Der Weg zur Meisterschaft III 28. April 2009
Posted by Moritz in : Bundesliga , trackbackEin letzter Blick nach vorn und dann wird gnadenlos zum Endspurt angesetzt, um als Erster die Meisterlinie zu überqueren. Allem aktuellen Anschein nach wird es in einem Fotofinish enden, jede Chance sich abzusetzen wurde bisher verpasst und je nach Zielfoto werden Wolfsburg, Hertha oder sogar die Bayern die Schale stoßen können. Es ist also an der Zeit die finale Prognose der Serie abzugeben.
Doch rollen wir das Feld von unten auf, von dem Ende an dem es einen ebensolchen Fünfkampf gibt wie um die Meisterschaft, nachdem der Karlsruher SC durch den jüngsten Sieg wieder neue Hoffnung schöpfen durfte, getreu dem Motto, das ebenjene zuletzt sterben wird. Letztendlich wird man aber über ein letztes Aufbäumen nicht hinwegkommen, zu chancenlos ist einem die Rückrunde und die Mannschaft in Erinnerung. Ihnen folgen werden wohl die Mönchengladbacher, die nach einem kleinen Zwischenhoch dank einer kurzfristig erstarkten Tormaschinerie, zur letzten Prognose wieder auf das Niveau eines Absteigers zurückgefallen sind und sich angesichts des happigen Restprogramms wohl trotz einer nicht allzu schlechten Ausgansposition wohl in wenigen Wochen im Unterhaus wiederfinden.
Auch die Arminia aus Bielefeld kam dank magerer Punkteausbeute zu spüren, dass es noch einmal mehr als knapp werden wird. Zwar zeigten sie Einsatz im Abstiegskampf, doch allein mit Verteidigen holt man noch keine großen Punkte und so werden sie, der eine sieht sie drin der andere draußen, wohl weiter zittern müssen. Einzig die Bochumer haben sich bereits ein minimales Polster aufgebaut, von dem sie nun zehren können und sich dementsprechend im nächsten Jahr im Oberhaus wiederfinden.
Der Absturz des 1.FC Köln auf meiner Seite hat mich selbst etwas überrascht, doch zuletzt agierte die Daum Elf trotz guter Ansätze etwas glücklos und hat es nach der guten Hinrunde bis zuletzt verpasst daran anzuschließen. Nicht ohne Grund rangieren sie in der Rückrundentabelle auf dem viertletzten Platz. Der Klassenerhalt ist also auch wenn sie Max weiter im gesicherten Mittelfeld sieht noch nicht gesichert.
Kurz vor der Abstiegszone hingegen staut es sich noch und auch weiter. Dort tummeln sich einige, die nun auf die letzten rettenden Punkte warten und vertrauen. So unter anderem Hannover 96, das sich durch seine zu Hause teilweise beeindruckend errungenen Tore weiter die Tabelle schönschießt und die gnadenlose Auswärtsschwäche, bis auf ein Tor gelang in den meisten Spielen nichts, kaschiert. Ebenso in jener Zone hat sich die Frankfurter Eintracht gehalten. Trotz einiger Verletzter konnte die Mannschaft mit Siegen gegen die Verfolger den Abstand wahren und liegt somit trotz immer wieder aufflammender externer Querelen mit dem Trainer im Erwartungsrahmen und wird sich nach dem Restprogramm weiter keine Sorgen um den Abstieg machen müssen.
Grauen Mittelfeld statt Meisterkampf und Pokalrunden statt Punkte sammeln dürfte das Motto der davor platzierten von Werder Bremen und Bayer Leverkusen sein. Beide haben ihre Bundesligasaisonziele längst aus den Augen verloren und liegen sogar noch hinter der letzten Prognose zurück. Während Bremen sich hingegen langsam zu stabilisieren scheint, feilen die Leverkusener dank ungeahnter Probleme im Sturm und einer nicht immer sattelfesten Defensive an einer rekordverdächtigen Rückrundenplatzierung. Beide haben in den Cup-Wettbewerben noch heiße Eisen und werden sich wohl darauf konzentrieren, dass große Sprünge von ihnen auch nicht mehr zu erwarten sein werden.
Eine Position darüber laufen beim Traditionsverein aus Hoffenheim die Vorbereitungen auf die nächste Saison wohl ebenfalls schon auf Hochtouren. Der Absturz ins Mittelfeld kam nach dem Start in die Rückrunde nicht mehr unvermittelt, allerdings überrascht, dass es absolut nicht mehr rundläuft, die Effektivität partout nicht zurückkommen will und man ein ums andere Mal in Schönheit erliegt. So werden sie dank der Hinrunde von Verpflichtungen befreit, aber mit der schweren Erinnerung im Gepäck, zumindest etwas Glanz versprühen können. Zu mehr dürfte es bis zum Ende nicht reichen.
