Sidka war zu professionell 2. März 2009
Posted by Max in : Medien , trackbackWer kennt noch Wolfgang Sidka? Er war der vorletzte Trainer von Werder Bremen, bevor Thomas Schaaf seit 1999 das Amt bekleidet. Seitdem war Sidka bekannt als Trainer im Nahen Osten, coachte das Nationalteam von Bahrain und eine Vereinsmannschaft im Katar. Zwischendurch war er auch mal beim MSV Neuruppin und dem Berliner Sport Club.
Erstmals tauchte er in Deutschland wieder im November auf. Überraschend installierte der Regionalliga-Verein FC Oberneuland Bremen Sidka als Nachfolger von Mike Barten, um höhere Ziele zu verwirklichen. Beim Wochenende der Gegensätze konnte ich sogar vor Ort dem Debüt des 54-jährigen beiwohnen. Doch schon in der Winterpause wieder endete das Engagement in Bremen. Den 11 Freunden gab er ein interessantes Interview und spricht dabei über die Umstände des erneuten Trainerwechsels beim FC Oberneuland:
Sidka: Nachdem ich hier ein paar Monate trainiert habe, musste ich jedoch erkennen: unsere Auffassungen sind doch sehr unterschiedlich. Ich wollte nicht ewig in der Regionalliga bleiben, sondern mehr erreichen und habe deshalb auch sehr intensiv zweimal am Tag trainieren lassen. Das war der Mannschaft einfach zu viel Aufwand.
Sie waren zu professionell für den Verein und die Liga?Sidka: Mit einem Satz kann man das so sagen, ja.
Damit dürfte Wolfgang Sidka der erste Trainer sein, der wegen einem zu hohen Maß an Professionalität von seinem Trainerjob ablassen musste. Sportlich ist seine Bilanz eher durchwachsen: Fünf Punkte holte das Team in sechs Partien unter seiner Leitung, dem einzigen Erfolg in Leipzig (3:0) folgten noch Remis gegen Lübeck (1:1) und beim Tabellenletzten Energie Cottbus II (0:0). Gegen Wilhelmshaven, Magdeburg sowie Altona gab es keinen Punktgewinn. Oberneuland liegt auf Platz 11 der Regionalliga Nord.
Nicht nur wegen dieser Passage ist auch das gesamte Interview lesenswert, Sidka packt einige Perlen aus seiner Karriere aus, unter anderem, wie er im nicht fotogenen Nordkorea ca. 40 Bilder machte. Deshalb der genaue Hinweis: “Wolfgang Sidka zieht Bilanz: Batistuta, Intifada, Nordkorea.”
Und wenn ich einmal bei den Lesetipps bin, noch der Hinweis auf eine Abhandlung von Trainer Baade als Gastautor beim Bayer-Blog catenaccio. “Warum Bayer Leverkusen scheiße ist” wird vielen Fussball-Fans aus der Seele sprechen!
Kommentare»
Ach der gute alte Sidka… immer und überall das gleiche Problem. - Er ist einfach ein verkantes Trainertalent. Aber das der FC Oberneuland sich die Gelegenheit entgehen lies, bald gegen den AC Mailand oder FC Barcelona in der Champions League anzutreten, da kann man nur sagen: “SELBER SCHULD!” Der FCO hätte Sidka eine ähnlliche Rolle wie Wolfsburg Magath übergeben sollen: Manager, Trainer und Sportdirektor in einer Person… fehlt einzig die Frage: “Hätte der Manager Sidka, den Trainer Sidka aufgrund der mageren Punkteausbeutung beim FCO im Amt gelassen oder nicht!?” - Eine Frage die wohl nie geklärt werden wird…