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Der neue Dortmund-Schreck 10. Februar 2013

Posted by Max in : Bundesliga , trackback

Und plötzlich ist der HSV Tabellenfünfter. Zumindest in der Nacht von Samstag zum Sonntag, heute kann man bei Siegen von Mainz und Freiburg auf Platz Sieben abrutschen. Trotzdem halten die Hamburger direkten Anschluss an die Europapokalplätze und zeigten beim gestrigen 4:1-Erfolg in Dortmund auch endlich, warum eigentlich.

Schon in der Hinrunde wurde das Spiel gegen den Deutschen Meister zum unverhofften Spektakel. Damals hieß es im heimischen Stadion 3:2 – der Wendepunkt eines bis dahin völlig verkorksten und Angst einflößenden Saisonstarts – und nun sogar 4:1 in Dortmund. Das HSV-Team konnte in dieser Saison nicht besonders oft überzeugen, viele der Siege kamen eher glücklich zustande. Doch die Mannschaft hat Fortschritte gemacht, sonst würde sie nicht in diesen Regionen der Tabelle fern der Abstiegsränge rangieren. Die Rückrunde war mit den drei vorhergehenden Spielen ein Spiel der Hamburger Leistungsfähigkeit: Mal durchwachsen (Nürnberg), mal mit Leidenschaft (Bremen), mal schläfrig (Frankfurt). Besser als im Vorjahr – aber trotzdem hat man immer das Gefühl: Mit dieser Mannschaft muss doch mehr gehen.

Und es klappt. Ausgerechnet gegen Dortmund. Als erste Mannschaft der letzten Jahre schaffte es der HSV, in beiden Saisonspielen den BVB zu besiegen. Mit einer von der ersten Minute an engagierten und leidenschaftlichen Leistung. Verschlief man in den ersten drei Spielen 2013 noch jeweils eine Halbzeit, war das Team diesmal von Beginn an wach und ließ sich selbst von dem selbst verschuldeten Rückstand nicht verunsichern. Kaum eine Statistik verdeutlicht die Weiterentwicklung der Mannschaft von Torsten Fink so, wie die Ergebnisse gegen Dortmund: Letzte Saison zwei klare Niederlagen (1:3 und 1:5), in der Spielzeit 2012/2013 hingegen großartige Siege gegen eine sicher noch immer starke Mannschaft.

Torsten Fink und Frank Arnesen haben nicht nur Fürsprecher – sicher gibt es auch einige erkennbare Kritikpunkte: Die Transferpolitik von Arnesen ist nicht immer nachvollziehbar, die lange Streichliste im Winter konnte kaum abgearbeitet werden. Bei Fink reiben sich die Kritiker besonders an der angeblich nicht klar erkennbaren Handschrift und Weiterentwicklung, fehlende Konstanz trotz aller Fortschritte. Aber betrachten wir auch mal die positiven Aspekte der Arbeit des Duos: René Adler und Artjoms Rudnevs sind mittlerweile Schlüsselspieler der Mannschaft und maßgeblich für die Erfolge verantwortlich. Unter Fink haben Dauerproblemfälle wie Dennis Aogo oder Per Skjelbred zu ihrer Form gefunden, sind mittlerweile auch wichtige Akteure. Die Defensive konnte sich trotz gelegentlicher Aussetzer etwas stabilisieren. Aber klar ist auch: Der Weg muss weiter gegangen werden, in diesem Team steckt mehr Potential.

Abschließend noch ein paar Worte zu Dortmund. Hier zeigt natürlich umgekehrt die Ergebnisentwicklung der Spiele gegen den HSV (siehe oben) das Dilemma auf. Sicher sind die Dortmunder in dieser Spielzeit noch eindeutig das zweitbeste Team der Liga, aber der plötzliche Abstand zu den alles plattwalzenden Bayern ist schon erschreckend. In einigen entscheidenden Situationen schaffen es die Dortmunder Jungspunde nicht mehr, die Intensität der letzten Jahre abzurufen. Es fehlt der letzte Tick. Oder ist doch die Konzentration auf die Champions League zu groß? Jedenfalls wird man schon am Mittwoch im Spiel gegen Donezk eine Reaktion zeigen müssen. Die Leistung gegen die Hamburger war sicher nicht schlecht, in den Vorjahren hätte man so ein Spiel vielleicht sogar gewonnen. Aber irgendwann ist das Glück auch nicht mehr mit den Tüchtigen.

Kommentare»

1. Klatsche! Bundesliga 2012/2013, Spieltag 21. | NedsBlog - 10. Februar 2013

[...] zu gemacht und es ausgenutzt, daß es für den BVB keinen Plan B gibt und gab. Max schreibt bei Abenteuer Fußball, daß man Arnesen und vor allem auch Fink loben muß. Adler & Rudnevs sind gute [...]

2. Die Blog- & Presseschau für Montag, den 11.02.2013 | Fokus Fussball - 11. Februar 2013

[...] von Abenteuer Fußball meint, dass inzwischen der entscheidende Tick bei den Dortmunder Spielern [...]