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Der Weg zur Meisterschaft II 10. März 2009

Posted by Moritz in : Bundesliga , trackback

Lange ist es inzwischen her, dass wir kurz vor Beginn der Rückrunde uns vornahmen die Entwicklung der Bundesliga an den kommenden Spieltagen vorher zu sagen. Nun liegen die ersten sechs Runden der Rückrunde schon in der Vergangenheit, dass heißt es wird Zeit für ein kurzes Resumé der damals abgegebenen Prognosen und Fehleinschätzungen, von denen es wenig überraschend doch die eine oder andere gegeben hat.

Damals haben wir einmütig damit gerechnet, dass der FC Bayern früher oder später in gewohnter Manier wieder die Tabellenspitze übernehmen wird und mit mehr oder weniger großen Abstand seine Kreise zieht. Doch in dieser Saison ticken unter Jürgen Klinsmann auch in München die Uhren etwas anders, denn sie starteten in die Rückrunde noch schlechter als in die Hinrunde und torkelten in der Hoffnunge auf den baldigen Start einer Serie zwischen unmotivierten Leistungen und vornehmlich nach Rückständen ansehnlichem Power-Play hin und her.

Dass sie nun dennoch immerhin auf dem zweiten Platz stehen, liegt daran, dass fast die gesamte Bundesligaspitze schwächer als erwartet aus der Winterpause gekommen und sehr eng zusammengerückt ist. So können auch die Hoffenheimer, von denen eine Leistungsdämpfung vor allem durch die Verletzung von Ibisevic auch bereits erwartet wurde, immer noch von den Championsleaguerängen grüßen, obwohl die einstige Torfabrik der Liga doch leicht größere Produktionsschwierigkeiten als erwartet insbesondere in knappen Begegnungen hat, die das entscheidende, punktebringende Tor verhindern.

Auch der Hamburger SV blieb hinter unseren Erwartungen zurück, obwohl sie meist gut in ein Spiel starten, lassen sie gegen Ende zu stark nach und öffnem dem Kontrahenten so noch eine Hintertür, durch die er wieder zurück ins Spiel finden kann. Ein Phänomen, was vor allem gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller zu beobachten ist und letztendlich mehrere Punkte kostete.

Was möglich ist, sobald die mangelnde Konstanz abgestellt wird, lassen die beiden Überraschungen in der Spitzengruppe deutlich werden. Sowohl Hertha BSC als auch in noch stärkerem Maße der VfL Wolfsburg zählen in der Rückrunde zu den Teams, die die Punktausbeute maximieren konnten. Beide bauen auf eine stabile Defensive und können im Moment mit Voronin bzw. Dzeko und Grafite auf mindestens einen Stürmer zählen, der gerade einen Lauf hat, so dass in vielen Fällen alles passt und man dank der Schwäche der Nachbarn merkbar in der Tabelle klettern konnte. Eine Kategorie, in die man, auch wenn sie einen kleinen Rückstand zu den Top5 haben, den VfB Stuttgart unter ihrem Trainernovizen Babbel zählen kann und somit ebenso deutlich überraschten und nach oben drängen.

So wird deutlich warum sich Hoeneß und Konsorten dermaßen nach einer Serie sehnen. Wer in dieser Phase der Saison Die Konstanz für sich entdeckt, kann sich in einem dermaßen knappen Verfolgerfeld schnell nach vorne absetzen und enteilen. Indizien dafür können wir im Moment aber noch bei keiner Mannschaft auf Grund der aktuellen Form oder auch des folgenden Programms verstärkt entdecken. Vielmehr wird die Tabellenspitze weiter eng zusammen bleiben, wobei der Aufsteiger aus Hoffenheim am ehesten den Anschluss verlieren könnte.

Ebenjenen hat etwas überraschend auch Bayer Leverkusen verloren, die ihrer Form der Hinrunde ein wenig hinterherlaufen. Die junge Mannschaft versteifte sich dabei allzuoft aufs Spielen und vergas darüber in entscheidenden Situationen die leidige Pflicht des Toreschießens. Ein Umstand der auch dadurch verschärft wird, dass es den Gegnern im Gegenzug recht einfach gelang die Abwehr mindestens einmal zu überraschen, was die ergebnisorientierte Punkteausbeute schmälerte.

Die Schalker hingegen lagen trotz der Querelen der letzten Wochen erstaunlicherweise sogar über dem prognostizierten Ziel. Das dürfte einerseits daran liegen, dass unsere Erwartung an Schalke geringer als ihre Selbstansprüche sind und zum Anderen vor allem daran, dass sie weiterhin auf eine der besten Defensiven der Liga zählen können, so das auch bei ideenlosen Angriffen meist ein Tor zum einfachen wenn nicht sogar mehrfachen Punktgewinn reicht.

