Monthly Archives: Juli 2012

Olympia-Podcast

Posted by Max on Juli 29, 2012
Medien / No Comments

Heute bewegen wir uns erstmals seit langer Zeit völlig Off-Topic vom Fussball. In der vergangenen Woche habe ich in meiner Funktion als kommentatoren-Blogger gemeinsam mit zwei Experten einen Podcast zur bevorstehenden Olympia-Übertragung von ARD, ZDF und Eurosport aufgezeichnet.

Das Werk ist unter folgendem Link abzurufen: http://www.abenteuer-fussball.de/Files/Podcast_Olympia_2012.mp3

Inhalte

02.30min: London2012 im deutschen TV allgemein
13.25min: Die “Highlight”-Kommentatoren im deutschen TV
17.00min: Die ARD-Kommentatoren
28.31min: Die ZDF-Kommentatoren
40.03min: Die Eurosport-Kommentatoren
46.25min: Unsere Highlights bei London2012
50.43min: Die Paralympics bei ARD & ZDF

Weiterführende Informationen zum ARD/ZDF/Eurosport-Personal in London gibt es nur beim kommentatoren.blog!

Weltstadt Hoffenheim

Posted by Max on Juli 24, 2012
Bundesliga, Medien / 1 Comment

Im Interview mit der LVZ sprach der neue RB-Sportdirektor Ralf Rangnick über seine besonderen Erfahrungen in Hoffenheim im Bezug auf die Verpflichtung von Spielern. Derartige Probleme sollte es in Leipzig zumindest nicht geben.

Zunächst äußerte sich Rangnick zu den Vertragsverhandlungen mit Carlos Eduardo:

Als Carlos bei den Vertragsverhandlungen fragte, wie viele Einwohner Hoffenheim hat, habe ich gesagt, so ungefähr 1,5 Millionen. Mein Manager Jan Schindelmeiser hat mir unterm Tisch ans Bein getreten – und Eduardo hat unterschrieben.

Eine ähnliche Finte war bei Chinedu Obasi später wohl nicht nötig, allerdings hätte der heutige Schalker wohl doch besser mal nachgefragt, da wäre ihm diese Episode erspart geblieben:

Wir haben ihn vom Frankfurter Flughafen abgeholt und sind mit ihm Richtung Hoffenheim gefahren. In Heidelberg und Umgebung war noch alles gut. Als wir dann in Sinsheim abgebogen sind, hat er zu mir gesagt: Hey Coach, wo sind die Leute? Ich sehe nur Kühe und Korn.

Offensichtlich hat der ein oder andere Euro Schmerzensgeld ja glücklicherweise dann doch dafür gesorgt, dass Carlos Eduardo und Chinedu Obasi zumindest eine Zeit lang ein Teil des Hoffenheimer Erfolgs waren.

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Der FC Fulham zu Gast in Leipzig

Posted by Max on Juli 20, 2012
Fussball International, Nordostfussball / No Comments

Endlich wieder großer Fussball zu Gast in der Messestadt. Zumindest fast. Jedenfalls dürfte es schon etliche Jahre her sein, dass letztmals ein Verein aus der höchsten Englischen Spielklasse in Leipzig vorbeigeschaut hat. Von Europapokalspielen will ich hier gar nicht mal reden. Diesen Mittwoch war der Fulham Football Club aus London für 90 Minuten Testspielgegner des 1. FC Lokomotive Leipzig. Eine Reihe von Klubs aus der Premier League testet in diesen Tagen gegen deutsche Teams, insbesondere Mannschaften aus den neuen Bundesländern. Fulham mag zwar nicht der größte Name sein, aber immerhin Finalist der Europa League 2010 und mit einigen Millionen-Stars gespickt. Und für den gerade frisch in die Regionalliga aufgestiegenen 1. FC Lokomotive Leipzig eine willkommene Gelegenheit, sich mit einem prominenten Testspiel ins öffentliche Gespräch zu bringen. Das hat dann auch funktioniert, mit 5.012 Zuschauern war das Bruno-Plache-Stadion ausverkauft.

