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Auf dem Weg nach Berlin 16. Mai 2013

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“Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin!” Natürlich durfte auch dieser Schlachtruf am gestrigen Abend nicht fehlen. Das ist ja bekanntlich ein Running Gag in den regionalen Pokalwettbewerben, der selbst bei Bezirksligisten gebracht wird, wenn man in der ersten Runde gegen einen anderen Bezirksligisten eine Runde weiter gekommen ist. Etwas ernsthafter, wenn auch nicht minder unrealistisch sind nun die Hoffnung des Leipziger Publikums nach dem gestrigen furiosen 4:2-Pokalsieg gegen den Chemnitzer FC. Mit diesem Erfolg qualifizierten sich die Roten Bullen zum zweiten Mal nach 2011 nun auch für den DFB-Pokal. Damals reichte es sogar zum Erstrundensieg gegen den VfL Wolfsburg, danach scheiterte man am FC Augsburg. Wie auch schon vor zwei Jahren hieß der Gegner vom RB Leipzig im Finale des Sachsenpokals Chemnitzer FC. Nach zuletzt vielen zähen Spielen gegen hoffnungslos unterlegene, gnadenlos defensiv eingestellte Gegner endlich mal wieder ein Kontrahent auf Augenhöhe.

Natürlich wollten beide Mannschaften den Pokal gewinnen, um vielleicht Anfang der nächsten Saison gleich einen großen Namen als Gegner für die erste DFB-Pokal-Runde zu bekommen. Doch der Leidensdruck für die Leipziger dürfte etwas höher gewesen sein: Natürlich ist das Engagement von Sponsor Red Bull in Leipzig auf schnelle sportliche Erfolge ausgelegt. Und nach nun schon zwei ungeplanten Ehrenrunden in der Regionalliga ist der schnellste Weg, bundesweite Aufmerksamkeit zu erlangen, der DFB-Pokal. Man bekam ja in der vorletzten Spielzeit schon einen Vorgeschmack darauf, was bei großen Spielen in Leipzig alles möglich ist.

Apropos großes Spiel: Das war das Pokalfinale 2013 durchaus. Zwei Mannschaften mit viel Leidenschaft und hohem Einsatz schenkten sich von der ersten Minute keinen Zentimeter. Schon nach drei Minuten war mehr Tempo und Aktion im Spiel als in der gesamten Partie gegen den 1. FC Lok eine Woche zuvor. RB begann dynamisch und versuchte sofort, auf das Führungstor zu drängen – nur es traf der Chemnitzer FC, bereits in der 6. Minute. Doch der weitere Spielverlauf zeigte ein völlig neues Bild der RB-Mannschaft. Bei allem Respekt vor den bisher gezeigten Leistungen und den ehrenwerten Spielern: So viel Leidenschaft hatte man den oft als Söldner bezeichneten Kickern kaum zugetraut. Trotz zweier Gegentore zu sogenannten psychologisch ungünstigen Zeitpunkten hat man nie aufgesteckt und das Spiel noch gedreht. 1:2 lag RB zur Halbzeit zurück.

Es war eine Partie mit offenem Visier von beiden Seiten. Sechs Tore konnten in diesem Finale aber auch nur fallen, weil die Abwehrreihen teilweise große Schwächen offenbarten. Wie schon beim Stadtderby zeigte sich außerdem die Tendenz, das Mittelfeld teilweise komplett außen vor zu lassen, was bei den zahlreichen Fehlern der Mittelfeldakteure im Spielaufbau aber auch nur Selbstschutz der Mannschaft sein kann. Die entscheidende Szene trug sich Mitte der zweiten Halbzeit zu, als RB beim Stand von immer noch 2:1 für Chemnitz einen Ball im letzten Moment von der Linie kratzte. Nach vertagter Vorentscheidung drängte RB immer weiter und drehte die Partie. Das Highlight markierte dabei das äußerst sehenswerte, wenn auch sehr kuriose 3:2 von Timo Röttger.

