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Auftakt verschlafen 20. Januar 2013

Posted by Moritz in : Fussball International , 1 comment so far

Seit gestern hat sie einen wieder, die Atmosphäre des African Cup of Nations. Pünktlich zum Eröffnungspiel des Africa Cups senkte sich die Surren eines Bienenschwarmes wieder über das sonst wohl verwaiste Stadion in Johannesburg.

Wieder stand der Gastgeber Südafrika im Eröffnungsspiel. Doch statt Mexiko nannte sich der Gegner Kapverdische Inseln. Ein unscheinbarer Zwerg auf der Karte des afrikanischen Fußballs – geschweige denn der Welt – möchte man meinen. Doch die tapferen Inselkicker bezwangen in der verkürzten Qualifikation immerhin Kamerun und sicherten sich so ihre erste Teilnahme am Turnier.

Vor allem in Südafrika wurde der Gastgeber zumindest in dem diesem Spiel wohl als klarer Favorit gewertet. Wer die letzten Jahre der Mannschaft vom Kap der guten Hoffnung auch nur entfernt verfolgt hatte, dürfte zu dieser These einen gesunden Abstand aufgebaut haben. Keiner der Spieler strahlt mehr den Namen eines Pienaar aus oder kann gar von erweiterter Erfahrung im Ausland sprechen. In dieser Hinsicht nimmt sich der Kader nichts von dem der Kap Verdianer.

Wer sich zum Start des Africa Cups wem anpasste war unklar. Strömender Regen machte ein ansehnliches Spiel nicht leicher. Vielleicht war es auch nur eine Reaktion auf das Niveau auf dem Rase. Von emotionalen Wasserschlachten anderer Bewerbe war das Spiel jedenfalls weit entfernt.

Wohwollend hätte man davon sprechen können, dass sich beide Mannschaften im Mittelfeld gegenseitig neutralisierten. Realistischer taten sich das schon selbst. Das ganze Spiel war von Fehlpässen und spärlichen Möglichkeiten den Weg nach vorne zu suchen geprägt. Hatte einer der Spieler von Gordon Igesund, dem südafrikanischen Trainer, einen guten Ansatz, kam entweder der Ball gar nicht beim Passziel an oder der angespielte wusste nicht, wie er weiter zu verfahren hatte.

Es war ein Spiel auf ungefähr dem Niveau des Rückrundenauftaktes der Bundesliga. Nur halt ohne Tore. Das es mit ein wenig mehr Glück wohl hätte anders laufen können, zeigte eine der wenigen Torchancen nach gut einer Viertelstunde. Ein gut getimter Pass Babanko in die Schnittstelle der Abwehr direkt auf den Fuß von PLatini. und schon stand Platini alleine vor dem Tor. Es mag seiner Aufregung geschuldet sein, dass er diese Möglichkeit ungeschuldet verziehen ließ. Es blieb so eine anstrengende Partie für den durchhaltewilligen Zuschauer.

Mit dem Unentschieden waren die Kap-Verdianer sicher sehr zufrieden und mussten nicht einmal dafür tun, während der Gastgeber sich aus mangelnder Qualität nicht im Stande sah, dauerhaft etwas wie Druck aufzubauen. Jegliche Euphorie, sollte sie je bestanden haben, ist somit wohl verflogen. Angesichts dieser Vorstellung wäre ein Vordringen in die Finalrunde für Südafrika schon fast ein Wunder.

Da sich aber auch im Abendspiel Marokko und Angola in einem relativ trostlosen Spiel torlos trennten, bleibt nach Tag Eins des Turnieres alles so, als hätte das Turnier noch gar nicht begonnen. Es kann also nur noch bergauf gehen, wenn heute mit Ghana einer der wirklichen Favoriten seinen Auftakt gestaltet.

Der FC Fulham zu Gast in Leipzig 20. Juli 2012

Posted by Max in : Fussball International,Nordostfussball , add a comment

Endlich wieder großer Fussball zu Gast in der Messestadt. Zumindest fast. Jedenfalls dürfte es schon etliche Jahre her sein, dass letztmals ein Verein aus der höchsten Englischen Spielklasse in Leipzig vorbeigeschaut hat. Von Europapokalspielen will ich hier gar nicht mal reden. Diesen Mittwoch war der Fulham Football Club aus London für 90 Minuten Testspielgegner des 1. FC Lokomotive Leipzig. Eine Reihe von Klubs aus der Premier League testet in diesen Tagen gegen deutsche Teams, insbesondere Mannschaften aus den neuen Bundesländern. Fulham mag zwar nicht der größte Name sein, aber immerhin Finalist der Europa League 2010 und mit einigen Millionen-Stars gespickt. Und für den gerade frisch in die Regionalliga aufgestiegenen 1. FC Lokomotive Leipzig eine willkommene Gelegenheit, sich mit einem prominenten Testspiel ins öffentliche Gespräch zu bringen. Das hat dann auch funktioniert, mit 5.012 Zuschauern war das Bruno-Plache-Stadion ausverkauft.