Die Gäste vom Fulham FC spielten mit der gewohnten Mischung aus Stars und Nachwuchskräften. In der Pause wurde bis auf zwei Positionen einmal komplett durchgetauscht, sodass letztendlich nahezu alle Stars ihre Spielanteile von Trainer Martin Jol bekamen. Die Cottagers taten sich anfangs schwer, in die Partie zu finden. Wie bereits einige Tage zuvor bei einem trostlosen 0:0 gegen einen dänischen Zweitligisten in Grimma war den Themse-Anrainer der frühe Zwischenstand der Vorbereitung anzumerken. In den ersten Minuten versuchten die Lok-Spieler den Gegner zu überrumpeln. Es dauert ca. 15 Minuten, bis Fulham die Spielkontrolle übernahm und durch einen Doppelschlag vom Italiener Marcello Trotta – ein Eigengewächs aus der Fulham Academy – bis zur Pause den Zwischenstand auf 2:0 stellte. Besonders auffällig in der ersten Halbzeit war John Arne Riise. Der Norweger deutete an, dass er auch im fortgeschrittenen Fussballer-Alter von 32 Jahren noch immer Dynamik und Bissigkeit aus früheren Zeiten auf höchstem internationalen Niveau besitzt.

Ebenfalls mit von der Partie war Sascha Riether, die Neuerwerbung für die rechte Abwehrseite. Riether wirkte bisweilen aber arg unkonzentriert. Wenn Lok später einmal zu Angriffen kam, war es entweder fatalen Fehlpässen im Mittelfeld geschuldet, oder die (letztendlich aber allesamt schwach abgeschlossenen) Vorstöße kamen über Riethers Seite. Nur selten schaffte er es wie im folgenden Foto, den Spielaufbau voranzutreiben.

Im zweiten Durchgang durfte dann auch Mladen Petric mitwirken. Der Kroate war die letzten Jahre eine wichtige Stützte des Hamburger SV, wirkte zuletzt aber trotz gegenteiliger Beteuerungen immer lustloser und spielte teilweise mit fataler Körpersprache. Sein Habitus war auch in dieser Partie ziemlich grenzwertig, mit Lässigkeit eigentlich auch nur unzureichend beschrieben. Letztendlich erzielte Petric zwar das 3:0, vergab aber auch eine weitere Chance sehr fahrlässig und wirkte nicht wirklich austrainiert. Ob er bis zum Saisonstart wirklich eine ernsthafte Alternative wird, bezweifle ich – so stark wie er am Mittwoch abgefallen ist. Handlungsbedarf für Coach Martin Jol besteht auch in der Abwehr. Die Innenverteidigung – im zweiten Durchgang mit Brede Hangeland – hat ein enormes Geschwindigkeitsdefizit.

Letztendlich endete die Partie nach dem Treffer Lauri Dalla Valle mit 4:0 für die Gäste aus England. Ein hochverdienter, standesgemäßer Sieg. Der Klassenunterschied war zumindest über 75 Minuten deutlich zu erkennen.

Es ist schwer, eine solche Partie aus der Sicht des Underdogs zu bewerten. Die Spieler des 1. FC Lokomotive Leipzig haben sich achtbar geschlagen und sind nicht unter die Räder gekommen. In einigen Szenen konnten sie mit einem beherzten Dazwischengehen individuelle Fehler der Cottagers nutzen. Im letzten Augenblick fehlte aber entweder die Übersicht für den besser postierten Mitspieler, oder die Kraft zu einem platzierten Torschuss reichte nicht mehr aus. Einen guten Eindruck hinterlassen haben Torwart Christopher Gäng sowie Neuzugang Kevin Walthier. Der 21jährige Mittelfeldspieler kam von der Reserve des 1. FC Nürnberg und zeigte einige nette Dribblings. Ob er mit seinen teilweise arg verspielten Aktionen aber im robusten Regionalligaumfeld Erfolg haben wird, muss sich erst noch zeigen.

Für den 1. FC Lok Leipzig startet die neue Saison am 11. August mit einem Auswärtsspiel bei Hertha BSC II. Eine Woche später empfängt der FC Fulham in der Premier League Norwich City.

