern der Gäste. Note: 3

Jerome Boateng: “Peng Peng” ist derzeit in guter Form, was er auch am Freitag wieder beweisen konnte. Stand defensiv gemeinsam mit Mertesacker sehr sicher und kurbelte auch immer wieder das Spiel nach vorne an. In dieser Verfassung wichtiger Bestandteil zur Stabilisierung der Abwehr. Note: 3

Marcel Schmelzer: Eines der besseren Länderspiele vom Dortmunder bisher. Bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung zum Seitenwechsel mit einigen guten Aktionen nach vorne. Doch auch für ihn gilt wie für Lahm: Die Hereingaben finden keinen Abnehmer. Note: 3

Sami Khedira: Besonders in der ersten Halbzeit war der Madrilene auffällig. Schaffte immer wieder Räume und bediente seinen Teamkollegen Özil in der Schaltzentrale. Später weniger auffällig, defensiv aber insgesamt auch kaum gefordert. Note: 3

Toni Kroos: Der nächste formstarke Münchner. Ein Phänomen, eigentlich spielerisch limitiert holt er aber immer wieder das Maximum aus seinen Möglichkeiten heraus. Versuchte es mehrfach mit Distanzsschüssen, einer saß dann und schaffte früh in der zweiten Hälfte Ruhe. Note: 2

Thomas Müller: Hoher Laufeinsatz und ständig eingebunden über die sehr aktive rechte Angriffsseite. Lieferte die Vorlage zum Führungstor, hatte selbst dann auch einige gute Möglichkeiten und verwandelte schließlich zum Endstandt. Manchmal aber etwas zu klein-klein. Note: 3

Mesut Özil: Der Spielmacher zeigte sich unbeeindruckt von den Begleitumständen seines kurzfristigen Wechsels nach London und glänzte mehrfach mit starken Aktionen, die prompt für Torgefahr sorgten. Einziges Manko: Keine seiner Szenen war letztendlich von Torerfolg gekrönt. Note: 2

Marco Reus: Am Freitagabend der unauffälligste deutsche Spieler auf dem Feld. Über seine linke Seite kam lange nicht so viel Vortrieb wie von der anderen Flanke. Hatte gleich früh im Spiel eine große Chance und vergab diese relativ leichtfertig. Letztendlich aber mit Vorarbeit zum 2:0. Note: 4

Miroslav Klose: Immer weiter, unermüdlich, Klose. Zog mit seinem Tor zum 1:0 endlich mit Gerd Müller gleich und unterstrich neben einer starken Leistung damit noch einmal auch in der Statistik, welchen Wert er in den letzten 15 Jahren für den deutschen Fussball hatte und weiterhin haben wird. Note: 2

Benedikt Höwedes: Als Backup für Schmelzer eingewechselt, verrichtete der Schalker seinen Job ähnlich solide – trotz ungewohnter Position. Etwas weniger offensiv ausgerichtet, trotzdem gelang ihm dann die Torvorlage zum Endstand. Note: 3

FAZIT: Ein hochverdienter Sieg für Deutschland, die Österreich mit ihren “neuen” Stärken überhaupt nicht zur Entfaltung kommen ließen. Defensiv sehr stabil, offensiv zumindest für eine Stunde auch gut anzusehen. In den letzten 30 Minuten verkam die Partie etwas zum Ballgeschiebe, doch die DFB-Auswahl konnte sich das leisten. Diese Partie war die richtige Antwort zur aufkeimenden Defensivproblem-Diskussion der letzten Wochen.

Zum Schluss noch ein kurzes Wort zur Stimmung im Stadion. Nach der Partie sah ich beim Durchscrollen auf Twitter wieder die üblichen Verdächtigen über die angeblich schlechte Stimmung diskutieren. Da ich diesmal selbst in der Arena war, weiß ich es besser: Sicher keine 90 Minuten Dauergesang, aber doch sehr ordentlich von den Fanblöcken beider Seiten. Es gab übrigens auch keine Laola-Welle. Das muss man an dieser Stelle ja auch mal erwähnen. Dass es am Ende mit Abflachen des Spiels etwas ruhiger wurde, ist bei der zu Ligaspielen verschiedenen Zuschauerdurchmischung auch normal und okay.

Vorerst Erleichterung 1. September 2013

Posted by Max in : Bundesliga , add a comment

Der HSV kann es ja doch noch: Mit dem klaren 4:0-Heimerfolg gegen Eintracht Braunschweig konnte das Team von Torsten Fink vor der Länderspielpause ein wichtiges Zeichen setzen. Sämtliche Störfaktoren der letzten Tage und Wochen konnten ausgeblendet werden, eine konzentrierte und geschlossene Mannschaftsleistung brachte nun die dringend benötigte Ruhe. Vorerst zumindest. Denn zu präsent sind noch die permanenten Rückschläge, welche es in den letzten Jahren regelmäßig nach guten und ansprechenden Spielen zu verkraften gab.