Die Gäste vom Fulham FC spielten mit der gewohnten Mischung aus Stars und Nachwuchskräften. In der Pause wurde bis auf zwei Positionen einmal komplett durchgetauscht, sodass letztendlich nahezu alle Stars ihre Spielanteile von Trainer Martin Jol bekamen. Die Cottagers taten sich anfangs schwer, in die Partie zu finden. Wie bereits einige Tage zuvor bei einem trostlosen 0:0 gegen einen dänischen Zweitligisten in Grimma war den Themse-Anrainer der frühe Zwischenstand der Vorbereitung anzumerken. In den ersten Minuten versuchten die Lok-Spieler den Gegner zu überrumpeln. Es dauert ca. 15 Minuten, bis Fulham die Spielkontrolle übernahm und durch einen Doppelschlag vom Italiener Marcello Trotta – ein Eigengewächs aus der Fulham Academy – bis zur Pause den Zwischenstand auf 2:0 stellte. Besonders auffällig in der ersten Halbzeit war John Arne Riise. Der Norweger deutete an, dass er auch im fortgeschrittenen Fussballer-Alter von 32 Jahren noch immer Dynamik und Bissigkeit aus früheren Zeiten auf höchstem internationalen Niveau besitzt.

Ebenfalls mit von der Partie war Sascha Riether, die Neuerwerbung für die rechte Abwehrseite. Riether wirkte bisweilen aber arg unkonzentriert. Wenn Lok später einmal zu Angriffen kam, war es entweder fatalen Fehlpässen im Mittelfeld geschuldet, oder die (letztendlich aber allesamt schwach abgeschlossenen) Vorstöße kamen über Riethers Seite. Nur selten schaffte er es wie im folgenden Foto, den Spielaufbau voranzutreiben.

Im zweiten Durchgang durfte dann auch Mladen Petric mitwirken. Der Kroate war die letzten Jahre eine wichtige Stützte des Hamburger SV, wirkte zuletzt aber trotz gegenteiliger Beteuerungen immer lustloser und spielte teilweise mit fataler Körpersprache. Sein Habitus war auch in dieser Partie ziemlich grenzwertig, mit Lässigkeit eigentlich auch nur unzureichend beschrieben. Letztendlich erzielte Petric zwar das 3:0, vergab aber auch eine weitere Chance sehr fahrlässig und wirkte nicht wirklich austrainiert. Ob er bis zum Saisonstart wirklich eine ernsthafte Alternative wird, bezweifle ich – so stark wie er am Mittwoch abgefallen ist. Handlungsbedarf für Coach Martin Jol besteht auch in der Abwehr. Die Innenverteidigung – im zweiten Durchgang mit Brede Hangeland – hat ein enormes Geschwindigkeitsdefizit.

Letztendlich endete die Partie nach dem Treffer Lauri Dalla Valle mit 4:0 für die Gäste aus England. Ein hochverdienter, standesgemäßer Sieg. Der Klassenunterschied war zumindest über 75 Minuten deutlich zu erkennen.

Es ist schwer, eine solche Partie aus der Sicht des Underdogs zu bewerten. Die Spieler des 1. FC Lokomotive Leipzig haben sich achtbar geschlagen und sind nicht unter die Räder gekommen. In einigen Szenen konnten sie mit einem beherzten Dazwischengehen individuelle Fehler der Cottagers nutzen. Im letzten Augenblick fehlte aber entweder die Übersicht für den besser postierten Mitspieler, oder die Kraft zu einem platzierten Torschuss reichte nicht mehr aus. Einen guten Eindruck hinterlassen haben Torwart Christopher Gäng sowie Neuzugang Kevin Walthier. Der 21jährige Mittelfeldspieler kam von der Reserve des 1. FC Nürnberg und zeigte einige nette Dribblings. Ob er mit seinen teilweise arg verspielten Aktionen aber im robusten Regionalligaumfeld Erfolg haben wird, muss sich erst noch zeigen.

