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Der Pokal und seine ersten Opfer 3. August 2009

Posted by Moritz in : DFB-Pokal , trackback

Nicht einmal eine ganze Pokalrunde ist diese Saison alt und schon fliegt so manches Konzept seinen Verantwortlichen um die Ohren. Vor allem in Mainz scheint das überraschende Pokalaus gegen Lübeck den letzten Anstoß zu einer schon angedachten Veränderung gegeben zu haben.

Wie aus heiterem Himmel erreichte einen heute die Meldung, dass Jörn Andersen die längste Zeit Trainer in Mainz gewesen sein wird. Mainz und Trainerentlassung schien seit Klopp und durch die jüngsten Erfolge nicht zusammenzupassen. Doch die Pokalniederlage gegen den Viertligisten scheint für die Vereinsführung nur eine willkommene Gelegenheit zu sein, den Norweger von seinem Trainerposten zu entfernen. Scheinbar haben sie die Spieler schon über sein Training negativ geäußert und auch die Formulierung in der Mitteilung klingt eher nicht nach einem plötzlich aufgetauchten Konflikt.

Als Außenstehender schien es hingegen so, als würde Andersen beim letztjährigen Pokalhalbfinalisten fest im Sattel sitzen, nachdem er mit dem direkten Wiederaufstieg und dem Vordingen in die Vorschlusspokalrunde aus dem Schatten der alles überstrahlenden Figur Klopp getreten zu sein. Zwar  wirkte er trotz seiner ebenso blonden Haare stets als Kontrastprogramm zu seinem Vorgänger, doch das schien seinem Erfolg vor Ort keinen Abbruch zu tun. Vielmehr dürfte ihm nun dieser Kontrast zum Verhängnis geworden sein, was sich unter anderem in der Begründung äußert, “dass Teamwork, die Nähe zur Mannschaft und die interne Kommunikation” die Stärken des Vereins seien, die der Trainer nicht mehr erfüllen könne.

Ich kann mich an keine so kurzfristige Trainerentlassung vor der Saison erinnern, doch auf seinen Nachfolger, der U19-Trainer Tuchel, dürfte eine Menge Arbeit zu kommen, wenn man die Menge an Verletzten und die missratene Vorbereitung, die man Andersen vorwirft, denkt.

Doch nicht alle erwischte es so schlimm wie die Recken aus der Karnevalshochburg. Einzig die 96er aus Hannover mussten noch in der ersten Runde ihre Segel streichen. Bei ihnen merkte man ebenfalls, das in der Autostadt wieder einmal eine schwere Bundesligasaison ansteht. Zunächst schien in Trier zwar noch alles nach Plan zu laufen. Doch dann schienen wieder einmal die alten, bekannten Probleme aufzubrechen. Die nur mit Haggui “verstärkte” Abwehr ließ ihren Kapitän gegen die Regionalligisten bei ihrem Doppelschlag zweimal keine Chance und der alte Sturm vermochte dann wie schon oft gesehen hilflos nicht mehr nachlegen gegen die euphorisierten Schützlinge von Mario Basler, die dann im Schlussakkord sogar noch eine deutlichen Sieg herausspielen konnten. Irgendwie fragt man sich, wie sich die Hannoveraner immer wieder durchmogeln konnten. Doch anscheinend scheint Dieter Hecking ein gewisses Talent darin zu haben, seiner Mannschaft ebenjenes zu ermöglichen, auch wenn es in dieser Pokalrunde nicht ganz funktioniert hat.

Einen ähnlichen holprigen aber letztendlich erfolgreichen Auftakt erlebten auch die Berliner Herthaner. Im Preußenstadion sahen sie lange Zeit kaum das gegnerische Tor, sondern vielmehr einen engagierten Gegner, der seine Außenseiterrolle ernst nahm und auch nutzen wollte. Bis das Glück in Person einen wackelnden Buchholz einen wohl nur auf Verdacht und kaum ernst gemeinten Schuss ins Tor lenkte und für Ruhe im weiten Rund sorgte. Doch der topmotivierte Trainer der Preußen richtete die Seinen in der Pause erfolgreich auf. Durch ein Freistoßtor lieferten sie dann denen, die vehement einen Hünen als nächste Neuverpflichtung fordern, neue Nahrung, da einzig Ebert diesen Erreichen, aber auch nicht vielmehr als Touchieren konnte. In der Folge zeigte sich, dass die Favre-Elf noch nicht auf dem Niveau der Chancenverwertung der letzten Saison ist. Eine nach der anderen endete in den Händen, des nun makellosen Buchholz, was sich bis zum Ende der Verlängerung hinzog. Erst als Domovchiyski im x-ten Versuch den richtigen Schuss ansetzte, war das Elfmeterschießen vermieden und die erste Runde zu einem erfolgreichen Ende gebracht, die nun nach dem Motto “egal wie, Hauptsache vorbei” gewertet werden wird. Schon da die durchaus typische Herthapokalblamage vermieden wurde. Doch gegen die Skepsis dem Neuzugang im Sturm gegenüber konnte auch dieses Spiel nichts beitragen. Vielleicht tut ja Hannover einem Wichniarek den Gefallen ein erstes Ausrufezeichen zu setzen.

Doch bis dahin steht noch eine letzte Partie in dieser Pokalrunde an, bevor nächstes Wochenende sowohl der endlich erste Spieltag der Bundesligasaison, als auch die Auslosung für die nächste Pokalrunde ansteht, die hoffentlich alle 17 verbliebenen Trainer noch erleben werden. In diesem Sinne noch einen schönen Pokalabend.

Kommentare»

1. Enno (hertha-blog) - 4. August 2009

Na, was Hertha angeht, sehe ich die Sache ein wenig differenzierter, wie ich gestern Abend auch schon bei uns ausführlich schrieb: Denn zwei klare Tore wurde wg. vermeintlichen Abseits aberkannt. Es hätte 2:0 vor der Pause stehen müssen und dann hätte der Trainer von Preußen auch nicht mehr motivieren brauchen. Insofern war es zwar holprig, aber nicht ganz allein verschuldet.

2. Felix - 4. August 2009

Manueller Trackback: (…)Interessante Gedanken zum Thema übrigens auch vom Kollegen Moritz bei Abenteuer Fußball.(…)