Kein Hauch von Champions League 24. Oktober 2008
Posted by Max in : Europa League, Medien , trackbackMit den Gastspielen von Benfica Lissabon und Galatasaray Istanbul hat die Berliner Hertha zwei starke Heimspiele im UEFA-Pokal erwischt. Man träumte von großen Einnahmen durch einen hohen Zuschauerzuspruch wegen der attraktiven Gegner, doch zumindest der Auftakt in die Gruppenphase brachte schon wieder eine enorme Diskrepanz zwischen den Hoffnungen und der Wirklichkeit hervor. Noch am Montag war im kicker in einem längeren Artikel zum Wettbewerb - sehr reißerisch mit “Ein Hauch von Champions League” überschrieben - folgendes zu lesen:
Ein zweimal gut gefülltes Olympiastadion brächte nach Abzug von Stadionmiete und Organisationskosten insgesamt etwa 700.000 Euro […].
Nun, es lässt sich streiten, ob man einen Besuch von 26.144 Zuschauern als “gut gefüllt” bezeichnen kann. Macht jedenfalls eine Auslastung von lediglich 35 %, womit wieder einmal sehr triste Stimmung im Olympiastadion war. Die Zahlen sind bei den Abstiegskandidaten und grauen Mäusen der Bundesliga mindestens auf gleichem Niveau, wenn nicht sogar höher. Mal abgesehen vom generellen Hertha-Problem, dass Stadion vernünftig gefüllt zu bekommen, zeigt es leider auch ein generelles Problem des UEFA-Pokals: Es fehlt nach wie vor in der breiten Masse die Akzeptanz als ernsthafter Wettbewerb, da mag der Gegner noch so einen großen Namen haben.
Doch auch in Sachen TV-Reichweite konnte die Hertha nicht so überzeugen, wie man sich das erhofft hatte. Der für die Berliner zuständige Sportfive-Mann Jäger sagte noch am Montag:
Zur besten Sendezeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen - das ist ideal. Ich rechne jeweils mit einer Einschaltquote zwischen vier und fünf Millionen Zuschauern.
Letztendlich konnte das ZDF mit “nur” 3,96 Millionen Zuschauern lediglich einen Wert an der unteren Grenze des erwarteten Bereiches erlegen. Hertha ist eben kein FC Bayern und der UEFA-Pokal auch keine Champions League. Auch wenn diesmal die sportlichen Resultate durchaus gut waren, ein 1:1 gegen Benfica ist ein achtbares Ergebnis. Bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens beim zweiten Heimspiel gegen Galatasaray ein größeres Publikum dem Spiel beiwohnt. Verdient hat es die Mannschaft und auch der Wettbewerb in jedem Fall.
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Selbsterfüllende Prophezeiung
Foto: gebbe Ich bin skeptisch. Oder verunsichert. Vielleicht auch ängstlich. Ich traue dem Braten nicht. Da ist irgendwas im Busch. Es wird zu einer Entscheidung kommen. Nur ist überhaupt nicht absehbar was entschieden wird und wie entschieden wird. …
Hertha ist zum großen Teil selbst Schuld an dem geringen Zuschauerzuspruch. Ein Beispiel: Erstes Heimspiel Saison 2007/08. Meister VfB Stuttgart ist zu Gast. Hertha hat, um die Besucherzahlen zu heben, den Preis für alle Kurvenplätze vor der Saison auf 9 Euro gesenkt. Ein annähernd volles Haus wäre bei sommerlichen Temperaturen bei dieser Paarung sicher drin gewesen. Was aber macht die Hertha? Schlägt mal eben 100 % Topzuschlag drauf. 18 Euro für die Kurvenplätze, noch mehr auf den Tribünen –> Resultat: Nur 46.700 Zuschauer. Idiotie.
Ein weiterer Grund: Über Jahre wurde oft lustloser Fußball geboten, vor allem international. Kein Wunder, dass nicht mehr Leute kommen.