Vor drei Wochen startete der HSV mit einem 3:3 gegen Schalke in die neue Spielzeit. Defensiv zwar sehr anfällig, aber im Angriffsspiel bisweilen sehr gefällig, sodass man sich schon fragen konnte: Wie muss man dieses Ergebnis tatsächlich einordnen? Die Antwort darauf gab es dann in den letzten beiden Wochen, als es jeweils Niederlagen gegen Hoffenheim und Hertha gab – Mannschaften, die man von der Qualität her eigentlich hinter sich lassen sollte. Dazu noch das unsägliche Geplänkel rund um van der Vaart und seine Weiber, oder die wenig hilfreichen Aussagen von Investor Kühne. Glücklicherweise fährt der Verein um Edgar Jarchow hier einen rigorosen Kurs und lässt sich nicht aus der Bahn bringen – gut so!

4:0 klingt natürlich nach einer Hausnummer. Nun muss man ehrlich zugeben, dass Braunschweig auch ein dankbarer Gegner war – aber auch die von den Niedersachsen verteilten Geschenke muss man erst einmal annehmen. Der beste Aspekt am gestrigen Spiel war mit Sicherheit die mannschaftliche Geschlossenheit, der Einsatz der Spieler stimmte, selbst nach der schnellen 2:0-Führung gab es keine Nachlässigkeiten, wie in der Vergangenheit so oft. Die vom Trainer vorgenommenen Änderungen haben diesmal eine gute Wirkung erzielt: Neuzugang Johan Djourou spielte stabiler als zuvor Lasse Sobiech, Jiracek verlor im Mittelfeld zwar einige Bälle, setzte mit seinem giftigen Spiel aber die notwendigen Akzente. Die wichtigste Anpassung aber gab es in der Offensive. Den Braunschweigern fehlte über die komplette Spieldauer der Zugriff zu van der Vaart, Zoua und Beister. Insbesondere Beister und Zoua absolvierten ihre bisher besten Spiele im HSV-Trikot, Beister als quirliger Vorbereiter, Zoua als robuster zweikampf- und kopfballstarker Stürmer. Aber auch der zweite Anzug passte diesmal hervorragend: Die verletzungsbedingte frühe Auswechslung von Milan Badelj brachte diesmal nicht wie in den Partien zuvor Unordnung, Tomas Rincon fügte sich gut in die neue Mittelfeldraute ein und war sehr präsent. Joker des Tages war aber Hakan Calhanoglu, der mit zwei schnellen Toren direkt nach seiner Einwechslung das vorher etwas dahinplätschernde Spiel vergoldete.

“Heute haben wir gezeigt was wir draufhaben.” (Tolgay Arslan) – “Das hat uns gut getan.” (Heiko Westermann) – Aber auch: “Jetzt haben wir erstmal zwei Wochen Ruhe.” (Torsten Fink) – Gerade die Worte des Trainers verdeutlichen im Kontrast zu zwei seiner Spieler das Dilemma, in dem sich das Team immer noch befindet. Man hat zwar wie im Vorjahr bereits am vierten Spieltag direkt vor der Länderspielpause einen absoluten Fehlstart abgewendet, doch nun gilt es in zwei Wochen gegen Dortmund nachzulegen. Und das wird eine schwierige Aufgabe. Die Pause mit den Reisen vieler wichtiger Spieler macht die Sache nicht einfacher, wenn es dann am nächsten Spieltag gegen den BVB vielleicht eine deutliche Niederlage setzt, ist die wankelmütige Stimmung sofort wieder da. Deshalb ist die aktuelle Erleichterung auch nur vorläufig.

Abschließend noch ein paar Worte zu Eintracht Braunschweig. Es ist schon ernüchternd, wie schnell der Verein die ihm zugeschriebene “Favoritenrolle” als erster Absteiger ausfüllen kann. Zwar feierten die zahlreich mitgereisten Fans ihr Team unabhängig vom Ergebnis während der ganzen Partie, aber so langsam dürfte die Aufstiegseuphorie abebben. Die Parallelen zur SpVgg Greuther Fürth, die vergangenes Jahr ebenso sang- und klanglos unterging, drängen sich förmlich auf. In Braunschweig lässt sich aber nun schon eine andere, negative Tendenz ausmachen. Dazu muss man sich unbedingt mal das Interview von Torsten Lieberknecht nach dem Spiel mit dem NDR anhören. Lamentieren über den Schiedsrichter, fehlendes Standing in der Bundesliga – alles keine guten Voraussetzungen und selbsterschaffene Alibis für die Mannschaft. Mit so einer Einstellung wünscht man den Braunschweigern auch nicht unbedingt den schnellen Turnaround.

