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Buchkritik: Nicht gut genug 8. Juli 2014

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Während die Fußball-Weltmeisterschaft läuft, schaut der Drittplatzierte von 2002 mal wieder nur zu: Auch diesmal blieb der Türkei in Brasilien nur die Betrachterrolle. Und das, obwohl das Land nicht mit einer geringen Anzahl an Talenten gesegnet ist – schließlich kommen für die Türken noch Unmengen an Spielern hinzu, die außerhalb des Landes, etwa in Deutschland, aufgewachsen und fußballerisch ausgebildet wurden. Trotzdem hinkt das Land – bis auf wenige Ausnahmen wie 2002 oder 2008 – sowohl mit ihrer Nationalmannschaft als auch im internationalen Spielbetrieb ihrer Vereine deutlich hinterher. Zuletzt blieb man in einer keinesfalls unlösbaren Qualifikationsgruppe für die WM hinter den Niederlanden, Rumänien und Ungarn auf Platz Vier hängen.

Doch warum kommt der türkische Fußball einfach nicht aus dem Knick? Wieso versinken die Türken immer im Mittelmaß, genügen manchmal nicht mal diesen Ansprüchen? Dieser Frage ging Davut Cöl in seinem Buch Nicht gut genug – Die 24 Schwächen der türkischen Fußballnationalelf nach. Zur Rezension hat mir der Autor ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt.

Es ist das Erstlingswerk von Davut Cöl. Normalerweise macht er “was mit Computern”, wie man auf seinem epubli-Autorenprofil nachlesen kann. 1973 geboren in der Türkei, kam er bereits mit vier Jahren nach Deutschland und wohnt heute im Rhein-Main-Gebiet. Von daher kennt er sowohl die türkischen, als auch die deutschen Fußballgepflogenheiten.

In seinem Buch hat Davut Cöl auf insgesamt 111 Seiten 24 Schwächen der türkischen Nationalmannschaft benannt und analysiert. Zudem gibt es zum Abschluss jedes Kapitels einen konkreten Lösungsvorschlag. Die Schwächenanalyse reicht von offensichtlichen Themen wie Rückpässen zum Torwart, übertriebenem Querpasspiel über eine zu defensive Ausrichtung, mangelhafte Qualität bei Standardsituation bis zur mangelnden Kritikfähigkeit von Spielern, Trainer, Medien. Ein besonderer Augenschmaus sind dabei die schönen, liebevollen Illustrationen von Valeriy Sokol-Derksen, die es zu jedem Kapitel gibt.

Das Buch gibt einen guten Überblick über das, was dem türkischen Fußball fehlt und wirkt in seiner Gesamtheit ziemlich allumfassend. Die dabei erwähnten Schwächen umfassen wie zuvor genannt ein sehr breites Spektrum, sowohl taktischer Natur als auch Kritik an der Einstellung des Fußballumfelds in der Türkei. Wer das Buch liest, wird sicher auch eine Menge Schwächen finden, die auf seine eigene Lieblingsmannschaft zutreffen, sei es Vereins- oder Nationalteam. Cöl verdichtet viele Vorurteile, die man als gut informierter (deutscher) Fan bereits über das türkische Team haben dürfte, und bestätigt diese: Etwa ein schlechter Umgang mit Niederlagen, schwache Nachwuchsförderung, das Setzen auf überalterte ausländische Akteure oder die zu große Macht der Medien. Das alles ist beschrieben in einem lockeren, eher angenehm technokratisch-deutsch statt emotional-südländischem Schreibstil, sodass sich das Buch gut wegliest.

Was mir aber an einigen Stellen etwas gefehlt hat, war der “wissenschaftliche Aspekt”, die Fakten. Nun habe ich sicher keine hochkomplizierte Abhandlung erwartet, aber bei taktischen Fehlern wie Rückpässe zum Torwart, Querpässe, fehlende Korrelation von Ballbesitz und Ergebnis usw. würde es helfen, ein bisschen statistisches Material aufzubereiten. Aber auch soft facts wie mangelnde Nachwuchsförderung könnte man mit ein paar Beispielen von auf der Strecke gebliebenen Talenten besser untermauern. So ist Nicht gut genug eine schöne Faktensammlung, die Pflichtlektüre für den nächsten Berichterstatter von einem Länderspiel der Türkei sein sollte, lässt aber nur bedingt einen Blick in die Tiefe zu.