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Absolution

Posted by Moritz on Juli 16, 2012
Dritte Halbzeit, Medien / No Comments

So offen und unverblümt wie bei diesem Interview hat man den Vorsitzenden des Weltfußballverbandes Joseph Blatter noch nie gesehen. (Herausragend ist übrigens das Titelfoto, auf dem Blatter dynamisch, machtvoll und zu allem entschlossen direkt in die Kamera blickt.) Geschweige denn von ihm gelesen. Aus dem Nähkästchen plaudert er und stellt gleichzeitig gnadenlos fest, dass bei der Vergabe der WM 2006 Dempsey sich seiner Stimme enthalten hat. Welch Scharfsinn das doch ist.

Wer bis jetzt davon ausging, dass Deutschland die WM nur auf Grund seiner tollen Vorstellung erworben hat, dem öffnet dieser Satz ja geradezu die Augen. Wer angesichts der seit Jahren andauernden Korruptionsaffäre in der Familie, erwartet hat, dass Blatter konkret wird, der muss sich täuschen. Es wäre auch einem Erdrutsch gleichgekommen.

Mehr als die paar Brotkrumen gibt es für Normalsterbliche nicht. Um da mehr zu wissen muss man schon ganz oben auf der Pole Position sein. Kein Wunder, dass sein neuestes Pseudonym P1 lautet. Und trotzdem ist diese Binsenweisheit hierzulande tagelang der Aufhänger zu diesem Interview gewesen.

Achso, wo gerade das Thema Korruption aufkommt. Er müht sich ja redlich alle Zweifel an seiner Person zu zerstreuen. Welch Dreistigkeit ist es, ihm, P1 persönlich, (nur) 50 000 Dollar zuzustecken. Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Der Buchhalter, der sich noch äußerst lebhaft an diesen außergewöhnlichen Vorgang erinnern kann, lässt sich mit Sicherheit schnell wiederfinden, um die Ehrenhaftigkeit seines Chefs zu bezeugen.

Dabei gibt dieses viele Themen streifende und weiterspringende Interview so viel her. Namedropping par excellence. Die größtenteils vertrauenerweckenden Namen mögen mit den eigentlichen skandalösen Schlagzeilen, siehe dazu auch immer wieder bei Jens Weinreich, nur entfernt bis gar nichts zu tun haben, aber sie fallen um einen Anschein von Seriosität zu erwecken und ihn in einem guten Licht erscheinen zu lassen. Kofi Annan, Uli Hoeness, Platini, seinen Anzugschneider, seinen Pfarrer und viele mehr in einem einzigen Interview unterzubringen, das ist eine grandiose Leistung. Insbesondere dabei so geschickt viel und nichts auf einmal zu sagen und dabei halbwegs radikal und unschuldig zu wirken ist bemerkenswert.

Was generell auffällt, ist, dass er als Präsident der Verbandes immer über allem steht und darauf Wert legt, keine allgemeinen Entscheidungsbefugnisse zu haben. Er könne da nichts machen, das regele dieses und jenes Gremium. Zumal er ohnehin nie im Bilde war, was die Leute unter ihm da so im Schilde führen. Wer sich so harmlos darstellt, der kann an der Spitze eines Multimillionen-Konglomerats nicht der richtige sein.

Es ist ein in allen Beziehungen denkwürdiges Interview. Man ist fast geneigt, es für fingiert und hervorragend gemachte Satire zu halten. Es steht vollkommen diametral der allgemeinen Wahrnehmung der Fifa entgegen und hat seinen Zweck, von anderen Problemen abzulenken vollumfänglich erfüllt.

Die Krönung ist aber der Abschluss. Der einen annehmen lässt, er könne dies ja auch nur sagen, weil er ein absolut reines Gewissen habe. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, wurde er, Joseph Blatter, gebürtig in Visp, durch die Hand des Pfarrer Hellers all seiner Sünden enthoben. Dieser dürfte wohl selbst einen eher unruhigen Schlaf haben.

„Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.“ (Mk 16,16)

Achso, falls dies jemand liest: Nein, ich stelle nicht fest. Ich vermute.

Der Gesamt-Nachklapp

Posted by Max on Juli 10, 2012
EM 2012 / 2 Comments

Ein letztes Mal zur EM 2012 bloggen – dann wird diese Kategorie geschlossen und wir fokussieren uns fortan auf das Ziel Brasilien 2014. In schon guter Tradition möchte ich einige Tage nach dem Finale das Turnier noch einmal mit allgemeinen Eindrücken ausklingen lassen, um dann auch einen geistigen Haken hinter diese Europameisterschaft zu setzen. Da es an dieser Stelle bereits sowohl eine ausführliche Betrachtung der deutschen Mannschaft, als auch die ultimative Lobhudelei auf den Titelträger gab, möchte ich mich nun noch auf einige wenige Punkte beschränken.

