Stadtderby II

Posted by Max on Mai 09, 2013
Nordostfussball

Gestern war es endlich so weit: Das Rückspiel vom Leipziger Stadtderby (Hinspiel 3:1 für RBL) zwischen den Roten Bullen (aka Rasenballsport oder politisch inkorrekt Red Bull) und dem 1. FC Lokomotive stand auf dem Programm. Der erste Versuch Ende Februar musste wegen eines plötzlichen Wintereinbruchs in der Messestadt abgesagt werden, nun ging es bei deutlich wärmeren Temperaturen im Zentralstadion zum zweiten Säbelrasseln der verfeindeten Vereine, wobei die Abneigung in erster Linie von Blau-Gelber Seite ausgeht.

Für RB Leipzig war das Aufeinandertreffen spätestens seit dem Abend vorher zu einer sportlich eher wertlosen Nummer geworden: Da der direkte Konkurrent Carl Zeiss Jena am Dienstag sein Spiel verlor, stand das RB-Team bereits vor dem Anstoß als Sieger Regionalliga Nordost fest. Auf der anderen Seite ging es für den 1. FC Lok durchaus darum, mit einem Punktgewinn einen entscheidenden Schritt Richtung vorzeitigem Klassenerhalt zu machen.

Die knapp 20.000 Zuschauer im Zentralstadion sahen ein intensives Spiel, wo letztendlich aber die Tore fehlten. Das 0:0 nach 90 Minuten feierten die lautstarken Lok-Anhänger wie einen Sieg, bei nun neun Punkten Vorsprung auf den Abstiegsrang (belegt von Energie Cottbus II) und nur noch vier ausstehenden Partien. Im Vergleich zum Hinspiel präsentierte sich das Team von Trainer Marco Rose deutlich lebhafter, was aber auch mit einer anfangs eher laxen Einstellung der RB-Spieler zu tun hatte. Die Roten Bullen hatten zwar optisch die Partie unter Kontrolle, aber immer wieder kamen die Gäste – insbesondere durch lange Schläge aus der Abwehr – zu aussichtsreichen Situationen. Wirkliche Möglichkeiten ergaben sich daraus aber eher selten, was meist technischen Unzulänglichkeiten geschuldet war. Darüber hinaus konnte man auch nicht wirklich behaupten, Lok hätte voll auf Angriff gespielt, nur zögerlich halfen die Mitspieler ihren zwei rotierenden Angreifern.

Nach dem Seitenwechsel bekam RB das Geschehen besser in den Griff, ohne wirklich zwingend zu agieren. Es gab zwar einige Torchancen, aber spätestens auf der Linie konnte Lok immer wieder klären. Neuen Schwung bekam die Partie, als ausgerechnet der erfahrene Kevin Kittler nach 65 Minuten Gelb-Rot wegen Meckerns bekam. Fortan hatte man den Eindruck, beide Teams hätten das Mittelfeld komplett aufgelöst – ein gerade in der Endphase wieder hochintensiver Schlagabtausch führte aber weiterhin zu keinen Treffern. Bei Lok wegen der letztendlich fehlenden Klasse, bei RB wohl hauptsächlich wegen mangelnder Konzentration.

Nach der Partie sammelte RB-Coach Alexander Zorniger noch auf dem Feld zum Kreis – einschwören für die kommenden Aufgaben. Eine Leistungssteigerung und mehr Konsequenz ist für die nächsten Wochen erforderlich: Erst Pokalfinale gegen Chemnitz, dann Relegation gegen unbekannt. Und Lok? Die können wohl mit einer weiteren Saison Regionalliga planen – zumindest aus sportlicher Sicht.

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