Interessant ist der optimistische Schluss von Cöl: Stellt man in der Türkei all diese Schwächen ab, ist der Weg in die europäische Spitze nicht mehr weit. Da steckt dann wohl doch etwas viel Optimismus dahinter. Vielleicht sollte der Autor aber für die ersten zehn Schritte zu besseren Leistungen den Trainern und Funktionären ein paar Exemplare schicken.

Gerade für den sehr günstigen Preis (E-Book nur 3,49 €) lohnt es sich, die lose im Kopf schwirrenden Urteile über den türkischen Fußball von Davut Cöl ordnen zu lassen und dieses Buch zu lesen.

Buchkritik: FIFA Mafia 9. Juni 2013

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Fußball ist mittlerweile ein milliardenschweres Geschäft. Keine neue Erkenntnis, die Entwicklung in den letzten 50 Jahren ist so atemberaubend wie schockierend zugleich. Wenn ein einzelner Spieler für fast 100 Millionen Euro verkauft wird, scheint jede gesunde Relation verloren gegangen zu sein. Doch die Geldmaschine dreht sich immer weiter. Ganz vorne dabei ist immer die FIFA, der große mächtige Weltverband mit seinem widerlichen Stehaufmännchen an der Spitze. Doch wie wurde die FIFA eigentlich der skandalumwitterte Verein, wie wir ihn nun 2013 kennen? Welche Person prägten und prägen das Geschehen im Weltfussball? Um eine ausführliche und zusammenhängende Antwort auf diese Fragen zu bekommen, habe ich in den vergangenen Wochen das Buch FIFA Mafia – Die schmutzigen Geschäfte mit dem Weltfussball gelesen.

Verfasst hat das knapp 400 Seiten starke Werk Thomas Kistner. Der 1958 geborene Journalist ist Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und gilt als anerkannter Experte auf dem Gebiet der Sportpolitik. Wo seine Kollegen über Höchstleistungen der Athleten berichten, geht Kistner den Hintergründen rund um die Sportevents auf den Grund. Mehrfach mit Preisen (u.a. Sportjournalist des Jahres 2006) gilt er als einer der wenigen echten Kenner der Szener, verfasste zuvor bereits einige Bücher mit dem ebenso rennomierten Jens Weinreich über Sportpolitik, insbesondere über die Zustände im IOC. Wenn es um Korruption im Sport geht, ist Kistner zudem ein oft in Talkshows eingeladener Gast.

In FIFA Mafia zeichnet Kistner ein umfassendes Bild des Weltverbandes von seiner Gründung am 21. Mai 1904 bis zu den katastrophalen Zuständen heute. Dabei verschwimmt in einigen Teilen des Buches sogar die Grenze zu anderen Sportverbänden, allen voran dem IOC. Beeindruckend und ausführlich wird die Rolle beschrieben, die der Sportartikelhersteller Adidas ab den 1950er-Jahren gespielt hat, und den Weltsport damit bis heute nachhaltig veränderte. Oder soll man besser sagen: Korrupt gemacht hat? Natürlich nimmt auch der ehemalige FIFA-Präsident Joao Havelange in den ersten Teilen des Buches eine wichtige Rolle ein.

Doch nachhaltig geprägt hat die FIFA bis zum heutigen Tage ein Mann: Sepp Blatter. Seit seinem Einstieg im Verband in den 1970er-Jahren baute er seine Macht kontinuierlich aus, heute ist er scheinbar unanfechtbarer Präsident und darf durch Alleinunterschrift und ohne Genehmigung durch irgendeinen Finanzausschuss Geldgeschenke verteilen, und damit sein Wahlvolk begeistern. Im Buch bleibt kaum ein Thema unberührt: Die spektakuläre ISL-Affäre, um die auch heute noch ein schwebende Verfahren schwelt, die Betrügereien und Bestechungen rund um Präsidentenwahl und WM-Vergaben. Kistner reiht Fakten an Fakten, erklärt aber auch, wie die Schweizer Gesetze und Behörden das Geschäftsgebahren der FIFA nicht unterbinden können und wollen. Natürlich darf auch die WM-Vergabe für 2018 und 2022 nicht fehlen. Besserung ist übrigens nicht in Sicht: Kronprinz Michel Platini wird bereits in Stellung gebracht. Glücklicherweise bezahlt in die FIFA seit mehr als 15 Jahren.