Der Gesamteindruck der Spiele

Positiver Durchschnitt. Irgendwie so kann man es wohl nennen. Betrachtet man die gezeigten Leistungen nüchtern, muss ich Günther Netzer in seinem kicker-Interview zustimmen: Es gab kaum herausragende Leistungen. Und trotzdem hat der Großteil der Spiele bei mir durchaus für Unterhaltung gesorgt. Positiv aufgefallen ist diesmal, dass die Anlaufkurve quasi mit dem ersten Anpfiff von Null auf fast Hundert schoss. Vom ersten Gruppenspieltag an gab es interessante und spannende Spiele zu sehen. Um die einseitigen Spiele während des Turniers abzuzählen, braucht es aus meiner Sicht nicht mal eine Hand. Erwartungsgemäß waren die Spiele in der K.O.-Phase dann überwiegend von Taktik geprägt – nach dem Motto: Wer den ersten Fehler macht, verliert.

Etwas traurig fand ich, dass bei dem Turnier die absolut dramatischen Höhepunkte ab dem Viertelfinale etwas fehlten. Obwohl es – vom Finale abgesehen – nie eine Mannschaft komplett zerlegt hat, war auch in den wenigsten Fällen von einer völlig ausgeglichenen Partie zu sprechen. Selbst beim eigentlich glücklichen spanischen Sieg im Halbfinale gegen Portugal baute sich bei mir nie so richtig Spannung auf – im Hinterkopf war immer das Gefühl: Spanien bringt das Ding sicher durch. Und so kam es dann ja auch. Immerhin war das beste und beeindruckendste Turnierspiel dann das Finale – ein würdiger Schlusspunkt für diese Europameisterschaft.

Was mir sonst noch aufgefallen ist – Entweder nur ein stark subjektiver Eindruck meinerseits, oder es ist tatsächlich so gewesen: Die Spieler der meisten Mannschaften (erstaunlicherweise nicht die Spanier) wirkten schlapp von einer langen Saison. Das Problem tritt eigentlich alle zwei Jahre auf, aber diesmal kam es mir noch extremer vor als sonst. Das traf insbesondere auch für das deutsche Team zu – das noch dazu mit der Vizebayern-Hypothek aufspielte. Ich werde den Trend in Brasilien weiter beobachten.

Vor dem Turnier gab es die üblichen Horrorszenarien. Über Jahre hinweg durften wir uns in unregelmäßigen Abständen Reportagen ansehen und durchlesen über Korruption und Verzögerungen beim Stadionbau, mangelnde Infrastruktur, Hooligans und Gewaltproblemen usw. Am Ende waren alle Stadion fertig und in einem Top-Zustand, bis auf die wohl nicht zu verhindernden wenigen Ausnahmen war es auch ein friedliches Fussballfest. Wie sie das wohl wieder hinbekommen haben? Und trotzdem scheint man im Vorhinein einige Fans abgeschreckt zu haben – besonders aus England wurde berichtet, das vor Reisen nach Osteuropa explizit gewarnt wurde, weshalb der Support bei einigen englischen Spielen eher enttäuschend war. Und auch sonst kam das Turnier stimmungsmäßig für mich nicht an die letzten Welt- und Europameisterschaften heran. Daran hatte auch die diesmal massive Förderung des Eventpublikums durch die UEFA seinen Anteil – der UEFA-Countdown vor dem Anpfiff ist wohl die Erfindung, die der Fussball am wenigsten gebraucht hat.

