Stadtderby

Posted by Max on September 04, 2012
Nordostfussball

Es war mal wieder Derbyzeit in Leipzig. Erstmals nach dem Aufstieg des 1. FC Lokomotive trafen am Sonntag die Blau-Gelben mit dem erklärten Hassobjekt RB Leipzig aufeinander. Das Spiel stand unter den Vorzeichen der Fussballromantiker und des Traditionsvereins auf der einen, sowie den neureichen Dosenkickern auf der anderen Seite. Alleine das zustandekommen dieser Partie musste für die Rasenballer ein derber Schlag gewesen sein – schließlich ist es Sinnbild des Scheiterns der letzten Jahre, nun dreht das Team also schon seine dritte Ehrenrunde in der Regionalliga.

Es war zwar lange nicht das erste Stadtderby, welches RB seit seiner Gründung vor mittlerweile drei Jahren absolvierte. Schon bei früheren Spielen, etwa gegen den FC Sachsen, versuchte man ganz im Sinne der Salzburger Marketingstrategie ein großes Event aufzuziehen. Doch erst als man diesmal auf Freikarten und Volksfeste vor dem Stadion verzichtete, kam auch so richtig Derbystimmung auf. Knapp 25.000 Zuschauer im Stadion – und ich muss zugeben: Eine wirklich elektrisierende Atmosphäre. So eine Stimmung habe ich im neuen Zentralstadion noch nie erlebt. Beiden Seiten muss ich an dieser Stelle meine größte Anerkennung für diesen großartigen Fußballsonntag aussprechen – kein Event-Blub mit Laola-Welle, dafür Fangesänge abwechselnd oder parallel über fast die gesamte Spielzeit.

Das sportliche Geschehen auf dem Feld ist schnell beschrieben: Lok kämpfte als klarer Außenseiter in diesem Derby mit viel Leidenschaft, aber die Klasse reichte einfach nicht aus. Letztendlich kontrollierte RB bis auf eine kurze Phase von etwa 15 Minuten im zweiten Durchgang die Partie. Da ist es aber auch fast ein Witz, dass die drei RB-Treffer ausschließlich auf bösen individuellen Fehlern der Lok-Mannschaft beruhten. Quasi mit dem Schlusspfiff kam Lok zwar noch zum Ehrentreffer, aber den Sieg nahmen völlig verdient die Roten Bullen mit. Wer einen längeren Spielbericht wünscht, kann gerne beim Rotebrauseblogger lesen.

Von der positiven Stimmung im Stadion hatte ich bereits geredet, von Ausschreitungen oder Zwischenfällen war während des Spiels – von zwei Böllern und ein paar geworfenen Feuerzeugen (leider) abgesehen – nichts zu merken. Das Spektakel spielte sich offensichtlich nach dem Spiel auf dem Parkplatz ab, wie bei LVZ Online nachzulesen ist. Wie schlimm es wirklich wahr und ob tatsächlich 500 Angreifer waren, kann ich nicht beurteilen. Nach einem Augenzeugenbericht aus meinem Bekanntenkreis waren es wohl 500 Personen auf dem Parkplatz, wobei höchstens ca. 100 Lok-Fans gewaltbereit waren – aber auch das ist noch schlimm genug. Vielleicht sollte man für das Rückspiel doch darüber nachdenken, einfach die höchste Sicherheitskategorie zu wählen, d.h. die Präsenz der Sicherheitskräfte zu erhöhen und eine striktere Trennung der Fanlager zu gewährleisten.

Persönlich habe ich von den Ausschreitungen außer einer Hundertschaft von Polizisten im Laufschritt und auffahrenden Wasserwerfern nichts mitbekommen. Ich behalte lieber die tolle, großartige Stimmung während der Partie in positiver Erinnerung.

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4 Comments to Stadtderby

  • Auch wenn es schon schlimm genug ist, jedoch dreht RB Leipzig erst die zweite Ehrenrunde. (Ist ja erst 3 Jahre in der Regionalliga). Aber die dritte hört sich ja verächtlicher an?

  • @Smood: Da hast du Recht – wobei man ja selbst eine Saison Regionalliga für einen Verein mit den Ambitionen von RB Leipzig durchaus auch als Ehrenrunde bezeichnen kann.

    Was ich aber nicht verstehe: Warum legt ihr RB-Fans (und das entnehme ich mal deinem peinlichen Nachsatz) jedes Wort auf die Goldwaage, selbst wenn es nur ein kleiner Denkfehler ist. Warum fühlt ihr euch bzw. den Verein immer gleich angegriffen? Das wird nicht dazu beitragen, dass die Akzeptanz in der Fussballszene steigt.

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