Die große Saisonvorschau: Teil 3 28. Juli 2007
Posted by Max in : Bundesliga , trackbackNachdem es gestern um das berühmte “Niemandsland” der Tabelle ging, gibt es heute die Auflösung, welche Vereine aus unserer Sicht in der Spielzeit 2007/2008 mit akuten Abstiegssorgen zu kämpfen haben. Logischerweise handelt es sich dabei vorrangig um die Kandidaten, die schon im vergangenen Frühjahr in den Abstiegsstrudel geraten sind, sowie um die drei Aufsteiger aus Karlsruhe, Rostock und Duisburg. Eine große Überraschung gibt es allerdings heute auch. Unverändert gilt der Link zur Einzelbewertung. Jetzt zu den sechs Vereinen:
VfL Wolfsburg (Letzte Saison: Fünfzehnter/Schnitt: 2,41)
Nicht zuletzt aufgrund der Verpflichtung von “Supervisor” Felix Magath haben wir beide den VfL Wolfsburg in der neuen Saison als Überraschungsmannschaft auf dem Zettel. Trotzdem war ich etwas überrascht, wie weit nach oben die “Wölfe” in unserem Ranking gestiegen sind. Obwohl der Kader vielleicht nicht unbedingt die prognostizierte neunte Position hergibt, Felix Magath hat auf seinen letzten beiden Stationen Fähigkeiten als Spitzentrainer zur Genüge nachgewiesen. Ein Problem könnte aber die ungleichmäßige Besetzung des Kaders werden, nur wenige Positionen können mit einem annähernd gleichwertigen Ersatz in zweiter Reihe aufwarten. Fraglich ist zudem auch, wie das Team mit der Art von “Schleifer” Quälix zurechtkommt.
Eintracht Frankfurt (Letzte Saison: Vierzehnter/Schnitt: 2,72)
Das Potential, welches ich bei der Eintracht sehe, hatte ich bereits mehrfach angedeutet. Allerdings sind wir uns bei der Bewertung der Hessen nicht wirklich einig: Während Moritz die Eintracht wiederum im Abstiegskampf sieht, kann aus meiner Sicht schon in diesem Jahr der Sprung in die erste Tabellenhälfte gelingen. Viel wird davon abhängen, wie sich die Neuzugänge integrieren - die Eintracht hat nicht groß zugegriffen auf dem Transfermarkt, die neuen Spieler sollten sich schnell in das Team einfügen. Wichtig ist auch, dass die Ansprüche nicht sofort wieder ins Unermeßliche steigen, was in der Vergangenheit wohl auch eines der großen Hemmnisse war.
MSV Duisburg (Letzte Saison: 2. Liga/Schnitt: 3,22)
Beim MSV dürfte der namhafte Neuzugang Ailton für die passable Bewertung gesorgt haben. Aber auch hier sind wir uns nicht ganz einig: Sieht Moritz die Duisburger deutlich außerhalb der Abstiegsränge, ist Duisburg für mich einer der heißesten Abstiegskandidaten. Es ist vor allem das unruhige Umfeld um Big Boss Walter Hellmich, der bisweilen zum Größenwahn neigt. Der Trainerstuhl in Duisburg war und ist ein Schleudersitz. Wichtig für Coach Bommer ist, das sein Team ohne Verletzungsprobleme durchkommt, denn die zweite Reihe ist mangelhaft besetzt, taktische Variationen sind nur in einem sehr begrenzten Rahmen möglich.
Karlsruher SC (Letzte Saison: 2. Liga/Schnitt: 3,25)
Groß war der Jubel, als sich die Badener im Mai nach neun Jahren Abstinenz wieder einen Startplatz in Deutschlands Eliteliga sichern konnten. Ob die Euphorie auch anhält, wenn es einige Spiele nicht wie gewünscht laufen sollte? Zudem hat Trainer Ede Becker gerade die Profigeschäft-Erfahrung von anderthalb Jahren Zweite Bundesliga als Cheftrainer. Wie also wird das KSC-Urgestein mit der neuen Belastung zurechtkommen? Doch der Kader hat im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten durchaus Qualität und die Möglichkeit, sich bereits frühzeitig von den Abstiegsrängen fernzuhalten. Problematisch wird es nur, wenn viele Spieler ausfallen.
Energie Cottbus (Letzte Saison: Dreizehnter/Schnitt: 3,34)
Mit den Abgängen der Cottbusser Lebensversicherungen Munteanu und Radu nach Wolfsburg sowie dem abgewanderten Kapitän Kevin McKenna (nach Köln) stellt sich den Lausitzern wieder einmal die Aufgabe, aus wenig Möglichkeiten viel Ertrag zu erlangen. Sowohl Defensive als auch Offensive scheinen nach der “Papierform” bestenfalls gehobenen Zweitliga-Ansprüchen zu genügen. Doch das hat die Expertise bereits in der letzten Saison geschrieben - und gnadenlos versagt. Lassen wir uns also überraschen, was es diesmal aus der Wundertüte “Energie” zu ergattern gibt.
Hansa Rostock (Letzte Saison: Zweite Liga/Schnitt: 3,38)
Die Probleme der Hanseaten sind offensichtlich. Trotz positiver (Vorrunden-)Prognose von mir vor einigen Wochen hat sich weiterhin nicht viel getan, was die Verstärkung des Hansa-Kaders angeht. Vielmehr hat der Streit um Ex-Manager Studer und Coach Pagelsdorf zu lange die Schlagzeilen bestimmt. Der Kader lässt keine großen Experimente zu, Pagelsdorf muss sich weitestgehend auf seine Leistungsträger der Vorsaison verlassen. Doch gerade der Trainer ist das größte Plus von Hansa, ist er doch der erfahrenste Erstliga-Akteur im Ostsee-Stadion. Nichtsdestotrotz wird es von Hansa Rostock von Beginn an nur den Kampf ums Überleben geben.
Damit hätten wir alle 18 Vereine komplett bewertet. Die Gesamt-Rangliste lässt sich jetzt unter der Special-Seite “Saisonvorschau 2007/2008″ abrufen. Dort können auch noch einmal die Bewertungs-Kriterien nachgelesen werden. Geht es nach uns, gibt es im Mai 2008 folgende Entscheidungen zu vermelden:
- Meister: FC Bayern München
- Vize und direkt in der CL dabei: SV Werder Bremen
- CL-Qualifikation: VfB Stuttgart
- UEFA-Pokal: Bayer 04 Leverkusen, FC Schalke 04
- UI-Cup: Hamburger SV
- Absteiger: Karlsruher SC, Energie Cottbus, Hansa Rostock
Ab morgen werden wir wieder einzelne Aspekte der Vorbereitung einiger Vereine beleuchten. Und ab dem kommenden Wochenende läuft die neue Saison mit der 1. DFB-Pokalrunde bereits wieder an.
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