Ein harter Stoff. Und sicher lange noch nicht auserzählt – wahrscheinlich könnte Kistner jedes Jahr mindestens 100 Seiten Fortsetzung schreiben. Beim Lesen stellt man sich oft die Frage: Was hat das alles noch mit Sport zu tun? Hier ist der Fussball nur Mittel zum Zweck, es geht auch überhaupt nicht um Wettbetrügerein und Spielverschiebungen. Einzig die Politik im Hintergrund wird hier aufgezeigt. Natürlich kann man es auch so sehen, dass dieses Buch eine einseitige Sichtweise aufzeigt, schon der Titel gibt die Richtung vor. Aber die von Kistner aufgezählten Fakten sind so unumstößlich und nicht wiederlegbar – man kann kaum etwas anderes glauben.

Ich kann das Buch nur weiterempfehlen. Allerdings nur an solche Leser, die willens sind, sich durch den trockenen Stoff zu wühlen. Obwohl flüssig geschrieben, wird man an mancher Stelle einfach von der Faktenlage erdrückt. Wer aber rund um die FIFA-Skandale wirklich mitreden will, für den sollte FIFA Mafia Standardliteratur sein. Gibts übrigens auch als Hörbuch.

Buchkritik: Absolute Dynamite! 31. März 2013

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Der Englische Fussball verströmt seinen ganz eigenen Charme. Insbesondere dann, wenn man selbst noch relativ wenig erlebt hat im Mutterland des Fussballs und sich die Erfahrungen auf zwei Stadionbesuche in Fulham und Glasgow beschränken. Deshalb mag ich Bücher wie Absolute Dynamite! von Carsten Germann, welche einem die besondere Atmosphäre des Fussballs auf der Insel etwas begreifbarer machen.

Dem aufmerksamen, langjährigen Leser dieses Blogs dürfte der Name Carsten Germann durchaus bekannt vorkommen: Vor etwa viereinhalb Jahren rezensierte ich bereits football’s home, als dessen Fortsetzung nun also Absolute Dynamite! erschienen ist. Germann liefert 26 neue Geschichten aus England, diesmal sogar auch aus Wales, Nordirland und Schottland.

Carsten Germann, geboren im Jahr 1972, arbeitet seit vielen Jahren als Sportjournalist und gilt als ausgezeichneter Kenner der britischen Fussballszene. Er arbeitet als freier Journalist für verschiedene Print- und Online-Medien, meist mit Berichten von der Insel, aber durchaus auch mal über allgemeine Sportthemen oder Fussball aus Deutschland. Neben den beiden genannten Büchern veröffentlichte er die Vereinschronik des FK Pirmasens und ein Lexikon über die 150 besten WM-Spieler aller Zeiten.

Die knapp 250 Seiten von Absolute Dynamite! sind ein würdiger Nachfolger seines Vorgängers. In bekannter Weise gibt es 26 interessante Geschichten aus dem britischen Fussball. Dabei unterliegen die Kapitel keiner besonderen Ordnung, alles wirkt lose wie zugeflatterte Zettel. Doch das braucht es auch nicht unbedingt – der Inhalt ist spannend genug. Germann bewältigt dabei einen großen Spagat: Er berichtet sowohl über die zunehmende Kommerzialisierung (Manchester City & Co.), über Weltstars wie Sven-Göran Eriksson oder Titelheld Michael Owen, aber auch über kleine Vereine wie The New Saints FC, FC East Stirlingshire und das Online-Projekt Ebbsfleet United. Aber auch die Tragödie von Hillsborough oder die erbitterte Rivalität zwischen Rapid Wien und Celtic Glasgow. Groundhopper im Rentenalter kommen ebenso zu Wort wie Tony Adams.