Am Ende steht ein verdienter Pokalsieg für RB Leipzig. Die Roten Bullen präsentierten sich auf Augenhöhe mit dem klassenhöheren Chemnitzer FC, besiegten diesen durch ein hohes Maß an Leidenschaft und Einsatz. Höhere Spielanteile und leichtes Chancenplus gaben den entscheidenden Ausschlag. Und Chemnitz? Vielleicht ergibt sich ja doch noch eine Chance zur Teilnahme im DFB-Pokal. Offenbar ist sich der Verband noch nicht sicher, wie man den freien Pokalplatz nach dem endgültigen Ausschluss von Dynamo Dresden vergeben will. Der DFB hat laut MDR eine klare Regelung, es gibt aber wohl intern noch unterschiedliche Meinungen. Die Tendenz geht aber wohl eher dahin, dass Chemnitz nächste Saison nicht dabei ist.

Zum Schluss noch ein paar Worte zur Pokalstimmung im Stadion. Mit knapp 17.000 Zuschauern gab es diesmal etwas weniger Besucher als vor einer Woche zum Derby. Die Atmosphäre war jedoch einmal mehr sehr überzeugend, von beiden Seiten. Aber auch die Begeisterungsfähigkeit der RB-Anhänger. Das fühlt sich nicht so künstlich an wie etwa in Hoffenheim. Leipzig lechzt nach erfolgreichem Fussball abseits regionaler Untiefen und das ist auch gut so!

Stadtderby II 9. Mai 2013

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Gestern war es endlich so weit: Das Rückspiel vom Leipziger Stadtderby (Hinspiel 3:1 für RBL) zwischen den Roten Bullen (aka Rasenballsport oder politisch inkorrekt Red Bull) und dem 1. FC Lokomotive stand auf dem Programm. Der erste Versuch Ende Februar musste wegen eines plötzlichen Wintereinbruchs in der Messestadt abgesagt werden, nun ging es bei deutlich wärmeren Temperaturen im Zentralstadion zum zweiten Säbelrasseln der verfeindeten Vereine, wobei die Abneigung in erster Linie von Blau-Gelber Seite ausgeht.

Für RB Leipzig war das Aufeinandertreffen spätestens seit dem Abend vorher zu einer sportlich eher wertlosen Nummer geworden: Da der direkte Konkurrent Carl Zeiss Jena am Dienstag sein Spiel verlor, stand das RB-Team bereits vor dem Anstoß als Sieger Regionalliga Nordost fest. Auf der anderen Seite ging es für den 1. FC Lok durchaus darum, mit einem Punktgewinn einen entscheidenden Schritt Richtung vorzeitigem Klassenerhalt zu machen.

Die knapp 20.000 Zuschauer im Zentralstadion sahen ein intensives Spiel, wo letztendlich aber die Tore fehlten. Das 0:0 nach 90 Minuten feierten die lautstarken Lok-Anhänger wie einen Sieg, bei nun neun Punkten Vorsprung auf den Abstiegsrang (belegt von Energie Cottbus II) und nur noch vier ausstehenden Partien. Im Vergleich zum Hinspiel präsentierte sich das Team von Trainer Marco Rose deutlich lebhafter, was aber auch mit einer anfangs eher laxen Einstellung der RB-Spieler zu tun hatte. Die Roten Bullen hatten zwar optisch die Partie unter Kontrolle, aber immer wieder kamen die Gäste – insbesondere durch lange Schläge aus der Abwehr – zu aussichtsreichen Situationen. Wirkliche Möglichkeiten ergaben sich daraus aber eher selten, was meist technischen Unzulänglichkeiten geschuldet war. Darüber hinaus konnte man auch nicht wirklich behaupten, Lok hätte voll auf Angriff gespielt, nur zögerlich halfen die Mitspieler ihren zwei rotierenden Angreifern.

Nach dem Seitenwechsel bekam RB das Geschehen besser in den Griff, ohne wirklich zwingend zu agieren. Es gab zwar einige Torchancen, aber spätestens auf der Linie konnte Lok immer wieder klären. Neuen Schwung bekam die Partie, als ausgerechnet der erfahrene Kevin Kittler nach 65 Minuten Gelb-Rot wegen Meckerns bekam. Fortan hatte man den Eindruck, beide Teams hätten das Mittelfeld komplett aufgelöst – ein gerade in der Endphase wieder hochintensiver Schlagabtausch führte aber weiterhin zu keinen Treffern. Bei Lok wegen der letztendlich fehlenden Klasse, bei RB wohl hauptsächlich wegen mangelnder Konzentration.