Für den 1. FC Lok Leipzig startet die neue Saison am 11. August mit einem Auswärtsspiel bei Hertha BSC II. Eine Woche später empfängt der FC Fulham in der Premier League Norwich City.

Alles verloren 13. Mai 2012

Posted by Moritz in : Fussball International , add a comment

Gerechnet hatte irgendwie keiner damit, schließlich konnte der FC Metz auch in der letzten Saison den Kopf noch einmal aus der Schlinge ziehen. Auch wenn ist es noch nicht amtlich ist, wäre es ein Narr, der glaubt, dass der Verein seinen Rückstand zum rettenden Ufer noch aufholen könnte. Er beträgt genau drei Punkte und die Wenigkeit 14 Toren.

Damit erlebt der Absturz des Vereins einen neuen, traurigen Höhepunkt. Einen mit Ansage jedoch. Grundlos versinkt Metz nicht das erste Mal in seiner achtzigjährigen Geschichte nicht in der Drittklassigkeit. Jean-Sébastien Gallois vom Republicain Lorrain hat ein wunderbar zutreffendes Filmzitat aus “La Haine” dafür gefunden:

Dies ist die Geschichte einer Mannschft, die aus dem 38. Stock eines Hochhaus fällt. Während sie fällt, wiederholt sie, um sich zu beruhigen, immer wieder: ‚Bis hierher ging es gut, bis hierher ging es gut, bis hierher ging es gut…‘. Aber wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung!

Was die Jahre zuvor gut ging, endete nun schmerzhaft. Lange Zeit befand man sich im Mittelfeld, wähnte sich in Sicherheit und spielte weder spektakulär noch unterirdisch. Doch die Ergebnisse entsprachen nicht mehr dem, was im Herbst zuvor den ruhigen Tabellenplatz verschafft hatte. Es war der schleichende Beginn, der Maßnahmen zum Winter wohl unnötig erscheinen ließ.

Erst in der zweiten Saisonhälfte brach die Mannschaft beinahe komplett auseinander. Bedingt auch durch die Verletzung einiger Schlüsselspieler, die danach nie wieder an ihre alte Form anknüpfen konnten, verlor die Mannschaft jegliche Durchschlagskraft im Spiel nach vorne und stellt inzwischen den schwächsten Angriff der Liga. 29 Tore in 37 Spielen, das ist das harmlose Niveau eines FCK und ähnlich hat man sich die Auftritte auch vorzustellen.

Das alleine ist man vom Verein noch gewohnt. Schwer wiegt hingegen, dass der Liga, in der jedes drittes Spiel unentschieden endet, das, was den FC Metz eigentlich auszeichnete, sich ebenfalls dem schwachen Niveau anpasste. Nachdem sowohl der ehemalige Kapitän als auch der Außenverteidiger in Dresden große Erfolge feiern, zeigte der Defensivverbund in Metz in vielen Spielen Lücken. Tödlich bei Stürmern, die ihren Namen kaum verdienen.

Im Vorfeld wurde zwar stets versprochen, dass man es nun besser machen werde. Das Ergebnis strafte offenkundig lügen. Zahlreiche Punkte wurden nur durch wenige Momente der Unaufmerksamkeit verschenkt.

Doch Präsident Serin wackelte bis auf ein eingehaltenes Ultimatium und nur zwei Siegen in der Rückrunde nicht am Stuhl des Trainers Bijotat. Ein Vertrauen, das letztendlich nicht erfüllt wurde. Vielleicht auch weil auch er konstatieren musste, dass diese Mannschaft, die wirkte wie ein benommer Boxer, der apathisch einen Haken nach dem anderen kassiert, auch durch einen anderen Trainer nicht aufgeweckt werden konnte.

Ein weiterer Randaspekt, der das das Verhältnis zur Realität ganz gut beschreibt ist, dass die Verantwortlichen sich die ganze Zeit über Hoffnungen auf eine verspätete Nominierung zur EM-Stadt und einen millionenschweren Stadionneubau machten. Im Nachhinein erscheint es wie der Größenwahn eines Fieberkranken.