Insgesamt präsentiert sich das Buch als bunter, sehr lesenswerter Abriss durch den britischen Fussball. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit bilden die einzelnen Geschichten doch ein abgeschlossenes, rundes Gesamtbild. Und machen Hunger auf mehr. Freilich ist nicht jede Story im Buch von der gleichen Qualität und hohem Informationsgehalt, über den FC Wimbledon und seinen Niedergang in Milton Keynes hatte ich in den letzten Jahren schon häufiger gelesen und auch zwei, drei andere Beiträge ziehen sich etwas in der Länge.

Das tut dem Gesamteindruck jedoch kaum einen Abbruch. Wer mehr über den britischen Fussball in seiner Vielfalt erfahren möchte, sollte dieses Buch lesen!

Buchkritik: Aus spitzem Winkel (Marcel Reif) 7. Januar 2013

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Es wird mal wieder Zeit für eine Buchkritik. Nachdem ich mich ein halbes Jahr durch die 1000 Seiten von Robert Musils Lebenswerk “Der Mann ohne Eigenschaften” gekämpft habe, gab es anschließend quasi etwas diametral entgegengesetztes. Schon vor einiger Zeit brachte mir Moritz das Buch Aus spitzem Winkel, die Autobiografie von Sky-Kommentator Marcel Reif aus dem Jahr 2004 mit. Nun kam ich endlich dazu, das Werk – wenn natürlich nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand – zu lesen.

Über die Person Marcel Reif brauche ich wohl wenig zu schreiben. Deshalb möchte ich, bevor die Buchkritik folgt, kurz meine Meinung zu Marcel Reif kundtun. Es gibt wohl kaum einen Kommentator im deutschen Fernsehen, der Fussball-Fans mehr polarisiert. Die Diskrepanz im Ansehen Marcel Reifs zeigt sich schon in der Einschätzung, das die gefühlte Hälfte der Zuschauer ihn als Bayern-Fan ansieht, während die andere Hälfte strikt der Meinung ist, er hasst den FC Bayern. Für die nächsten ist er der Dauernörgler, für andere wiederum der weiterhin beste Reporter des Landes. Ich habe eine (hoffentlich) ausgewogene Meinung zu Marcel Reif: Ich konnte bei ihm bisher keine klare Tendenz pro oder contra Bayern erkennen. Er hat mir schon bei vielen Spielen gezeigt, warum er den Stellenwert als Chef-Kommentator genießt. Und er hat mir auch schon bewiesen, warum er oft hart kritisiert wird. In vielen Spielen ist er ein guter Kommentar, in manchen Spielen Weltklasse und an einigen Tagen gefällt er mir überhaupt nicht. Was ich aber an einem Spieltag mit Marcel Reif zu hören bekomme, ist für mich vorher nicht klar. Eigentlich höre ich ihn aber doch gerne.

Die Autobiografie von Reif lebt aber durchaus nicht ausschließlich von den Kontroversen, welche dieser Mann bietet. Vielmehr ist es in weiten Teilen eine chronologische Nacherzählung seiner Karriere als Fussballer und Journalist. Natürlich alles aus der Sicht von Reif – aber dafür ist es ja schließlich auch eine Autobiografie. Bisweilen entsteht aber der Eindruck, der Weg von Reif nach oben scheint mehr eine Verkettung extremer Zufälle gewesen zu sein. Manchmal liest sich der Weg vom Nebenjobber in Mainz über den London-Korrespondenten bis zum Chefkommentator so, als hätte man ihn zu seinem Glück zwingen müssen. Als wäre Marcel Reif ohne den ehemaligen ZDF-Sportchef Dieter Kürten noch heute ein harmloser Beitragsmacher im Öffentlich-Rechtlichen Apparat. So richtig glaubwürdig scheint das nicht, zumal Reif von seiner gescheiterten Zeit als Inhaber eines Ladens für italienische Designerkleidung in Mainz schreibt und dies gar nicht zu der in der Journalisten-Laufbahn an den Tag gelegten Demut passen will.