Darauf folgen zwei wahrliche Enttäuschungen, von denen wir beide erwartet hatten, dass der Knoten platzt. Doch bis jetzt war genau das Gegenteil der Fall. Sowohl Borussia Dortmund als auch Werder Bremen scheinen weiter trotz aller Bemühungen vor einem gordischen Knoten zu sitzen. Beide bleiben in der Rückrunde als einzige Teams noch ohne Sieg und konnten sich so schon von einem realistischem Erreichen einen Uefa-Pokal-Platzes verabschieden. Die Bremer zeigten wie auch schon allzu oft ihr unwilliges Janusgesicht und sind sich wohl selbst das größte Rätsel, wie sie aus größten Chancen den Gegner gegentorlos entkommen lassen. Die Borussia scheint hingegen weiter wild entschlossen den Unentschiedenrekord einzustellen und lässt im Spiel dabei in Ermangelung eines echten Torjägers die letzten Entschlossenheit den Gegner ohne Punkte vom Platz zu schicken vermissen.

Richtig platzen wird der Knoten auf absehbare Zeit bei beiden nicht, aber zumindest bei Werder sehen wir akutes Verbesserungspotenzial, so dass sie im Eichhörnchenstil langsam wieder zu sich finden, auch wenn die strukturellen Probleme von heute auf morgen natürlich nicht verschwinden und aus dem grauen Mittelfeld kein Entkommen ist. Bei Schalke und Leverkusen bestehen hingegen eine Uneinigkeiten, die von einer relativen Näherung mit dem Fernglas an die internationalen Plätze bis zu einem Versinken im Mittelmaß reichen.

Ziemlich puntgenau auf den Erwartungen liegt der 1. FC Köln, der mit einer Defensive, die der ersten Tabellenhälfte würdig wäre, stets ihren Weg im Spiel sucht und dafür durchaus auch Risiken im Spiel auf sich nimmt, letztendlich aber Erfolg damit hat und somit die unliebsame Konkurrenz aus dem Tabellenkeller fernhält. Auch in den nächsten Partien sehen wir sie so auf einem guten Weg in einen sorgenfreien Frühling.

Danach folgt ein kleiner Riss in der Tabelle auf den die Eintracht aus Frankfurt folgt, die wir eigentlich auf Augenhöhe mit den Domstädtern sahen und auch weiter sehen. Auch auf Grund einiger Verletzten startete die Mannschaft von Friedhelm Funkel ähnlich schwach in die Rückrunde wie bereits in die Saison. Trotz einiger guter Ansätze reichte es gegen die höherplatzierten Gegner nicht zu einem Punktgewinn. Dafür aber waren sie in ihren Sechs-Punkte-Spielen da und erkämpften sich gegen die direkten Konkurrenzen ihre Punkte.

Je näher es der Absteigszone geht, desto mehr fällt auch auf, dass diese ein wenig unterschätzt wurde und den ein oder anderen Überraschungssieg einfuhren wodurch sie mehr Punkte ergattern konnten, als es ihr in der Prognose zugetraut wurde. Vor allem der VfL Bochum konnte sich dabei am deutlichsten herausheben und sich so nach oben bewegen. Alle drei Heimspiele gingen an den VfL, der sich seine Auswärtsfahrten auch noch gut versüßen konnte und dabei neben einem dem im Abtiegskampf obligatorischen Kampf auch die eine oder andere spielerische Komponente zeigte und so dem Gegner den Zahn zu ziehen vermochte. Anders Hannover 96, das sich auswärts wie gewohnt desolat präsentieren und im heimischen Wohnzimmer wechselhafte Leistungen zeigen, wobei heraussticht, dass beide Siege mit einem äußerst effizienten 1-0 gegen schwächelnde Gegner heraussprangen und die Zuschauer sonst eine kleine Torflut erwartete, was durchaus den Schluss zulässt, dass das Team die richtige Balance zwischen Angriff und Defensive weiter nicht gefunden hat.

Bei dem großen Punkteholen im Tabellenkeller konnte auch Energie Cottbus mithalten, die sich nach der Winterpause zusammengerauft hat und ihre Torgefahr wiederentdeckt hat und schon längst totgesagt wieder munter im Abstiegskampf mitmischt. Auch wenn fehlendes Glück zuletzt der Mannschaft von Bojan Prasnikar den ein oder anderen Punkt gekostet hat, wird mit ihr im Abstiegskampf weiter zu rechnen sein.

Mitmischen können nun auch wieder die Gladbacher unter Hans Meyer. Die Mannschaft schaffte überraschend den Anschluss in den letzten Spielen und darf nun langsam ein wenig nach oben schielen, wobei das Spiel der Mannschaft sehr von ihrem Jungstar Marko Marin abhängt, der durch seine Impulse auch maßgeblich für die letzten Erfolge mitverantwortlich ist und die Abwehr sich halbwegs stabilisiert hat, da im Angriff eine verlässliche Station fehlt.

Eine ebensolche fehlt auch dem Karlsruher SC im Abstiegskampf, der bis auf das Spiel gegen den HSV nach dem Motto “die Null muss vorne stehen” und eine löchrigen Defensive keine Chance hatte sich zu befreien und wohl auch schwer zu kämpfen haben wird, um sich noch eine zu erarbeiten. Folgerichtig werden sie auch die einzige Mannschaft sein, von der wir nicht sehen, dass sie dem Druck im Tabellenkeller stand halten werden kann. Alle anderen Abstiegskämpfer werden jedoch recht weit zusammenbleiben, aber mit dem Tempo weiter ein wenig anziehen.

Zum Abschluss noch einmal einen Blick auf die Tabelle, wie wir sie nach den kommenden sechs Spieltagen getippt haben:

  Rückrundentipp Spieltag 29

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