Für den Verein kann es nun nicht einfach nur heißen, die Mannschaft zusammenzuhalten. Dazu sind die Gründe auf allen Ebenen zu tiefgreifen, zu vielfältig. Vielmehr wird ein grundlegender Neuanfang nötig sein, der sowohl die Mannschaft als auch die Vereinsstruktur komplett entkernt und neuzusammensetzt. Unter den gegebenen Umständen dürfte es den FC Metz noch weiter an den Rand seiner Möglichkeiten oder sogar darüber hinaus treiben. Es ist die Quittung für Fehler, die inzwischen in der Vergangenheit liegen und nicht rechtzeitig korrigiert wurden.

Wie weit das führen kann, zeigt ein warnendes Beispiel: Vor exakt zwei Jahren stieg der RC Strasbourg gleichermaßen ab und wurde von den in der Folge freigesetzten Fliehkräften rund um den Abstieg und verpassten Wiederaufstieg im Grunde vollkommen zerissen und findet sich als Schatten seinerselbst nur noch in der fünften Liga wieder. Bleibe dies dem Verein erspart.

Afrika-Cup: Kein logisches Finale 10. Februar 2012

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Auf Grund des doch recht frühen Anstoßes verpasst man das erste Halbfinale und kommt etwas später nach Hause, erwartet einen schon die erste Überraschung. Laut Endergebnis hat einer der großen Favoriten das Finale schon verpasst.

Mit 1-0 zogen die Black Stars den kürzeren und mussten somit Sambia den Vorritt in das Endspiel des Africa Cups lassen. In diesem Spiel trafen sie dann auf einen Gegner, der sich defensiv ihnen ebenbürtig darstellte und somit die fehlenden Spielmacherqualitäten der Black Stars ausnutzte. Gegen den Außenseiter schien dieses Mal keine Einzelleistung mehr zu reichen.

Im Endeffekt war dies vielleicht sogar das logische Ergebnis. Zu sehr hatten die Ghanaer sich und das Spiel treiben lassen, anstatt als Favorit selbst für einen gewissen Fluss zu sorgen. Im entscheidenden Moment scheiterten sie letztendlich daran und verpassen überraschend das Finale und somit den Titel.

Für die Sambier ist es die dritte Finalteilnahme und zudem eine ganz besondere. Ihre letzte feierten sie wenige Wochen nach dem tragischen Flugzeugunglück 1993 in Gabun unweit des Finalortes mit einer “B-Mannschaft” sensationell und auch das jetztige Team ist gewissermaßen bemerkenswert, da es für den Kontinent untypisch schon seit einigen Jahren immer wieder aus den gleichen Spielern speist. Diese vorgelebte seltene Kontinuität und der dadurch entstandene Zusammenhalt innerhalb des Teams zahlt sich mit stetigen Fortschritten so langsam aus.

All das machte Mut für eine spannende zweite Halbfinalpartie der Elfenbeinküste gegen Mali. Und beinahe wäre auch die Elfenbeinküste eben jenem Beispiel gefolgt. Die erste Halbzeit schien einen ähnlichen Verlauf zu nehmen. Die Elfenbeinküste kam sehr gut ins Spiel. Gleichzieitig erspielten sie sich eigentlich das erste Mal im Turnier mehrere hochkarätige Chancen. Allein, sie nutzten sie völlig untypisch nicht. Der wahrscheinlich immer noch wackelnde Pfosten weiß ein Lied davon zu singen.

Nachdem nach gut einer halben Stunde der erste Sturmlauf des Favoriten ein wenig abebbte, wurden die Malier etwas aktiver. Insbesondere über deren linke Hälfte und den sehr aktiven Metzer Außenverteidiger Tamboura – Freiburg, Aachen, wie wäre es? – gelangen so einige Aktionen, die im orangenen Publikum für einge Unruhe gesorgt haben dürften.

Letztendlich aber raffte sich Gervinho nach einer Balleroberung an der Mittellinie auf und mit einem ungehinderte Sprint bis zum Tor und ungeahnter Kaltschnäuzigkeit keine Zweifel mehr daran, dass die Ivorer auch wirklich ins Finale wollen.

Nach dem Tor und der Pause war die Partie im Grunde entschieden. Die Ivorer konnten ihr Spiel nun beruhigter aufziehen. Gegen ein Mali, dass sich in unbedarften Offensivaktionen aufrieb, war der Sieg nur noch Formsache. Zumal auch der südafrikanische Unparteiische mit seiner inkonsequenten und mit zunehmender Spieldauer merkwürdigeren Zweikampfauswertung das seinige tat, um den Spielfluss zu unterbrechen.