Über weite Strecken jedoch bleibt Reif glaubwürdig. Das Buch enthält einige interessante Aspekte. Etwa jenen, dass Reif zumindest beteiligt gewesen sein will, die Sprache der Fussball-Kommentatoren in Deutschland geändert zu haben. Ich kann das nun aufgrund meines Alters – meine erste Berührung mit Reif war das Finale der Champions League 1999 – schwer einschätzen, doch die Kontroversen um seinen Stil noch im Jahr 2012 lassen vermuten, dass er nicht unrecht hat. Und beim Erblicken alter Wiederholungen aus den 1970er-/1980er-Jahren schien mir dieser Umbruch in der Ausdrucksweise auch zwingend nötig. Neben dieser Passage gibt es im Buch einige weitere Abschnitte, in denen der Leser sich ein Bild vom Menschen Marcel Reif machen kann. Auch wenn man es mit der gebotenen Vorsicht liest, bekommt man einen guten Eindruck davon, warum Reif so oder so denkt und damit vielleicht auch Konflikte heraufbeschwört. Er erklärt, warum er auf der Tribüne schon Wutausbrüche hatte und es klingt durchaus authentisch und nachvollziehbar.

Doch auch wer ein paar Fakten zur Karriere von Reif, oder gar “handwerkliche” Informationen lesen möchte, wird nicht enttäuscht. Besonders interessant etwa fand ich seine Schilderung des Vertragspokers beim Wechsel vom ZDF zu RTL. Man bekommt einen guten Eindruck von dem Vorgehen der aufstrebenden Privatsender in den 1990er-Jahren beim Kampf um hochklassiges Personal. Reif beschreibt, wieso RTL Sportübertragungen als Events aufgezogen hat und damit die Wahrnehmung ganzer Sportarten und Person nachhaltig veränderte. Und wer wusste schon, dass Reif Anfang des 21. Jahrhunderts bei Sat.1 eine Quizshow moderierte, die aber nie ausgestrahlt wurde, weil sie bei einem Testpublikum gnadenlos durchgefallen war?

Ich habe das Buch von Reif gerne gelesen. Wer sich für den Weg eines Kommentators interessiert, kann Aus spitzem Winkel interessante Erkenntnisse ziehen. Oder derjenige, der gerne mehr über die Person Marcel Reif erfahren möchte. Wer jedoch eine gespaltene Meinung zu Reif hat, ihn nicht leiden kann oder zumindest schon Vorurteile hat, sollte die Finger davon lassen. Man wird dann nur eine Bestätigung seiner Denkweisen finden.

Vorfestliche Polemik 22. Dezember 2012

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Wir stehen kurz vor Weihnachten und da soll man sich doch nicht aufregen. Also haben sich in Dortmund hoffentlich die Gemüter nach dem 16. Spieltag – Stichwort Wolfgang Stark – auch wieder abgekühlt, zumindest scheint die mediale Hetzjagd gegen den Schiedsrichter erst einmal beendet. Da ich mich über meine steigende Abneigung gegen den BVB in den nächsten Tagen auslassen werde (Frohes Fest!), gibt es heute nur zwei Empfehlungen, wo man sich sehr sachlich mit dem Thema Schiedsrichter auseinandergesetzt hat.

Da wäre zum einen der “Schiri-Check” von SPOX. Eine sachliche, auf Fakten beruhende Analyse. Und mit einer interessanten Erkenntnis, sicher auch für Anhänger aus Dortmund:

Wolfgang Stark hat vor dem Match gegen den VfL Wolfsburg in den letzten anderthalb Jahre drei Bundesligaspiele mit BVB-Beteiligung geleitet und sich dabei eine einzige Fehlentscheidung zu Schulden kommen lassen – und zwar zu Gunsten des BVB: Mats Hummels hätte am 4. Spieltag der Saison 2011/2012 im Spiel gegen Bayer Leverkusen zwingend Gelb-Rot sehen müssen – Wolfgang Stark unterließ jedoch die gebotene Verwarnung.

Und die Meisterschaft wird der BVB auch nicht durch Stark verloren haben, dafür waren die Leistungen zu Beginn einfach zu schlecht.

Eine sehr angenehme und sachliche Auseinandersetzung gibt es seit einiger Zeit auch im neuen Schiedsrichter-Podcast “Collinas Erben” auf Fokus Fussball.

In diesem Sinne wünsche ich allen Schiedsrichtern und Schiedsrichterverstehern ein frohes Weihnachtsfest!