Nach der Partie sammelte RB-Coach Alexander Zorniger noch auf dem Feld zum Kreis – einschwören für die kommenden Aufgaben. Eine Leistungssteigerung und mehr Konsequenz ist für die nächsten Wochen erforderlich: Erst Pokalfinale gegen Chemnitz, dann Relegation gegen unbekannt. Und Lok? Die können wohl mit einer weiteren Saison Regionalliga planen – zumindest aus sportlicher Sicht.

Eiskalte Bullen 16. März 2013

Posted by Max in : Nordostfussball , 1 comment so far

-5 Grad auf der Celsius-Skala und ein Gegner aus der unteren Tabellenhälfte sind für einen Gelegenheits-Stadiongänger wie mich normalerweise kein schlagkräftiges Argument, ein Spiel der Güteklasse RB Leipzig gegen VfB Auerbach zu besuchen. Doch in Anbetracht einer schon lange andauernden Stadionpause (seit dem Lokalderby Anfang September 2012) und dem zuletzt ausgefallenen Derby war es nun mal wieder fällig: Ein Besuch bei der neuen Fussball-Elite der Stadt.

Der Gegner VfB Auerbach, immerhin seit vielen Jahren als festes Mitglied der Regionalliga- bzw. früher Oberliga und als Repräsentant des Vogtlandes etabliert, hatte zuletzt vier Spiele in Folge verloren und kämpft nach der nun fünften Pleite in Folge gegen den Abstieg. Soweit man das sagen kann in dieser von den Witterungsbedingungen so arg gebeutelten Liga, wo man Vereine mit nur 13 Partien hat, aber auch Mannschaften mit bereits 18 absolvierten Spielen. Auf der anderen Seite liegt RB Leipzig nach dem gestrigen 1:0-Erfolg nun mit 16 Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze und steuert noch immer ungeschlagen Richtung Relegation. Die ärgsten Verfolger haben allerdings zwei bzw. drei Spiele weniger.

Angesichts der verzerrten Tabelle hatten die Hausherren also im eiskalten Stadion vor immerhin etwas mehr als 4.000 Zuschauern nichts zu verschenken. Das Spiel entwickelte sich dann auch so, wie man es angesichts der Umstände erwarten konnte: Auerbach stand tief und lauerte (meist vergeblich) auf Kontersituationen. Den Spielern von Trainer Andreas Zorniger fiel allerdings auch nicht besonders viel ein, die selbsternannten Bullen waren auch wohl auch im Kopf eiskalt, so gab es nur selten brauchbare Ideen. Die wenigen guten Akzente aus dem Mittelfeld wurden meist von den konzentrierten Auerbacher Verteidigern noch abgefangen. Und so war es wohl wieder mal nur der Vereinsbrille geschuldet, dass der Stadionsprecher in der Halbzeit behauptete, das “1:0 liegt in der Luft.” Das einzige, was bis dahin in der Luft lag, war der Glühwein-Geruch, ein an diesem Abend sehr beliebtes Getränk.

Nach der Halbzeitpause wurde das Spiel etwas attraktiver, die RB-Spieler etwas agiler und die Auerbacher in ihren zaghaften Bemühungen wenigstens ein bisschen mutiger. Zwischenzeitlich gab es sogar ein paar Ansätze von Gefahr im RB-Strafraum, letztendlich waren die Gäste aber viel zu harmlos, um die souveränen Verteidiger ernsthaft zu gefährden. Letztendlich brauchte es aber eine Standardsituation, um das Siegtor zu erzielen: Daniel Frahn – wer sonst – köpfte nach einer Ecke in der 71. Minute ein. Beim 1:0 blieb es auch bis zum Ende. Ein schmuckloser, ob der drückenden Überlegenheit aber auch verdienter Arbeitssieg für RB Leipzig.