Die Überraschungen des Turniers

Über weite Strecken verlief das Turnier eigentlich wie vorhergesehen, die ganz großen Überraschungen – etwa wie die Türkei 2008 oder Griechenland 2004 – blieben diesmal aus. Wobei es schon interessant war, wie sich Griechenland erneut mit einer Mauertaktik zumindest in das Viertelfinale mogeln konnte. Auf die Spuren von Rehakles’ Jungens konnte man sich dann doch nicht begeben. Die größte Überraschung der EM 2012 war für mich aber Italien. Und das ist eine Aussage, die mir weniger Überwindung kostet als gedacht. Bekanntermaßen bin ich sonst ein entschiedener Gegner des italienischen Fussballs, aber das pragmatische und trotzdem attraktive System von Cesare Prandelli gefiel mir gut. Wenn er diesen Weg fortführen kann, ist Italien sicher wieder ein heißer Kandidat für 2014. Der neue italienische Schwung hatte außerdem für mich zur Folge, dass ich das Ausscheiden der deutschen Elf diesmal lange nicht so schmerzhaft fand wie in den vergangenen Turnieren.

Die Enttäuschungen des Turniers

An dieser Stelle könnte ich einige Punkte nennen: Einige Spieler aus dem deutschen Kader, die Chancenlosigkeit der Iren, das frühe Ausscheiden der Gastgeber. Oder einfach wieder Frankreich – weil es mittlerweile schon Spaß macht, sie als Enttäuschung aufzuzählen.

Letztendlich hängen geblieben sind mir aber zwei Dinge: Zum einen das Auftreten der Niederländer. Traurig, was aus dieser hoch veranlagten Mannschaft, die 2010 noch Vize-Weltmeister war, geworden ist. Wie ein wirrer Haufen von Egoisten verloren sich die Oranjes in taktische Diskussionen um die Position ihrer Stars. Wo es dem deutschen Coach Joachim Löw gut gelungen ist, die Egos talentierter Bankdrücker zu kanalisieren, ließ van Marwijk Diskussionen zu und trat folgerichtig zurück. Ab sofort sitzt das größte Ego auf der Trainerbank: Feierbiest Louis van Gaal. Das wird lustig.

Fast noch eine größere Enttäuschung war für mich aber Tschechien. Nicht das gesamte Turnier, aber die Zweite Halbzeit im Viertelfinale gegen Portugal. Selten, eigentlich nie zuvor, habe ich eine Nationalmannschaft mit realistischen Chancen auf das Halbfinale bei einer EM gesehen, die sich so dermaßen hat hängen lassen. Kein Aufbäumen nach dem Gegentreffer, keinem Tschechen war anzumerken, dass er das Weiterkommen wollte. Es war zum heulen.

Die Schiedsrichter

Dieses Thema ist nun schon ein Dauerbrenner in den Rückblicken zu Turnieren. Kein Wunder, denn 2008 und 2010 wurden hier teils schauderhafte Vorstellungen geboten. Und nach dem Auftaktspiel der Euro hatten wir schon schlimmste Befürchtungen, so würde es weitergehen. Letztendlich besserten sich die Schiedsrichterleistungen dann jedoch deutlich, bis auf zwei weitere Ausnahmen gab es eigentlich fast nichts zu meckern. Bei den angesprochenen Ausnahmen handelt es sich jedoch um zwei fatale Fehlentscheidungen, die allerdings jeweils von den Torrichtern zu verantworten waren: Das elfmeterreife Foul im Spiel Spanien-Kroatien direkt vor den Augen des Torrichters, und der nicht gegebene Treffer für die Ukraine gegen England. In beiden Fällen hatte der Torrichter beste Sicht und erfüllte seine Funktion nicht – konsequenterweise wurden die betroffenen Gespanne aus Deutschland und Ungarn direkt danach nach Hause geschickt.

Nachdem die UEFA über Jahre nun schon in diversen Klubwettbewerben die Torrichter testet und immer von großartigen Erfolgen dieser Methode gesprochen hat, gab es nun den Schuss vor den Bug: Bei diesem Turnier, wo hunderte Millionen von Menschen zugeschaut haben, wurde der Sinn der Torrichter nicht klar – vielmehr wurde er mehr als hinterfragt. Vielleicht waren diese Fehlschläge aber genau zum richtigen Zeitpunkt, kurz vor der FIFA-Tagung, wo dann sicher auch aufgrund gestiegener Aufmerksamkeit flugs neue Technologien verabschiedet wurden.

Dabei will ich es dann auch belassen. Ab August setzen wir an dieser Stelle fort mit der Berichterstattung zur Qualifikation für die WM 2014. Genießt die Sommerpause!