Auf Platz Sechs und Sieben liefern sich der BVB und der FC Schalke ein spanendes aber letztendlich fast hoffnungsloses Rennen um einen Platz in der Europa-League. Beide befanden sich während der letzten Spieltage klar im Aufwind. Die Schalker entdeckten wieder einmal nach einem Trainerwechsel und Buskens et al. die Freude am kontinuierlichen Siegen wieder. Zu Hilfe kam ihnen dabei sicher, dass sie sich in Ruhe gegen Abstiegskandidaten das Selbstvertrauen holen konnten, um letzten großen Schlag gegen die Bayern auszuholen. Insgesamt zeigte sich die Mannschaft nun von einer bisher unbekannten stabilen und gar gefährlichen Seite. Nebenan in Dortmund hat es Trainer Klopp nach nun schon 13 Remis geschafft, der Mannschaft das Siegen beizubringen, so dass sie es nun vermag im passenden Moment die entscheidenden Tore zu machen. Das Punktekonto wird so weiter aufgestockt, doch für mehr wird es nicht reichen.
Nun zu den letzten fünf entscheidenden Plätzen, die nach den letzten Spieltagen nicht unterschiedlicher in den Prognosen aussehen könnten, was wohl auch dem weiterhin mehr als engem Gerangel um die besten Plätze geschuldet sein dürfte. Der Hamburger SV momentan auf Platz Fünf befindlich, weckte in den letzten ein paar Erinnerungen an die Saison vor wenigen Jahren, als nach einer langen Saison die Puste ausging. Auf Grund des Engagements im Uefa-Pokal ist in den nächsten Wochen auch zunächst keine große Regeneration möglich. Die Qualifikation fürs internationale Geschäft hingegen dürfte kaum in Gefahr geraten. Die Mannschaft der Stunde, die sich unter einer Tarnkappe bis in Schlagdistanz heran gerobbt hat, dürfte der VfB Stuttgart sein. Im Moment eilen sie dank ihres Stürmers vom Dienst, Mario Gomez, weiterhin von Sieg zu Sieg und dürften sich angesichts der Partien gegen Wolfsburg und Bayern wohl als Meistermacher fühlen. Selbst allerdings reicht es im optimistischsten Optimum “nur” für den Vizetitel, eine Sensation im Rückblick auf die Hinrunde.
Das aktuelle “Sorgenkind” der Liga, der FC Bayern München, will die psychologische Barriere mit dem jüngsten Trainerwechsel knacken. Zuletzt reichte es meist nur zu Pflichtsiegen gegen Kontrahenten der unteren Tabellenhälfte. Im Grunde sind sie die Wundertüte der Tabellenspitze, den alles hängt im Grunde davon ab, ob Heynckes den Geist der Mannschaft trifft und jene selbst die Spur. Max zeigt in diesem Thema deutlich mehr Vertrauen als ich und schickt sich als Meister ins Rennen. Der Unterschied zum an für sich katastrophalen fünften Platz dank einer besseren Tordifferenz könnte größer nicht sein. Hertha BSC, im Moment auf dem Platz des Dauphins, hat in den letzten Spielen mit etwas Glück, das was die Mannschaft bis dahin auszeichnete wiederzuentdecken. Zuvor gab es eine Niederlagenserie, die der Mannschaft deutlich ihre Grenzen aufzeigte und sie womöglich auch noch einmal auf den Endspurt konzentrierte. Mein Tipp, Traum oder wie auch immer man es nennen mag ist die Meisterschaft, Max sieht es da etwas nüchterner.
Der aktuelle Meisterplatzinhaber VfL Wolfsburg, gerade einem Lauf von zehn Siegen in Folge entkommen, schien schon enteilt, verpasste aber gerade am letzten Spieltag die Chance für eine kleine Vorentscheidung zu sorgen. Eine überraschende Niederlage in Cottbus mit einer kleinen Signalwirkung, denn Meister werden sie in keiner unserer Prognosen, wenn auch denkbar knapp mit zwei Punkten bzw. sogar mit nur einem Tor. Zur Visualisierung nun die Tabelle:

Angesichts der Ansetzung Stuttgart-Bayern und dem auch nicht zu verachtenden Duell Wolfsburg-Bremen sowie der hautengen Situation, dürfte somit Spannung bis zum Schluss garantiert sein. Unter Umständen werden sicher geglaubte Meisterschaften noch aus den Händen gerissen. Doch eines dürfte ohne Zweifel feststehen, am Ende wird der Meister seine Schale verdient haben, da er den schwankenden Leistungen an der diesjährigen Spitze, die stabilste abgeliefert hat. Lassen wir uns also überraschen, inwieweit einer der Prognosen stimmt.
Kommentare»
Ich als Berliner drücke natürlich Hertha die Daumen, obwohl Wolfsburg natürlich es auch verdient hat / hätte, nach dem tollen Sieg gegen die Bayern oder was meint Ihr ?
Ich denke jeder von denen, die da oben stehen, hat am Ende die Meisterschaft verdient. Irgendwie haben alle das gewisse Extra über die ganze Saison vermissen lassen, dass jemanden wirklich herausgehoben hätte…
Der Rest dürfte dann vor allem von persönlichen Vorlieben bestimmt sein.
[…] Endspurt mit dem weder Max noch ich bei unserem letzten Tipp gerechnet hatten. Ganze zehn Tore legten sie auf unsere ohnehin nicht allzu defensiven Resultate […]