Immerhin kann man nach diesem Erfolg konstatieren: Im letzten Jahr hätte man ein solches Spiel wahrscheinlich noch nicht gewonnen. Damals scheiterte man nach eigentlich passabler Vorrunde im späteren Saisonverlauf immer wieder an den tief stehenden Kontrahenten und verzweifelte zusehends, ganz zur Freude des späteren Aufsteigers aus Halle. Von daher kann man sich nur wünschen, dass es für die sicher mit Potential ausgestattete RB-Elf mit dem Aufstieg klappt. Denn in der dritten Liga gibt es dann schon andere Gegner-Kaliber, die sich nicht unbedingt 90 Minuten nur hinten reinstellen.

Als Gelegenheitszuschauer sei mir auch eine abschließende Bemerkung noch erlaubt: Beachtlich, dass zu einem solchen Spiel bei diesen Minus-Temperaturen doch 4.000 Zuschauer ins Stadion kommen. Das spricht für einen ordentlichen Stamm an Zuschauern für RB Leipzig, der mittlerweile auch schon den Status der “Event-Fans” verlassen hat. Ein großes Lob an den früher doch eher mauen Support aus dem Sektor B, diesmal gab es 90 Minuten Dauerunterstützung für die Mannschaft. Eine positive, erfreuliche Entwicklung.

Es läuft 3. Dezember 2012

Posted by Moritz in : Nordostfussball , add a comment

Es war das lang ersehnte Duell der Spitzenreiter der Regionalliga. Es war das Duell das Absteigers und Tabellenzweiten gegen den ewigen Aufstiegsaspiranten, der in dieser Saison erstmals die nötige Kontinuität gefunden zu haben scheint. Was liegt an einem ersten Advent also näher, als sich ein Bild über den Stand der Tabellenspitze im direkten Duell von Rasenballsport Leipzig und Carl Zeiss Jena zu machen.

Von Beginn an verstanden sich die Gäste hervorragend darauf den etwas träge wirkenden Leipzigern die Wege zuzustellen und die Bälle zu stibitzen. Die wenigen Ansätze, die das Mittelfeld zustande brachten, endeten spätestens am Jenaer Strafraum. In den meisten Fällen war aber die eigene Ungenauigkeit zuvor schon die Endstation.

Sanders Carl Zeiss zeigte aber auch, warum sie in 13 Spielen auch erst 19 Tore zu Stande brachten. Sie waren zwar insgesamt etwas zugkräftiger, aber trotz ein, zwei herausgespielten Möglichkeiten gelang es ihnen nicht, den Ball im Tor unterzubringen. Andererseits waren sie erneut auch nahezu perfekt auf den Gegner eingestellt und ließen die “Bullen” kaum aus ihrer Komfort-Zone heraus kommen.

Das hört sich nicht nur mager an, das war es auch auf dem Feld bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Erst als der etwas überraschende Führungstreffer für Jena nach einem Freistoß aus der eigenen Hälfte schnell an der in dieser Situation indisponierten rot-weißen Verteidigung vorbei und über Coltorti hinweggespitzelt wurde, kam graduell doch noch etwas Feuer in die Partie.

RB mühte sich zwar auf den Ausgleich zu drängen. Der mit zunehmender Spieldauer häufiger von RB gewählte Ansatz die Spitzen nur noch lang und hoch anzuspielen, war zum Scheitern verurteilt. Nicht ein einziger dieser Flugbälle erreichte sein Ziel. Gefährlich wurde es hingegen, sobald der Ball in den flachen Kombinationen einmal nicht verloren ging. Von den zwei, drei Spielzügen erreichte letzlich einer kurz vor Ultimo sein Ziel und erlöste den Anhang mit einem durch die letzten Minuten nicht unverdienten Unentschieden.

Überhaupt war ich überrascht, wie groß die Zahl der Zuschauer inzwischen geworden ist, der sich auch bei solchen eher ungemütlichen Temperaturen auf nicht geheizte Sitzschalen begibt, um den Verein zu unterstützen und gelegentlich auch in einen Wechselgesang einstimmt. Damit dürften die Platznummern bald nicht nur noch pro forma auf die Eintrittskarten aufgedruckt sein.

