Osnabrück ist neuer Pokalschreck 29. Oktober 2009
Posted by Max in : DFB-Pokal , trackbackUnterschiedlicher hätten die beiden Spieltage des Pokal-Achtelfinales nicht laufen können: Nachdem sich am Dienstag zwei Erstligisten aus dem Titelrennen verabschiedeten, setzten sich die Bundesligateams einen Tag später souverän und mit klaren Resultaten durch. Größte Überraschung der dritten Runde um den DFB-Pokalist wieder einmal der VfL Osnabrück. Als einziger Klub aus der dritten Liga sind die Niedersachsen noch dabei, und mit ihrer Spielweise dürften ihnen der nächste Gegner mit viel Respekt begegnen.
Es ist nämlich keinesfalls so, das der VfL nur mit viel Glück und Dusel das Viertelfinale erreicht hätte. Wie schon im September gegen den HSV gestaltete das Team von Karsten Baumann aktiv das Spiel mit und geht am Ende nicht als haushoch unverdienter Sieger vom Platz. Dabei kontrollierte Borussia Dortmund eigentlich in der ersten halben Stunde das Geschehen, durch eine konzentrierte Leistung ließ man die Hausherren erst schwer in das Spiel finden. Den Startschuss gab dann Kapitän und Abwehrchef Barletta, der innerhalb weniger Minuten per Fallrückzieher und dann mit dem Kopf jeweils nach Standardsituationen eine 2:0-Pausenführung besorgte. Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der BVB weiter bemüht, aber zu mehr als dem Anschlusstor von Sahin reichte es nicht. Osnabrück löste sich nach etwa 65 Minuten aus der letztendlich mäßig druckvollen Dortmunder Umklammerung und kam kurz darauf durch Siegert zum vorentscheidenden dritten Tor. Die Schlussphase war geprägt von großem Kampf und Leidenschaft, aber auch vielen Unterbrechungen. Innerhalb der logischen sechs Minuten Nachspielzeit kamen die Gäste durch Barrios noch zum 3:2 - aber das reichte nicht. Nach den Hamburgern scheitert der nächste Bundesligist in Osnabrück. Und es war nicht nur ein Erfolg der Leidenschaft, sondern auch ein Sieg mit spielerischen Mitteln. Die nächste große Aufgabe für den VfL wartet!
Neben Augsburg ist Greuther Fürth der dritte Nicht-Bundesligist im Viertelfinale. Die Franken erwischten einen sehr günstigen Zeitpunkt für das Spiel gegen den VfB Stuttgart. Denn die stehen mit Coach Markus Babbel jetzt richtig unter Druck - für den Coach gibt es wohl ein Ultimatum für die Spiele gegen Bayern und Sevilla. Stellen sich bis dahin keine Erfolge ein, kann sich der ehemalige Nationalspieler wohl ab nächstem Mittwoch voll auf den Trainerlehrgang konzentrieren. Dabei habe ich schon Teams gesehen, die mit wesentlich schlechteren Leistungen agiert haben und einen Sieg holten. Aber bei den Stuttgartern fehlt momentan jedes Selbstvertrauen, etwa im Torabschluss. Gute Möglichkeiten werden nicht genutzt und verstolpert. Durch das Fürther Führungstor nach 32 Minuten hat man sich dann auch noch so verunsichern lassen, das die Aktionen noch fahriger wurden. Auf der anderen Seite überzeugten die Gastgeber durch eine stabile Defensivleistung und brachten das Playmobil-Stadion zum Beben. In diesem Beben hat vielleicht auch Babbels Stuhl den entscheidenden Knacks abbekommen.
Am Mittwoch durften der 1. FC Kaiserslautern nach langer Zeit mal wieder Bremer Luft schnuppern. Es bleibt vorerst ein einmaliger Ausflug in das Weserstadion, mit zwei klaren Erkenntnissen: Werder ist für die Pfälzer eine zu große Nummer. Und die Bremer nähern sich immer weiter früherer Klasse an. Was die gesamte Mannschaft seit Wochen abliefert, ist beeindruckend. Aus meiner Sicht spielt das Team momentan besser, als sie es mit Diego jemals getan hat. Der Brasilianer wird durch Özil, Marin und Hunt gleich dreifach ersetzt. Besonders Aaron Hunt kann nach Jahren der Verletzung endlich einmal zeigen, welch großes Potential in ihm steckt. Die Kombinationen laufen flüssig, nahezu jede Flanke von Marin führt zu einer Torchance. Özil schlägt einen Haken und beschwört Gefahr herauf. Hunt beackert von hinten bis vorne den ganzen Platz. Dazu scheint auch die Abwehr aktuell sehr gut zu funktionieren. Der überzeugenden ersten Halbzeit folgte ein lockerer zweiter Durchgang, wo Bremen nix mehr anbrennen ließ. Erst in der Endphase, als mit dem 3:0 schon alles entschieden war, durfte auch Kaiserslautern mal etwas offensiver agieren. Doch da war das das Spiel gelaufen. Ein ernüchternder Auftritt für die Gäste.
Das kann man wohl auch von TuS Koblenz behaupten. Die haben momentan in der zweiten Bundesliga aber ohnehin andere Sorgen. Die TSG Hoffenheim überrannte die Koblenzer nach dem Seitenwechsel. Zuvor war es eine eher ereignisdiskrete Veranstaltung, doch was die Hoffenheimer nach der Pause abspulten, war schon beeindruckend. Mit wesentlich mehr Vehemenz wurden die Angriffsaktionen vorgetragen. Ein zwanzigminütiger Einsatz von Obasi brachte die erhoffte Belebung. Die Leichtigkeit, wie man Koblenz ausgespielt hat, zeichnet die TSG-Elf momentan aus. Es war übrigens das erste Spiel, das ich aus der neuen Hoffenheimer Arena gesehen habe. Überrascht von der tollen Stimmung auf den Rängen und der positiven Spielweise der Hausherren werde ich es in guter Erinnerung behalten. Übrigens: Die TSG ist sicher ein heißer Finalkandidat in diesem Jahr.
Der Pokal macht jetzt erstmal Winterschlaf, ehe es im Februar mit dem Viertelfinale weitergeht. Jetzt zählt für alle Klubs erstmal die volle Konzentration auf ihre Ligen!
Kommentare»
[…] Mittelfeld gestaltet Mesut Özil nun das Spiel der Bremer und macht seine Sache so gut, dass mancherorts schon die Frage gestellt wird, ob Werder ohne Diego nicht besser sei, als man es mit ihm jemals war. Marin wirbelt derweil für […]