Knallstart in die Saison 11. August 2013

Posted by Max in : Bundesliga , add a comment

Wir sind wieder da! Nach zwei Monaten Schreib- und Sommerpause soll es auch hier weitergehen. Kurzzeitig hatten wir überlegt, unser Hobby “Abenteuer Fussball” nach sechs Jahren beiseite zu legen. Doch es wird weitergehen – irgendwie und in welchem Umfang auch immer. Die Ruhe der letzten beiden Monate jedenfalls ist erstmal vorbei. Und dafür hat auch der Knallstart in die neue Spielzeit gesorgt.

28 Tore in bisher sieben Spielen – das ist schon eine klare Ansage der Bundesliga, die in der vergangenen Saison auch international für viel Furore sorgte. Für viele Beobachter gilt die Bundesliga mit ihren attraktiven Spielen und gesunden (finanziellen) Strukturen mittlerweile schon als beste Liga der Welt. Mal abgesehen, dass ich solche Einschätzungen immer arg subjektiv finde, ist der Liga zumindest in der letzten Spielzeit aber etwas die Ausgeglichenheit in der Spitze abhanden gekommen. Zuerst der FC Bayern und später auch Borussia Dortmund dominierten das Geschehen mit streckenweise Weltklasse-Fussball, durften sich ja letztendlich auch im Finale der Champions League duellieren.

Nun gab es schon die Befürchtung dass gerade der FC Bayern mit der Verpflichtung von Pep Guardiola und millionenschweren Transfers der Marke Götze und Thiago weiter einsam ihre Kreise ziehen. Gefolgt natürlich von den Dortmundern, die diesmal auch ordentlich Geld in die Hand nahmen, bzw. eher nehmen mussten, um den Abstand zu den Münchnern nicht zu groß werden zu lassen. Steht uns also ein Zweierduell an der Tabellenspitze bevor, mit großem Abstand zum Rest der Liga?

Obwohl die Fakten dafür sprechen – so richtig vorstellen kann ich mir das eigentlich nicht. Aus zweierlei Gründen: Die enorme Star- und Leistungsdichte in München, dazu die sicher noch einige Wochen oder Monate andauernde Anpassungsphase an den Guardiola-Stil. In Dortmund wird man außerdem sehen müssen, dass man mit den noch einmal gestiegenen Ansprüchen zurechtkommt. Ohne gleich vom erneuten Finaleinzug in der Champions League zu sprechen, muss auch der BVB das Niveau vom Vorjahr wieder unter Beweis stellen. Eine erneute Saison ohne Titel – rechnen wir einfach mal den gewonnenen Supercup aus der Wertung – ist mit diesem Kader mittlerweile auch eher schwer vermittelbar. Auch wenn man in Dortmund sicher weiterhin versucht, die Rolle des Verfolgers und Unterlegenen zu spielen.

Den besseren Eindruck zum Saisonstart hinterließ zunächst der BVB. 4:0 in Augsburg ist zumindest eine Ansage. Insbesondere von Neuzugang Pierre-Emerick Aubameyang. Drei Tore zum Debüt, das ist vorher nur wenigen Spielern gelungen. Zum Beispiel Adhemar. Die Bundesliga-Karriere von Aubameyang sollte aber sicher erfolgreicher verlaufen, als die vom ehemaligen Stuttgarter, der sich letztendlich nie beim VfB durchsetzen konnte. Aubameyangs Dynamik und Torgefahr wird ein wesentlicher Faktor in dieser Saison werden, da bin ich mir ziemlich sicher. Damit kann man wohl auch die ein oder andere zu erwartende Motivationsdelle von Robert Lewandowski auffangen können.

Den Saisonauftakt am Freitag machten die Bayern mit ihrem 3:1-Sieg gegen Mönchengladbach. Nach einer von vielen Experimenten geprägten Vorbereitung war die Aufstellung dann erstaunlich konservativ. Nur eine Änderung im Vergleich zum letzten Ligaspiel unter Jupp Heynckes. Kein Lahm im Sturm, kein Mandzukic als Linksverteidiger. Das Ergebnis hat gestimmt, die Spielzüge waren oft sehr gefällig, aber gerade im Defensivbereich passte noch nicht alles zusammen. Mönchengladbach hatte durchaus mehr Chancen, als es das Ergebnis vermuten lässt. Es wird wohl wie gesagt noch einige Zeit dauern, bis Guardiolas Ideen in Perfektion sichtbar werden. Respekt zollen muss man dem neuen Coach allerdings dafür, dass er die fehlenden Automatismen seiner wilden Testspielformationen erkannt hat und die Aufstellung zum Pflichtspielauftakt auf Sicherheit wählte.

Wer also soll Bayern und Dortmund gefährden? Leverkusen könnte ein Kandidat werden, überzeugte im Pokal und zum Saisonauftakt. Wohl eher weniger Hertha BSC, trotz des starken 6:1 gegen Eintracht Frankfurt. Auf jeden Fall steht uns eine spannende Saison bevor – auch an der Tabellenspitze.