Was vom Spiel bleibt ist, dass RB im Gegensatz zu den letzten Jahren auf einem guten Weg zu scheint – immer noch muss man vorsichtiger Weise fast sagen. Mit einem Sieg wären es schon zwölf Punkte Vorsprung gewesen. So bleibt es bei derer neun und die Gewissheit, dass bei aller Überlegenheit, die Konkurrenz auch motiviert und ebenbürtig ist. Wer bis jetzt einen solchen Vorsprung herausgespielt hat, kann ihn in ebenso vielen auch wieder verlieren.

Im Moment sieht es allerdings so gar nicht danach aus. Das lässt darauf schließen, dass der Verein durch die alljährigen Umstrukturierungen nach dem Trial&Error-Prinzip mit Zorniger offenbar einen fähigen Trainer gefunden zu haben scheint, der trotz oder vielleicht auch gerade wegen seines kleinen Namens mit der Mannschaft zurechtzukommen zu scheint. Man darf gespannt sein, wie diese Mannschaft in der Rückrunde weiter zu sich findet.

Die vermaledeite zweite Runde 1. November 2012

Posted by Moritz in : DFB-Pokal,Nordostfussball , add a comment

Für Dynamo ist es wohl ein Deja-vu. Gut gekämpft, doch in der zweiten Runde des DFB-Pokals ist wieder Schluss. In Hannover hatten die Zuschauer angesichts der eher bescheidenen Dresdner Leistungen sicher schon auf eine Heimreise nach 90 Minuten eingestellt.

Dass es anders kommen sollte, lag vor allem auch daran, dass die Dresdner das 96er Angriffswunderwerk geschickt verteidigten. Bis auf den einen obligatorischen Aussetzer nach einer Vierstelstunde, der ihnen auch in der Liga den einen oder anderen Punkt kostete, machten sie die Räume eng genug. Der eine oder andere zukünftige Konkurrent von Hannover wird sich die Zusammenfassung sicher noch zu Gemüte ziehen.

Offensiv hält die von Max zu Beginn der Saison konstatierte Abhängigkeit von Poté bei Dynamo hält weiter an. Das Tor fiel lediglich nach einem Standard durch Abwehrroutinier Bregerie und ansonsten waren die Angriffe eher verhalten und man eher darauf konzentriert den Ball nicht zu schnell wieder zu verlieren. Symptomatisch ist zudem, dass eben jener Poté, der zuvor auch schon die Führung auf dem Fuß hatte, keinen guten Tag erwischte und am Ende den letzten Elfmeter nicht verwandelte. So konnte nach langem Kampf doch der Favorit jubeln und als Sieger den Platz verlassen – wenn auch später als gedacht.

Aus dem Spiel wird Loose aber mitnehmen können, dass Dynamo trotz konditioneller Probleme 120 Minuten mit einer der erfolgreichen Bundesligateams mithalten konnte. Da man zuletzt in der Liga gegen die Mannschaften aus der oberen Hälfte nicht unbedingt zu überzeugen wusste, kann diese Erkenntnis für die folgenden Spiele gegen die direkte Konkurrenz hilfreich sein.

Ein weiteres Déjà-Vu sind wohl die Berichte von Randalierern im Umfeld des Spiels. Nach dem Skandal in Dortmund im vergangenen Jahr, der dem Verein fast die Teilnahme am diesjährigen Pokal und eine hohe Strafe kostete, droht nun wohl ein ähnliche Spießrutenlauf. Was bleibt ist ein knappes Aus und die Frage, wann einmal festgestellt wird, dass immer höhere Strafen nicht gegen einzelne oder auch organisierte Chaoten helfen?

Angesichts der ganzen Strafen, die nicht nur aber auch Dynamo in letzter Zeit leisten musste, und sich solcherlei Meldungen wiederholen stellt sich eigentlich die Frage, was der DFB mit den Zahlungen anstellt. Die fälligen Strafen durch das Sportgericht werden zwar der Bundesligastiftung zugeführt, aber wie werden diese dort dann verwendet?

Die dort aufgeführten Projekte sind löblich. Aber den Fanprojekten, die sich gegen die Gewalt stellen, wäre mit Unterstützung durch die Strafzahlungen und die Stiftung sicher ebenso geholfen – mit dem Ergebnis, dass die Strafen sich nicht nur als sinnlos erweisen, sondern auch gegen ihren Ursprung eingesetzt werden können.