Trotz des Ergebnisfußballs, sah man nach 90 Minuten einen verdienten, sich feiernden Sieger. Die Elfenbeinküste wurde wieder einmal ihrem Favoritenstatus gerecht und zeigte zumindest zu Beginn in diesem Turnier noch unbekannte Qualitäten. Auch wenn am Ende Gervinhos Einzelleistung die Partie entschied und die anfänglichen Großchancen letztendlich nicht genutzt wurde, kann ihnen das Ergebnis durchaus Mut machen für das finale Spiel.

Dort gibt es nun das interessante Aufeinandertreffen eines kaltschnäuzigen Ergebnisteams, das auf einen wahrscheinlich perfekt eingestellten Gegner trifft. Es entspricht, lässt man die Namen bei Seite, nicht unbedingt dem Klischee des afrikanischen Fußballs, verspricht aber allerlei Spannung. Aufklärung gibt es Sonntag Abend. Verpassen verboten!

Afrika-Cup: Das letzte Viertelfinale 5. Februar 2012

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Es ist das Wochenende der Viertelfinals beim Ereignis des Jahres auf dem schwarzen Kontinent. Das erste Mal ging und geht es für alle Beteiligten ohne doppelten Boden zur Sache. Wer jetzt patzt hat keine Gelegenheit mehr dies im darauffolgenden Spiel auszugleichen. Aus diesem Grund heißt es Masken herunten und das wahre Können hervor. Es sind bei jedem Turnier die großen Momente, die die Finalrunden hervorbringen.

Von großen Momenten waren die ersten zwei Viertelfinals noch entfernt. Zu groß war der letztendliche Leistungsunterschied, dem sich die Elfenbeinküste bzw. Sambia gegenüber sahen. Sowohl der Mitgastgeber Äquatorial-Guinea als auch der Sudan stellte keine großen Stolpersteine dar auf dem Weg unter die besten vier. Vor allem die Elfenbeinküste scheint sich nun endlich auf dem richtigen Weg zu befinden und feierte mit einem überlegenen 3-0 schon das vierte Spiel ohne Gegentor in diesem Turnier. Eine durchaus beachtliche Leistung und mehr als nur ein Fingerzeig.

Nach den beiden ungefährdeten am gestrigen Samstag fiebert nun alles der Partie zwischen Ghana und Tunesien entgegen. Es dürfte die bisher spannendste Partie sein, die der Kontinent im Verlaufe des Turniers bisher gesehen hat.

Die Spannung speist sich vor allem daraus zu sehen, was das Team von Stevanovic im Stande zu leisten ist. Zwar trauen alle den Black Stars den ganz großen Wurf zu, aber bisher lieferten die Ghanaer in der Gruppenphase bisher einen nüchternen Auftritt nach dem anderen ab und vertrauten dabei auf seine massierte Defensivarbeit und die sich daraus ergebende Spielkontrolle. Nur im Notfall bemüßigte man sich selbst das Spiel voran zu treiben. Den Rest erledigten mit der Zeit Gyan und Ayew.

Im Viertelfinale steht man nun einem Kontrahtenten gegenüber, der stärker einzuschätzen ist als die Gruppengegner. Bei den Tunesiern ist das Kollektiv der Star und zeichnen sich durch eine ebenso gute Organisation aus wie die Ghanaer. Hinzu kommt, dass sie in den ersten beiden Spielen ihre wenigen Chancen letztendlich eiskalt nutzten.

Das Hauptproblem, dem sie sich am heutigen Abend gegenüber sehen dürfte die Anzahl der Chancen sein. Im letzten Gruppenspiel strauchelten sie schon aus eben diesem Grund. Dort war es ihre fehlende Durchschlagskraft, die ihnen ein Tor und den Gruppensieg verwehrte. Zu selten kamen sie gegen Gabun in die Verlegenheit vor dem Tor zu stehen. Man muss ihnen aber zu Gute halten, dass sie auch in diesem letztlich unwichtigen Spiel bis zum Ende nicht aufsteckten und bis zum Ende versuchten den Ausgleich zu erzielen. Doch die nötige eine Chance blieb ihnen verwehrt.

Ein Spiel nach ähnlichem Strickmuster ist somit im letzten Viertelfinale zu erwarten. Es könnte der Fall des Favoriten sein oder auch nur ein weiterer abgeklärter Sieg gegen einen Gegner, der an Ghana zerschellt. Mehr wird der Abend zeigen.